Bergfürst Erfahrungsbericht #126 von Paavo

Hinweis: Der folgende negative Erfahrungsbericht zu Bergfürst wurde uns am 04.10.2018 von unserem Nutzer Paavo übermittelt und spiegelt die Praxiserfahrung und Meinung des jeweiligen Autors wider.

Ich bin seit Ende 2016 bei Bergfürst als Investor tätig. Es fand keine Identifizierung statt. Den Prozess zur Registrierung empfand ich (im Vergleich zu anderen Plattformen) neutral und von daher auch nicht sonderlich erwähnenswert. Für eines meiner Projekte bekam ich auch schon die Rückzahlung. So weit zu den hier auch vielfach beschriebenen „Schönwetter-Projekten“.

Service

Nun gibt es allerdings auch Projekte, die überhaupt nicht so laufen, wie die Projektentwickler und Plattform-Betreiber sich das vorstellen. Diese dürften zwar nur einen geringen Anteil ausmachen, aber einen größeren Aufwand verursachen. So auch eines der notleidenden Projekte, die meines Erachtens nach außen nicht als solche zu erkennen sind. Konkret meine ich das Projekt „Z19 Stadthaus Plus“. Trotz der Probleme ist dies auf der Webseite in keiner Weise zu sehen und auch nicht wirklich öffentlich, was ja zum Schutz der Projektgesellschaft und der Plattform so weit auch erst einmal in Ordnung für mich ist. Die Investoren wurden natürlich darüber informiert, dass es zu Zahlungsstörungen kommt, konkret nach dem Jahreswechsel (die Zinszahlung per 31.12.2017 kam mit fast drei Monaten Verspätung) und aktuell (die Zahlung der Zinsen per 30.06.2018 kam bisher überhaupt noch nicht). Nach Informationen aus allgemein zugänglichen Quellen außerhalb von Bergfürst würde ich dieses Projekt und das Anlagekapital als „notleidend“ einstufen. Für mich persönlich geht es übrigens um (fast) nichts, nur die 10 € Startbonus von Bergfürst sind im Projekt. Daher dient dieser Bericht erst einmal der Darlegung des Sachverhaltes und meiner Sicht der Dinge, ohne alle Details unterbringen zu wollen.

Im Gegensatz zu anderen, vergleichbaren Plattformen zeugt der Umgang von Bergfürst mit solchen Problemprojekten von wenig Professionalität und stattdessen von völliger Hilflosigkeit.

Dies macht sich durch Folgendes bemerkbar: Es gab bereits drei Gläubigerabstimmungen zwecks außerordentlicher Kündigung des Darlehens. Diese wurden als „Abstimmung ohne Versammlung gemäß § 18 SchVG“ durchgeführt.

Die erste Abstimmung beinhaltete im Wortlaut:

„Der gemeinsame Vertreter wird angewiesen, die ihm nach § 7 Abs. 5 SchVG zustehenden und die vertraglich durch die Emittentin eingeräumten Informations- und Kontrollrechte gemäß §§ 118, 233 HGB und § 51a GmbHG gegenüber der GPV Property Development Ltd., Niederlassung Deutschland, diese vertreten durch ihren alleinvertretungsberechtigten Geschäftsführer Martin Procher, geschäftsansässig in Mondscheinweg 5, 83671 Benediktbeuren, durch einen zur Berufsverschwiegenheit verpflichteten Wirtschaftsprüfer (Mazars GmbH & Co. KG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft) auszuüben und den Gläubigern baldmöglichst anhand der so gewonnenen Informationen einen Vorschlag zur Beitreibung der offenen Zinsforderungen und zu den Vor- und Nachteilen einer Kündigung der Vermögensanlage vor Ablauf der Laufzeit zu unterbreiten. Werden dem gemeinsamen Vertreter Hinweise auf strafbares Verhalten der Geschäftsleitung der Emittentin bekannt, soll er auch darüber berichten.“

Diese Abstimmung würde ich gern wiederholen lassen, was ich auch den Support von Bergfürst bereits wissen lassen habe.

Zwei weitere Abstimmungen im April und September hatten die Kündigung des Darlehens zum Gegenstand und diese wurde von einer Mehrheit abgelehnt.

Immerhin liegt Bergfürst aufgrund der 1. Abstimmung ein Rechtsgutachten vor. Im Fall der außerordentlichen Kündigung verlieren die Investoren ihren Zinsanspruch von 7 % und können lediglich den Verzugszins geltend machen, der bei rund 4,12 % liegt. Ob eine Rückzahlung zum aktuellen Zeitpunkt möglich wäre, ist meines Erachtens ohnehin fraglich.

Bergfürst hat derzeit nach eigenen Aussagen keinen Kontakt zur Projektgesellschaft und dem Geschäftsführer. Es gab auch keine Zwischenberichte mehr, wie vertraglich vorgesehen. Von anderen Plattformen (z. B. Exporo) ist mir bekannt, dass diese deutlich mehr mit den Verantwortlichen der Projektgesellschaft kommunizieren. Den Investoren wird zwar auch nicht immer berichtet, dass das Projekt Schwierigkeiten haben könnte, aber Hauptsache die Rückzahlung kommt fristgerecht.

kapilendo hat im Bereich Kreditfinanzierungen (das ist hier natürlich nur bedingt vergleichbar) ein aus meiner Sicht gutes Forderungsmanagement. Das zeigt, dass man sich vorab Gedanken darüber gemacht hat, wie man mit den früher oder später immer auftretenden Problemfällen umgeht. Im Verhältnis dazu sieht es meinem Eindruck nach bei Bergfürst dürftig aus. Das sollte nicht unerwähnt bleiben und ist für mich ein wichtiger Kritikpunkt.

Abwicklung

Zum Anlageprozess und den verbunden Risiken des Investments habe ich weniger zu sagen, denn vieles hiervon ist Standard und wie bei anderen Plattformen auch. Es ist mir klar, dass wenn es sich um ein Nachrangdarlehen handelt die Aussichten, in Problemfällen das investierte Kapital zurückzuerhalten, eher schlecht aussehen.

Hinsichtlich der Online-Verwaltung kann ich positiv erwähnen, dass es eine Postbox für Nachrichten gibt, die Bergfürst schickt. Das hat nicht jeder Anbieter. Wichtige Angelegenheiten bleiben damit vertraulich auf der Plattform und gehen insbesondere nicht als ungeschützte E-Mail durch das Internet.

Die Abwicklung der Auszahlungen erfolgt ebenfalls wie bei anderen Plattformen. Die Auszahlungen und Zinsen werden auf das hinterlegte Referenzkonto gezahlt. Die steuerliche Behandlung ist unterschiedlich: Von deutschen Gesellschaften wurden Steuern abgezogen. Ausländische Gesellschaften haben dies nicht getan. Die für 2017 erhaltene Bescheinigung weist aber beides aus.

Fazit

Den Umgang mit Problemprojekten finde ich fragwürdig. Dass dabei auch das Renommee der Plattform beschädigt wird, scheint bei Bergfürst auch niemanden zu interessieren. Von daher warne ich vor Investitionen bei Bergfürst trotz verlockender Zinsen. Für mich persönlich hat die Plattform den Status „Abwicklung“, das bedeutet keine Neuanlagen mehr.

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