Exchange Traded Funds
Sollte ich in ETFs investieren?

Sollte ich in ETFs investieren?

ETFs sind derzeit in aller Munde und gelten als das Non-Plus-Ultra der Altersvorsorge. Honorarberater empfehlen sie, Verbraucherschützer empfehlen sie und Finanzblogger überbieten sich mit Blogartikeln zum Thema. Dabei gibt es wie bei jedem Hype so viele Falschinformationen und Verzerrungen, dass viele Anleger am Ende des Tages gar nicht mehr ... Weiterlesen

Antworten zu ETFs

Die fünf Top-Antworten zu ETFs

Hier finden Sie unsere Top-5 Fragen und Antworten zum Thema Exchange Traded Funds (ETFs). Viele weitere Fragen finden Sie im ausführlichen ETF-Ratgeber. Werfen Sie zudem einen Blick in unsere 5-Punkte-Checkliste, die einige wichtige Aspekte zusammenfasst. Sie haben noch Fragen? Dann hinterlassen Sie uns einen kurzen Kommentar.

Fragen & Antworten zum Thema Tagesgeld

Unser Ratgeber zum Thema ETFs

Stefan Erlich - Redaktionsleiter

Im Folgenden finden Sie die wichtigsten Fragen und Antworten zum Thema Exchange Traded Funds (ETFs). Sie haben eine Frage, die hier noch nicht beantwortet wurde? Dann nutzen Sie entweder unsere Suchfunktion oder übermitteln Sie uns einen Kommentar.

Ihr Stefan Erlich, Leiter der Redaktion

Sollte ich in ETFs investieren?

Sollte ich in ETFs investieren?

ETFs sind derzeit in aller Munde und gelten als das Non-Plus-Ultra der Altersvorsorge. Honorarberater empfehlen sie, Verbraucherschützer empfehlen sie und Finanzblogger überbieten sich mit Blogartikeln zum Thema. Dabei gibt es wie bei jedem Hype so viele Falschinformationen und Verzerrungen, dass viele Anleger am Ende des Tages gar nicht mehr wissen, was nun richtig oder falsch ist.

Machen Sie sich mit Hilfe unseres ETF-Ratgebers ein eigenes Bild von dieser Anlageklasse. Dazu ist zunächst einmal wichtig zu verstehen, was ETFs eigentlich sind und warum sie als Investment überhaupt als attraktiv gelten. Und dann ist da noch die alles entscheidende Frage vieler Anleger: Sollte man jetzt investieren oder lieber noch warten? Sollten Sie sich nach dieser Lektüre für eine Anlage in ETFs entschieden haben, so helfen wir Ihnen auch bei der Auswahl des richtigen Depots und ETFs.

Was sind Exchange Traded Funds?

Was sind Exchange Traded Funds?

Exchange Traded Funds sind letztlich nichts anderes als Sammelbecken für Gelder, die im Namen der Geldgeber (Anleger) in einen klar definierten Korb an Aktien investieren (ggf. auch in andere Wertpapiere wie Anleihen). Dieser vorher fest definierte Korb basiert zumeist auf einem Aktienindex wie dem deutschen Aktienindex DAX, dem amerikanischen Dow Jones oder auch einem Weltindex wie dem MSCI World. Legen Sie z. B. 10.000 € in einen ETF an, der in den deutschen Aktienindex DAX investiert, so sind Sie über die vom ETF gekauften Aktien automatisch Teilhaber an allen im DAX beflindlichen Unternehmen.

