Hallo, mich würden noch einmal im Allgemeinen Aussagen zu Geldmarkt / Anleihen ETFs interssieren, um eventuell Fest- und Tagesgeld durch einen solchen ETF zu ersetzten, um das Risiko zu minimieren? Damit habe ich bisher noch keine Erfahrungen. Gibt es hierzu empfehlenswerte Produkte? Kann man davon ausgehen, dass in naher Zukunft die Rendite solcher ETFs auf Grund fallender Zinsen ebenso sinkt. Grüße
Zum Einstieg in die Thematik würde ich folgende Seiten empfehlen, auf denen man auch bereits Hinweise zu konkreten ETFs erhält:
- Stiftung Warentest: https://www.test.de/Mit-Overnight-ETF-am-Geldmarkt-anlegen-Tagesgeld-fuer-Fortgeschrittene-6070550-0/
- Finanztip: https://www.finanztip.de/investmentfonds/geldmarktfonds/
- Finanzfluss: https://www.finanzfluss.de/geldanlage/geldmarkt-etfs/
- justETF: https://www.justetf.com/de/academy/tagesgeld-etf.html
- extraETF: https://extraetf.com/de/wissen/geldmarkt-etfs
Generell ist die Auswahl an Geldmarkt-ETFs aber sehr überschaubar. Auf Euro-Basis (Fremdwährungen machen als Tagesgeld-Ersatz wegen des zusätzlichen Währungsrisikos kaum Sinn) gibt es aktuell nur etwas mehr als ein halbes Dutzend auf dem Markt, von denen auch nur etwa die Hälfte thesaurierend ist (angesichts der geringen und oftmals nur unregelmäßigen Ausschüttung sowie des fehlenden Steuervorteils - Stichwort "Vorabpauschale" - bieten ausschüttende Geldmarkt-Fonds m.E. keine überzeugenden Vorteile). Dabei handelt es sich um folgende ETFs:
- Xtrackers II EUR Overnight Rate Swap UCITS ETF 1C (WKN: DBX0AN; TER: 0,10 %)
- Lyxor Smart Overnight Return UCITS ETF C-EUR (LYX0WM; 0,05 %)
- Amundi / Lyxor Euro Overnight Return UCITS ETF - Acc (LYX0B6; 0,10 %)
- Invesco Euro Cash 3 Months UCITS ETF Acc (A0RAC9; 0,09 %)
Mit einem Fondsvolumen von über 7 Mrd. € ist der Xtrackers mit Abstand der "Platzhirsch", gefolgt von den beiden Amundi-Produkten (Lyxor wurde 2022 von Amundi übernommen), während der ETF von Invesco mit einem Fondsvolumen von weniger als 50 Mio. € noch immer sehr klein ist, obwohl es ihn auch schon seit 2008 gibt.*
Was die Performance anbelangt, hatte der Lyxor Smart in den letzten Jahren die Nase vorn, was wohl in erster Linie auf die niedrigere TER zurückzuführen sein dürfte. Ansonsten nehmen sich die 3 größeren Fonds im Vergleich nicht viel. Ausschlaggebend für die Auswahl könnten daher eher besondere Aktionsangebote der eigenen Depotbank sein. So bieten z.B. einige Brokern und Banken kostenlose Sparpläne für die genannten Amundi-ETFs, wodurch diese in der Anschaffung deutlich günstiger sind als die Konkurrenzprodukte.
Ansonsten bewegen sich natürlich auch die Geldmarkt-ETFs nicht in einer abgeschirmten Blase, was bedeutet, dass auch deren Rendite zurückgehen wird, wenn die Zinsen wieder sinken. Im ungünstigsten Fall kann die Rendite - anders als bei Tagesgeld - hier sogar negativ sein, da u. a. die Fondskosten weiter anfallen, selbst wenn es keine Zinsen gibt. Hier gilt es dann rechtzeitig den Absprung zu schaffen und wieder auf andere Anlageformen zu wechseln, bei denen das angelegte Kapital zumindest nicht kleiner wird.
* Ein Grund hierfür könnte sein, dass die TER offenbar bis vor geraumer Zeit noch 0,15 % betrug und dieser Wert weiterhin in vielen ETF-Vergleichsportalen vermerkt ist.
Nachtrag: Der o.g. Invesco-ETF wird zwar von den ... → Werden Sie jetzt kostenlos Mitglied der Kritische-Anleger-Community, um den vollständigen Beitrag zu sehen!
Danke für die ausführliche Info. Heißt also: Vor allem dann aufpassen, wenn die Zinsen wieder allzu sehr fallen.
Update: Auf dem Gebiet der EUR-Geldmarkt-ETFs hat sich im letzten Jahr ein bisschen was getan:
Bereits im Mai letzten Jahres hat die schweizerische UBS mit dem UBS EUR Overnight Rate SF UCITS ETF EUR acc (A411BY) einen neuen Kosten-Primus (TER: 0,05 %!) aufgelegt. Kurz darauf zog die französische BNP Paribas mit ihrem BNP Paribas Easy EUR Overnight UCITS ETF Acc (A41BTT; 0,05 %) nach, den es mittlerweile auch in einer (wenn noch sehr kleinen) ausschüttenden Variante gibt (A41MWT).
Weitere neue Swap-basierte Produkte, die sich an der Entwicklung des €STR orientieren, kamen zudem zuletzt vom US-Anbieter Invesco (Invesco EUR Overnight Return Swap UCITS ETF Acc; A41BV0; TER: 0,10 %), dem französischen Vermögensverwalter Amundi (Amundi EUR Cash Active UCITS ETF Acc; ETF287; 0,10 %) sowie vom US-Branchenführer BlackRock (iShares EUR Overnight Rate Swap UCITS ETF (Acc); A41FH8; 0,10 %), wobei letztgenannter sogar ein Plus von 8,5 Basispunkten auf den €STR-Zinssatz verspricht.
Wer hingegen auch bei Geldmarkt-ETFs eine physische Replikation bevorzugt, der kann seit vergangenem Dezember auf den ebenfalls sehr kostengünstigen (TER: 0,07 %!) Vanguard EUR Cash UCITS ETFs des US-ETF-Pioniers Vanguard zurückgreifen, von dem sowohl eine thesaurierende (A41L3W) als auch eine ausschüttende (A41L3V) Version angeboten wird.