Credit Agricole Test & Bewertung

Letztes Update am 24.04.2014 von Stefan Erlich | Testergebnis:  Bewertung: 4 von 5 Punkten

Zusammenfassung & Bewertung

Die französische Crédit Agricole Consumer Finance gehört mittlerweile zu einer der bekanntesten Banken in Deutschland, trotz der zum Teil etwas spartanisch wirkenden Ausgestaltung ihres Festgeld-Angebotes. Viele Anleger fragen sich allerdings, wie sicher ihr Geld bei dieser Bank am Ende des Tages wirklich ist. Wir haben uns daher die Historie der Bank, ihre Einlagensicherung sowie ihr Rating und die allgemeine Bonität etwas näher angeschaut. Ist die Bank wirklich so seriös und vertrauenswürdig, wie sie sich gerne darstellt? Antworten darauf finden Sie in diesem Testbericht. Folgende Punkte haben wir daraus an dieser Stelle für Sie zusammengefasst.

Positiv
Gutes Rating der Bank (vergleichsweise gute Bonität)
Positiv
Vergleichsweise gut gefüllter Einlagensicherungsfonds Frankreichs
Positiv
Hohe Wahrscheinlichkeit einer Unterstützung durch den französischen Staat
Negativ
Kritik von Goldman Sachs an der Eigenkapitalausstattung der Bank

Gesamtbewertung der Crédit Agricole:

Insgesamt bewerten wir die Crédit Agricole mit guten bis sehr guten 4 von 5 Punkten. Das Rating der CA Consumer Finance ist solide und spricht, ebenso wie der scheinbar gut gefüllte Einlagensicherungsfonds Frankreichs, für eine Anlage bei der Bank. Auch die Einstufung als systemrelevantes Institut und die hohe Wahrscheinlichkeit einer Unterstützung durch den französischen Staat im Pleitefall lässt uns derzeit mit unserer Festgeldanlage recht ruhig schlafen. Kritik gibt es allerdings vonseiten der Investmentbank Goldman Sachs, die die Eigenkapitalausstattung der Mutterbank (gemessen an ihrem Portfolio an Risikopapieren) für zu gering hält. Hierfür ziehen wir Punkte ab. Insgesamt ergibt sich nach unserem Test allerdings eine Bewertung, die für eine Anlage bei der Bank spricht.

Wer ist die Crédit Agricole?

Mutterkonzern der CA Consumer Finance, die Crédit Agricole S. A.

Für das in Deutschland angebotene Festgeld zeichnet die Crédit Agricole Consumer Finance (häufig auch kurz CA Consumer Finance) verantwortlich, eine Tochter des französischen Bankkonzerns Crédit Agricole. Sie gilt in Frankreich als Marktführer im Bereich der Konsumentenkredite und -finanzierungen und war hierzulande bisher vor allem über die 1998 gekaufte CreditPlus Bank aktiv. Seit Anfang 2014 ist die CA Consumer Finance in Deutschland aber auch mit einer eigenen Marke im Privatkundengeschäft unterwegs und sammelt mit ihrem Festgeld-Angebot Einlagen für ihr Kreditgeschäft ein.

Als formaler Grundstein des heute börsennotierten Mutterkonzerns ist die 1894 erfolgte Gründung der Crédit Agricole zu sehen, die damals primär der Finanzierung lokaler Bauern und deren landwirtschaftlicher Aktivitäten dienen sollte. Nach dem genossenschaftlichen Prinzip waren die Bauern damals selbst Eigner der Bank. Über die Jahrzehnte hinweg wuchs die Bank immer mehr und kaufte insbesondere in den letzten 20 Jahren verschiedenste Finanzunternehmen zu, aus denen letztlich auch die CA Consumer Finance entstand. Bis heute gehört die Crédit Agricole als genossenschaftlich organisierte Bank zu 56,3 % den Regionalkassen.

Die Crédit Agricole S. A. ist laut dem Global Finance Magazin die fünftgrößte Bank der Welt und damit ein absolutes Schwergewicht in diesem Markt. Es überrascht daher nicht, dass sie vom Financial Stability Board (FSB) im Jahr 2012 als systemrelevantes Finanzinstitut eingestuft wurde und dadurch ab 2016 strengeren Anforderungen hinsichtlich der Kapitalausstattung und Risikovorsorge unterliegt. Von der Finanzkrise ab 2008 war die Bank vor allem durch mehrere Beteiligungen u. a. in Griechenland, Spanien und Zypern betroffen, die zu zum Teil hohen Abschreibungen führten. Zudem nahm sie, wie einige andere französische Großbanken, 2008 einen Hilfskredit Frankreichs an, den sie allerdings bereits 2009 zurückzahlte.

Rating & Bonität der Crédit Agricole

Nach den letzten verfügbaren Ratings wird die CA Consumer Finance langfristig mit A (Standard & Poors) bzw. A+ (Fitch) bewertet. Dies entspricht einer vergleichsweise sicheren Anlage und in etwa der Bonität der deutschen ING-DiBa. Das Rating des Mutterkonzerns Crédit Agricole liegt im Übrigen auf dem gleichen Niveau, sodass wir das Risiko bzw. die Wahrscheinlichkeit einer Pleite der Bank für derzeit gering einschätzen. Einschränkend müssen wir aber auch darauf hinweisen, dass derartige Ratings immer nur eine Indikation sein können.

