dagobertinvest Erfahrungsbericht #3 von Andi1300

Bisher hatte ich mein Geld online in Fest- oder –Tagesgelder sowie über klassische Sparbücher und Wohnbauanleihen angelegt. Nachdem ich jedoch diverse Berichte über Crowdinvesting durchforstet hatte und schlussendlich auf einen Bericht auf Kritische-Anleger.de sowie Erfahrungsberichte zu dagobertinvest stieß, wollte ich es selbst einmal versuchen.

Registrierung

Ich habe mich am 07.02.2019 bei dagobertinvest registriert, weil ich selbst aus Österreich komme. Die Anlage meines Profils inklusive der Benutzer-Verifizierung erschien mir sehr einfach. Ich musste nur ein gescanntes Ausweisdokument hochladen. Danach erhielt ich umgehend eine Bestätigungsmail mit einem Verifizierungs-Link, den ich anklickte. Dann war alles einsatzbereit. Ich denke, für jeden, der Online-Shopping und -Banking betreibt, dürfte die Registrierung bei dagobertinvest kein Problem sein.

Anlageprozess

Noch am gleichen Tag habe ich mich für die Anlage bei AK Projekte Vienna, P175 in Wien Währing entschieden. Nach meiner Beobachtung stehen im Schnitt immer 3 verschiedene Projekte zum Investieren zur Verfügung. Seither habe ich in 4 weitere Projekte investiert (P176, P178, P184 und P192). Bei den Veranlagungsbeträgen bleibe ich immer bei der Mindestsumme von 250 €, um ggf. Ausfälle abfedern zu können. Mein Plan ist es, im Schnitt pro Monat in ein Projekt zu investieren.

Zum Bezahlen wurden Überweisung sowie SEPA-Lastschrift angeboten. Ich habe das Geld umgehend selbst überwiesen, da die Verzinsung nach Eingang der Zahlung beginnt. Am 11.02. habe ich dann per E-Mail die Bestätigung des Zahlungseingangs erhalten und auch im Benutzerkonto konnte ich sehen, dass die Zahlung eingegangen war. Die für das Investment relevanten vertraglichen Dokumente konnte ich bereits direkt nach dem Investment-Antrag im Benutzerkonto sehen.

Informationsaufbereitung

Die Vorstellung von neuen Projekten läuft immer nach dem gleichen Schema ab, was der Vergleichbarkeit zugutekommt. Hierzu bekomme ich eine E-Mail und auf der Website sind sie deutlich gekennzeichnet. Bei der Auswahl der Projekte ziehe ich als Bewertung einerseits die Projektunterlagen heran und andererseits das Projekt an sich. So stelle ich mir bspw. die folgenden Fragen:

  • Würde ich gerne selbst in dem Objekt wohnen wollen?
  • Wo wird das Objekt errichtet und handelt es sich um eine ansprechende Region?
  • Wie ist der Wohnkomfort?
  • Welche Größe hat das Gesamtobjekt bzw. haben die einzelnen Einheiten?

Die Projektbetreiber bieten zur Beantwortung dieser Fragen für registrierte Nutzer ein Informationsblatt an. Hier finden sich bspw. Informationen zum Standort (Makro- und Mikrostandort), Grundrisse der Bauvorhaben (z. B. Strukturierung der einzelnen Wohnungen inkl. Größenangabe und Raumaufteilung), zum Teil Fotos, welche den Baufortschritt zeigen sowie Fotomontagen der fertiggestellten Bauten.

In diesem Informationsblatt findet sich auch ein Hinweis für die steuerliche Behandlung der Anlageform mit Angabe, bis zu welchem Betrag für die Einkünfte keine Einkommenssteuererklärung erstellt werden muss. Ich muss zugeben, dass ich das bei meiner ersten Investition übersehen habe, weil ich das Dokument nur überflog. Zur steuerlichen Behandlung gibt es auch in den FAQ Informationen, allerdings aus meiner Sicht etwas zu verschachtelt. Ich hätte mir das hier durchaus an oberster Stelle gewünscht. Letztendlich habe ich mich über eine andere Quelle im Internet informiert. Konkret hat sich der Darlehensgeber selbst um die korrekte steuerliche Behandlung zu kümmern. Alle Zahlungen erfolgen ohne Abzug allfälliger Steuern.

