VTB Direktbank Test & Bewertung

Letztes Update am 25.08.2015 von David Stahmann | Testergebnis:  Bewertung: 2,5 von 5 Punkten

Zusammenfassung & Bewertung

Die Erinnerungen an die weltweite Finanzkrise ab 2007 und die (Fast-)Pleiten einiger Banken (u. a. die isländische Kaupthing Bank) dürften bei vielen Anlegern noch nicht verblasst sein. Umso mehr stellt sich die Frage, wie sehr man den zum Teil überraschend positiven Bewertungen der VTB Direktbank im Internet trauen kann. Alles sicher und "Null Risiko" oder ist bei den zumeist sehr guten Konditionen doch ein gesundes Maß an Skepsis angebracht? Wir haben uns die Sicherheit der österreichischen VTB Bank (Austria) AG und ihrer deutschen Zweigniederlassung einmal näher angeschaut. Die wichtigsten Erkenntnisse aus unserem Test finden Sie hier in der Übersicht:

Wichtiger Hinweis: Bitte beachten Sie, dass die hier gemachten Angaben teilweise nicht mehr 100 % aktuell sind, da wir aktuell unsere Bewertungsmethodik umstellen. So hat sich bei der VTB mittlerweile die Zugehörigkeit zur Einlagensicherung geändert. Anders als hier noch dargestellt, gehört die VTB mittlerweile der gesetzlichen deutschen Einlagensicherung (Absicherung von Beträgen bis 100.000 €) und der freiwilligen deutschen Einlagensicherung (Beträge über 100.000 €) an. Zudem haben sich auch die Ratings der Bank leicht verändert.
Positiv
Hohe Wahrscheinlichkeit der Unterstützung durch den russischen Staat
Positiv
Mögliche Stützung des Einlagensicherungsfonds durch Österreich (gutes Länderrating)
Neutral
Einfluss Russlands über die Mutterbank VTB
Negativ
Geringes liquides Vermögen des österreichischen Einlagensicherungsfonds
Negativ
Vergleichsweise schlechtes Rating der Bank durch Moody's
Negativ
Unsicherheiten im Zusammenhang mit der Ukraine-Konfliktes

Gesamtbewertung der VTB Direktbank:

Insgesamt bewerten wir die Wiener VTB Austria und die deutsche VTB Direktbank mit eher durchschnittlichen 2,5 von 5 Punkten. Dies liegt vor allem in dem relativ schlechten Rating der Bank begründet, das sich aktuell im spekulativen Bereich befindet. Auch die in den letzten Jahren negative Gewinnentwicklung lässt, gepaart mit den eher düsteren wirtschaftlichen Aussichten in Russland, wenig Hoffnung auf Besserung aufkommen. Bei den sonstigen Finanzkennzahlen (Eigenkapital, Cash-Quote etc.) bietet sich ebenfalls ein gemischtes Bild. Dazu kommt der weiterhin schwelende Konflikt in der Ukraine, der zusammen mit den Sanktionen der EU gegen die Mutter der VTB in Russland sicherlich auch für die österreichische Tochter nicht gerade geschäftsfördernd sein dürfte. Immerhin schätzt die Ratingagentur Moody’s die Wahrscheinlichkeit einer Unterstützung der VTB Bank Österreich durch die Muttergesellschaft als recht hoch ein, was die negativen Aspekte zumindest etwas aufwiegt.

Das neue gesetzliche Einlagensicherungssystem Österreichs mit der nach wie vor EU-weit gültigen Sicherungsgrenze von 100.000 EUR pro Kunde halten wir trotz des im Falle einer Pleite der VTB wohl nicht ausreichenden Fondsvolumens für noch brauchbar, da sich der österreichische Staat weiterhin die Option einer Unterstützung erhalten möchte und dies in Anbetracht des guten Länderratings im Ernstfall auch kein Problem darstellen sollte. Zudem besteht für den Fonds auch die Möglichkeit, Kredite am Geldmarkt aufzunehmen. Dennoch sollte man sich nicht auf die Leistungsfähigkeit des Fonds verlassen und sein Vermögen besser auf mehrere Banken und Länder streuen. So lässt sich zumindest das Risiko eines größeren Verlustes deutlich reduzieren.

Wer ist die VTB Direktbank?

