Addiko Bank Test & Bewertung

Letztes Update am 07.12.2016 von David Stahmann | Testergebnis:  Bewertung: 3 von 5 Punkten

Zusammenfassung & Bewertung

Mit der Addiko Bank aus Wien erscheint für manche Kenner der Finanzszene ein „alter Bekannter“ unter neuem Namen auf dem Anlagemarktplatz WeltSparen. Die Bank ist das im Jahr 2015 verkaufte Nachfolge-Institut des Balkangeschäfts der skandalbehafteten Hypo Alpe Adria. Mit der US-amerikanischen Kapitalbeteiligungsgesellschaft Advent und der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung als neue Besitzer wagt das Finanzinstitut unter dem neuen Namen einen Neustart. Anlass genug, um die Seriosität und Anlagensicherheit der Bank zu bewerten. Welche Rolle nimmt die Anlageplattform WeltSparen hierbei ein?

Die wichtigsten Ergebnisse der Sicherheitsanalyse finden Sie zusammengefasst hier:

Positiv
Anlage erfolgt über seriösen Anbieter WeltSparen
Positiv
Recht gute Bonität Österreichs dank sehr gutem Länderrating
Positiv
Guter Puffer dank vergleichsweise hoher Kernkapitalquote
Neutral
Starthilfe durch österreichischen Staat (notwendig)
Negativ
Altlasten der Hypo Alpe Adria belasten Bank weiterhin
Negativ
Einlagensicherungsfonds von Österreich nicht ausreichend gefüllt
Negativ
Geographischer Fokus auf 5 Balkanländer bietet Konzentrationsrisiko

Bewertung der Addiko Bank

Alles in allem fällt unsere Bewertung mit 3 von 5 Punkten trotz der Historie und ungewissen Zukunft der Bank noch relativ gut aus. Die Bank befindet sich derzeit im Neustart-Modus und richtet sich intern und von den Geschäftsschwerpunkten her neu aus. Wie zukunftsfähig das Finanzinstitut unter der Obhut seiner beiden neuen Eigentümer ist, wird sich damit erst in einigen Jahren zeigen. Es gibt aber Lichtblicke wie ein recht großer Eigenkapitalpuffer sowie nicht unerhebliche Anschubhilfe durch den österreichischen Staat. Als gänzlich hoffnungslos werten wir die ehemalige Balkangeschäft-Tochter der zerschlagenen Hypo Alpe Adria also nicht.

Allerdings müssen Anleger sich klar sein, dass der österreichische Einlagensicherungsfonds wohl nicht über das ausreichende finanzielle Vermögen für eine Anlegerentschädigung aus eigenen Mitteln verfügt. Insofern kann der Rückgriff auf die Hilfestellung durch andere nationale separate Sicherungseinrichtungen oder den österreichischen Staat durchaus notwendig werden. Dank der soliden Bonität Österreichs sollte das jedoch kein allzu großes Problem darstellen.

Sollte die Addiko Bank einen guten Eindruck bei Ihnen hinterlassen und Sie erwägen das Anlegen einer gewissen Geldsumme bei der Bank, bedenken Sie den damit verbundenen höheren Verwaltungsaufwand. Der österreichische Staat verpflichtet das Finanzinstitut zur Abführung einer Quellensteuer von 25 % der Zinserträge. Das lässt sich aber vermeiden, wenn Sie im Vorfeld das von Ihnen und Ihrem Finanzamt unterschriebene Formular „Erklärung natürlicher Personen für Zwecke der DBA- Quellensteuerentlastung“ bei WeltSparen einreichen. Dieser Vorgang muss allerdings jährlich zur jeweiligen Auszahlung der Zinsen wiederholt werden. Die erhaltenen Kapitalerträge aus dem Ausland müssen darüber hinaus im Rahmen Ihrer Steuererklärung dem Finanzamt gemeldet und evtl. versteuert werden.

Zum Anlagemarktplatz WeltSparen gibt es von unserer Seite aus keine Skepsis zu vermelden. Die Plattform arbeitet nämlich als reiner Vermittler. Damit hat sie keinen direkten Zugriff auf Ihr Geld, sodass dieses selbst im Fall einer Insolvenz von WeltSparen nicht verloren geht. Das Geld liegt stattdessen bei der jeweiligen Anlagebank, mit welcher Sie auch die übliche Geschäftsverbindung haben. WeltSparen hilft Ihnen als Anleger stattdessen dabei, auf einfachem Weg über eine zentrale Anlaufstelle auf solche Angebote von Banken im EU-Ausland zuzugreifen. Zudem haben Sie mit dem Serviceteam des Anlagemarktplatzes einen einzigen deutschsprachigen Ansprechpartner für alle Partnerbanken in dessen Portfolio. Die sehr guten Erfahrungsberichte der Kunden scheinen das entsprechend zu honorieren.

