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Fragen & Antworten
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Soll ich meinen Riester-Sparplan nutzen, um den Kredit für die eigengenutzte Immobilie zu verwenden?

Frage gestellt von M. K. am 04.12.2015 | Thema: Allgemein

Ich habe einen Riester-Sparplan bei einer Stadtsprkasse. Dieser kommt erst in 7 Jahren zur Auszahlung. Gleichzeitig sinkt die Verzinsung kontinuierlich, insbesondere in den Jahren ab Auszahlung. Wäre es nicht besser, das angesparte Geld in Wohn-Riester umzuwandeln und dieses Geld einmalig zur Tilgung der eigengenutzten Immobilie zu verwenden? Gibt es Nachteile beim Wohn-Riester und der Tilgung? Welche anderen Alternativen habe ich?

Antwort von Thomas Beutler

Antwort von Honorarberater Thomas Beutler am 14.12.2015

Es kann durchaus Sinn machen, das angesparte Kapital in dem Riester-Banksparplan zur Entschuldung des selbst genutzten Wohneigentums zu nutzen.

Immerhin dürfte die Verzinsung des bestehenden Darlehens über der aktuellen Verzinsung des Riester-Banksparplanes liegen.

Ihr Gedanke ist daher absolut nachvollziehbar und richtig.

Grundsätzlich gilt:

Sie können das gebildete Kapital aus Ihrem Riester-Vertrag vollständig oder teilweise entnehmen und als Eigenkapital für die Anschaffung oder Herstellung von selbstgenutzten Wohneigentum verwenden. Das Gleiche gilt für die Entschuldung bestehender Darlehen, sofern Sie in dieser Höhe Sondertilgungen vornehmen dürfen. Hierzu sollten Sie Ihren Darlehensvertrag prüfen.

Sofern Sie keine Sondertilgungsmöglichkeiten haben, können Sie das Riester-Guthaben frühestens zum Ende der Zinsbindungsfrist einsetzen.

Die Entnahme muss mindestens 3.000 € betragen. Bei Teilentnahmen müssen mindestens 3.000 € im Vertrag verbleiben.

Wenn Sie sich zur Nutzung des Riester-Kapitals zur Entschuldung entscheiden, sollten Sie nun Folgendes tun:

Informieren Sie zunächst den Anbieter Ihres Riester-Altersvorsorgevertrages (in Ihrem Fall die Stadtsparkasse) und kündigen Sie das entsprechende Guthaben (3-monatige Kündigungsfrist zum Ende des Quartals).

Nun müssen Sie Kontakt mit der Zulagenstelle (ZfA) aufnehmen. Ziel ist es, einen Bewilligungbescheid zur Entnahme des geförderten Kapitals zu erhalten.

Ohne einen gewissen behördlichen Aufwand geht es nun leider nicht mehr. Die Ausstellung des Bescheides kann dann auch einige Zeit in Anspruch nehmen. Rechnen Sie mit 1-2 Monaten.

Was die Behörde neben den Formularen beispielsweise benötigt:

  • Aktuelle Meldebescheinigung
  • Kopie Darlehensvertrag
  • Nachweis, dass Tilgung möglich ist
  • Grundbuchauszug

Den behördlichen Aufwand würde ich als ersten Nachteil sehen.

Der zweite Nachteil ist das Wohnförderkonto.

Die Riester-Rente wird ja im Normalfall voll versteuert. Das heißt der Riester-Rentner versteuert seine Riester-Rente mit seiner individuellen Einkommenssteuer.

Bei vorzeitiger Verwendung des Riester-Kapitals gibt es aber keine Rente und daher muss die nachgelagerte Versteuerung „fiktiv“ erfolgen.

Man betrachtet die mit Riester-Guthaben entschuldete Immobilie wie ein Sparkonto.

Ihre geleisteten Zahlungen inklusive der Zulagen werden von Entnahme an bis zum Rentenbeginn „fiktiv“ mit 2 % verzinst.

Die dann errechnete Summe muss versteuert werden. Entweder jährlich oder auf einen Schlag. Nehmen wir an, Sie entnehmen 15.000 € aus dem Riester-Vertrag. Der Rentenbeginn wäre, wie in Ihrem Fall in 7 Jahren.

Die Endsumme beträgt nun inklusive Verzinsung 17.252,10 €.

Diese Summe wird bis zum 85. Lebensjahr verteilt, also beispielsweise vom 65. bis 85. Lebensjahr (20 Jahre)

Dies ergibt dann 71,88 € pro Monat an „fiktiver“ Rente. Dieser Betrag erhöht das zu versteuernde Einkommen.

Wer die Steuern durch einen Einmalbeitrag zahlen möchte, der erhält 30 % Rabatt.

Welche Variante attraktiver ist, müssen Sie bzw. ein Steuerberater entscheiden.

Wenn Sie das Kapital nicht zur Entschuldung nutzen möchten, dann bleiben Ihnen noch die Alternativen der Beitragsfreistellung oder des Anbieterwechsels. Hier gibt es aber oft Mindestlaufzeiten und auch erneut eventuelle Abschlusskosten. Dies sollte also wohl überlegt sein.

Für weitere Fragen zum Thema können Sie sich direkt an Herrn Thomas Beutler wenden. Dieser ist per E-Mail (info@finanz-exzellent.de) oder telefonisch unter 06841 / 95 95 466 zu erreichen. Weitere Informationen finden Sie auch auf seiner Webseite unter www.finanz-exzellent.de.

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