Bergfürst Erfahrungsbericht #115 von Kleininvestor

Hinweis: Der folgende neutrale Erfahrungsbericht zu Bergfürst wurde uns am 14.02.2019 von unserem Nutzer Kleininvestor übermittelt und spiegelt die Praxiserfahrung und Meinung des jeweiligen Autors wider.

Ich investiere seit September 2016 in Bergfürst-Projekte. Nach veritablen Flops wie die Aktie von Urbanara (Wert der Aktie im Februar 2019: 0,01 Cent) und der Anleihe des Uhrenherstellers C.H. Wolf (bei 35 % des Nennwerts finden sich keine Käufer), hat sich Bergfürst voll und ganz den Immobilieninvestments verschrieben. Ich bin mittlerweile bei rund 15 Projekten investiert. Die ersten wurden pünktlich zurückgezahlt.

Verbesserungswürdiger Umgang mit Problemfällen

Die Vorab-Informationen zu den Projekten sind aus meiner Sicht hinreichend ausführlich und gut aufbereitet. Gut finde auch ich die Möglichkeit, dass Anleger Fragen an den Darlehensnehmer stellen können. Gerade beim Thema Information zeigt sich jedoch eine wesentlich Schwäche von Bergfürst. Gab es Probleme bei einem Projekt, dann wurde die gute Informationspolitik schnell beendet. Die massiven Probleme bei Urbanara wurden aus meiner Sicht viel zu spät und nur scheibchenweise kommuniziert – meist per Pressemitteilungen der AG, die für den durchschnittlichen Anleger eher verwirrend und verschleiernd waren. Bergfürst scheint hier weder in der Lage noch willens, die Informationsbedürfnisse der Anleger durchzusetzen. Außerdem werden Urbanara und C.H. Wolff auf der Website verschämt unter „Weitere Investments“ versteckt.

Dieser Umgang mit Informationen zeigt sich auch exemplarisch beim Projekt Z19, dem dritten aktuell notleidenden Bergfürst-Projekt (mehr sind mir als externer Beobachter nicht bekannt). Dort wurden Zinsen nicht oder nur mit deutlicher Verzögerung gezahlt. Das kann passieren - es handelt sich hier schließlich um Risiko-Investments. Aber auch bei direkten Anfragen an Bergfürst bekommt man die Antwort, man möge sich an „die Emittentin“ wenden. Wenn die nicht antwortet, dann hat man Pech. Fragen an die Emittentin wurden nur veröffentlicht, wenn es eine Antwort gab – also gar nicht. Anleger können sich also nicht einmal aus kritischen Fragen heraus ein Bild machen. Auf der Website heisst es nur: „Bitte beachten Sie: Aktuell kommt unsere Emittentin ihrer Verpflichtung, Fragen in unserem Fragen & Antworten-Forum zu beantworten, nicht nach. Aus diesem Grund bitten wir Sie, Ihre Fragen direkt an die Projektgesellschaft zu richten.

Investments & Abwicklung

Die Abwicklung der Investments war bisher stets schnell und funktionierte sehr zuverlässig. Das Geld konnte ich per Lastschrift oder Überweisung einzahlen, allerdings wird die Einlage erst nach Ablauf der 14-tägigen Widerrufsfrist verzinst.

Die Verzinsung liegt bei vergleichbaren Projekten meist auf dem Niveau von Plattformen wie Zinsland und etwas über Exporo. Bergfürst bietet allerdings auch (aus meiner Sicht) riskantere Projekte an, z. B. im Ausland, ohne eine für mich übersichtliche und nachvollziehbare Risikoeinschätzung zu kommunizieren. Auch hier habe ich das Gefühl, dass sich Bergfürst etwas bequem auf die Rolle des reinen Vermittlers beruft.

Bergfürst hat sich in der Vergangenheit einige Male dafür gefeiert, dass ein Investment vor der Maximal-Laufzeit zurückgezahlt wurde. Aus meiner Sicht ist dies jedoch kein Grund zum Feiern. Für den Anleger ist das kein Vorteil, auch wenn das immer wieder suggeriert wird. Der Anleger muss dann das Geld vorzeitig in ein neues Investment investieren. Damit hat er neben erneutem Informationsaufwand auch ein neues Investmentrisiko. Wenn ein auf drei Jahre angelegtes Projekt nach eineinhalb Jahren zurückgezahlt wird, dann trage ich bei einem neuen Projekt auf eineinhalb Jahre ein zweites Projektrisiko.

Neue Anlagevehikel & Handelbarkeit

Bergfürst hat erfreulicherweise früh damit begonnen, die nachrangigen Darlehen abzulösen durch besser besicherte Investments. Das ist ein begrüssenswerter Trend. Die Nagelprobe steht jedoch (glücklicherweise) noch aus.

Ein großer Vorteil bei Bergfürst: Die Anteile können gehandelt werden. So ist der eine oder andere auch schon mit Abschlägen aus schwierigen Projekten ausgestiegen. Die Umsätze scheinen nicht riesig zu sein. Ich selbst habe aber schon bei drei Projekten gehandelt – das hat einwandfrei funktioniert.

Wenig überzeugend finde ich den Relax-Sparplan und die Relax-Anlage. Dabei wird das Geld des Anlegers von Bergfürst selbst auf unterschiedliche Bergfürst-Projekte verteilt. Wie genau das geschieht, ist nicht vorab transparent festgelegt. Prinzipiell ist es möglich, dass Bergfürst das Geld nicht „gleichmäßig“, sondern etwa in Projekte investiert, die nicht zügig platziert werden können. Im Vermögensanlagen-Informationsblatt heißt es dazu nur: „Welche Finanzinstrumente die Emittentin erwerben wird, steht im Zeitpunkt der Veröffentlichung des Angebots der Vermögensanlage noch nicht fest (Blind Pool). Die Investitionsentscheidungen trifft der Geschäftsführer der Emittentin nach kaufmännischem Ermessen. Er investiert das Vermögen der Anleger so, dass möglichst hohe Zinsen erzielt werden.

Mein Fazit zu Bergfürst

Bergfürst funktionierte bisher wunderbar, solange die Investments gut liefen. Wenn nicht, dann wurde es insbesondere mit Blick auf die Information der Anleger teilweise schwierig. Meine Kontakte via E-Mail und Telefon bezüglich des Problem-Projektes Z19 gingen zwar zügig und freundlich über die Bühne. Inhaltlich war das Feedback aber für mich eher unbefriedigend.

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