Für ETFs ist charakteristisch, dass diese jederzeit gekauft oder verkauft werden können (daher auch der Name "Exchange Traded Fund", denn Sie können den Fonds jederzeit an verschiedenen Börsen handeln). ETFs sind vor allem bekannt geworden, weil sie das Konzept des Index Investings für Privatanleger besonders elegant und kostengünstig umsetzen. Dabei investiert man, wie oben bereits angedeutet, nicht in einzelne, selbst ausgewählte Aktien, sondern in einen Index, der wiederum aus verschiedensten Unternehmen und ihren Aktien besteht. Ändert sich die Zusammensetzung des Index (z. B. weil ein Unternehmen deutlich gewachsen ist), ändert sich auch die Zusammensetzung des "Indexfonds" und damit auch die Ihres persönlichen Aktienportfolios.

ETFs vereinen gleich drei Vorteile in einem Produkt:

  1. Ein hohes Maß an Diversifikation, sodass Sie mit dem Kauf von nur einem ETF innerhalb weniger Sekunden in mehrere Tausend Unternehmen weltweit investieren können (je nach Wahl des ETF)
  2. Geringe Kosten von zumeist nur etwa 0,1 % bis 0,8 % pro Jahr, vor allem iim Vergleich zu klassischen Aktienfonds, die üblicherweise im Bereich von 1-3 % pro Jahr liegen
  3. Ständige Handelbarkeit, sodass Sie einen ETF jederzeit auch wieder verkaufen können, sollten Sie das wollen (was eigentlich gegen die Langfristigkeit dieser Anlageform spricht)
Warum sollte man in ETFs investieren?

Warum sollte man in ETFs investieren?

ETFs sind bei Honorarberatern, Verbraucherschützern und Finanzbloggern deswegen so beliebt, weil sie aktuell wohl den besten Weg darstellen, um einfach, günstig und breit diversifiziert in Aktien zu investieren. Je nach Berechnungsmethode und Quelle landet man bei langfristigen historischen Renditen zwischen 4 % und 8 % pro Jahr. Geht man davon aus, dass diese auch in der Zukunft zu erwarten sind, dann ist ein Investment in Aktien natürlich äußerst attraktiv, vor allem im Vergleich zu relativ gering verzinsten Tages- und Festgeldkonten. Dazu kommen die geringen jährlichen Kosten von ETFs, die zumeist deutlich unter denen klassischer, aktiv verwalteter Fonds liegen. Dabei sind die Kosten für Anleger extrem wichtig, weil sie zum einen die Rendite schmälern und zum anderen direkt beeinflussbar sind (durch die Wahl eines kostengünstigen Fonds) - anders als die Aktienkurse selbst.

Aus unserer Sicht sind ETFs derzeit die beste Art, um von steigenden Aktienkursen und den Dividendenzahlungen inländischer und ausländischer Unternehmen zu profitieren. Dabei können ETFs aber auch keine Wunder vollbringen und die positive Entwicklung der Aktienkurse garantieren. Letztlich optimiert man als Anleger mit ETFs lediglich seine Chancen auf eine möglichst hohe Rendite, bleibt dabei aber weiterhin den Turbulenzen der Aktienmärkte inkl. möglicher Verluste ausgeliefert.

Ist jetzt der richtige Einstiegszeitpunkt?

Ist jetzt der richtige Einstiegszeitpunkt?

Diese Frage ist ein Klassiker unter privaten Anlegern, da diese noch immer der Illusion unterliegen, man könne den richtigen Ein- und Ausstiegszeitpunkt an der Börse finden und entsprechend handeln. Selbst von passionierten Aktieninvestoren hören wir immer wieder die Aussage, man müsse am Tief kaufen und am Hoch verkaufen. Was diese dabei nicht beachten: Ob man sich in der jeweiligen Situaton gerade am Hoch oder am Tief befindet, ist überhaupt nicht klar. Zahlreiche Studien haben mittlerweile deutlich gezeigt, dass selbst hochbezahlte Experten nicht in der Lage sind, über einen längeren Zeitraum hinweg die richtigen Ein- und Ausstiegszeitpunkte zu finden. Dies sollte uns Privatanlegern eine Lehre sein und wir sollten aufhören, die Frage nach dem richtigen Einstiegszeitpunkt zu stellen.

