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Fragen & Antworten
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Bis zu welcher Summe gilt die Einlagensicherung bei Gemeinschaftskonten?

Frage gestellt von R. K. am 03.02.2015 | Thema: Einlagensicherung

Bei allen Geldanlagen wird auf die Einlagensicherung hingewiesen, z. B. 100.000 € pro Kunde. Wie sieht es bei Gemeinschaftskonten aus? Zählen alle Personen zusammen als ein Kunde oder gelten die 100.000 € pro Person dieser Gemeinschaft?

Antwort von David Stahmann

Antwort von David Stahmann am 07.02.2015

Prinzipiell gilt beim gesetzlichen Einlagensicherungsfonds stets die Regel "100.000 € pro Kunde und Bank", d. h. alle Konten und Gelder eines einzelnen Kunden bei einer Bank werden zu einer Gesamtsumme zusammengefasst. Von dieser Summe sind dann maximal 100.000 € durch die gesetzliche Einlagensicherung abgedeckt.

Bei Gemeinschaftskonten gilt § 4 Absatz 5 des „Einlagensicherungs- und Anlegerentschädigungsgesetzes (EAEG)“. Danach hat jeder einzelne Kontoinhaber eines Gemeinschaftskontos einen separaten Anspruch auf die Einlagensicherung. Bei zwei Kontoinhabern (z. B. ein Ehepaar oder andere gleichgestellte Lebensgemeinschaften) betrüge der gesamte Maximalbetrag der gesetzlichen Einlagensicherung also 200.000 €, bei drei Personen entsprechend 300.000 € usw., wobei Konten mit mehr als zwei Kontoinhabern im Privatkundenbereich praktisch unbekannt sind.

In der Praxis geht die Bank bei Gemeinschaftskonten meist davon aus, dass das Guthaben zu gleichen Anteilen den Kontoinhabern zugerechnet werden soll. Entsprechend ergibt sich auch ein gleich hoher Anspruch auf die Einlagensicherung für beide Kontoinhaber. In Sonderfällen kann es bei Gemeinschaftskonten aber auch Zusatzbestimmungen geben, wonach ein eingezahltes Sparguthaben von z. B. 200.000 € zu 25 % von Kontoinhaber A (50.000 €) und zu 75 % von Kontoinhaber B stammt (150.000 €) und in einem entsprechenden Verhältnis diesen auch stets zugerechnet werden soll. Dann hat Kontoinhaber B im Insolvenzfall der Bank ein Problem, denn die Einlagensicherung greift nur bis maximal 100.000 € pro Person. Solche Sonderfälle sind jedoch sehr selten und im Privatkundengeschäft eher unbekannt.

Weiterhin sind bei der Berechnung des Einlagenschutzes evtl. vorhandene weitere Einzelkonten der Kontoinhaber beim selben Institut zu berücksichtigen. Für ein Ehepaar macht es aus Sicht der Einlagensicherung keinen Unterschied, ob ein Gemeinschafts- oder zwei Einzelkonten bei einer Bank geführt werden. Auch in diesem Fall gilt "pro Person" und nicht "pro Haushalt". Hat ein Ehepaar z. B. 200.000 € auf einem Gemeinschaftskonto liegen und der Ehemann noch ein Einzelkonto mit 100.000 € bei derselben Bank, so sind nach der Regel "pro Kunde und Bank" insgesamt nur 200.000 € der 300.000 € abgesichert.

Auch wenn dies nur auf die wenigsten zutreffen dürfte, sei an dieser Stelle noch ein kleiner Hinweis erlaubt: Der Grundsatz "jeder einzelne Kontomitinhaber hat einen separaten Anspruch" gilt nicht für Gemeinschaftskonten, bei denen mehrere Gesellschafter einer BGB-Gesellschaft oder auch Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) Anteile besitzen. Denn ein solches Konto wird als Einzelkonto der Gesellschaft behandelt, woraus sich EIN Anspruch in Höhe von maximal 100.000 € für ALLE Gesellschafter zusammen ergibt.

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