Über die Addiko Bank

Im Juli diesen Jahres tauchte die Bank erstmal unter ihrer neuen Benennung „Addiko Bank“ auf dem Markt auf. Die dahinterstehende Bankengruppe existiert allerdings schon länger und gehörte als „Hypo Group Alpe-Adria“ der 2014 zerschlagenen Großbank Hypo Alpe Adria. Sie war bis zu dem Zeitpunkt für das Südosteuropa-Geschäft der Muttergesellschaft zuständig und deckt bis heute die Ländermärkte Slowenien, Kroatien, Serbien, Montenegro sowie Bosnien und Herzegowina ab. Mit der Zerschlagung der Hypo Alpe Adria fiel die für den Balkan zuständige Tochtergesellschaft zunächst unter die Obhut des österreichischen Staates und unterlag im Gegenzug für erhaltene Staatshilfen u. a. auch Neugeschäftsbeschränkungen. Mitte 2015 wurde die damalige Hypo Group Alpe-Adria schließlich vollständig an die Luxemburger Gesellschaft „Al Lake S.a.r.l.“ verkauft, welche wiederum zu 80 % der Kapitalbeteiligungsgesellschaft Advent aus den USA und zu 20 % der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung gehört. Der österreichische Staat ist weiterhin mit der Bankengruppe verbunden. Er haftet u. a. bis 2020 mit mehr als einer Mrd. € für die südosteuropäischen Banken und stellt nach wie vor Refinanzierungslinienvon rund 2 Mrd. € bereit, um Starthilfe für das neu anlaufende Geschäft zu geben. Darüber hinaus wurden der Bankengruppe die milliardenschweren faulen Kredite als Altlast abgenommen und der Bad Bank der Alpenrepublik (Heta) zugewiesen.

Die Addiko Bank mit Sitz in Wien beschäftigt dem Geschäftsbericht 2015 zufolge mehr als 3.700 Mitarbeiter, die sich auf über 230 Filialen in Österreich und den fünf Ländermärkten auf dem Balkan verteilen. Die Einlagen der 1,1 Mio. betreuten Kunden belaufen sich hierbei auf knapp 3,9 Mrd. €, wovon 2,5 Mrd. € auf Einlagen von privaten Haushalten entfallen (Geschäftsbericht 2015, S. 52). Hier machen Einlagen mit vereinbarter Laufzeit wie z. B. Festgeld etwa 72 % der privaten Gelder aus.

Das Finanzinstitut befindet sich seit dem Übergang der Besitzverhältnisse auf die neuen Eigentümer im Umbau. Man möchte sich mehr auf das klassische Bankgeschäft konzentrieren. Das führte bereits dazu, dass z. B. das Leasing- und Investmentgeschäft mancher südosteuropäischen Tochterbank verkauft wurde. Weiterhin wolle man keine großen Finanzierungen etwa für Großunternehmen, Staaten oder große Projekte durchführen. Die neue Zielgruppe sollen stattdessen Privatkunden sowie lokale kleine und mittlere Unternehmen bilden.

Alles in allem erinnert uns die Addiko stark an die Austrian Anadi der Anlageplattform Zinspilot: Eine ebenfalls ehemalige Tochtergesellschaft der zerschlagenen Hypo Alpe Adria, die sich unter einem neuen Besitzer umzustrukturieren und neu auszurichten versucht. Das ist hier nicht zwangsläufig negativ gemeint. Die Starthilfe des österreichischen Staates (Refinanzierung, Haftung für Altlasten) kommt der Bank und damit den Kunden sicherlich zugute. Allerdings heißt das im gleichen Zug, dass die Addiko Bank (noch?) nicht auf eigenen Beinen stehen kann und weiterhin auf staatliche Unterstützung angewiesen ist. Der neu postulierte Fokus auf das klassische Bankgeschäft mit Privatkunden und mittelständischen Unternehmen sowie die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung als neuer Miteigentümer können vorsichtig hoffen lassen, dass die Grundsteine für eine nachhaltig positive und beständigere Zukunft gelegt werden. Mit Advent International habe man zudem, nach deren Aussage, einen der erfahrensten Kapitalbeteiligungsgesellschaften weltweit an Bord, der bei der anvisierten profitablen Neuausrichtung helfen würde. Garantiert ist das allerdings nicht. Es wird noch Zeit und weitere Anstrengungen brauchen. Die Bank selbst rechnet frühestens für 2017 mit einer ausgeglichenen Bilanz.

