Invesdor Erfahrungsbericht #3von Frank

Negative Bewertung von Invesdor

Ich habe mich vor ca. 2 Jahren bei Kapilendo registriert. Das fand ich einfach und verständlich. Bei der Registrierung fand eine „indirekte“ Verifizierung statt. Die Eingabe der persönlichen Daten, Bankverbindung und auch Steuernummer war zwingend erforderlich.

Ich bin derzeit in 36 Projekten (ursprünglich 48) investiert. Den Anlagebetrag meiner Investments habe ich jeweils an eine von Kapilendo genannte Bankverbindung überwiesen. Die Zusendung der notwendigen Unterlagen und die Bestätigung für mein Investment erfolgte binnen weniger Sekunden per E-Mail. Zu jedem Projekt gibt es auf der Seite von Kapilendo entsprechende Informationen - mal ausführlicher, mal eher knapp gehalten. Das ist abhängig von der Größenordnung des Projektes. Man sollte meiner Meinung nach zwischen den Zeilen lesen können, um ein Projekt besser einordnen zu können. Begriffe wie „Qualitätsführer“ heißt noch lange nicht, dass sich das Produkt auch erfolgreich verkauft. Wenn das angepriesene Unternehmen Qualitätsführer ist, gibt es auch immer ein Unternehmen, welches Marktführer ist. Zum Zeitpunkt des Angebots fühlte ich mich ausreichend aufgeklärt. Wenn die Firma dann wenige Monate nach Funding Insolvenz anmeldet, fragt man sich allerdings schon, wie detailliert Kapilendo hier geprüft hat (siehe Kritik).

Die Onlineverwaltung finde ich prima. Hier kann ich so ziemlich alles einsehen, von der Projekt-Historie bis hin zu kommenden Zahlungen. Im Onlinebereich sind außerdem Zinsbescheinigungen, Verträge und geflossene Zahlungen der Unternehmen ersichtlich. Positiv finde ich die Darstellung der anstehenden Tilgungs- und Zinszahlungen sowie die Möglichkeit, die Zinseinkünfte für das Finanzamt herunterzuladen. Negativ finde ich, dass insolvente Projekte nicht als insolvent gekennzeichnet werden. Der Anleger hat somit keinen Überblick über planmäßige und insolvente Projekte. Alles erscheint planmäßig, aber dazu weiter unten mehr.

Ich war in 48 Projekte investiert. 8 Projekte wurden pünktlich zurückgezahlt. 36 Projekte laufen noch, mal kommen die Zahlungen pünktlich, mal verspätet. 4 Projekte befinden sich in der Verwertung. Das bedeutet, Kapilendo verhandelt mit dem Insolvenzverwalter. Ich gehe in diesen Fällen davon aus, dass das Geld weg ist. Die Auszahlungen erfolgen auf das hinterlegte Referenzkonto.

Kritik

Die angebotenen Projekte werden zwar ausführlich dargestellt, dabei aber auch angepriesen. Ein aktuelles Angebot ist bspw. Walberg Urban Electrics GmbH. Hier wird der Begriff "Qualitätsführer" verwendet. Die Firma ist hoch verschuldet. Das Verhältnis von selbst eingebrachtem Kapital zu Fremdkapital betrug bereits zum 31.12.2017 ca. 700 %. Nun versucht die Firma 850.000 € als Nachrangdarlehen einzusammeln, es gibt keine Bürgschaft und in 2020 sollen ca. 1 Mio. € Bankdarlehen zusätzlich aufgenommen werden. Der angebotene Zins von 9 % p. a. soll die Gier der Kapitalanleger wecken - was auch funktioniert.

Der Anleger wird über Insolvenzen - und es gibt nach meiner Erfahrung genügend davon - nur dann informiert, wenn er auch in dieses Projekt investiert hat. Meine Nachfrage, ob diese Art der Informationspolitik zeitnah geändert wird, wurde verneint. Um also einen objektiven Überblick über die Plattform bzw. die Performance der Projekte zu bekommen, ist es zwingend erforderlich zu recherchieren, insbesondere über die Vielzahl der Pleiten. Ich möchte hier nur 3 Fälle nennen:

  • Tectomove GmbH: Die Firma hat 1 Mio. € an Kapital eingesammelt, nur eine Quartalsrate gezahlt und dann Insolvenz angemeldet.
  • Fairbuy24: Nur 10 Monate nach dem Funding wurde Insolvenz angemeldet. Kapilendo hatte das Unternehmen als "etablierter Grosshändler" angepriesen.
  • Whirlwind GmbH: Am 24.09.2019 wurden die 50.000 € an die Firma ausgezahlt, am 10.10.2019 wurde Insolvenz beim AG Charlottenburg angemeldet - nur 16 Tage danach! Da fragt man sich, wie solide die Prüfung bei Kapilendo abläuft und wie stark die Gier nach Vermittlungsprovision ist, die Kapilendo natürlich für die Platzierung erhält.

Bei Whirlwind sind es "nur" 50.000 €, bei tectomove sind es 1 Mio. €, bei Fairbuy24 500.000 €. Auch jetzt, Monate nach der Insolvenzanmeldung, wird auf der Seite von Kapilendo nicht darauf hingewiesen, dass die Firmen insolvent sind und den Anlegern der Totalverlust droht. Chancen-Risikoverhältnis liegt hier eindeutig zu Gunsten Risiko. Ich werde hier nicht in neue Projekte investieren.

Diese negative Bewertung zu Invesdor wurde uns am 30.10.2019 vom Nutzer Frank übermittelt.
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