Weiterhin gibt es einen Brief der Projektbetreiber an die Investoren, welcher sich im Aufbau von Anbieter zu Anbieter geringfügig unterscheidet. Zudem gibt es ein meiner Meinung nach umfassendes Informationsblatt für Anleger, in dem die grundsätzlichen Risiken dieser Anlageform, Angaben zum Projektbetreiber inkl. Firmenbuchauszug und Auszug aus der Bilanz enthalten sind.

Ein weiteres Dokument ist das Vermögensanlagen-Informationsblatt gemäß §§ 2a, 13 Vermögensanlagengesetz (VermAnlG), welches für deutsche Anleger gedacht ist. Anzumerken ist dabei, dass nicht alle Projekte vom Start weg auch für Anleger aus Deutschland zugänglich sind. Hier werden rechtliche Gründe angeführt. Der Zeitraum, bis Projekte auch für deutsche Anleger verfügbar sind, scheint recht kurz (circa eine Woche), sodass auch hier vom „Earlybird-Bonus“ profitiert werden kann.

Auch auf das entsprechende Risiko des Kapitalverlustes wird immer wieder hingewiesen. Diese Risikohinweise kann man nicht übersehen, die müsste man schon bewusst ignorieren. Ich muss zugeben, dass ich die Investmentkonstellation wohl nicht bis ins letzte Detail beschreiben könnte, verstehe jedoch grundsätzlich die Systematik. Das liegt aber nicht an unzureichenden Informationen, denn hier bietet dagobertinvest meiner Meinung nach eine umfassende Übersicht.

Online-Verwaltung

Der Online-Bereich, bei dagobertinvest „Dashboard“ genannt, zeigt mir meine Projekte an jeweils mit Zinsen, Investmentstart und –ende, Datum der geplanten Rückzahlung, Zahlungsstatus sowie auf Wunsch detaillierte Projektinformationen und aktuelle Projektnews. Auch die projektbezogenen Vertragsdokumente sind bei jedem Projekt gelistet und abrufbar. Das Dashboard selbst wirkte für mich auf den ersten Blick etwas mickrig, doch eigentlich ist es nur ziemlich aufgeräumt und übersichtlich – die wesentlichen Daten auf einen Blick und Details bei Bedarf. Ich habe bisher nichts vermisst.

Abwicklung

Meine ersten Auszahlungen erwarte ich im Jahr 2020. Diese sollen laut Information automatisch auf das Referenzkonto erfolgen. 

Bisherige Projekt-Veränderungen, die mir kommuniziert wurden, beschränkten sich auf das Erreichen der Fundingschwelle bzw. des Fundinglimits (auch auf der Website zu entnehmen). Auch sog. „TWINVEST-Informationen“ habe ich erhalten. Hierbei handelt es sich um die Möglichkeit, einen höheren Zinssatz für das gesamte in ein Projekt investierte Kapital zu erhalten, wenn man während der Fundinglaufzeit das bereits investierte Kapital mindestens verdoppelt. Bei meinen 5 Projekten war dies bisher zweimal der Fall, ich habe aber nicht davon Gebrauch gemacht. Weiterhin wurde gesondert kommuniziert, wenn Projekte für deutsche und/oder Schweizer Anleger verfügbar sind.

Kundenservice

Bisher musste ich keinen Kontakt aufnehmen. Die Möglichkeiten zur Kontaktaufnahme (bspw. E-Mail oder Telefon) sind meiner Beobachtung nach grundsätzlich auf allen Ebenen der Website präsent.

Auf der Plattform findet sich auch ein Link zum Team, d. h. man kann sich offensichtlich auch ein Bild darübermachen, mit wem man kommuniziert. Ob alle Mitarbeiter angeführt sind, kann ich allerdings nicht beurteilen.