Hinter der in Deutschland aktiven VTB Direktbank steckt die in Österreich (Wien) ansässige VTB Bank (Austria) AG, die in Frankfurt am Main eine Zweigniederlassung und von dort aus das deutsche Einlagengeschäft betreibt. Die VTB Bank (Austria) AG gehört zu 100 % der russischen VTB Bank, welche sich über eine staatliche Beteiligungsgesellschaft (Federal Agency for State Property Management) wiederum zu 60,93 % im Besitz des russischen Staates befindet. Gemessen am Bilanzvolumen steht sie auf Platz 2 der größten Banken Russlands und auf Platz 100 weltweit (2013: Platz 94), sodass sie durchaus als Schwergewicht der Finanzmärkte bezeichnet werden kann.

In Deutschland aktiv ist die VTB schon seit über 40 Jahren, allerdings nur mit ihrer Tochter VTB (Deutschland) AG (bis 2006 Ost-West-Handelsbank AG), deren erste Zulassung bis ins Jahr 1971 zurückreicht. Diese war und ist jedoch nicht im Privatkundengeschäft tätig, sodass nur wenige die Bank und ihre deutschen Aktivitäten kennen. Erst seit 2011 bietet die VTB unter der Marke VTB Direktbank auch in Deutschland klassische Sparprodukte an (z. B. Tagesgeld und Festgeld) und hat sich damit mittlerweile einen Namen gemacht. Für manche Anleger mag der russische Einfluss und die aktuell wirtschaftlich unsichere Situation in Russland ein Grund sein, ihr Geld bei anderen, heimischen Banken zu parken. Für andere könnte dagegen gerade der russische Staat als Mehrheitseigner die Sicherheit und den Rückhalt bieten, den man bei manch anderem Kreditinstitut vermisst.

Nicht unerwähnt bleiben sollten jedoch auch einige kritische Stimmen hinsichtlich des staatlichen Einflusses innerhalb der VTB Group. So veröffentlichte die Henry Jackson Society im Jahr 2012 einen Bericht über die zum Teil zweifelhaften Geschäftspraktiken der VTB in Russland und auch die Moscow Times schrieb im gleichen Jahr über den Einfluss und die Bereicherung einiger Politiker durch die VTB. In der Praxis scheint die VTB daher mehr oder weniger stark als verlängerter Arm der Regierung zu agieren, während die mehrheitlich der russischen Zentralbank gehörende Sberbank Direct insgesamt konservativer und nach Angaben der Moscow Times weniger interessengetrieben zu sein scheint. Unklar bleibt allerdings, inwiefern derartige Praktiken auch bei der VTB Bank (Austria) AG und damit der VTB Direktbank üblich sind. Unsere Recherche hierzu lieferte immerhin keine unmittelbaren Hinweise darauf. Über einen Punkt sollte man sich aber stets bewusst sein: Wer bei der österreichischen VTB anlegt, hat auch immer Russland mit im eigenen Konto liegen.

Rating & Bonität der VTB Direktbank

Zur Bewertung der Kreditwürdigkeit der VTB Direktbank bzw. in diesem Fall der VTB Bank (Austria) AG bietet sich ein Blick auf die Ratings der Ratingagenturen Standard & Poor‘s und Moody‘s an. Diese liegen mit Ba3 (Moodys) und BB (S&P) im leicht spekulativen Bereich und sind zudem mit einem negativen Ausblick verbunden. Dabei ist zu beachten, dass die Einlagensicherung als letzte Instanz in dieser Betrachtung nicht mit berücksichtigt wird. Für Privatanleger sind derartige Ratings daher etwas weniger aussagekräftig als für institutionelle Anleger, die nicht durch die Einlagensicherung geschützt sind. Dennoch kann eine solche Betrachtung ein Gefühl für das Risiko einer Pleite und damit eines Entschädigungsfalls geben.

Moody's kritisiert vor allem die hohe Konzentration des Kreditgeschäftes auf wenige Partner mit erhöhtem Risiko in Russland und den GUS-Staaten sowie die nur moderate Eigenkapitalausstattung. Positiv wird dagegen die sehr hohe Wahrscheinlichkeit einer Unterstützung der österreichischen VTB-Tochter durch die russische Mutter und Regierung hervorgehoben. Die Qualität des Kreditportfolios (also primär der Anteil fauler oder zweifelhafter Kredite) sei akzeptabel, allerdings rechnet Moodys hier aufgrund der wirtschaftlichen Probleme in Russland mit einer Verschlechterung der Lage.