Details zum Berliner Anlagemarktplatz WeltSparen

Wenn Sie für eine Geldanlage bei der Addiko Bank nicht gerade nach Österreich fahren wollen, bleibt Ihnen nur der Anlagemarktplatz WeltSparen aus Berlin als Alternative. Dieser übernimmt für seine Partnerbanken die Rolle des Vermittlers und gleichzeitig des zentralen Kundenservices für deutsche Kunden. Sämtliche Prozesse und Formalitäten, die Geldanlage und -auszahlung betreffen, laufen hierüber ab. Das hat den Vorteil, dass Sie mit nur einem Nutzerkonto bei WeltSparen sowie einem Verrechnungskonto bei der MHB Bank bei mehreren Partnerbanken unterschiedliche Anlagekonten eröffnen können. Der sonst übliche Papierkram und Aufwand beim Verwalten mehrerer Konten im Ausland entfällt damit für Sie. Die Anlageplattform ist eine Online-Marke der Berliner Raisin GmbH aus Berlin und seit mehr als zwei Jahren aktiv. Anscheinend erfolgreich, wie es zahlreiche Erfahrungsberichte unserer Nutzer nahelegen.

Rating & Bonität der Addiko Bank

Möchte man sich einen ersten Gesamteindruck von der Vertrauenswürdigkeit einer Bank verschaffen, sind Bewertungen durch eine der großen Ratingagenturen wie Standard & Poor’s, Moody’s und auch der kanadischen DBRS üblicherweise eine gute Quelle. Allerdings existiert für die Addiko Bank kein derartiges Rating. Was auf den ersten Blick verdächtig aussieht, ist ein häufig auftretender Sachfall bei kleineren Banken. Die Finanzinstitute müssen für die Bewertungen selbst aufkommen, welche zudem nicht gerade billig sind. Verspricht sich die Bank davon keine Vorteile wie z. B. bessere Refinanzierungs-Bedingungen, gibt es für sie keinen Anreiz, die zusätzlichen Kosten für das Rating zu stemmen.

Ein kleiner Vertrauensvorschuss für die Addiko Bank ließe sich an dieser Stelle höchstens über die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung ableiten. Die mit 20 % an der Bank beteiligte Muttergesellschaft erhält von den drei großen US-Ratingagenturen übereinstimmend ein Triple-A-Rating und besitzt damit eine Top-Bonität. Außerdem hat die EBRD zudem das Ziel, die Länder Mittel- und Osteuropas finanziell zu unterstützen. Es ist daher keine völlig abwegige Annahme, dass die Muttergesellschaft ein Interesse und die Möglichkeiten hätte, die Addiko Bank in ihrem Geschäft zu fördern. Das ist von unserer Seite aus aber als Hinweis und nicht als Faktum zu verstehen.

Idealerweise bräuchte es erst gar keine Hilfestellung von der Muttergesellschaft, weil die Addiko Bank für sich selbst genommen solide dasteht. Zur Überprüfung schauen wir uns nachfolgend in den Geschäftsberichten der Wiener Tochter selbst um, sofern diese öffentlich verfügbar sind.

Sicherheit der Addiko Bank auf Basis von Finanzkennzahlen

Die Addiko Bank hat bisher lediglich Geschäftsberichte für die Jahre 2014 und 2015 veröffentlicht. Die Bank wechselte allerdings erst Mitte 2015 zu den neuen Eigentümern und auch erst zu diesem Zeitpunkt wurden bestimmte Geschäftseinschränkungen durch den österreichischen Staat wieder aufgehoben. Deshalb beschränken wir uns auf den Geschäftsbericht für das vergangene Jahr. Die unszur Verfügung stehende Datenbasis ist zwar damit kleiner, wird aber dafür hoffentlich weniger durch Sonderumstände im Rahmen der Hypo-Zerschlagung im Jahr 2014 verzerrt.

Ein erster Blick auf das Geschäftsergebnis lässt zunächst nichts Gutes erahnen. Das Jahresergebnis fiel mit -675 Mio. € leider ziemlich verlustreich aus, wenn auch angesichts der genannten Umstände wenig überraschend. Das Management der Bank geht aber davon aus, dass man mit 2015 die „absolute Talsohle“ bewältigt habe und es nun aufwärts gehe.

