Banka Kovanica Test & Bewertung

Letztes Update am 22.09.2018 von David Stahmann | Testergebnis:  Bewertung: 3 von 5 Punkten

Zusammenfassung & Bewertung

Seit Ende Oktober 2015 kooperiert die Anlageplattform Savedo mit der kroatischen Banka Kovancia, die dadurch Zugang zum deutschen Festgeldmarkt erhält. 1997 noch unter dem Namen Stedionica Kovanica in Varazdin gegründet, agiert die Bank seit 2002 unter dem heutigen Namen. Mit 111 Mitarbeitern sowie 12 Filialen in Kroatien gehört das Finanzinstitut zu den kleineren Mitspielern des Landes. Nichtsdestotrotz werfen wir einen genaueren Blick auf die Banka Kovanica und nehmen in diesem Kontext eine aktuelle Bewertung ihrer Sicherheit und Seriosität vor.

Die wichtigsten Ergebnisse der Sicherheitsanalyse finden Sie hier zusammengefasst:

Positiv
Anlage und Kundenservice erfolgen über den gut bewerteten Anlagevermittler Savedo
Positiv
Vergleichsweise gute Eigenkapitalausstattung als Puffer für schlechte Zeiten
Positiv
Ausreichendes Vermögen des kroatischen Einlagensicherungsfonds für eine Pleite der Bank
Neutral
Positive Geschäftsentwicklung seit 2015, wenn auch mit teils größeren Schwankungen
Neutral
Muttergesellschaft der Banka Kovanica hat mit eigenen Problemen zu kämpfen
Neutral
durchschnittliche Verschuldung Kroatiens im EU-Vergleich
Negativ
Schlechtes Länderrating des kroatischen Staats
Negativ
Wechselkurs- und Gebührenrisiko aufgrund Entschädigungszahlungen in HRK

Bewertung der Banka Kovanica

Insgesamt bewerten wir die Banka Kovancia mit durchschnittlich guten 3 von 5 Punkten.

Alles in allem scheint die Bank (mittlerweile) relativ solide zu wirtschaften. Nach verlustreichen Jahren konnte die Bank seit 2015 wieder positive Ergebnisse vorweisen, wenn auch mit gewissen Schwankungen. Ob sich dieser Erfolg allerdings fortsetzen wird, kann wie bei jeder anderen Bank auch niemand mit Gewissheit sagen. Sehr gut gefällt uns an der Bank die vergleichsweise höhere Grundausstattung an Eigenkapital und diverse Barreserven, die durchaus für eine gewisse Standfestigkeit auch in schlechteren Zeiten sorgen dürften. Zudem dürfte eine mögliche Insolvenz des Finanzinstituts kein allzu ernstes Problem für den kroatischen Einlagensicherungsfonds sein, da dessen Vermögen die Kundeneinlagen der Bank deutlich übersteigen. Eingetrübt wird dies allerdings durch die Tatsache, dass Entschädigungszahlungen in der kroatischen Währung durchgeführt würden, sodass sich hier entsprechende Risiken u. a. aufgrund des nicht fixen Wechselkurses ergeben. Auf die Muttergesellschaft mit Sitz in San Marino als potenzielle Rettungsinstanz sollten Anleger hingegen nicht bauen. Diese hat bereits genug mit eigenen Problemen zu kämpfen. Am Ende würden wir evtl. der geografischen Diversifikation wegen einen (wenn auch nur kleinen) Teil unseres Geldes für maximal 1-2 Jahre bei der Banka Kovancia anlegen.

Bedenken Sie vor einer Anlage bei der Banka Kovancia zudem den etwas höheren Aufwand für die Versteuerung der Kapitalerträge. Die Bank ist dazu verpflichtet, 12 % Ihrer Zinserträge an den kroatischen Staat abzuführen. Reichen Sie vor Fälligkeit des Festgeldes eine Ansässigkeitsbescheinigung bei Savedo ein, kann der Steuersatz auf 0 % reduziert werden. Laut Kundenservice von Savedo meldet dieser sich dafür rechtzeitig bei Ihnen. Darüber hinaus entsteht aber auch Zusatzaufwand aufgrund der Pflicht zur Angabe ausländischer Kapitalerträge in Ihrer Steuererklärung. Freistellungsaufträge oder Nichtveranlagungsbescheinigungen sind hier nicht möglich.

