HSH Nordbank Test & Bewertung

Letztes Update am 03.03.2018 | Testergebnis:  Bewertung:4 von 5 Punkten

Zusammenfassung & Bewertung

Für viele Anleger war die letzten Jahre über aufgrund der Berichterstattung klar: “HSH Nordbank = Krisenbank = Finger weg!”. Doch wenn eine solche Bank plötzlich in den Markt für deutsche Festgelder einsteigt, kommt schnell die Frage auf, ob man nicht doch eine kleine Festgeldanlage bei der HSH wagen könnte, um die besseren Renditen mit vielleicht hoher Sicherheit zu kombinieren. Sollten Anleger wirklich den Schritt zur HSH wagen? Wir haben die HSH Nordbank in diesem Testbericht unter die Lupe genommen.

Positiv
(Noch) zuständige Einlagensicherung der Sparkassen hat hohe Schlagkraft
Positiv
Übernahme durch US-amerikanische Investoren verspricht Fortbestand
Positiv
Positive Geschäftsentwicklung in den letzten Monaten
Neutral
Übernahme muss noch durch mehrere Gremien und Organisationen bestätigt werden
Negativ
Krisenbank mit vielen Skandalen und Problemen im Kreditportfolio

Gesamtbewertung der HSH Norbdank:

Insgesamt bewerten wir die HSH Nordbank mit soliden 4 von 5 Punkten. Die Bank ist zwar vor allem als “Krisenbank” bekannt und hat eine bewegte Vergangenheit mit vielen Skandalen hinter sich. Aufgrund des verbesserten Kreditporftolios, der aktuell guten Gewinnlage sowie der Ende Februar 2018 eingeleiteten Privatisierung zeigen sich die Ratingagenturen aber vergleichsweise positiv, was die Bonität der Bank angeht.

Dazu kommt für klassische Festgeld-Anleger, dass die Bank noch Mitglied der Institutssicherung der Sparkassen ist, einer Art Sparkassen-eigenen Einlagensicherung. Diese halten wir angesichts des guten Füllstandes für sicher. Zwar wird die HSH im Zuge der Privatisierung wahrscheinlich aus dem Sparkassen-Schutzsystem aussteigen müssen, allerdings gilt für solche Fälle eine Übergangsfrist von 2 Jahren, sodass relativ kurze Laufzeiten bis 1 Jahr aus unserer Sicht vertretbar sind. Längere Laufzeiten sollten Sie allerdings vermeiden bis klar ist, bei welcher Einlagensicherung die HSH zukünftig unterkommen wird.

Das Festgeld der HSH Nordbank wird aktuell nur über den Anlagemarktplatz Zinspilot angeboten. Er vermittelt Einlagen zwischen Banken und Anlegern und hat sich in der Vergangenheit bewährt. Vorteil von Zinspilot ist zudem, dass weitere Kontoeröffnungen bei anderen Anlagebanken entfallen und man sich somit jeweils den Papierkram spart.

Wer ist die HSH Nordbank?

Die HSH Nordbank ist eine der größten Landesbanken in Deutschland. Sie entstand 2003 aus einer Fusion der Hamburgischen Landesbank und der Landesbank Schleswig-Holstein. Die größten Eigner waren die Länder Hamburg und Schleswig-Holstein. Ende Februar 2018 wurde bekannt, dass die Bank an eine Investorengruppe verkauft werden soll, die aus den Unternehmen Cerberus, J.C. Flowers, GoldenTree, Centaurus Capital und der österreichischen BAWAG besteht. Der Verkauf muss noch durch mehrere Gremien auf nationaler und EU-Ebene genehmigt werden, sodass die Änderung der Gesellschafterstruktur nach Presseinformationen wohl erst gegen Ende 2018 zu erwarten ist.

Die HSH Nordbank geriet im Zuge der Finanzkrise ab 2007 unter Druck nachdem Abschreibungen in Milliardenhöhe nötig wurden, u. a. aufgrund notleidender Kredite im Schiffsportfolio der Bank. Das Problem weitete sich über die Jahre aus und wurde letztlich so akut, dass sich die Eignerländer Hamburg und Schleswig-Holstein zu einem Rettungspaket mit direkten Zahlungen und indirekten Garantien gezwungen sahen, ebenfalls in Höhe mehrerer Milliarden Euro. Der Skandal hatte einen Untersuchungsausschuss zur Folge, im Rahmen dessen allerdings keine Einzelpersonen als Schuldige gefunden wurden. Neben den aus der Finanzkrise resultierenden Problemen war die HSH auch in Fälle der Steuerhinterziehung und Falschbilanzierung verwickelt.

Insgesamt kann die HSH Nordbank als Paradebeispiel einer Krisenbank bezeichnet werden. Die weitere Entwicklung liegt nun in den Händen der neuen Eigner, die sich zur angestrebten Strategie allerdings noch nicht näher geäußert haben. Die HSH bleibt nach aktuellen Informationen jedenfalls eine Bank mit Sitz in Deutschland, sodass nach außen hin wohl bis auf Weiteres keine größeren Änderungen zu sehen sein werden. Einzig verändern werden sich die Gesellschafter des Unternehmens und ggf. die geschäftliche Ausrichtung.

Rating & Bonität der HSH Nordbank

Das Rating der HSH Nordbank, eine Art Indikator für ihre Bonität, wird von den Ratingagenturen Moodys und Fitch derzeit mit Baa3 respektive BBB- angegeben (“Long Term Deposits”). Dies entspricht nach dem Bewertungsschema der zwei Agenturen einer durchschnittlich guten Anlage. Moodys lobt dabei die verbesserte Qualität des Kreditportfolios und die positive Entwicklung im Rahmen der Privatisierung. Zudem sei positiv zu bewerten, dass die HSH mittlerweile nicht mehr auf den 10 Mrd. € Rettungsschirm der Mehrheitseigner angewiesen sei. Fitch erwähnt in seinem eigenen Statement darüber hinaus die aktuelle Profitabilität der Bank.