Wie aber steht die VTB Bank (Austria) AG bei zentralen finanziellen Kennzahlen da? Bei der Gewinnentwicklung machte das Institut bisher eine relativ gute Figur. So wies die Bank seit 2006 mit Ausnahme des Krisenjahres 2008 stets einen Gewinn aus, der 2012 bei fast 156 Mio. EUR lag. Im darauffolgenden Jahr schrumpfte das Jahresergebnis allerdings um mehr als die Hälfte, um 2014 nochmals in erheblichem Maße auf 8 Mio. EUR zu sinken. Die Aussichten für das aktuelle Geschäftsjahr sind angesichts der wirtschaftlichen Probleme Russlands und der zumindest für die russische Mutterbank nach wie vor bestehenden EU-Sanktionen zudem trübe. Generell sollte der Gewinn oder Verlust einer Bank aber nur als ein möglicher Indikator im Rahmen einer Gesamtbetrachtung gesehen werden, da mit dem Gewinn/Verlust allein nur bedingt Rückschlüsse auf den (nachhaltigen) Geschäftserfolg und die Sicherheit einer Bank möglich sind.

Recht gut sehen wir die österreichische Tochter dagegen bei der Eigenkapitalquote (Verhältnis von Eigenkapital zum gesamten Kapital einer Bank) aufgestellt. Zwar sank die Quote von vergleichsweise hohen 23,53 % in 2009 kontinuierlich auf derzeit 12,86 % (2014). Mit diesem Wert steht die VTB aber immer noch deutlich besser da als z. B. die Deutsche Bank (ca. 4 %, siehe Geschäftsbericht 2014).

Weniger positiv ist dagegen die bisherige Entwicklung der Kernkapitalquote zu bewerten. Diese Quote gibt (vereinfacht gesprochen) an, wie viel Eigenkapitalpuffer die Bank zur Verfügung hat, sollten Kredite ausfallen. Bei der Berechnung werden die unterschiedlichen Ausfallrisiken mit berücksichtigt. Wie im Falle der Eigenkapitalquote ist bei der VTB über die Jahre ein stetiger Abbau der „Pufferdicke“ auf aktuell 10,88 % zu beobachten, obwohl angesichts der aktuell erhöhten Risiken im Russland- und GUS-Geschäft eine höhere Quote wie in 2006 und 2007 (20,90 % bzw. 24,60 %) wünschenswert wäre. Zum Vergleich: Die deutsche ING-DiBa steht mit 15,4 % (2014) deutlich besser da.

Eigenkapitalquote der VTB Bank (Austria) zwischen 2006 und 2014

Gewinn/Verlust der VTB Bank (Austria) zwischen 2006 und 2014

Kernkapital-Quote (Risikopuffer) der VTB Bank (Austria) zwischen 2006 und 2014

Recht verwirrt sind wir bei der Cash-Quote der VTB Direktbank, die den Anteil der Kundenguthaben bezeichnet, welche bei der Zentralbank geparkt und somit bei Bedarf schnell verfügbar sind. Hier haben wir es mit extremen Schwankungen zwischen 437,97 % (2009) und 0,51 % (2014) zu tun. Die Bank hatte also zeitweise erheblich mehr Gelder bei der Zentralbank geparkt, als Kunden überhaupt bei ihr angelegt hatten. So richtig erklären können wir uns das anhand der öffentlich verfügbaren Informationen nicht. Fest steht allerdings, dass die Bank sich mit dem aktuellen Wert auf einem für den Bankensektor leider üblichen niedrigen Niveau befindet.

Die österreichische VTB steht mit ihrer deutschen Direktbank-Tochter übrigens aufgrund der Bedeutung ihrer grenzüberschreitenden Geschäfte auf der Liste von 120 Banken, die seit November 2014 direkt von der EZB überwacht werden, um mögliche Schieflagen frühzeitig erkennen und Gegenmaßnahmen einleiten zu können. Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass die EZB aufgrund der zunehmenden Bedeutung der österreichischen VTB-Tochter noch in diesem Jahr einen Stresstest durchführen will. Die Ergebnisse werden wir an dieser Stelle veröffentlichen, sobald sie verfügbar sind.