Im Moment können Festgeldanlagen bei der Banka Kovanica nur über den Anlagevermittler Savedo erfolgen. Dieser kümmert sich um die Abwicklung des Anlageprozesses und stellt den deutschen Kundenservice bereit. Sie haben somit keinen direkten Kontakt mit der kroatischen Niederlassung der Banka Kovanica. Wir befürworten das Konzept der Anlagemarktplätze und sehen daher auch Savedo durchaus positiv. Ohne Anbieter wie Savedo, WeltSparen und Zinspilot blieben viele Anlagen im EU-Ausland dem deutschen Privatanleger verschlossen. Da die Plattformen zudem keinen direkten Zugriff auf Ihr Geld haben, sondern als reine Vermittler arbeiten, sollte Ihnen auch eine Insolvenz von Savedo keine schlaflosen Nächte bereiten.

Über die Banka Kovanica

Die Banka Kovanica (genauer gesagt die “Banka Kovanica d. d.”) mit Sitz im kroatischen Varazdin ist mit rund 100 Mitarbeitern eine vergleichsweise kleine Bank und bietet klassische Bankdienstleistungen wie Geldanlagen und die Kreditvergabe für Privat- und Geschäftskunden an. Dem Geschäftsbericht 2017 (S. 32) zufolge verfügt das Finanzinstitut über Kundeneinlagen in Höhe von ca. 948  Mio. kroatischen Kuna (HRK), was knapp 127,4 Mio. € entspricht. Etwa zwei Drittel  % dieser Einlagen unterliegen hierbei Laufzeiten von maximal einem Jahr.

Seit 2007 gehört die Bank nahezu vollständig (mittlerweile zu 99,67 %) der Cassa di Risparmio della Repubblica di San Marino, der größten und ältesten Bank San Marinos mit über 130-jähriger Geschichte sowie 12 Filialen im Land. Sie agiert nach eigener Aussage als Geschäfts- und Privatkundenbank für die San-Marinesen sowie als private Offshore-Bank für ausländische Kunden.

Details zum Berliner Anlagemarktplatz Savedo

Anlagen können bei der Banka Kovanica nicht direkt über die Bank, sondern nur indirekt über einen sogenannten Anlagemarktplatz erfolgen. In diesem Fall handelt es sich um Savedo, einem deutschen Vermittler mit Sitz in Berlin. Die Savedo GmbH ist bereits seit 2014 mit ihrem Angebot in Deutschland aktiv und vermarktet über www.savedo.de eine ganze Reihe von Festgeldangeboten aus dem EU-Ausland. Mit nur einem Referenzkonto lassen sich dadurch Festgelder bei unterschiedlichen Banken anlegen, ohne dafür jedes Mal einen neuen Kontoeröffnungsprozess durchlaufen zu müssen. Auch das Erscheinen in einer Bankfiliale im jeweiligen Land fällt dadurch weg.Wir befürworten das Konzept solcher Plattformen. Weitere Informationen zu Savedo erhalten Sie im ausführlichen Bankprofil und in den Erfahrungsberichten bestehender Kunden des Anlagemarktplatzes.

Rating & Bonität der Banka Kovanica

Wie sicher oder unsicher eine Bank ist, lässt sich als Laie von außen nicht so einfach feststellen. Häufig betrachtet man daher Bonitätsbewertungen der großen Ratingagenturen, die einen tieferen Einblick in die Geschäftszahlen und das Kreditportfolio der Banken erhalten. Zu den großen Ratingagenturen gehören u. a. Standard & Poor’s (S&P) und Fitch. Leider existieren jedoch weder zur Banka Kovanica noch zur san-marinesische Muttergesellschaft Ratings, was die Beurteilung der Bonität der Banka Kovanica nicht gerade einfach macht. Das Fehlen solcher Ratings ist aber nicht per se negativ auszulegen, da es keine Pflicht zur Erstellung gibt und die Agenturen sich ihre Dienstleistung teuer bezahlen lassen. Lässt sich mit einem Rating die Refinanzierung über die Kapitalmärkte nicht verbessern, besteht in der Regel wenig Anreiz für eine Bank, diese erstellen zu lassen.

Wir greifen im Folgenden daher auf Kennzahlen aus den Jahresberichten der Banka Kovanica zurück, um uns trotz des Fehlens von Ratings einen Eindruck der finanziellen Situation und Bonität der Bank zu verschaffen.

