FIMBank Test & Bewertung

Letztes Update am 26.01.2017 von Stefan Erlich | Testergebnis:  Bewertung: 2,5 von 5 Punkten

Zusammenfassung & Bewertung

Die FIMBank wird in Deutschland über den Hamburger Anlagemarktplatz Zinspilot vermarktet, der neben dem “Tagesgeld” (das nur bedingt als Tagesgeld zu bezeichnen ist) auch Festgelder nach Malta (dem Sitz der Bank) vermittelt. So mancher Anleger dürfte sich aufgrund des aktuellen Angebotes allerdings fragen, wie seriös das das Ganze in Zeiten von Niedrigzinsen überhaupt sein kann. Wir haben uns das Risiko und die Sicherheit der FIMBank einmal im Detail angeschaut. Die wichtigsten Ergebnisse finden Sie hier kurz zusammengefasst:

Negativ
Vergleichsweise schlechtes Rating der Ratingagentur Fitch (BB)
Negativ
Schwierige Geschäftslage in 2014 (Verlust) mit leichter Besserung in 2015
Negativ
Für eine Pleite der FIMBank unzureichend gefüllter Einlagensicherungsfonds
Neutral
Hauptanteilseigner aus Kuwait mit derzeit noch akzeptablem Rating als mögliche schützende Hand für den Fall einer drohenden Pleite
Positiv
Auf Basis der öffentlich einsehbaren Daten scheinbar recht gute Eigenkapitalausstattung

Bewertung der FIMBank - Wie seriös ist das Angebot?

Insgesamt bewerten wir die Sicherheit der FIMBank mit eher durchschnittliche 2,5 von 5 Punkten. Das Rating von Fitch ist mit BB leider nicht sonderlich überzeugend und auch wenn der Hauptanteilseigner KIPCO mit BBB- etwas besser dasteht, verbleibt hinsichtlich des Risikos ein gewisses Grummeln im Bauch. Dazu kommt der mit 1,4 Mio. € nur mager ausgestattete Einlagensicherungsfonds Maltas, der eine Pleite der FIMBank ohne staatliche Unterstützung wahrscheinlich nicht auffangen könnte. Immerhin erscheint uns Malta noch potent genug, um im Ernstfall das notwendige Kapital für die Entschädigung beizusteuern, auch wenn das Land dazu rechtlich nicht verpflichtet ist.

Würden wir unser Geld nun bei der FIMBank anlegen? Wenn wir ein größeres Vermögen auf viele verschiedene Banken zu verteilen hätten und der Verlust eines Teils nicht schmerzen würde, dann vielleicht. Als reines Tagesgeldkonto zum absolut sicheren Zwischenparken der persönlichen Notreserve halten wir die Bank dagegen trotz der attraktiven Zinsen für ungeeignet.

Über die FIMBank

Die FIMBank (FIMBank p.l.c.) ist eine Finanzgruppe mit Sitz in St. Julian’s (Malta), nord-westlich der Hauptstadt Valletta. Sie wurde 1994 gegründet und konzentriert sich nach eigenen Angaben auf die Finanzierung von Handelsaktivitäten, u. a. auch auf den Ankauf von Forderungen aus diesen Handelsgeschäften (sogenanntes Factoring bzw. Forfaiting), bietet darüber hinaus aber auch klassische Einlagenprodukte wie Tages-/Festgeld und weitere Bankdienstleistungen an. Das Institut ist an der maltesischen Börse gelistet, wird dort aber nur mit vergleichsweise geringen Volumina gehandelt.

In 2013 übernahmen die United Gulf Bank B.S.C. und die Burgan Bank S.A.K. zusammen einen Anteil von etwas über 80 % an der FIMBank und sind damit bis heute Hauptanteilseigner. Beide Banken gehören zur zur Kuwait Projects Company (KIPCO), einer Investment-Holding aus Kuwait, die an über 60 Unternehmen mit mehr als 12.000 Mitarbeitern beteiligt ist. Welche konkrete Motivation hinter der Übernahme durch KIPCO steckt, ist von außen kaum einschätzbar.

Rating & Bonität der FIMBank

Die FIMBank wird von der Ratingagentur Fitch derzeit mit BB bewertet. Dies entspricht einer Anlage im spekulativen Bereich (Non-Investment-Grade). Die Ratingagentur kritisiert vor allem die geringe Profitabilität der Bank, die teils schlechte Qualität des Kreditportfolios und die dafür vergleichsweise geringe Ausstattung mit Eigenkapital. Insbesondere in Indien und Russland sei die Qualität der Schuldner zum Teil stark abgefallen. Gleichzeitig hält man eine Unterstützung durch die KIPCO Gruppe und insbesondere die Burgan Bank für recht wahrscheinlich, sollte es zu Problemen kommen.