Deutlicher positiver fällt hingegen die Kernkapitalquote aus. Die Kennzahl beschreibt den Puffer in Form von Eigenkapital, den das Finanzinstitut als Gegenmittel für potenzielle Kreditausfälle vorhält. Betrug die Quote zum Ende des vergangenen Jahres 13,7 % und war damit auf einem leicht niedrigeren Niveau als z. B. bei der ING-DiBa mit 14,9 %, konnte die Quote im ersten Quartal 2016 auf 21 % gesteigert werden. Der Grund für diesen Quotensprung waren eine Kapitalerhöhung sowie die Überführung von faulen Krediten in der Addiko-Bilanz zur Bad Bank des österreichischen Staates, was zu einer verbesserten Kapitalsituation führte (Geschäftsbericht 2015, S. 4+5). Mit dieser Kernkapitalquote bewegt sich die Bank innerhalb der Bankenlandschaft in der Oberliga. Allerdings darf man diesen Indikator nicht losgelöst vom gesamten Zustand der Bank betrachten. Auch bei so hohen Kernkapitalquoten kann es zu Problemen kommen, wenn andere Faktoren, etwa die wirtschaftliche Entwicklung der Balkanregion, gegen das Finanzinstitut arbeiten.

Ebenfalls positiv überrascht sind wir von dem vergleichsweise hohen liquiden Vermögen der Addiko Bank, das sich aus Kassenbestand und dem Guthaben bei der Zentralbank zusammensetzt. Dieses betrug zum Stichtag 31. Dezember 2015 knapp 1,32 Mrd. € und beträgt damit etwa ein Drittel der gesamten Kundeneinlagen von 3,9 Mrd. € (Geschäftsbericht 2015, S. 17). Zum Vergleich: Die Austrian Anadi als eine andere ehemalige Tochter der Hypo-Gruppe verfügt bei verwalteten Kundeneinlagen i. H. v. 1,23 Mrd. € über liquide Mittel von gerade mal 27 Mio. €. Die Addiko Bank scheint sich damit in einer vorteilhafteren Situation zu befinden, sodass ein schneller und massenhafter Abzug von Kundenguthaben zumindest in kleinem Maßstab für die Bank wohl verkraftbar wäre. Hier kann aber der geografische Fokus auf die fünf eng verbundenen Balkanländer zum Problem werden, sollten sich die dort ohnehin teils schwierigen wirtschaftlichen Bedingungen verschärfen und die Bevölkerung verstärkt Bargeld abrufen oder ins Ausland transferieren wollen.

Zusammengenommen betrachtet stellt sich die Addiko Bank für uns positiver dar, als wir zunächst angesichts der Vorgeschichte erwartet hätten. Sowohl der österreichische Staat als zwischenzeitlicher Vorbesitzer sowie die neuen Eigentümer der Bank scheinen die Probleme erkannt und mittlerweile angegangen zu haben. Man nimmt der Bank ihre Altlasten aus der Hypo-Zeit ab und stattete sie zudem mit frischem Kapital sowie einem Restrukturierungsprogramm aus. Ob das neue Geschäftsmodell langfristig von Erfolg gekrönt sein wird, muss sich allerdings erst noch zeigen. Restrisiken bleiben zudem weiter bestehen. Dazu gehören neben der Konzentration auf das anfällige Balkangeschäft auch jederzeit die Möglichkeit weiterer politischer Überraschungen. Eine endgültige Einschätzung zur Sicherheit der Addiko Bank selbst können wir somit nicht abgeben, womit die Bank aber keinen Sonderfall, sondern vielmehr das generelle Problem von (unseren) Analysen und die traurige Wahrheit darstellt.

Addiko Bank Einlagensicherung

Deutsche Anleger kennen die in den EU-Mitgliedstaaten am stärksten verbreitete Form eines gesetzlichen Einlagensicherungssystems, in welchem ein zentraler Einlagensicherungsfonds für die Auszahlung von Entschädigungsansprüchen geschädigter Sparer zuständig ist. Die angeschlossenen Banken entrichten im jährlichen Rhythmus Beiträge für den Fonds, unabhängig ob ein Entschädigungsfall eintritt oder nicht. Darüber hinaus gilt, ebenfalls EU-weit, die Obergrenze von 100.000 € pro Kunde pro Bank. Allerdings existieren trotz der 2014 erlassenen EU-Richtlinie zur formalen Vereinheitlichung der nationalen Einlagensicherungssysteme in einigen Ländern nach wie vor Eigenarten. So gibt es auch in Deutschland neben der gesetzlichen Entschädigungseinrichtung deutscher Banken GmbH (EdB) auch den zusätzlichen freiwilligen Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken. Ähnlich verhält es sich mit Österreich.