Beide Ratingagenturen stellen eine Verbesserung des Ratings in Aussicht (siehe Pressemitteilungen von Moodys und Fitch), sollte die Privatisierung wie geplant vollzogen werden. Risiken werden in dem Kontext jedoch ebenso genannt, z. B. eine starke Verzögerung der Privatisierung oder eine Verteuerung der Refinanzierungsgeschäfte, da nun kein staatlicher Mehrheitseigner mehr mit seiner Bonität im Hintergrund steht. Grundsätzlich wird die Übernahme durch die Investorengruppe jedoch eher positiv als negativ gesehen.

Für Anleger mit Festgeldern ist die weitere Entwicklung der Privatisierung zwar interessant, aber nicht ganz so kritisch zu sehen, da Kundeneinlagen bis zu zwei Jahre nach der Übernahme weiterhin über die Sparkassen-eigene Einlagensicherung geschützt sind (siehe Einlagensicherung). Anleger, die der HSH dagegen über Anleihen oder sonstige Finanzinstrumente Geld geliehen haben, sollten die Entscheidungen der zukünftigen HSH-Gesellschafter verfolgen.

HSH Nordbank Einlagensicherung

Die HSH Nordbank ist bis auf Weiteres Mitglied der Sparkassen-Finanzgruppe und unterliegt damit dem Sparkasssen-eigenen Einlagensicherungssystem. Dieses deckt über die gesetzliche Grenze von 100.000 € hinaus Kundeneinlagen in theoretisch unbegrenzter Höhe ab. Es funktioniert, anders als die normale gesetzliche Einlagensicherung deutscher Privatbanken, über mehrere Sicherungsfonds und eine Art Haftungsverbund, wodurch im Falle des Falles die Stützung einzelner Sparkassen und Landesbanken möglich ist. So soll es in schwierigen Situationen gar nicht erst zu Pleiten und Entschädigungszahlungen kommen, sondern man versucht, durch Fusionen und gegenseitige Hilfen eine langfristig tragfähige und nachhaltige Lösung für das betroffene Finanzinstitut zu finden. Bis heute hat dadurch noch kein Anleger im Sparkassen-Verbund Geld verloren.

Die Einlagensicherung der Sparkassen verfügte zum Ende des Jahres 2016 laut den Zahlen der Europäischen Bankenaufsicht über liquide finanzielle Mittel in Höhe von etwa 2,5 Mrd. € - ein stolzes Polster. Glaubt man den Bestrebungen der HSH, langfristig Einlagen von Privatkunden in Höhe von 1 Mrd. € und mehr einzuwerben, so erscheinen die Mittel des Fonds als zumindest derzeit ausreichend, um auch bei einer plötzlichen Pleite alle Anleger aus den vorhandenen Töpfen zu entschädigen. Dazu kommt, dass die Institutssicherung der Sparkassen bestrebt ist, es in solchen Fällen gar nicht erst zu einer Entschädigungszahlung kommen zu lassen, in dem die betroffene Bank durch die angeschlossenen Institute aufgefangen wird. Inwiefern dies im Falle des Falles aber tatsächlich gelingen würde, darüber lässt sich heute nur spekulieren. Das vergleichsweise hohe Polster des Sparkassenfonds nährt jedoch Hoffnungen, dass Anleger auch bei einer Pleite keine Verluste erleiden müssten.

Im Zuge der Privatisierung der HSH Nordbank wird es zu einem Austritt der Bank aus dem Sparkassen-Einlagensicherungsverbund kommen. Für diesen Fall besteht laut der Ratingagentur Fitch allerdings eine zweijährige Übergangsfrist, während der die Bank weiterhin den Schutz der Sparkassen-Finanzgruppe genießt. Anleger sollten daher Laufzeiten bis maximal 1 Jahr wählen, um mögliche Unsicherheiten im Zusammenhang mit dem Wechsel der zuständigen Einlagensicherung zu vermeiden. Inwiefern die reguläre gesetzliche Einlagensicherung des Bundesverbandes deutscher Banken die HSH als Privatbank aufnehmen würde, ist derzeit nicht abzusehen.

Einlagensicherung der Sutor Bank (Verrechnungskonto)

Im Zuge der Anlage über den Vermittler Zinspilot bekommen Sie ein Verrechnungskonto bei der deutschen Sutor Bank. Auf dieses Konto wird der Anlagebetrag eingezahlt und im Zuge der monatlichen Anlagetermine von Zinspilot von dort aus an die HSH Nordbank überwiesen. Einen kleinen Teil der Zeit liegt das Geld daher nicht bei der HSH Nordbank, sondern bei der Sutor Bank. Dort ist es über die gesetzliche deutsche Einlagensicherung bis 100.000 € pro Kontoinhaber und über die freiwillige Einlagensicherung des Bundesverbandes deutscher Banken (BdB) theoretisch auch darüber hinaus bis ca. 1 Mio. € abgesichert. Die Schlagkraft der gesetzlichen Einlagensicherung ist auf Basis der verfügbaren Finanzmittel von etwa 500 Mio. € (Stand 2016) zwar etwas geringer als die der Sparkassen, allerdings dürfte die Höhe der bei der Sutor Bank jeweils aktuell liegenden Gelder auch deutlich geringer sein, weil diese dort immer nur zwischengeparkt werden. Wir halten die Einlagensicherung der Sutor Bank daher im vorliegenden Kontext für ausreichend sicher. Ein kleines Restrisiko verbleibt aber, wie bei allen Anlagen und Banken, natürlich auch hier.

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