Tatsächlich ist bei einer weltweit gestreuten Aktienanlage über ETFs der richtige Einstiegszeitpunkt wahrscheinlich gar nicht so entscheident. Historisch gesehen stiegen die Aktienkurse langfristig immer und erreichten bisher auch immer neue Höhen, sodass selbst beim Einstieg an einem der vielen Hochs langfristig trotzdem eine ansehnliche Rendite erwirtschaftet werden konnte. Auf Basis dieses Gedankengangs ist entsprechend wichtig, dass Sie eine Aktienanlage über ETFs mit einem sehr langen Anlagehorizont von mindestens 10 Jahren tätgen, besser 20. Nur dann haben Sie die Chance, mögliche Verluste wieder aufzuholen. Eine Garantie dafür gibt es aber natürlich nicht, denn die Geschichte lässt sich nie eins zu eins in die Zukunft fortschreiben.

Welche ETFs sind empfehlenswert?

Welche ETFs sind empfehlenswert?

Generell empfehlen wir die Anlage in einen ETF, der über möglichst viele Länder und Unternehmen hinweg in Aktien investiert. Hierfür eignen sich aktuell vor allem die Aktienindizes MSCI World und der FTSE All World, zu denen es mittlerweile eine große Zahl an ETFs gibt. Dabei sollte der ETF bereits über ein möglichst großes Investitionsvolumen verfügen, damit die Wahrscheinlichkeit einer Schließung möglichst gering bleibt. Ebenso ist auf eine geringe Kostenquote zu achten, die sogenannte Gesamtkostenquote (TER, Total Expense Ratio). Sie gibt an, wie viel Ihres Anlagebetrages die Fondgesellschaft Ihnen jedes Jahr für ihre Dienstleistung abzieht.

Die folgende zwei ETFs halten wir derzeit für besonders empfehlenswert. Dabei ist jedoch zu beachten, dass es bei weltweit streuenden ETFs kein "empfehlenswert" vs. "nicht empfehlenswert" gibt. Zudem entwickelt die Fondsbranche immer neue Produkte, sodass sich diese Empfehlungens stetig ändern können.

  1. iShares Core MSCI World UCITS ETF USD (Thesaurierend) - A0RPWH
  2. Vanguard FTSE All-World UCITS ETF USD (Thesaurierend) - WKN: A2PKXG

Der ETF von Vanguard ist aktuell im Vergleich zum iShares-ETF noch relativ klein, da er erst in 2019 aufgelegt wurde, um den bereits relativ großen ausschüttenden Bruder zu ergänzen. Angesichts der Popularität der Vanguard-Fonds dürfte der hier genannte ETF aber auch zügig eine ähnliche Dimension erreichen wie der iShares-ETF.

Beide ETFs sind im Übrigen über praktisch alle Depotanbieter und Broker in Deutschland handelbar. Die Kaufkosten variieren natürlich von Anbieter zu Anbieter, allerdings fallen diese bei einem sehr langfristig ausgelegten Investment kaum ins Gewicht, weshalb die Kaufkosten nicht das entscheidende Kriterium bei der Auswahl eines Depotanbieters sein sollten.

Welches Depot ist für ETFs geeignet?

Welches Depot ist für ETFs geeignet?

Grundsätzlich eignet sich jedes Depot für eine Anlage in ETFs, denn ETFs sind letztlich nichts anderes als eine Form von Wertpapieren, die über eine Börse gekauft und in einem Depot aufbewahrt werden können. Achten sollte man darauf, dass vor allem bei relativ geringen Anlagebeträgen die jährlichen Kosten für die Depotführung nicht zu hoch sind. Idealerweise ist das Depot natürlich komplett kostenlos, allerdings ist dies mittlerweile nicht mehr bei allen Anbietern ohne Einschränkungen der Fall.

Unsere aktuelle Depotempfehlung finden Sie hier.

