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Fragen & Antworten
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Was halten Sie von den neuen Fondsanlagen der MoneYou?

Frage gestellt von N. S. am 16.04.2016 zur Moneyou | Thema: Fonds

Was halten Sie von den neuen Fondsanlagen der MoneYou? Seit Kurzem hat die MoneYou drei Fonds mit unterschiedlicher Risikobereitschaft im Angebot. Dieses Angebot richtet sich wohl besonders an unerfahrene Menschen, die sich nicht zwischen 100 verschiedene Fonds entscheiden wollen. Jedoch werden sie von Fondsmanagern verwaltet und haben somit laufende Kosten. Mich würde Ihre Meinung dazu interessieren.

Antwort von Stefan Erlich

Antwort von Stefan Erlich am 10.05.2016

Zunächst einmal möchte ich die aus meiner Sicht positiven Aspekte des Ganzen erwähnen. So ist die Umsetzung der Fondsanlage wirklich sehr gut und benutzerfreundlich gemacht. Das Produkt wird mit relativ einfachen Worten beschrieben und die Anlage selbst ist so einfach gebaut, dass in der Tat auch weniger erfahrene Anleger damit klar kommen sollten. Auch die Transparenz hinsichtlich der Kosten finde ich positiv, denn die Angaben zu den Gebühren findet man nicht erst irgendwo im Kleingedruckten, sondern direkt auf der Produktseite unter dem Reiter "Konditionen".

Damit wären wir aber auch schon beim entscheidenden Thema: den Kosten! Leider handelt es sich bei den von der MoneYou angebotenen Fonds wieder einmal um aktiv verwaltete Fonds (der Mutterbank ABN AMRO), sprich, Sie zahlen bei der Anlage Gebühren, mit denen wiederum vermeintlich schlaue Fondsmanager bezahlt werden, die das Portfolio des Fonds so anpassen sollen, dass Sie in guten Zeiten eine möglichst hohe Rendite und in schlechten Zeiten möglichst geringe Verluste einfahren. Das Problem dabei ist nur, dass die große Mehrheit der aktiv verwalteten Fonds es erfahrungsgemäß nicht schafft, über einen längeren Zeitraum besser abzuschneiden als der Vergleichsindex.

Das bedeutet letztlich, dass Sie einen teuren Fondsmanager bezahlen, der langfristig mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht besser abschneiden wird als wenn Sie einfach nur die Aktien eines Index (z. B. dem DAX, MSCI World oder S&P500) im gleichen Verhältnis des Index kaufen würden, ohne großes aktives Hin-und-Herschaufeln. Das Ganze wäre nicht so tragisch, wenn aktiv verwaltete Fonds nicht so teuer wären. Leider kosten aber auch die Fonds der MoneYou relativ viel Geld, und zwar 1,25 % Ausgabeaufschlag bei Kauf und zwischen 0,93 % und 1,60 % Verwaltungsgebühr jedes Jahr! Potentiell gehen also allein im ersten Jahr schon einmal bis zu 2,85 % Ihres Vermögens nur durch die Gebühren verloren. Versuchen Sie das einmal in der aktuellen Niedrigzinsphase mit einer konservativen Geldanlage wieder aufzuholen.

Das tragische an der Sache ist auch, dass diese Gebühren fällig werden, egal ob der Fonds nun gut läuft oder nicht. Dies betrifft zugegebenermaßen aber sowohl klassische aktiv verwaltete Fonds wie die von der MoneYou angebotenen als auch die weiter unten erwähnten Exchange Traded Funds (ETFs). Fairerweise muss man auch sagen, dass der Ausgabeaufschlag der ABN AMRO Profilfonds im Vergleich zu vielen anderen Fonds noch vergleichsweise gering ausfällt. Das macht ihn absolut gesehen noch nicht sonderlich günstig, soll hier aber der Vollständigkeit und Fairness halber mit erwähnt werden.

Noch ein paar Worte zur Rendite der Fonds: Die MoneYou präsentiert beim ABN AMRO Profilfonds C historische Renditen von 2011 bis 2015. Die Fondskosten sind hier laut Angaben der Bank bereits einberechnet. Es ergibt sich dadurch eine durchschnittliche Rendite für den Fonds von 9,30 % für den genannten Zeitraum. Ein Vergleichsindex wie der MSIC World hat im gleichen Zeitraum etwa 6 % und ein S&P 500 etwa 13 % erwirtschaftet (mögliche Fondskosten nicht berücksichtig!). Ob der Fonds damit nun besonders gut performt hat oder nicht, lässt sich gar nicht so einfach sagen, denn es hängt schlichtweg vom Vergleich ab. Die Erfahrung zeigt jedoch (wie bereits oben erwähnt), dass aktiv verwaltete Fonds es nur sehr sehr selten schaffen, besser abzuschneiden als ein geeigneter Vergleichsindex.

Es ist ein offenes Geheimnis der Fonds-Branche, dass nicht erfolgreiche Fonds irgendwann eingestampft werden, um die erfolgreichen besser bewerben zu können. Es ist also in gewisser Weise kein Wunder, dass die vermarkteten Fonds in der Vergangenheit erfolgreich waren, denn die nicht erfolgreichen sieht man nicht mehr. Man sollte zudem sehr vorsichtig mit den historischen Renditen umgehen. Die Finanzmärkte sind wie das Wetter praktisch nicht vorhersagbar und nur weil gestern die Sonne schien, muss sie es heute nicht auch tun. Nicht ohne Grund schreibt die MoneYou selbst auf ihrer Webseite zu den historischen Renditen den folgenden Satz: "Bei diesen Informationen handelt es sich um eine Werbemitteilung ...".

Wenn man sich für eine Anlage in Aktien und Anleihen entscheidet (was es auf Basis der persönlichen Risikotragfähigkeit zunächst einmal zu hinterfragen gilt!), dann sollte man aus meiner Sicht das optimieren, was man beeinflussen kann, und das sind nun mal leider die Kosten. Die Aktienmärkte können Sie nicht beeinflussen. Hier stochern wir alle im Nebel und hoffen auf gute Renditen in der Zukunft. Die Kosten hingegen können Sie sehr wohl senken, z. B. indem Sie teure Fonds wie die der MoneYou bzw. ABN AMRO vermeiden. Besser sind kostengünstige ETFs, die zum Teil nur 0,20 % oder 0,30 % an Gebühren verlangen. Gewinne sind weder bei den MoneYou-Fonds noch bei ETFs garantiert. Es kann auch gut sein, dass Sie nach 10 Jahren mit Verlusten aus Ihrem Investment hervorgehen. Dem sollte man sich bewusst sein.

Wenn Sie sich tatsächlich für eine Anlage in Aktien und Anleihen interessieren und das Depot nicht selber verwalten wollen, dann bietet sich entweder ein guter Honorarberater an oder sie weichen auf sogenannte Robo-Advisor aus. Dies sind automatisierte ETF-Portfolios, die für Sie je nach Risikoneigung angelegt und verwaltet werden. Das Ganze kostet dann natürlich auch wieder extra und es darf durchaus die berechtigte Frage gestellt werden, ob man mit diesem Geld nicht eher den psychologischen Beistand eines Honorarberaters nutzen sollte. Wer aber keine Lust auf die Do-It-Yourself-Methode oder Honorarberater hat, für den sind Robo-Advisor wie Vaamo, Ginmon und Easyfolio derzeit aus meiner Sicht die bessere Option, in jedem Falle besser als die Fondsanlagen der MoneYou.

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