Sicherheit der Banka Kovanica auf Basis von Finanzkennzahlen

Bei unserem ersten Testbericht vor zwei Jahren machte die bis dato stattgefundene Geschäftsentwicklung zunächst keinen allzu positiven ersten Eindruck. Von 2012 bis einschließlich 2014 wies das Finanzinstitut kontinuierlich Verluste aus, wobei sich diese stetig verringerten (von -56,5 Mio. HRK bzw. -7,6 Mio. € in 2012 auf -11,7 Mio. HRK bzw. -1,6 Mio. € in 2014). 2015 hingegen scheint aus heutiger Sicht der Wendepunkt der Bank gewesen zu sein, da sie seitdem jedes Jahr positive Ergebnisse in ihren Bilanzen ausweist. Wurde im besagten Jahr z. B. 10,6 Mio. HRK bzw. ca. 1,4 Mio. € Gewinn erreicht, betrug das Ergebnis der Banka Kovanica laut ihrem Geschäftsbericht von 2017 rund 5,4 Mio. HRK bzw. ca. 726.000 €. Die Bank scheint für das Erste ihr (auch längerfristig potenziell) profitables Geschäftsmodell gefunden zu haben.

Noch besser gefällt uns die vergleichsweise hohe Eigenkapitalquote von derzeit 17,28 % (Geschäftsbericht 2017, S. 82), welche von noch 10,22 % in 2012 konsequent auf das heutige Niveau erhöht wurde. Damit dürfte die Bank über einen recht guten Sicherheitspuffer für schlechtere Zeiten mit Kreditausfällen verfügen. Unterstützend an dieser Stelle dürfte auch das Liquiditätspolster bei der Zentralbank von 154 Mio. HRK (20,7 Mio. €) wirken, wobei das Volumen im Jahr 2015 mit 175 Mio. HRK bzw 23,5 Mio. € noch etwas höher ausfiel.

Was die mit Kundeneinlagen in Höhe von 1,65 Mrd. € deutlich größere Muttergesellschaft als theoretisch denkbare Unterstützerin im Notfall betrifft, so wirken ihre eigenen Geschäftszahlen nicht überzeugend. Seit mehreren Jahren weist die Cassa di Risparmio ein stets negatives Ergebnis in in zweistelliger Millionenhöhe in ihren Geschäftsberichten aus (z. B. -30,9 Mio. € in 2014; -39,2 Mio. € in 2017), was Fragen hinsichtlich der Nachhaltigkeit des Geschäftsmodells aufwirft.

Weiterhin hat das Finanzinstitut scheinbar mit Liquiditätsproblemen zu kämpfen und war daher in der Vergangenheit mehrmals auf Finanzspritzen durch den san-marinesischen Staat angewiesen, zuletzt Anfang 2016. Seit 2012 leistete der Staat an die Bank insgesamt Finanzhilfen im Wert von 16 % seines Bruttoinlandsprodukts. Das bewegte Fitch als einzige Ratingagentur, die ein Länderrating von San Marino vergibt, im gleichen Jahr dazu, die Enklave auf BBB mit negativem Ausblick abzustufen. Seitdem wurde die Kreditwürdigkeit des kleinen Landes soagr noch weiter herabgestuft, sodass San Marino sich mit einem Rating von aktuell BBB- sowie negativem Ausblick nur noch eine Stufe über einer Bewertung als „spekulative Anlage“ liegt.

Insgesamt scheinen wir es mit der Banka Kovanica mit einer Bank zu tun haben, welche konsequent und anscheinend erfolgreich daran gearbeitet hat, sich auf ein profitables Geschäftsmodell umzustellen. Mit einem vergleichsweise guten Eigenkapital- und Liquiditätspuffer wirkt das kleine Finanzinstitut derzeit deutlich robuster als zumindest noch vor 2-3 Jahren. Die Zugehörigkeit zur vergleichsweise schlecht agierenden san-marinesischen Mutterbank scheint bisher auch keine negativen Auswirkungen auf die Banka Kovanica zu haben, zumal Anleger sich nicht auf diese stützen sollten. Das Vorhandensein eines gut gefüllten Einlagensicherungsfonds des kroatischen Staates, der im Notfall Entschädigungszahlungen durchführen kann, kann dennoch nicht schaden, was wir daher im nächsten Schritt untersuchen.