Bis 2014 betrieb die Alpenrepublik ein gemischtes Einlagensicherungssystem. Ging eine österreichische Bank insolvent und Sparer waren zu entschädigen, kratzten die zu einer Haftungsgemeinschaft geformten Banken so viel Geld zusammen, bis für jeden zu entschädigenden Kunden 50.000 € bereitstanden. Die restlichen 50.000 € zur Erreichung der gesetzlichen Obergrenze stellte der österreichische Staat und konnte demzufolge als staatliche Garantie interpretiert werden. Mit dem Erlass der EU-Richtlinie war dies nicht mehr möglich. Stattdessen musste auch Österreich sein Einlagensicherungssystem auf das hierzulande bekannte Modell eines jährlich mit Bankenbeiträgen zu füllenden Einlagensicherungsfonds umstellen. Da der österreichische Gesetzgeber den Inhalt der Richtlinie allerdings erst im vergangenen Jahr in ein rechtskräftiges nationales Gesetz einbringen konnte, steht der Aufbau eines prall gefüllten Einlagensicherungsfonds noch ganz am Anfang.

Österreich konnte sich allerdings ähnlich wie Deutschland einige Ausnahmen sichern, was die Neugestaltung des nationalen Einlagensicherungssystems betrifft. Das Land darf der österreichischen Arbeiterkammer zufolge seine bisherigen fünf Sicherungseinrichtungen behalten, die die Beiträge für die jeweiligen Mitgliedsbanken erheben und verwalten. Erst im Jahr 2019 sollen die fünf separaten Fonds schließlich zum nationalen (Haupt-)Einlagensicherungsfonds zusammengeführt werden. Wie in Deutschland gibt es also (vorerst) weiterhin separate Sicherungssysteme, sodass Anleger genau hinschauen sollten, zu welchem die jeweilige österreichische Bank gehört.

Im Fall der Addiko Bank ist es die Einlagensicherung der Banken & Bankiers GmbH. Leider existieren neben einer Webseite mit wenig aussagekräftigem Inhalt keine weiteren öffentlich verfügbaren Infos zur Situation dieser spezifischen Sicherungseinrichtung. Auch finanzielle Zahlen etwa zum derzeitigen Vermögen des separaten Einlagensicherungsfonds oder der Summe der Jahresbeiträge durch die Banken als Indikator für uns lassen sich nirgends finden. Am Ende stehen wir dementsprechend purer Unwissenheit gegenüber. Eine Pleite der Addiko Bank mit ihren fast 4 Mrd. € Kundeneinlagen dürfte der Fonds allein wohl nicht stemmen können.

Der Hauch eines kleinen Lichtblicks ergibt sich ggf. aus dem Gesetzestext zur Umgestaltung des österreichischen Einlagensicherungssystems. Reichen die Mittel eines der separaten Sicherungssysteme für eine Anlegerentschädigung nicht aus, kann dieses neben Sonderbeiträgen der eigenen angeschlossenen Banken auch Hilfe von den anderen Sicherungseinrichtungen einfordern. Diese haben anschließend die Pflicht, dem Folge zu leisten. Sollten darüber hinaus weitere Geldmittel erforderlich sein, steht allen Sicherungseinrichtungen die Option offen, sie sich am Kapitalmarkt zu leihen. Alternativ kann in letzter Instanz der österreichische Staat die Rolle des Kreditnehmers einnehmen, um zu günstigeren Refinanzierungs-Bedingungen die entsprechenden Gelder einzusammeln und weiterzuleiten. Dank seiner sehr guten Länderratings von AA+ (S&P, Fitch), Aa1 (Moody’s) sowie der Top-Bewertung AAA durch die kanadische DBRS dürfte das für unseren kleinen Nachbarn nicht allzu schwierig sein. Die im Durchschnitt und damit noch im akzeptablen Bereich liegende Staatsverschuldung von 86,2 % des österreichischen BIP (2015) lassen ebenfalls noch gewissen Spielraum dafür. Beachten Sie aber: Eine (halb)staatliche Garantie und explizite Stützung seiner Sicherungseinrichtungen wie im alten Mischsystem bis 2014 gibt es nun auch im Fall von Österreich nicht mehr.

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