5 Punkte, die Sie bei einer Anlage in ETFs beachten sollten

5 Punkte, die Sie bei einer Anlage in ETFs beachten sollten

  1. Betrachten Sie Ihre ETF-Anlage von vornerhein als ein extrem langfirstiges Investment, das sie im Idealfall die nächsten 20 Jahre nicht antasten werden. Der ETF-Anteil an Ihrem Vermögen sollte so bemessen sein, dass auch ein Kursrutsch von 50 % Sie finanziell nicht aus den Gleisen werfen würde. Diese Herangehensweise erhöhte Ihre Chancen, langfristig attraktive Renditen einzufahren.
  2. Stellen Sie sich mental auf Verluste ein, so absurd das bei einer Geldanlage auch klingen mag. Die Aktienmärkte sind keine Einbahnstraße und werden Sie ggf. immer wieder in die Verlustzone bringen. Stellen Sie sich vor, dass Ihr Depotwert plötzlich -60 % anzeigt. Nur, wenn Sie mit diesem Gedanken klar kommen, sollten Sie eine Anlage in ETFs überhaupt wagen.
  3. Kaufen Sie nicht zu viele ETFs. Leider neigen Privatanleger dazu, sich nicht mit einem einzelnen Welt-ETF zufrieden zu geben und holen sich unterschiedlichste ETFs und Indizes ins Depot. Dies erzeugt vor allem Kauf- und Verkaufskosten, bringt für Ihr Depot langfristig aber kaum einen Vorteil.
  4. Seien Sie sich bewusst, dass ETFs keine Wunderanlagen sind, die garantierte Renditen abwerfen. Das Anlagekonzept der ETFs und des Index Investings basiert vor allem auf der Analyse historischer Renditen. Dass das Fortschreiben historischer Trends in die Zukunft jedoch mit Problemen verbunden ist, dürfte jedem klar sein.
  5. Machen Sie sich jetzt schon Gedanken über ein Ausstiegsszenario, sprich, stellen Sie Szenarien für die Auflösung Ihrer Aktienanlage auf. Das kann z. B. der vollständige Verkauf zum Renteneintritt sein, die kontinuierliche Auflösung zum Studienbeginn des Nachwuchses oder auch die Ewigkeitsanlage ohne Verkauf, bei der Sie rein von den Ausschüttungen des ETFs leben. Ohne klares Exit-Szenario werden Sie im Zweifel als Getriebener des Marktes dann verkaufen, wenn Sie es emotional gerade für sinnvoll halten. Dies hat jedoch wenig mit einer gut geplanten und renditeträchtigen Geldanlage zu tun.

Ihre Fragen & Erfahrungen zum Thema ETFs

Haben Sie bereits Erfahrungen mit ETFs gemacht? Wenn ja, welche? Wenn nein, was hat Sie bisher von einem Investment in dieser Anlageklasse abgehalten? Welche Zweifel/Fragen bestehen? Sagen Sie uns hier Ihre Meinung!

Kommentar von Heppi am 17.09.2020

Sind Ihnen Möglichkeiten für Menschen mit Wohnsitz in Deutschland bekannt, ein Depot für ETF außerhalb des EURO-Raumes zu eröffnen?
Ich kenne da eigentlich nur Captrader oder Lynx, die mit ihrer Handelssoftware den Normalo in meinen Augen überfordern. Im Schweizer Raum gibt es Swissquote oder Cornertrader, die aus deutscher Sicht extreme Kosten aufrufen.
Es müsste doch im dänischen oder schwedischen Raum auch Sowas wie die ING Diba oder die DKB geben.
(Ich frage nicht in der vermeintlichen Hoffnung, das Finanzamt zu umgehen, sondern um Geld auf Verrechnungskonten Usw. ebenfalls diversifiziert zu haben. )
Weltsparen, die zumindest Tagesgeld in anderen Ländern anbieten, fällt für mich aus, da ich gerne ein Gemeinschaftskonto hätte.
LG Heppi

