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Fragen & Antworten
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Was halten Sie von der Geldanlage bei Ginmon?

Frage gestellt von C. K. am 27.11.2015 zu Ginmon | Thema: Fonds

Wie ist Ihre Einschätzung zu Ginmon und dem von dieser Firma angebotenen Anlageprodukt? Welche Risiken bestehen und ist das Investment an sich sinnvoll?

Antwort von am 28.11.2015

Zunächst muss man verstehen, was Ginmon da eigentlich genau anbietet. Es handelt sich hierbei um einen sogenannten Robo-Advisor, also eine Art automatisierte Finanzberatung. Das klingt auf den ersten Blick komplex, ist es aber eigentlich nicht. Tatsächlich macht Ginmon nichts anderes als Ihnen auf Basis Ihrer Risikopräferenz (z. B. risikofreudig mit hoher Tragfähigkeit von Verlusten vs. risikoscheu mit geringer Verlusttragfähigkeit) ein Portfolio aus Exchange Traded Funds (ETFs) zusammenzustellen. Diese ETFs beinhalten entweder Aktien oder Anleihen und je nach Risikopräferenz werden Aktien-ETFs und Anleihen-ETFs in unterschiedlichen Verhältnissen zueinander gemischt, um die gewünschte Schwankungsbreite und Renditeerwartung zu erreichen.

Der Ansatz an sich ist gut und basiert auf den neuesten Erkenntnissen der Finanzwissenschaften, die da sagen, dass es in aller Regel besser ist, einfach einen Aktien- oder Anleihenindex zu kaufen (sprich, einen ETF) als einen aktiv verwalteten und vor allem kostspieligen Fonds. Ginmon setzt somit nur ein heute anerkanntes Anlagekonzept um. Grundsätzlich könnten Sie das aber auch selbst oder in Zusammenarbeit mit einem guten Honorarberater machen. Man muss sich also fragen, ob man bereit ist, für die Dienstleistung von Ginmon zu bezahlen oder ob man die Anlage lieber selbst tätigen und betreuen möchte. Für beide Optionen gibt es gute Argumente.

Was mich persönlich an Ginmon (und vielen anderen Robo-Advisorn) stört, ist die Art und Weise, wie für das Produkt geworben wird. Da werden erwartete Renditen von 5 bis 7 % genannt, obwohl diese nur auf historischen Daten beruhen und niemand weiß, ob diese auch in Zukunft so erzielbar sein werden, vor allem, wenn man bedenkt, dass die Aktien- und Anleihenmärkte in den letzten Jahren extrem gut gelaufen sind. Aus meiner Sicht sollte daher seitens der Anbieter transparenter über die Risiken und die möglichen Schwankungen nach unten gesprochen werden, denn das Ganze ist keineswegs ein Selbstläufer. Verluste von 10, 20 oder 30 % und mehr sind keineswegs undenkbar, tauchen als Möglichkeit aber kaum in den Produktbeschreibungen auf.

Auch die Angabe "Keine versteckten Kosten" ist aus meiner Sicht etwas irreführend. Zwar wird die Grundgebühr in Höhe 0,39 % pro Jahr zusammen mit der Erfolgsbeteiligung von 10 % auch tatsächlich völlig transparent angegeben. Erst in der detaillierten Aufschlüsselung im Rechenbeispiel sieht man dann allerdings, dass noch die internen ETF-Kosten dazukommen und man so effektiv in dem gegebenen Beispiel mit 6,53 % Rendite etwa 1,34 % durch Kosten verliert. Dieser Wert schwankt natürlich je nach erzielter Rendite, ist aber nicht zu vernachlässigen, vor allem im Vergleich zu einer Do-It-Yourself-Lösung mit einem selbst zusammengestellten ETF-Portfolio.

Das klingt jetzt recht negativ, allerdings hängt die Bewertung am Ende des Tages von den Präferenzen des Anlegers ab. Wenn Sie z. B. über 100.000 € anlegen wollen, kommt Ihnen ein Honorarberater fast günstiger, bei dem Sie sogar noch Rückfragen stellen und eine persönliche Beziehung aufbauen können. Bei kleineren Beträgen kann eine Anlage bei Ginmon dagegen durchaus Sinn machen, vor allem, wenn Sie sich mit dem Thema nicht auskennen und aufgrund der Kosten auch keine unabhängige Beratung in Anspruch nehmen wollen.

Sollten Sie sich dafür entscheiden, dann erwarten Sie keine Wunder. Es handelt sich hier um ein Aktien- und Anleihen-Investment mit allen zugehörigen Chancen und Risiken. Durch die ETFs und der sehr breiten Streuung ist das Ausfallrisiko zwar sehr gering. Die möglichen Schwankungen gibt es aber weiterhin, sowohl zu Ihrem Vorteil (Gewinn) als auch Ihrem Nachteil (Verlust). Zudem sollten Sie sich zunächst fragen, ob diese Art von Investment überhaupt zu Ihrem Vermögens- und Risikoprofil passt. Ihr Anlagehorizont sollte eher Richtung 10 Jahre und mehr gehen und Sie sollten genügend Cash auf einem Tagesgeldkonto verfügbar haben, um die nächsten 3-9 Monate auch ohne monatliches Einkommen zu bestreiten.

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