Auch bei der Eigenkapitalausstattung scheint die Crédit Agricole derzeit gut aufgestellt zu sein. Für die Finanzgruppe (Crédit Agricole S. A. inklusive der Regionalbanken) wird im Jahresbericht 2012 eine Tier-1-Quote von 11,8 % angegeben, während die der börsennotierten Mutterbank selbst eine Quote von 9,7 % ausweist. Die Bank liegt damit sowohl über den im Zuge der Finanzkrise eingeführten EU-Vorgaben von 9 % als auch den ab 2018 geltenden Basel-III-Anforderungen von 7 %.

Weniger positiv kommt die Crédit Agricole dagegen in einer im Juni 2013 veröffentlichten Studie der Investmentbank Goldman Sachs weg, in der die Ausstattung der Mutterbank mit Eigenkapital, im Verhältnis zu den gehaltenen Risikopapieren, als deutlich zu niedrig eingestuft wird. Ähnlich kritisch werden dabei auch deutsche Institute wie die Deutsche Bank und die Commerzbank oder die schweizerische Credit Suisse bewertet. Letztlich ist von außen nur schwer nachprüfbar, wie anfällig die Crédit Agricole aufgrund ihres Wertpapierportfolios wirklich ist. Möglicherweise wird der im Frühjahr 2014 anstehende Banken-Stresstest hierzu neue Erkenntnisse liefern.

Die Crédit Agricole gilt in Frankreich im Übrigen aufgrund ihrer Größe und der Einstufung als systemrelevantes Institut als klarer Bailout-Kandidat. Sollte tatsächlich einmal die Pleite der Bank drohen, wäre eine Rettung durch den französischen Staat wahrscheinlich, auch wenn es dafür natürlich keine Garantie gibt. Wie bei der ähnlich großen Deutschen Bank ist jedoch davon auszugehen, dass eine Insolvenz aufgrund der unkalkulierbaren Auswirkungen politisch unerwünscht wäre und man daher alles unternehmen würde, um eine Pleite der Crédit Agricole zu verhindern.

Crédit Agricole Einlagensicherung

Kundeneinlagen sind bei der CA Consumer Finance über den gesetzlichen französischen Einlagensicherungsfonds Fonds de Garantie des Dépôts bis zu einer Höhe von 100.000 EUR pro Kontoinhaber abgesichert. Eine Pflicht zur Mitgliedschaft in einem deutschen Einlagensicherungsfonds besteht für die Crédit Agricole nicht, da die Bank in Deutschland nur als "grenzüberschreitender Dienstleister" bei der BaFin gemeldet ist. Der Fonds de Garantie des Dépôts folgt, ebenso wie der gesetzliche deutsche Fonds, der EU-Richtlinie 2009/14/EG, welche letztlich aber nur Vorgaben hinsichtlich der Sicherungsgrenze und der Auszahlungsmodalitäten macht.

Gesetzlicher französischer Einlagensicherungsfonds Fonds de Garantie des Dépôts

Laut dem Jahresbericht 2012 des Fonds de Garantie des Dépôts verfügt dieser derzeit über ein für die Entschädigung liquidierbares Vermögen in Höhe von etwas über 3 Mrd. EUR. Dem gegenüber stehen laut dem letzten Finanzbericht der Crédit Agricole Consumer Finance von 2012 Verbindlichkeiten gegenüber Kunden in Höhe von 1,2 Mrd. EUR. Sofern man diesen Zahlen tatsächlich Glauben schenken darf, wäre der französische Einlagensicherungsfonds bei einer Pleite der CA Consumer Finance in der Lage, die Anleger komplett zu entschädigen. Dabei ist diese Betrachtung sogar eher ein Extrembeispiel, da wir hier davon ausgehen, dass im Ernstfall keinerlei eigene Mittel der Bank für die Entschädigung zur Verfügung stehen würden, was unrealistisch ist.

Unserer positiven Einschätzung sei hier allerdings noch hinzugefügt, dass im Falle einer größeren Finanzkrise mit einer Reihe von Bankenpleiten wohl auch der Sicherungsfonds Frankreichs überfordert wäre. Einem solchen Fall ist allerdings kein Einlagensicherungsfonds der Welt gewappnet. Zudem ist damit zu rechnen, dass in einer solchen Krisensituation der französische Staat mit seiner noch relativ guten Bonität einspringen würde. Eine 100%ige Garantie kann es dafür aber weder in Frankreich noch in Deutschland geben. Für Anleger ohne Fremdsprachenkenntnisse (zumindest Englisch) könnte der Entschädigungsprozess im Zweifel übrigens etwas nervenaufreibener werden, da die entsprechenden Formulare und die dazugehörige Korrespondenz mit dem französischen Einlagensicherungsfonds wohl nicht auf Deutsch erfolgen würden.

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