Darüber hinaus erscheint die Aussage der Ratingagentur Moodys, dass die russische Regierung seine staatlichen Finanzinstitute stützen würde, durchaus plausibel. So hat die russische Regierung Ende Januar 2015 einen Krisenplan im Umfang von 35 Mrd. US-Dollar veröffentlicht. Die russische Einlagensicherungsagentur ASV hat hiervon mit 15 Mrd. US-Dollar den Löwenanteil erhalten, um Kapitalerhöhungen bei „systemrelevanten, zumeist staatlich kontrollierten Banken“ durchführen zu können, die derzeit von einer Finanzierung aus dem westlichen Ausland abgeschnitten sind. Diese Maßnahmen betreffen zwar nicht direkt die VTB Bank (Austria) AG, zeigen aber, dass ein Wille zur Unterstützung der russischen Finanzinstitute vorhanden ist.

VTB Direktbank Einlagensicherung

Als Zweigniederlassung einer österreichischen Bank unterliegt die VTB Direktbank nicht der deutschen, sondern der gesetzlichen österreichischen Einlagensicherung. Die VTB ist mit diesem Konstrukt nicht allein, denn auch die DenizBank und Sberbank Direct agieren in Deutschland jeweils nur als Zweigniederlassung. Hintergrund dürfte beim Start in 2013 gewesen sein, dass die österreichische Einlagensicherung damals, anders als die deutsche, keine jährlichen Einzahlungen in einen Einlagensicherungsfonds verlangte, sondern als Haftungsgemeinschaft agierte, die im Falle einer Insolvenz das Geld für die Anlegerentschädigung von den restlichen Mitgliedsbanken eingefordert hätte.

Seit der Verabschiedung der neuen EU-Richtlinie zur Harmonisierung der nationalen Einlagensicherungssysteme gilt dieses österreichische Sondermodell allerdings nicht mehr. Das alte System wird durch einen vom Staat unabhängigen Einlagensicherungsfonds ersetzt, wie man ihn u. a. aus Deutschland bereits seit Längerem kennt. Die bisherige Staatsgarantie für Beträge ab 50.000 EUR bis 100.000 EUR wird im Zuge dessen wahrscheinlich wegfallen. Das bedeutet für Anleger zwar einerseits etwas mehr Risiko, führt aber andererseits auch zu einer Entlastung der Steuerzahlergemeinschaft. Unverändert bleibt bei all den Veränderungen die Höhe der Absicherung. Sie wird auch in Zukunft bei 100.000 EUR pro Kontoinhaber und Bank liegen. Mehr Informationen darüber, wie wir die Umstellung des österreichischen Einlagensicherungssystems einschätzen, finden Sie unter folgendem Link.

Ob im Ernstfall das notwendige Geld für eine Entschädigung aller Anleger der VTB Direktbank aufgebracht werden kann, hängt zum einen davon ab, in welcher Höhe Entschädigungszahlungen zu leisten wären. Mit einem Einlagenvolumen von derzeit 3,9 Mrd. EUR dürfte eine Pleite der VTB keine einfache Aufgabe für den Einlagensicherungsfonds Österreichs werden. Denn dieser ist aktuell noch im Aufbau begriffen und soll selbst bis 2024 nur auf 1,5 Mrd. EUR wachsen, was zur Rettung nicht reichen würde. Zudem ist nach wie vor unklar, was bis 2024 bei einer Bankenpleite geschehen soll. Der österreichische Staat möchte sich scheinbar die Option erhalten, im Notfall eingreifen zu können. Ob diese Option im Falle des Falles aber auch genutzt würde, bleibt abzuwarten. Ergänzend haben Einlagensicherungsfonds im Notfall aber auch immer die Möglichkeit, Kredite am Finanzmarkt aufzunehmen.

Ein zweiter Aspekt, den es zu berücksichtigen gilt, ist die Kreditwürdigkeit Österreichs, denn diese ist ein Indiz für die Fähigkeit des Landes, im Notfall unterstützend einzugreifen. Auch hier lohnt sich ein Blick auf die Bewertungen der bekannten Ratingagenturen. Mit einer Bewertung von AAA bzw. AA+/AA+ macht Österreich hier eine aktuell sehr gute Figur, die allerdings durch eine vergleichsweise hohe Staatsverschuldung von 84,5 % des Bruttosozialprodukts wieder getrübt wird. Insgesamt halten wir das Risiko, dass die Anlegerentschädigung nicht erfolgen kann, für recht gering, auch wenn es keine staatliche Garantie oder rechtliche Pflicht des österreichischen Staates für Hilfe (mehr) gibt. Ein gewisses Restrisiko verbleibt also, zumal Sie bei einer Anlageentscheidung niemals allein auf die Einlagensicherung setzen, sondern immer auch bankspezifische “Gesundheitsindikatoren” betrachten sollten.

