Zinsland Erfahrungsbericht #11 von kaba

Hinweis: Der folgende negative Erfahrungsbericht zu Zinsland wurde uns am 12.02.2018 von unserem Nutzer kaba übermittelt und spiegelt die Praxiserfahrung und Meinung des jeweiligen Autors wider.

Meine negative Bewertung zu Zinsland schreibe ich mit folgenden Erfahrungen im Crowdinvesting: Auf 7 Plattformen (Exporo, Zinsbaustein, Zinsland, iFunded, Bergfürst, Sarego, LDUG, Deutsche Mikroinvest) habe ich 49 aktive Projekte, 16 wurden beendet und eins ging in die Insolvenz.

Der gewichteter Durchschnittszinssatz der aktiven Projekte beträgt 5,70 %, die höchste jemals erzielte Rendite lag bei 29,19 %&nnbsp;p. a., leider nur für 37 Tage, da iFunded nach 37 Tagen den Einsatz von 500 € zurückgeführt und dafür 15 € Zinsen gezahlt hat. Meine Durchschnittsanlagesumme liegt bei 857,14 € pro Investment.

Angesichts der angebotenen Renditen ist mir das dahinterliegende Risiko bewusst und sollte auch jedem anderen bewusst sein. Eine Diversifizierung über verschiedene Plattformen halte ich für überlebenswichtig, weshalb ich Crowdinvesting nur zur Beimischung in der Vermögensanlage als geeignet sehe und nur mit Finanzmitteln, die man „übrig“ hat.

Eröffnung

Ich nutze Zinsland seit Frühjahr 2016. Die Eröffnung ging problemlos. Neben den obligatorischen persönlichen Daten wurde auch das Anlegerverhalten nach dem Kleinanlegerschutzgesetz abgefragt. Am Eröffnungstag habe ich die erste Investition getätigt.

Onlineverwaltung

Die Onlineverwaltung finde ich problemlos bedienbar, die Investitionen sind nach „aktiv“ und „ausgezahlt“ vorsortiert. Jedes Investment kann ich per Pull-down-Funktion aufklappen. Dort werden dann Zahlungsflüsse und Dokumente im PDF-Format angezeigt.

Zinsland zahlt Zinsen unter Abzug der Kapitalertragssteuer aus Die dazu gehörigen Steuerbescheinigungen müssen jedoch separat angefordert werden. Das ist zwar regelkonform, finde ich im Vergleich zu den Auszahlungsmodalitäten der Konkurrenz aber umständlicher (Exporo: ohne Steuerabzug, daher Zinsbescheinigung; Bergfürst: mit Steuerabzug, daher Steuerbescheinigung). Dort werden außerdem die Dokumente automatisch im Benutzer-Konto hinterlegt.

Projekterfahrungen

Luvebelle (insolventes Projekt)

Das Projekt dürfte hinlänglich bekannt sein. Auch Herr Erlich hat im Crowdinvesting-Tagebuch im Dezember 2017 ausführlich darüber berichtet. Mit der Insolvenzbekanntmachung endete hier Anfang Dezember 2017 das Berichtswesen von Zinsland. Im Januar 2018 erhielt ich noch eine E-Mail mit dem folgenden Hinweis:

„Daher sind wir derzeit dabei, in Kooperation mit der Kanzlei MW Legal eine mögliche Schadensersatzklage in Form eines „Musterverfahrens“ gegen die Geschäftsführung der Conrem Ingenieure zu prüfen.“

Auf der Internetseite von Zinsland prangt stolz der Hinweis „8 zurückgezahlte Projekte“. Korrekt, da Luvebelle ja bisher noch nicht „nicht zurückgezahlt“ ist.

Zufällig habe ich dann auf der Seite von Stiftung Wartentest folgende Aussage entdeckt, Stand 11.01.2018: https://www.test.de/Crowdfunding-Erstmals-Insolvenzverfahren-bei-Immobilienprojekt-5230204-0/

„Anleger dürften leer ausgehen. Es ist unwahrscheinlich, dass die Anleger Geld wiederbekommen. Sie haben Conrem Nachrangdarlehen zur Verfügung gestellt und kommen daher erst zum Zuge, wenn alle erstrangigen Gläubiger befriedigt wurden. Insolvenzverwalter Björn Hellfeld teilt Finanztest aber mit, dass die Masse nach derzeitigem Stand nicht einmal ausreicht, vor ihnen die erstrangigen Gläubiger voll zu befriedigen. Die Schwarmfinnazierer dürfen daher derzeit nicht einmal Forderungen zur Insolvenztabelle anmelden.“

Auf der Seite des Insolvenzverwalters steht dazu nichts.