Die KIPCO Group selbst wird von den Agenturen S&P bzw. Moody’s langfristig mit BBB- respektive Baa3 bewertet, was unter Experten als noch investmentwürdig bezeichnet wird. Die Wahrscheinlichkeit einer Unterstützung der FIMBank durch die KIPCO Group ist allerdings bereits im Rating der FIMBank berücksichtigt, sodass sich durch das etwas bessere Rating der Eigner keine unmittelbar bessere Bewertung für die FIMBank ergibt.

Auf Basis der FIMBank Ratings ist von einer erhöhten Wahrscheinlichkeit einer Pleite der Bank auszugehen. Das bedeutet allerdings nicht, dass die Bank definitiv in den kommenden Jahren Insolvenz anmelden wird. Vielmehr handelt es sich hier um einen Indikator für die Bonität der Bank im Vergleich zu anderen Finanzinstituten. Zudem sollte berücksichtigt werden, dass der Schutz durch die Einlagensicherung, unabhängig davon, wie sicher man diese nun tatsächlich ist, bei Ratings nicht mit berücksichtigt wird.

Sicherheit der FIMBank auf Basis von Finanzkennzahlen

Was den geschäftlichen Erfolg der FIMBank angeht, so zeigt sich in der Gewinnhistorie einen klaren Knick im Jahr 2014. Während man von 2010 bis 2012 noch gute Gewinne im einstelligen Millionenbereich machen konnte, wurde im Jahr 2013 ein Verlust von 6 Mio. US-Dollar und in 2014 sogar 53 Mio. US-Dollar eingefahren - ein bitteres Ergebnis. Auch für 2015 wird in den vorläufigen Geschäftsergebnissen ein Verlust von über 8 Mio. US-Dollar ausgewiesen. Das allein beeinträchtigt die Sicherheit der FIMBank noch nicht zwangsläufig, zeigt aber, dass sie derzeit Probleme hat, vermutlich aufgrund der von der Ratingagentur Fitch genannten Kreditausfälle, die zu größeren Abschreibungen geführt haben könnten.

Bei der Eigenkapitalausstattung macht die FIMBank auf Basis der öffentlich verfügbaren Zahlen gar keine so schlechte Figur. So lag die Eigenkapitalquote in den letzten Jahren relativ stabil zwischen 11 % und etwas über 13 %, und auch die Tier-1-Quote (Kernkapitalquote) lag mit 12,70 % bis 14,70 % auf einem Level, das so manche vermeintlich gesunde Bank nicht erreicht. Zum Vergleich: Nach den europäischen Capital Requirements Directives (CRD) müssen Banken ab 2019 eine Kernkapitalquote von mindestens 6 % aufweisen.

Ebenfalls unauffällig erscheint uns die FIMBank bei der Cash-Quote, also der Höhe der bei der Zentralbank geparkten Gelder im Verhältnis zu den Einlagen von Kunden. Sie lag zwischen 2010 und 2015 bei 1,49 % bis 16,15 % - normale Werte im Finanzsektor.

FIMBank Einlagensicherung

Geldanlagen bei der FIMBank, egal ob Tagesgeld oder Festgeld, sind über die gesetzliche Einlagensicherung Maltas bis zu einer Höhe von 100.000 € pro Kontoinhaber abgesichert. Derzeit verfügt der maltesische Einlagensicherungsfonds über ein Vermögen von nur 1,4 Mio. € (siehe Artikel zu den Volumina der Einlagensicherungsfonds in Europa). Dem stehen Einlagen bei der FIMBank in Höhe von etwa 430 Mio. US-Dollar (ca. 394 Mio. €) gegenüber. Nun fallen sicherlich nicht die kompletten 394 Mio. € unter den Schutzschirm der Einlagensicherung. Dennoch muss davon ausgegangen werden, dass das derzeitige Vermögen des Fonds im Falle einer Pleite der FIMBank nicht für eine geordnete Entschädigung der Anleger ausreichen würde.

Die Sicherheit von Einlagensicherungssysteme hängt allerdings in der Praxis nicht primär vom Vermögen der Fonds ab, sondern davon, ob die jeweiligen Länder im Ernstfall Unterstützung leisten könnten und würden oder nicht (siehe Artikel zum Thema). Die Bonität Maltas wird derzeit von den Ratingagenturen mit BBB+, A3 und A bewertet, womit sich das Land innerhalb der EU am unteren Ende, in der Gruppe der südeuropäischen Länder aber auf einem normalen Level befindet. Es ist davon auszugehen, dass Malta durchaus die Möglichkeit hätte, das notwendige Kapital aufzunehmen, um bei einer Insolvenz der FIMBank den Einlagensicherungsfonds zu stützen. Ob es das auch tun wird, ist allerdings nicht garantiert, da eine gesetzliche Pflicht dazu fehlt, denn die “gesetzliche Einlagensicherung” ist keineswegs gleichzusetzen mit einer staatlich garantierten Absicherung. Ein Restrisiko verbleibt daher stets.

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