Haben Sie Erfahrung mit der Unternehmensanleihe der Deutschen Börse AG? Was halten Sie davon?

Frage gestellt von K. P. | Veröffentlicht am 11.12.2014

Hat jemand Erfahrung mit der Unternehmensanleihe der Deutschen Börse AG? Mein Steuerberater hat eine solche und finanziert seit Jahren von der Dividende seinen jährlichen Urlaub. Als Grundkapital pro Anleihe sind 22.000 € gefordert. Die Verzinsung beträgt ca. 8 %. Die Laufzeit beträgt über 20 Jahre. Mein Steuerberater vertritt die Auffassung, dass wenn selbst die Deutsche Börse insolvent werden sollte, sowieso nichts mehr geht am Finanzmarkt. Er lebt seit Jahren sehr gut damit und hat seinen Einsatz beinahe schon wieder raus.

Antwort von Stefan Erlich am 11.12.2014:

Ganz grundsätzlich sollten Sie beachten, dass Sie bei einer Anleihe stets das volle Ausfallrisiko tragen, sprich, wenn das Unternehmen pleite geht, dürfen Sie sich in die Schlange der anderen Gläubiger einreihen und darauf hoffen, dass Sie noch etwas aus der Insolvenzmasse zurückbekommen. Eine Einlagensicherung besteht nicht. Nun kann man bei der deutschen Börse daran glauben, dass sie nie pleite gehen wird, oder eben nicht. Wer hätte vor 10 Jahren gedacht, dass es einmal Negativzinsen geben würde? Mit solchen Prognosen sollte man generell vorsichtig sein, denn damit sind schon genug Leute auf die Nase gefallen. Besser ist es, von vornherein breit zu streuen und nicht auf ein einziges Pferd zu setzen. Dann kann Ihnen bis zu einem gewissen Grad egal sein, was mit der Deutschen Börse passiert.

Darüber hinaus wird die von Ihnen vermutlich gemeinte Anleihe bereits seit Mitte 2013 nicht mehr gehandelt. Laut einer Ad-hoc-Meldung hat die Deutsche Börse AG ihre Anleihe zum 13. Juni 2013 gekündigt - vermutlich weil ihr die Coupon-Zahlungen für das aktuelle Marktniveau zu hoch waren (nur Spekulation unsererseits). Die Anleihe war zudem mit einer Zinsanpassungsklausel versehen, über die die Deutsche Börse das Recht hatte, die Coupon-Zahlungen in einem gewissen Rahmen dem Marktniveau anzupassen. Vermutlich waren aber selbst die damit möglichen Zinssenkungen nicht ausreichend, um auf ein aktuelles Marktniveau zu kommen.

Im Übrigen handelte es sich um eine Nachranganleihe. Anders als bei Senior Bonds, die vorrangig besichert sind, haben Sie im Insolvenzfall in der Schlange der Gläubiger „eine Platzkarte in den den hinteren Reihen“. Zunächst werden die Senior Bonds bedient. Wenn dann noch etwas übrig ist, bekommen die nachrangigen Gläubiger ihr Geld. Diese Anleihen reagieren im Allgemeinen sensibler auf schlechte Unternehmensnachrichten.

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