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Fragen & Antworten
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Wieso sollte ich mich für eine Investition in Nachrangdarlehen entscheiden, wenn ich bei einer Insolvenz leer ausgehe?

Frage gestellt von D. W. am 29.01.2016 zu LeihDeinerUmweltGeld | Thema: Crowdfunding

Ich habe eine Frage zu den Nachrangdarlehen: Wieso sollte man sich für diese Art von Darlehen entscheiden, bei der man im Falle einer Insolvenz wahrscheinlich leer ausgeht? Sind die Zinsen entsprechend höher, sodass sich das höhere Risiko auszahlt?

Antwort von am 01.02.2016

In der Tat haben Nachrangdarlehen den großen Nachteil, dass Sie im Falle einer Insolvenz des Schuldners praktisch keine Aussichten auf eine Entschädigung aus der Insolvenzmasse haben. Darüber hinaus haben Sie zudem den Nachteil, dass der Schuldner die Rückzahlung des Darlehens verzögern kann, sofern die Rückzahlung seine Insolvenz bedeuten würde. Man muss also ganz nüchtern feststellen, dass diese Form der Finanzierung mit einem deutlich höheren Risiko verbunden ist als eine klassische Beteiligung oder ein höherrangiger Kredit.

Wie generell bei der Geldanlage ist allerdings nicht so sehr das absolute Risiko (definiert durch die Eintrittswahrscheinlichkeit und die Höhe des möglichen Schadens) entscheidend, sondern das Verhältnis von Rendite zu Risiko. Nehmen wir z. B. an, dass eine Anlage eine Ausfallwahrscheinlichkeit von 30 % hat. Sofern Ihnen die Anlage mehr als 30 % Rendite abwirft, haben Sie bei sehr sehr breiter Streuung (z. B. 100 Projekte und mehr) am Ende des Tages immer noch eine positive Rendite. Umgekehrt werden Sie mit einer Rendite von 5 % und 30 % Ausfallwahrscheinlichkeit bei entsprechender Streuung immer Verluste einfahren.

Die Schwierigkeit besteht in der Praxis nun leider darin, dass wir die Ausfallwahrscheinlichkeiten nicht genau kennen. Wir können ungefähr abschätzen, dass ein über Nachrangdarlehen finanziertes Crowdfunding-Projekt eine deutlich höhere Ausfallwahrscheinlichkeit hat als ein Festgeld bei einer Bank mit deutscher Einlagensicherung. Das muss aber nicht heißen, dass Sie mit dem Festgeld immer besser/sicherer fahren als mit Crowdfunding-Projekten. Tatsächlich kann es absolut passieren, dass Sie mit zwei Festgeldern mehr Geld verlieren als mit zwei Crowdfunding-Projekten. Über eine hinreichend große Anzahl an Investments und Projekten werden Sie mit dem Festgeld aber aller Wahrscheinlichkeit nach eine deutlich geringere Ausfallquote sehen.

Steht des Risiko von über Nachrangdarlehen finanzierten Crowdfunding-Projekten nun in einem guten Verhältnis zu den gezahlten Zinsen? Aus meiner Sicht ja! Kann ich Ihnen dafür eine Garantie abgeben? Nein! In gleicher Weise kann Ihnen aber auch niemand eine Garantie für den Erfolg Ihrer Festgeldanlagen geben. Die Wahrscheinlichkeit eines Ausfalls bei Festgeld mag extrem gering wirken, sie liegt aber nicht bei Null! Die Einlagensicherungssysteme sind nicht so bombensicher wie viele Anleger sich das vorstellen. Es bleibt bei ALLEN Anlagen ein Restrisiko, da wir die Ausfallwahrscheinlichkeiten nicht genau kennen, egal ob nun bei Festgeld, Crowdfunding, Unternehmensanleihen oder anderen Anlageprodukten. Einzig einschätzen können wir die Ausfallwahrscheinlichkeiten relativ zueinander, also ob Sie bei Festgeld nun häufiger mit Ausfällen zu rechnen haben als bei Nachrangdarlehen.

Den einzigen Rat, den ich Ihnen in diesem Kontext geben kann, ist so breit über Crowdfunding-Projekte zu streuen, wie praktisch für Sie machbar. Sagen wir, Sie bauen sich ein Portfolio aus 20 Crowdfunding-Projekten a 500 € auf und die Ausfallwahrscheinlichkeit stellt sich irgendwann in 30 Jahren als ca. 5 % heraus. Dann werden Sie mit diesem Portfolio trotz aller Ausfälle solange eine positive Rendite erwirtschaften, solange der Zinssatz über 5 % liegt. Für mich erscheinen 5 % Ausfallwahrscheinlichkeit derzeit schon sehr hoch, allerdings weiß man es heute schlichtweg (noch) nicht. Daher bitte streuen, streuen und nochmals streuen. Das gilt im Übrigen auch in gleichem Maße für Festgelder.

Ich vereinfache hier die Betrachtungen und Zahlen bewusst, da mir wichtig ist, dass man die grundlegenden Zusammenhänge möglichst einfach versteht. Man kann hier sicherlich tolle Rechnungen auf Basis historischer Daten anstellen, aber das ändert an den grundlegenden Aussagen letztlich nichts, dass wir die Zukunft nicht kennen und die Streuung der beste Schutz vor Verlusten ist (nicht irgendeine Einlagensicherung!).

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