Zuständig für das Entschädigungsverfahren wäre im Übrigen die Entschädigungseinrichtung deutscher Banken (EdB), denn nach der neuen EU-Richtlinie hat die Auszahlung der Entschädigung über die Sicherungseinrichtung des Landes zu erfolgen, in dem die betroffene Bank ihre Zweigniederlassung betreibt. Das Geld muss aber weiterhin vom österreichischen Einlagensicherungfonds gezahlt werden, sodass der EdB letztlich nur eine administrative Rolle zukommt. Anleger sollten in jedem Fall die maximale Einlagensicherung pro Kunde von 100.000 EUR im Hinterkopf behalten und zur Risikodiversifizierung evtl. sogar geringere Beträge auf mehrere Konten verteilen.

Einfluss der Ukraine-Krise auf die VTB

Seit Anfang 2014 schwelt in der Ukraine ein Konflikt, an dem neben der Ukraine auch der Westen (insbesondere EU und USA) und Russland beteiligt sind. Im Rahmen dieses Konfliktes verhängte die EU im Juli 2014 Sanktionen gegen Russland, die sich auch gegen russische Staatsbanken richten. Dadurch sollte vor allem der VTB und der Sberbank die Refinanzierung über den europäischen Finanzmarkt erschwert werden. Aufgrund der unkalkulierbaren Konsequenzen für die österreichischen Töchter (Stichwort Bank-Run), wurden diese von den Sanktionen ausgenommen, sodass die VTB Bank (Austria) AG und ihre deutsche Zweigniederlassung selbst derzeit nicht eingeschränkt sind.

Ob es allerdings durch die Beschränkungen für die russische Mutter, die aufgrund der Ukraine-Krise bereits erhebliche Verluste erlitt und auch für 2015 hohe Verluste erwartet, auch Auswirkungen auf die österreichische Tochter geben wird, darüber kann man derzeit nur spekulieren. Vor diesem Hintergrund können Nachrichten wie die Meldung vom Mai diesen Jahres, dass China u. a. der VTB einen Hilfskredit gewährt hat, sowohl positiv (die VTB hat neben dem Westen weitere Finanzierungsquellen) als auch negativ gesehen werden (die Abgeschnittenheit vom westlichen Kapitalmarkt setzt der VTB erheblich zu).

Die Wahrscheinlichkeit, dass in Zukunft auch die österreichischen und deutschen Ableger der VTB einmal von westlichen Sanktionen betroffen sein könnten, halten wir derzeit für gering, da die damit verbundenen Kosten (möglicher Bank-Run, mögliche Anlegerentschädigung, mögliche Auswirkungen auf lokale Geschäftspartner etc.) zu hoch erscheinen. Gleiches gilt für mögliche weitere Sanktionen Russlands gegen den Westen, sind die Töchter in Österreich doch von strategischer Bedeutung für die Präsenz im Westen. Gleichzeitig muss man allerdings auch ganz klar sagen, dass solche Szenarien nie ganz ausgeschlossen werden können, sollte der Konflikt noch weiter eskalieren.

Die konkreten Auswirkungen der Ukraine-Krise auf das Geschäft der VTB Bank (Austria) sind nach wie vor nur schwer einschätzbar. Im Jahresbericht 2014 finden sich zwar Erläuterungen dazu (siehe S. 3), allerdings sind diese wenig aussagekräftig ("Frühzeitig wurden die entsprechenden Maßnahmen gesetzt und das Exposure der VTB Bank (Austria) AG [gegenüber der Ukraine-Krise] wurde nahezu gegen null gefahren."). Auch auf die Sanktionen der EU und den USA gegen die russische Mutterbank wird eingegangen und es wird betont, dass die geopolitischen Spannungen in der Ukraine sowie die Sanktionen keinen Einfluss auf das Geschäft der Bank haben. Anders als bei der Sberbank Direct finden sich bei der VTB Austria keine konkreten Zahlen zum Engagement in der Ukraine. Rückschlüsse auf das Risiko für das Gesamtgeschäft durch mögliche Ausfälle von Krediten sind daher derzeit nicht möglich.

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