Banka Kovanica Einlagensicherung

Wie bei Banken in der EU üblich, sind auch bei der Banka Kovanica alle Einlagen über den gesetzlichen Einlagensicherungsfonds Kroatiens abgesichert. Der Fonds wird von der „State Agency for Deposit Insurance and Bank Resolution“ betrieben und verspricht Entschädigungen in Höhe von bis zu 100.000 € pro Kunde und Bank (inkl. Zinsansprüche). Zu beachten ist dabei, dass die Entschädigungszahlung in der heimischen Landeswährung Kuna erfolgen würde und nicht in Euro. Dadurch ergibt sich nicht nur ein Wechselkursrisiko für den Zeitraum zwischen der Entschädigungsankündigung und der Gutschrift des Betrages, sondern auch ein Kostenrisiko im Falle eines Umtausches in Euro bei Ihrer Hausbank in Deutschland. Immerhin müssen sich deutsche Kunden nicht um die Kommunikation mit dem kroatischen Fonds kümmern. Dies übernimmt das deutsche Pendant als Stellvertreter, was zumindest die Abwicklung etwas vereinfacht. Das Geld für die Entschädigung muss dagegen der kroatische Einlagensicherungsfonds aufbringen.

Wie Sie auch dem Artikel unseres Finanzjokers zu den Volumina der europäischen Einlagensicherungsfonds entnehmen können, hat die Europäische Bankenaufsichtsbehörde mittlerweile detaillierte Informationen zu den aktuellen Vermögen der Einlagensicherungsfonds in den EU-Mitgliedstaaten erhoben. Laut deren Informationen besaß der kroatische Fonds zum Stichtag 31. Dezember 2017 liquide Mittel in Höhe von rund 624 Mio. €. Damit wirken die etwas mehr als 127 Mio. € an Kundeneinlagen bei der Banka Kovanica fast schon mickrig. Eine Pleite der Banka Kovanica allein würde für den Fonds demnach keine große Herausforderung darstellen.

Diese Zahlen dürften für interessierte Anleger zumindest eine gewisse Erleichterung bieten, insbesondere angesichts mancher Nachrichten aus den Medien wie z. B. die Online-Meldung zum Bail-Out der kroatischen Jadranska Banka aus dem Jahr 2015. Die notleidende Bank sollte u. a. mit Mitteln aus dem kroatischen Einlagensicherungsfonds gestützt werden. Man ging von mindestens 100 Mio. HRK (13,4 Mio. €) aus, die vom Fonds benötigt würden, heißt es in der Meldung. Grund sei, dass das für den Einlagensicherungsfonds billiger käme als eine Pleite des Finanzinstituts mit den dann fällig werdenden Entschädigungszahlungen in Höhe von geschätzten 1,7 Mrd. HRK (ca. 228 Mio. €). Auch wenn dieser Gedanke aus unserer Sicht nicht zwingend falsch ist, warf dieser Fall damals dennoch einige Fragen auf, die von außen kaum zu beantworten waren. Dass das Volumen des kroatischen Einlagensicherungsfonds den mittlerweile verfügbaren Zahlen der Europäischen Bankenaufsichtsbehörde zufolge in den letzten drei Jahren nur in kleinerem Maßstab schwankte bzw.mittlerweile gestiegen ist, kann also durchaus positiv aufgefasst werden.

In letzter Instanz könnte ohnehin immer noch der kroatische Staat einspringen und z. B. Kredite am Kapitalmarkt aufnehmen, um seinen Einlagensicherungsfonds zu stützen. Aufgrund der Länderratings von Kroatien (S&P und Fitch: BB+, Moody’s: Ba2), die im Bereich „Non Investmentgrade – speculative“ liegen, dürfte das für den Staat allerdings teuer werden, da die Kreditgeber voraussichtlich höhere Zinsen verlangen würden als bei Ländern mit besserem Rating. Die Staatsverschuldung von 78 % des BIP (Stand 2017) liegt dafür leicht unter dem Durchschnitt der EU und böte somit wahrscheinlich einen gewissen Spielraum für Hilfeleistungen. Eine explizite gesetzliche Pflicht zur Stützung des Einlagensicherungsfonds gibt es übrigens nicht. Anleger sollten bei ihren Anlageentscheidungen daher nicht voll darauf setzen.

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Im Folgenden finden Sie unsere aktuellen Anlage- und Finanztipps. Beachten Sie insbesondere beim Crowdinvesting die Risikohinweise.

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