Villa Waldhof Krefeld

Ursprüngliches Darlehensende: 01.10.2017. Jetzige Prognose: 30.03.2018; weitere Verlängerung nicht möglich. Begründung vom 26.09.2017 per E-Mail:

„Im Projekt ist aufgrund des langwierigen Genehmigungsverfahrens eine Verzögerung entstanden. Herr Paschertz hat uns daher gebeten, Ihnen als derzeitig prognostizierten Rückzahlungstermin im Rahmen des vertraglich vereinbarten Rückzahlungsfensters den 30. März 2018 mitzuteilen.“

Meine Meinung: Die Baugenehmigung war nach dem Berichtswesen erteilt (E-Mail vom 09.05.2017, der Baubeginn startete am 10.05.2017 planmäßig). Von langwierigen Genehmigungsverfahren war nie die Rede. Dies 4 Tage vor Darlehensende zu kommunizieren, spricht für sich.

Im Dorp, Ratingen

Ursprüngliches Darlehensende: 18.09.2017; zunächst verlängert bis zum 20.02.2018.Jetzige Prognose: 18.03.2018; weitere Verlängerung nicht möglich. E-Mail vom 18.07.2017:

„Weiterhin dürfen wir Ihnen mitteilen, dass in Absprache mit dem Projektentwickler der 20.02.2018 als final avisierter Rückzahlungstermin innerhalb des Rückzahlungsfensters festgelegt wurde. Diese Information werden wir zeitnah auch in Ihrem Nutzerkonto hinterlegen. Selbstverständlich behält sich Herr Paschertz vor, Ihr Darlehen bereits vor diesem Termin zurückzuführen. In diesem Falle werden Sie frühzeitig von uns informiert. Ihr Darlehen wird bis zum Stichtag der Rückzahlung weiterhin verzinst.“

E-Mail vom 26.01.2018:

„Nach derzeitigem Stand rechnen wir mit der Rückführung Ihres Darlehens inklusive Rendite innerhalb des vertraglich vereinbarten Rückzahlungsfensters zum 18. März 2018.“

Meine Meinung: Gründe werden jeweils keine genannt. Verdächtig finde ich hierbei auch, dass Herr Paschertz auch beim Projekt Villa Waldhof Krefeld (s. o.) tätig ist.

Grevenbroich Am Stadtpark

Ursprüngliches Darlehensende: 13.10.2017.Jetzige Prognose: 13.04.2018; weitere Verlängerung nicht möglich. Am 05.10.2017 (8 Tage vor Darlehensende) erhielt ich dazu die folgende E-Mail:

„Dennoch hat ein Verzug im Bau stattgefunden, der vornehmlich auf die aufwändigere Unterfangung - das ist die Stabilisierung der Nachbargebäude - zurückzuführen ist. Der verantwortliche Projektentwickler Herr Oyevaar hat uns daher darum gebeten, den bisher prognostizierten Rückzahlungstermin innerhalb des vertraglich zugesicherten Rückzahlungsfensters zu verschieben.“

Meine Meinung: Dem August-Report vom 19.09.2017 zufolge war noch nichts darüber bekannt, dass Unterfangungsarbeiten anstanden bzw. notwendig werden. Sie entstehen m. E. aber auch nicht binnen 3 Wochen und führen dann in Konsequenz zu einem 6 Monate (!) späteren Darlehensende.

Selfstorage-Park "Box!t" Leipzig

Ursprüngliches Darlehensende: 18.10.2017.Jetzige Prognose: 28.02.2018. Hierzu bekam ich am 10.10.2017 (8 Tage vor Darlehensende) ein E-Mail mit folgendem Text:

„Die Stadt Leipzig hat sich dazu entschlossen, die an das Projekt-Grundstück angrenzende Fahrbahn zusätzlich um einen Radweg zu erweitern. Aus diesem Grunde wurde Herr Diehl von der Stadt um den Gefallen gebeten, sein Grundstück kurzfristig umzuplanen, um dieses Vorhaben so zu ermöglichen. Als regional verankerter und erfahrener Leipziger Projektentwickler, kommt Herr Diehl dieser Bitte gerne entgegen.“

Die letzte Information zum Bau an sich stammt vom 13.02.2017 (in Folge wurde nur über Verkaufsstand und Juristisches berichtet): 

„Sobald die Witterung dies zulässt, wird mit den Erdbauarbeiten begonnen.“

Am 15.12.2017 erhielt ich die folgende E-Mail:

„Aufgrund der kurzfristigen Umplanung des Grundstückes, über die wir Sie und alle anderen Investoren im Projekt bereits im September informiert haben, hat uns der verantwortliche Projektentwickler Herr Diehl darum gebeten, eine Verschiebung der Rückzahlung Ihres Darlehens zu kommunizieren. Derzeit geht Herr Diehl davon aus, die Rückzahlung aller Darlehen mitsamt Rendite innerhalb des vertraglich vereinbarten Rückzahlungsfensters zu Ende Februar 2018 durchführen zu können. Dementsprechend haben wir auch die Prognose in Ihrem Nutzerkonto angepasst.“

Meine Meinung: Der Verdacht liegt nahe, dass bis zum Sommer/Herbst überhaupt nicht gebaut wurde (nichts berichtet), denn sonst wäre bis zum prognostizierten Darlehensende ja irgendetwas geschehen. Es wird auch von „umplanen“ gesprochen und nicht von „umbauen“. Seit dem 15.12.2017 gibt es anscheinend auch nichts Neues zu berichten.

Selfstorage-Park "Box!t" Duisburg

Ursprüngliches Darlehensende: 18.01.2018
Jetzige Prognose: 31.05.2018

Am 28.12.2017 erhielt ich die folgende E-Mail:

„Der verantwortliche Projektentwickler Herr Diehl hat uns darum gebeten, die Verschiebung der Rückzahlung innerhalb des vertraglich vereinbarten Rückzahlungsfensters zu kommunizieren. Herr Diehl geht davon aus, die Darlehen mitsamt Rendite in diesem Projekt zu Ende Mai 2018 an alle Darlehensgeber zurückzuführen.“

Meine Meinung: Auch hier werden keine Gründe genannt. Herr Diehl ist auch beim Projekt Selfstorage-Park "Box!t" in Leipzig (s. o.) tätig.

Gesamtbewertung

Zunächst ausdrücklich die Aussage, dass ich nicht wegen der Darlehensverlängerungen eine negative Bewertung abgebe. Diese Verlängerungen der Darlehenslaufzeiten entsprechen ausdrücklich den vertraglichen Vereinbarungen zu den Rückzahlungsfenstern. An dieser Stelle nur als Hinweis, dass gerade bei Zinsland diese vertragliche Regelung (die hier fast Standard ist) sehr häufig zum Tragen kommt. Wer dann zum ursprünglichen Termin sein Geld gebraucht hätte, hat ein Problem. Andere Plattformen haben mitunter auch solche Regelungen, die bisher bei mir aber ausschließlich zur vorzeitigen Darlehensbeendigung genutzt wurden.

Das eigentliche Problem liegt für mich im Berichtswesen. Mit dem Namen „Monatsreport“ kommen zu jedem Projekt Informationen ins E-Mail-Postfach, teils monatlich, teils in längeren Abständen. In Sachen Luvebelle hat sich Zinsland durchaus bemüht, wohl aber auch deswegen, um die erste Insolvenz im Crowdinvesting-Bereich doch noch zu vermeiden. Seit der Insolvenz ist totale Ruhe.

Das Berichtswesen ist mir einfach nichttief genug bzw. wirkt wie ”Heile Welt”. Auf heraufdämmernde Probleme, wie Zeitverzögerungen, wird meiner Meinung nach einfach zu spät hingewiesen. Prüfbare Meilensteine, die eine eigene Einschätzung erlauben würden, gibt es meines Erachtens nicht. Die Aussagen wirken auf mich teilweise inkonsistent bzw. unplausibel. Ich denke nicht, dass erst einige Tage vor dem geplanten Darlehensende eine notwendige Verzögerung um viele Monate bekannt werden kann. Ärgerlich finde ichdie Kommunikation immer um 5 vor 12, mit dem Eindruck, dass etwas ist nicht mehr länger unter der Decke halten zu können. Das passt mir nicht. Entweder man führt ein Berichtswesen mit Mehrwert oder man lässt es.

Für mich als Kunden ist nicht ersichtlich, wo das Problem steckt. War die Ursprungsplanung zu optimistisch? Gehen die Darlehensnehmer auf Tauchstation, wenn Sie das Geld haben? Fehlt‘s am Controlling seitens Zinsland oder sind die Berichts-Prozesse einfach nur suboptimal?

Mein Fazit: Nachdem es andere Unternehmen aus eigener Erfahrung besser im Griff haben werde ich bei Zinsland kein Geld mehr anlegen.

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