Diese neutrale Bewertung zu bettervest wurde uns am 05.08.2018 vom Nutzer Crowdinvestor übermittelt.
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bettervest Erfahrungsbericht #8von Crowdinvestor

Neutrale Bewertung von bettervest

Ich habe mich im August 2016 bei bettervest registriert. Dabei fand keine Verifizierung statt. Seither habe ich in die folgenden Projekte investiert:

  • 23.08.2016: „Photovoltaikanlage in Verbindung mit Wärmepumpe in Hochheim und Photovoltaikanlage in Langenfeld“
  • 08.09.2016: „Photovoltaikanlage für das Family Health Hospital in Accra/ Ghana - UMAWA“
  • 25.01.2017: „Errichtung von 8 Solar-Boutiquen im Senegal - Bonergie“
  • 19.05.2017: „Solarstrom für die ländliche Elektrifizierung in Namibia - Olusheno“
  • 30.06.2017: „Solarnetz für das Dorf Tunga Jika in Nigeria“
  • 12.08.2017: „Solar-Home-Systeme für netzferne Haushalte in Uganda - Solantis“
  • 26.08.2017: „Innovative Microgrids für netzferne Haushalte in Uttar Pradesh, Indien“
  • 31.10.2017: „Solar-Home-Systeme zur netzfernen Stromversorgung in Nigeria - Sosai - Teil 2“
  • 10.11.2017: „Vorfinanzierung von LED Produkten und Unternehmensfinanzierung – ECRES“
  • 03.12.2017: „Photovoltaikanlage für einen Shop N Save Supermarkt in Accra/ Ghana - UMAWA“
  • 09.12.2017: „Solare Wasserentsalzungsanlage auf Wasini Island, Kenia“
  • 13.02.2018: „Solar-Projekte in den Dörfern Angwan Rina und Demshin in Nigeria“

Das Geld habe ich jeweils per Überweisung transferiert. Die Bestätigungen wurden direkt nach Abschluss der Investitionen per E-Mail verschickt.

Bei manchen Projekten, wie z. B. bei der Photovoltaikanlage in Langenfeld, das sich zur Zeit im Insolvenz-Verfahren befindet, stand zu Informationszwecken vorab das Rating einer Ratingagentur zur Verfügung, in dem auch die Ausfallwahrscheinlichkeit geschätzt wurde. Leider existiert nicht für alle Projekte ein solches Rating. Die Informationen fand ich ansonsten sehr umfangreich.

Im Onlinebereich sehe ich eine Auflistung meiner Investitionen. Diese enthält Name, Datum, Dauer, Zinssatz, Vorlaufzinssatz, Investitionshöhe und Transaktionsnummer der Investitionen sowie mit grünen Haken oder roten Kreuzen gekennzeichnet auch den Status des Geldeingangs, Projektstart und den Start der Verzinsung. Leider fehlt eine solche Anzeige zum Insolvenz-Status. Ich kann hier auch die abgeschlossenen Verträge herunterladen sowie mir die bisherigen und geplanten Auszahlungen anzeigen lassen, wobei diese jeweils in Tilgung und Zinsen aufgeteilt sind sowie in die 3 Steuerarten. Außerdem wird die Gesamtauszahlung und das Restdarlehen für jeden Zahlungstermin angezeigt.

Von den aufgeführten Projekten hätten bereits 4 Auszahlungen stattfinden sollen, wovon jedoch lediglich 3 tatsächlich stattfanden. Für die Photovoltaikanlage in Langenfeld (6 % Verzinsung) hätte am 16.09.2017 die erste Auszahlung stattfinden sollen, jedoch fand keine Auszahlung statt. Am 26.05.2017 kam die Mitteilung des Projektinhabers, dass es zu erhöhten Kosten, u. a. wegen des Mehraufwandes bei der Kabelverlegung und wegen eines Bauunfalls, gekommen sei. Daher bat man um Einverständnis, die geplante Zahlung in monatlichen Raten zu zahlen. Am 14.09.2017 kam die Mitteilung von bettervest, dass das Projekt einen Zahlungsverzug habe und es wurde auf das außerordentliche Kündigungsrecht hingewiesen.

Außerdem wurde mitgeteilt, dass eine eidesstattliche Versicherung eingefordert wurde. In der eidesstattlichen Versicherung vom 12.9.2017 versicherte der Geschäftsführer, dass die Zahlung die Energiegenossenschaft in die Insolvenz führen würde. Weiterhin wurde angekündigt, die Versicherung zu erneuern, sollte die nötige Liquidität in 4 Wochen nicht zur Verfügung stehen. Dieser Ankündigung wurde nicht entsprochen. Erst nach mehr als 8 Wochen nach der ersten Versicherung wurde eine neue unterschrieben. Die neue eidesstattliche Versicherung wurde mir erst auf Nachfrage bei bettervest (mehrfach verzögert) zugeschickt.

Inzwischen läuft ein Insolvenzverfahren. Zusammen mit den anderen bettervest-Projekten mit Zahlungsverzug (oder gar Insolvenzverfahren), von denen ich erfahren habe (Schleidt Heimtierfachmarkt, Sol-Terra-Energy GmbH, Kastner & Callwey Medien GmbH - Druckerei, Nahwärmenetz mit Photovoltaik in Wohnsiedlung im Taunus, Kaffeefabrik in Äthiopien) sind dies 6 Zahlungsverzüge in 4 Jahren von insgesamt 73 bisher vermittelten Projekten. Also sind bisher 8,2 % ausgefallen.

Ein Zahlungsverzug wird erst beim ersten Zahlungstermin sichtbar. Die Projekte ohne bisherigen Zahlungstermin (Stand: 04.08.2018) muss man also für die Berechnung der jährlichen Ausfallrate abziehen. Damit ergibt sich eine von mir errechnete (pessimistisch gerechnete) Insolvenz-Rate von ca. 4 % pro Jahr (wenn man davon ausgeht, dass Projekte, die jetzt im Zahlungsverzug sind, nie mehr zahlen werden). Die verbleibende effektive Verzinsung ist meiner Meinung nach zu gering, als dass das Risiko angemessen vergütet wird. Daher habe ich entschieden, vorerst keine weiteren Investitionen zu tätigen, solange die „Ausfallrate“ deutlich über 2 % liegt.

Inzwischen zeigt bettervest für vermittelte Projekte öffentlich den Zahlungsstatus (getilgt, Zahlungsausfall, erfolgreich = laufend) an. Das Projekt der Kaffee-Brikett-Fabrik (siehe negative Erfahrungsberichte von „Matt“ und „Kritscher Investor“) wird jedoch trotz Zahlungsverzug als erfolgreich angezeigt - zumindest in der Vergangenheit; aktuelle Informationen konnte ich nicht finden.

Positiv finde ich jedoch, dass man bei bettervest in eine nachhaltige Zukunft investieren kann. Jetzt muss sich noch zeigen, ob sich diese Investitionen auch statistisch lohnen.