ING Test & Bewertung

Letztes Update am 30.01.2014 von Stefan Erlich | Testergebnis:  Bewertung: 4,5 von 5 Punkten

Zusammenfassung & Bewertung

Anleger dürfte in der heutigen Zeit nicht nur interessieren, wie gut die Konditionen der ING im Marktvergleich sind, sondern vor allem auch, wie sehr man tatsächlich um seine Ersparnisse bangen muss. Wir werfen in unserem Testbericht daher auch einen Blick auf die Historie der Bank, die zuständigen Einlagensicherungen sowie das Rating und andere mögliche Indikatoren für die Solvenz.

Gesamtbewertung der ING:

Die ING bewerten wir insgesamt mit sehr guten 4,5 von 5 Punkten. Sowohl hinsichtlich des Ratings als auch der gesetzlichen deutschen Einlagensicherung bis 100.000 EUR macht die ING einen durchaus guten Eindruck. Einzig auf die Absicherung von Beträgen über 100.000 EUR durch den Fonds des Bundesverbandes deutscher Banken würden wir nicht bauen. Insgesamt gehört die ING hinsichtlich der Einlagensicherheit sicherlich zu den Top 10 im Direktbanken- und Anlagemarkt.

Wer ist die ING?

Mutterkonzern der ING: die ING Groep

Die Ursprünge der deutschen ING reichen bis in das Jahr 1965 zurück, als in Frankfurt mit der Bank für Sparanlagen und Vermögensbildung AG (BSV) ein Finanzinstitut für Arbeitnehmer zur Nutzung der damals relativ neuen Vermögenswirksamen Leistungen gegründet wurde. Über die Jahre erfolgten mehrere Namenswechsel bis 1998 die niederländische ING Groep 49 % der Anteile an der Bank erwarb und diese im Zuge dessen ab 1999 unter dem Namen DiBa firmieren ließ. In 2002 und 2003 übernahm die niederländische Finanzgruppe die restlichen 51 % der Anteile und begann ein Jahr später mit der Umstellung der Marke zur (bis Ende 2018) bekannten ING-DiBa. Seitdem firmiert sie als ING. Als deutsche Direktbank ist sie vor allem durch ihr Extra-Konto bekannt geworden, wobei sie mittlerweile auch verschiedene Finanzierungsdienstleistungen sowie ein Depot und ein Girokonto anbietet. Auf Basis der Bilanzsumme steht die ING derzeit auf dem 15. Platz der größten Banken in Deutschland (Stand: August 2013).

Im Zuge der 2008 grassierenden Finanzkrise unterstützte der niederländische Staat die ING Groep über den Ankauf von Wertpapieren in Höhe von 10 Mrd. EUR, um damit das Kernkapital (Tier 1) der Bank aufzustocken. Unklar ist, wie ernst die Schieflage der ING Groep damals wirklich war, da der staatliche Eingriff nach außen hin mehr als Vorsichts- denn als Notmaßnahme verkauft wurde. Ebenfalls unterstützt wurde die Bank durch die Gründung einer staatlichen Auffanggesellschaft, in die ein Großteil der amerikanischen Hochrisikopapiere der ING übertragen wurde. Im Gegenzug verpflichtete sich die ING Groep zur einer Restrukturierungs- und Schrumpfungskur, die bis heute andauert. Der Großteil der Unterstützungsgelder ist mittlerweile zurückgezahlt, wobei die letzten Zahlungen für März 2014 und Mai 2015 geplant sind. Unberührt von der Finanzkrise blieb dagegen die deutsche Tochter ING-DiBa AG.

Rating & Bonität der ING

Eine Möglichkeit, die Wahrscheinlichkeit einer Pleite der ING einzuschätzen, ist die Betrachtung des aktuellen Ratings der Bank. So bewertet die Ratingagentur Moody's die deutsche ING derzeit mit A2, was einer relativ guten Bonität entspricht. Damit liegt sie etwa auf einem Level mit der holländischen ABN AMRO (MoneYou) und der französischen Crédit Agricole, gleichzeitig aber leicht unter der als sicherste Privatbank der Welt geltenden Rabobank (RaboDirect). Mehr Informationen zur Einstufung finden Sie auch im Wikipedia-Artikel zu Moodys.

Positiv fiel bei unserer weiteren Recherche auf, dass die Bank in den letzten 3 Jahren stetig neues Eigenkapital aufgebaut hat. Darüber hinaus überrascht die Bank mit einer Kernkapitalquote (Tier 1) von 15,9 % (siehe Jahresbericht für 2012), womit sie weit über den laut Basel III bis 2018 geforderten 7% liegt. Auch der in den letzten 4 Jahren stets positive und im dreistelligen Millionenbereich liegende Gewinn der Bank lässt durchaus darauf schließen, dass das Risiko einer Pleite bzw. Insolvenz derzeit eher gering ist. Gleichzeitig müssen wir auch hier wieder darauf hinweisen, dass Ratings, Kernkapitalquoten und Gewinnverläufe letztlich nur Indikationen für den Zustand einer Bank sein können. Wirklich in die (Un-)Tiefen der Bank hineinschauen können auch wir aufgrund der limitierten öffentlichen Daten leider nicht.

ING Einlagensicherung

Die ING-DiBa AG operiert in Deutschland als eigenständiges Kreditinstitut und unterliegt damit auch der Pflicht zur Mitgliedschaft in einem deutschen Einlagensicherungsfonds. Wie bei den meisten anderen Privatbanken geschieht dies über die Entschädigungseinrichtung deutscher Banken GmbH (EdB), welche als Beauftrage des Bundes Einlagen bis zu einer Höhe von 100.000 EUR pro Kunde absichert. Hier besteht ein Anspruch auf Entschädigung, wobei dieser natürlich durch das Vorhandensein von ausreichend Mitteln im Entschädigungsfonds beschränkt ist. Gleichzeitig ist der EdB allerdings im Falle eines nicht ausreichenden Fondsvermögens zur Aufnahme von Krediten und dem Erheben von Sonderzahlungen von allen Mitgliedsbanken verpflichtet, so dass wir die Einlagensicherung für ausreichend sicher halten. Es ist zudem wahrscheinlich, dass der deutsche Staat im Notfall einspringen würde, um einen plötzlichen Bank Run zu verhindern. Ein Restrisiko verbleibt aber auch hier.

Über die gesetzliche Einlagensicherungsgrenze von 100.000 EUR hinaus sind Kundeneinlagen bei der DiBa auch durch den freiwilligen Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken (BdB) abgesichert. Dieser soll im Fall einer Pleite Beträge über 100.000 EUR bis zu max. 1,48 Mrd. EUR pro Kunde erstatten, was natürlich völlig utopisch ist. Hier handelt es sich wohl mehr um Wunschdenken als um einen realistisch leistbaren Entschädigungsanspruch, zumal der Fonds in seinen Statuen ausdrücklich darauf hinweist, dass kein einklagbarer Rechtsanspruch auf Entschädigung besteht (siehe Seite 31, Punkt 10). Fairerweise muss man sagen, dass der Fonds bisher alle Entschädigungsansprüche erfolgreich bedienen konnte (u. a. im Fall der Lehmann-Pleite) und somit kein konkreter Verdacht auf eine mangelnde Leistungsfähigkeit besteht. Dennoch empfehlen wir, sich zur Absicherung von Beträgen über 100.000 EUR nicht auf die Einlagensicherung des BdB zu verlassen, sondern größere Beträge lieber von vornherein auf mehrere Banken zu verteilen, um gar nichterst über die gesetzliche Einlagensicherungsgrenze zu kommen.

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