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Antwort von Stefan Erlich am 21.09.2020

Hallo Heppi,
derartige Möglichkeiten sind mir derzeit leider nicht bekannt. Tut mir leid :-(
Warum bevorzugen Sie Gemeinschaftskonten? Diese haben aus meiner Sicht eigentlich mehr Nachteile als sie Vorteile bieten, insbesondere dann, wenn man im Todes-/Erbfall alles wieder auseinanderdivideieren muss. Das kann je nach Vermögenssituation und Handling der Bank stressig werden. Ich bevorzuge daher mittlerweile Einzelkonten. Ist aber sicher auch eine Geschmacksfrage :-) Vg, Stefan Erlich

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Kommentar von Britsch am 05.09.2020

Ich habe einen Sparplan über 100€ seit ca. 3 Jahren bei LyxorMSCI World Consumer. Die Idee war bis 10000€ zu sparen.
Der Kurs war, bis auf eine kurze CoronaZeit, ständig steigend und wanderte auf 27%. Ich bin mir da inzwischen unsicher, ob ich nicht besser verkaufen sollte... oder? besser gehts nicht.

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Antwort von Stefan Erlich am 07.09.2020

Mhhh, also wenn ich Ihren Kommentar so lese, dann frage ich mich, um ganz offen und ehrlich zu sein, ob Sie das Konzept der Anlage in ETFs/Indexfonds verstanden haben. Das ist nicht böse gemeint, aber das Ganze ist ja keine spekulative Anlage für ein paar Monate oder Jahre. Wir reden hier über 10 Jahre, besser 20 und mehr. Wenn Sie jetzt schon nach 3 Jahren Angst haben, dass es morgen bergab gehen könnte, dann sind ETFs eventuell die falsche Anlage für Sie! Ein bisschen Spielgeld hier und da zum Spekulieren einzusetzen, ist ja völlig in Ordnung, aber ETFs sind einfach eine sehr langfristige Anlage, die man am besten einfach vergessen sollte. Alles andere macht aus meiner Sicht keinen Sinn. Und um ganz konkret Ihre Frage zu beantworten: Niemand weiß, ob die Kurse morgen weiter steigen oder plötzlich fallen werden. Woher sollte jemand das auch wissen können!? VG, Stefan Erlich

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Kommentar von Maximilian Filaraw am 03.09.2020

Grundsätzlich bespare ich auch eine Art Weltportfolio mit ETFs, ähnlich wie Gerd Kommer es vorschlägt: https://etfs24.de/etf-strategie-gerd-kommer/Einfach 70% MSCI World, wobei ich hier einen Faktor mit drin haben will, nämlich den MSCI World Minimum Volatility. Der hat in den letzten Jahrzehnten den normalen MSCI WORLD outperformt bei geringerer Schwankung. Ansonsten noch für 30% einen ETF auf den MSCI Emerging Markets.

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Kommentar von Anfängerin am 28.08.2020

Hallo Herr Erlich,
ich habe mich in den letzten Tagen intensiv mit dem Thema ETF's beschäftigt. Darf ich Ihnen meine Erkenntnisse/ggf. geplantes Vorgehen aufzeigen? Sollten Sie schlimme Gedanken-/oder Sachfehler entdecken, machen Sie mich bitte darauf aufmerksam. Herzlichen Dank

Zusammenstellungsoptionen und Gewichtung (jeweils einen in entsprechender Menge):

MSCI World 40%
MSCI Emerging Markets 20% (Aktengesellschaft der Schwellenländern)
Anleihenindex (Anleihenanteil): IBoxx Euro Sovereigns 30% (XTrackers)
Nahrungsmittelaktien 10% (Basiskonsumgüter)
Tagesgeld/Festgeld (als Ergänzung, statt Immobilienfond, Rohstoffe, Gold)

