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Fragen & Antworten
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Was halten Sie von den Schweizer Vermögensdepots der bank zweiplus?

Frage gestellt von M. G. am 07.08.2015 | Thema: Fonds

Mir wurden von der schweizer bank zweiplus verschiedene Depots mit unterschiedlichen Strategien ("Schweizer Vermögensdepots") angeboten. Was halten Sie davon? Ist ein Investment hier sinnvoll? Welche Risiken bestehen bzw. wo sehen Sie mögliche Nachteile?

Antwort von Thomas Beutler

Antwort von Honorarberater Thomas Beutler am 12.08.2015

Es handelt sich hier letztendlich um die Investition ineinen Dachfonds.

Sie investieren also nicht in einen einzelnen Fonds, sondern gleich in einen „bunten Blumenstrauß“ von Fonds.

Grundsätzlich ist die Streuung in unterschiedliche Anlageklassen und Risikoklassen zu empfehlen.

Mit dieser Lösung habe ich trotzdem so meine Probleme. Ich habe mir das Verkaufsprospekt, das Factsheet zu den unterschiedlichen Strategien und vor allem die Preise und Tarife mal etwas genauer angesehen.

Viele Fragen bleiben für mich unbeantwortet und es fehlt mir eindeutig an Transparenz.

Wo kann man denn zum Beispiel nachlesen, in welche Fonds sich meine Investitionen aufteilen, so wie in den üblichen Verkaufsprospekten von Fonds.

In Dachfondslösungen entstehen jeweils doppelte Kosten, auf der einzelnen Fondsebene sowie auf der Ebene der Verwaltung der Fonds.

Daher bin ich auch an den einzelnen Fonds interessiert, in die investiert wird.

Beeinflussen kann ich die Wahl der Fonds ohnehin nicht. Was die Fondszusammensetzung angeht, verlässt man sich hier blind auf das hoffentlich kompetente Management.

Ich kann lediglich die Strategie bestimmen, die wie folgt unterschieden wird:

Strategie G – Geldwertorientiert
Maximal 10 % Aktienanteil
Erwartete Rendite pro Jahr: 0,18 %

Strategie S – Sicherheitsorientiert
Aktienanteil höchstens 50 %
Erwartete Rendite pro Jahr: 4,57 %

Strategie W – Wachstumsorientiert
Aktienanteil bis zu 100 %, aktuell ca. 50 % in Aktienfonds
Erwartete Rendite pro Jahr: 3,38%

Strategie F – Trendorientiert
Erwartete Rendite pro Jahr 9,1 %

Die Renditen habe ich dem Factsheet entnommen. Klar wurde allerdings nicht, ob es sich hier um kostenbereinigte Renditen handelt. Ich konnte hierzu keine Hinweise finden. Daher gehe ich davon aus, dass keine Kosten in Abzug gebracht wurden.

In der „Strategie G“ dürfte daher unterm Strich ein Verlust stehen.

Beim Verkaufsprospekt durchblättern fällt mir folgendes auf:

Der „Cost Average Effekt“ (Durchschnittskosteneffekt) wird besonders erwähnt. Den gibt es allerdings in jedem x-beliebigen Fonds. Das ist nichts Besonderes, denn er entsteht durch kontinuierliche Besparung zu unterschiedlichen Preisen für jeden Fonds.

Dann gibt es da noch eine sogenannte „Airbag-Methode“.

Spontan kam mir in den Sinn: „Bitte nicht schon wieder ein Airbag! Wie oft habe ich solche „Zusatzfunktionen“ schon gesehen!"

Hier will man wie immer in turbulenten und schwachen Phasen aus den riskanten Märkten aussteigen, dann aber, wenn es wieder aufwärts geht, rechtzeitig einsteigen.

Klar, das will ja auch jeder, klingt auch logisch. In der Realität versagen diese Konzepte aber regelmäßig.

Weiterhin kann ich lesen, dass Investitionsentscheidungen einem „computergestützten Algorithmus“ folgen.

Dann kommt folgender Satz: „Jederzeitige Möglichkeit des Vermögensverwalters, in den Prozess einzugreifen und das System zu übersteuern.“

Ja was denn nun? Verlässt man sich auf den Computer oder nicht? Wenn man sich offen hält, jederzeit eingreifen zu können, dann ist dieser Algorithmus nichts wert.

In der „Strategie W“ will man überwiegend ETFs nutzen. Warum denn nicht auch in den anderen Strategiedepots? Denn ETFs (Passive Indexfonds) sind wesentlich günstiger für die Anleger.

Jetzt noch zu den Kosten, die man gerade hier auf jeden Fall beachten sollte:

Wie schon gesagt bleiben viele interne Kosten im Dunkeln. Hier wären gerade die Kosten auf der Fondsebene zu nennen, aber auch die immer wieder sehr intransparent aufgeführten Kosten durch Umschichtungen auf Fonds- und Dachfondsebene. Dies betrifft allerdings die gesamte Branche.

Verlangt wird eine Depotgebühr von 60 € pro Jahr, zusätzlich eine Verwaltungsgebühr von 1 % pro Jahr auf das verwaltete Vermögen.

Innerhalb der verwalteten Fonds fallen weitere Kosten an, die hier unerwähnt bleiben.

Bei Einmalanlage (mindestens 10.000 €) fallen 5 % Ausgabeaufschlag an, hier liebevoll „Einrichtungsgebühr“ genannt - immerhin mindestens 500 €.

Beim Sparplan fallen sogar 5% vom Anlageziel an! Dieses Anlageziel muss mindestens 25.000 € betragen. Es fallen also für jeden Ansparplan mindestens 1.250 € an! Hinzu kommen noch einmalig 3,2 % des Vermögenszieles.

Das sind erhebliche Kosten!

Bei einem 100 € Ansparplan fallen somit direkt 1.250 € an Gebühren an. Sie zahlen also über 1 Jahr erst mal nur Ihre Kosten ab.

Die offen vereinnahmte Verwaltungsgebühr von 1 % fällt dann weiterhin jährlich an. Zum Vergleich: ETFs kosten oft nur 0,1 % oder 0,2 % Verwaltungsvergütung - sonst nichts.

Mein Rat: Hier nicht investieren. Die Kosten sind viel zu hoch und die Transparenz nicht gegeben. Außerdem wäre noch die Steuertransparenz zu klären. Sind die Fonds thesaurierend und werden die thesaurierten Erträge an die deutschen Behörden gemeldet? Ansonsten käme ein beträchtlicher zusätzlicher Aufwand auf Sie zu.

Stellen Sie sich lieber selbst ein paar Fonds (idealerweise ETFs) aus unterschiedlichen Anlageklassen zusammen.

Alternativ kämen auch fertige Komplettlösungen, wie die von „easyfolio“ in Betracht.

Hier haben Sie ebenso eine ordentliche Streuung, weniger Kosten und vor allem volle Transparenz. Und darauf kommt es in der Finanzwelt an.

Wenn Beratung gewünscht wird, wenden Sie sich gerne an mich. Als Honorarberater darf ich keine indirekten und intransparenten Kosten erheben, sondern werde ausschließlich vom Kunden vergütet. Ich biete auch Online-Gutachten an.

Meinen monatlichen Newsletter finden Sie hier: www.finanz-exzellent.de/newsletter

Für weitere Fragen zum Thema können Sie sich direkt an Herrn Thomas Beutler wenden. Dieser ist per E-Mail (info@finanz-exzellent.de) oder telefonisch unter 06841 / 95 95 466 zu erreichen. Weitere Informationen finden Sie auch auf seiner Webseite unter www.finanz-exzellent.de.

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