Allgemein:
- mindestens zu verwaltendes Vermögen der Aktie/Anleihe: über 500 Millionen Euro
- Transaktionsvolumen/Kauf: min. 1.500 Euro (Kosten < 1%)
- auf etablierte Indizes großer Anbieter konzentrieren, die einen möglichst große Teile des Marktes abdecken
- optimierte Replikation (auch: physische Replikation mittels Sampling) 

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Antwort von Stefan Erlich am 31.08.2020

Hallo Anfängerin,

das geht grundsätzlich schon mal in die richtige Richtung :-) Ein paar Anmerkungen:

1. Insgesamt sieht mir das ein wenig nach "overengineering" aus. Oder anders gesagt: Ich würde es mir für den risikobehafteten Anteil des Depots einfacher machen mit einem einzigen ETF auf den MSCI All Country World Index oder den FTSE All World-Index. Dann sparen Sie sich den Emerging Markets ETF. Für den Nahrungsmittel-ETF sehe ich persönlich ohnehin kein Bedarf, da die großen Indizes ja Nahrungsmittelhersteller schon abdecken. Versuchen Sie, das Depot so simpel wie möglich aufzubauen!

2. Den sicheren Anleihenanteil kann man meiner Meinung nach auch mit Tagesgeld/Festgeld abbilden. Da hat man weniger Schwankungen und schläft ruhiger. Ist aber nur meine persönliche Meinung und wird von anderen Finanzleuten nicht unbedingt genauso gesehen ;-)

3. Grübeln Sie allgemein nicht zuviel über die Struktur des Depots. Ein ETF auf den MSCI All Country Wordl oder den FTSE All World plus Tagesgeld/Festgeld, ggf. Ihre eigene Immobilie und vielleicht ein paar Goldmünzen und gut ist. Danach heißt es: Ruhe bewahren und durchhalten. Ihr größter Feind ist nicht etwa die richtige Auswahl des ETFs oder die richtige Zusammensetzung, sondern Ihre eigene Psyche, sprich, dass Sie 10+ Jahre durchhalten und nicht verkaufen. Da scheitert ein Großteil der Anleger dran, weil sie im Crash verkaufen. Und: Machen Sie sich auch immer bewusst, dass Indexfonds und ETFs, wie sie heute als "Stand der Technik" gesehen werden, nicht unbedingt auch in 10 oder 20 Jahren noch das Non-Plus-Ultra sein müssen. Auch die Anlagewelt entwickelt sich weiter und so kann es sein, dass es in 10 Jahren schon deutlich bessere Produkte gibt. Das ist nicht schlimm und ganz normal. Dann muss man einfach umschichten. Das nur, um die Erwartungen richtig zu positionieren ;-)

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Antwort von Anfängerin am 31.08.2020

Hallo Herr Erlich,

vielen Dank für die schnelle Antwort!

Ich werde Ihre Vorschläge/Anmerkungen beachten.

Auf verschiedenen Internetseiten habe ich gelesen, dass das Portfolio bis zu 7 ETF's haben sollte. Ich kann es nicht beurteilen, aber dies erscheint mir für einen Laien zu aufwendig zu händeln und unübersichtlich zu sein und kommt damit für mich nicht in Frage.
Welchen Anlagebetrag würde Sie als Mindestinvestitionssumme unter der Berücksichtigung, dass die erhoffte Rendite eine kleine aber feine Finanzspritze im Alter 75+ darstellen soll? Wie oft sollte ich die/den ETF evaluieren (1x jährlich/häufiger)?
Im Internet ist zu lesen, dass die INB Bank bzgl. Wertpapiere/Kosten eine Änderung plant (ab 01.11.2020). Könnte es sinnvoll sein bzgl. Eröffnung eines Depots noch zu warten?
Psyche: ich würde den Erwerb von ETF's psychologisch wie Festgeld "werten". Gekauft-"vergessen". Wir sehen uns in 20 Jahren wieder!

LG

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Antwort von Stefan Erlich am 31.08.2020

Bis zu 7 ETFs? Das halte ich für absoluten Overkill! Keep it simple: Ein weltweit breit diversifizierter ETF reicht volkommen.
Ihr Anlagebetrag hängt von Ihren eigenen Präferenzen ab. Bedenken Sie immer, dass so ein Portfolio in 2 Jahren auch mal für einige Jahre zu 60 % im Minus stehen kann. Das muss man sowohl psychisch als auch vom praktischen Alltag her aushalten können. Daher immer nur Gelder investieren, die Sie zu 99 %. nicht brauchen werden, auch wenn mal was schief geht (und das passiert ja bekanntlich immer ;-)). Was die monatlichen/jährlichen Sparraten angeht, so sind Sie auch da flexibel. Die Depotbanken bieten ja mittlerweile auch für Kleinsbeträge günstige Sparpläne an.
Die ETFs evaluieren würde ich eigentlich gar nicht, es sei denn, es kommt jetzt die große neue Finanzinnovation. Einzig das Rebelancing sollte man einmal im Jahr machen.
Machen Sie Ihre Anlage nicht davon abhängt, dass eine x-beliebige Bank morgen oder übermorgen irgendetwas an den Gebühren ändern wird. Das wird in den nächsten 20 Jahren noch mindestens 10 weitere Male vorkommen, genauso wie Steuerreformen und ggf. Systemwechsel. Das sind alles untergeordnete Punkte - so zumindest meine Meinung.
Gekauft und vergessen klingt gut ;-) Ich sage immer "Shoot & Forget" :)

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Antwort von Anfängerin am 02.09.2020

Hallo Herr Erlich,

darf ich ein letzte "dumme" Frage stellen?
Kann ich Anteile von dem von Ihnen empfohlenen ETF (iShare) per Einmalzahlung kaufen und zusätzlich (parallel) ansparen?

Sollte dies nicht möglich sein, welcher ETF wäre alternativ dann möglich?

LG

Barbara

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Antwort von Stefan Erlich am 02.09.2020

Fragen stellen dürfen Sie immer ;-) Sie können ETFs in beliebiger Anzahl und Häufigkeit kaufen. Das sind ja letztlich auch nur Variationen von Wertpapieren wie es Aktien auch sind. Ob Sie dann auf einen Schlag 1000 Stück kaufen und jeden Monat 10 zusätzlich dazu, interessiert eigentlich niemanden :-) Das hängt auch nicht mit dem ETF zusammen, den Sie kaufen, sondern mit Wertpapieren allgemein. Hilft das weiter?

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Antwort von Anfängerin am 03.09.2020

Die Ansparvariante muss ich mir also so vorstellen, dass ich mir selber Geld überweise und dann wieder Anteile kaufe, wenn eine genügende Summe zusammen gekommen ist ???? Weiter sollte das Ansparen und der Neuerwerb kostenfrei sein, da sonst die Orderkosten + ggf. weitere Gebühren zu hoch würden ????

Könnte die OnVista Bank unter der Voraussetzung: einmalige Ordergebühr (unabhängig des Volumens) + Pauschale für den Handelsplatz und kostenfreier Ansparvariante eine Alternative bzgl. Depot für mich sein? Grund: ich möchte einen größeren Einmalbetrag einbringen (kaufen-halten) und zusätzlich besparen.

Nochmals vielen Dank für die Unterstützung!

Barbara

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Antwort von Stefan Erlich am 03.09.2020

Sie haben bei der Depotbank ja quasi immer zwei Konten: Das Depot selbst, in dem die Aktien, Anleihen und ETFs liegen und dann noch ein Verrechnungskonto. Wenn Sie nun ETFs kaufen wollen, überweisen Sie Geld auf das Verrechnungskonto und kaufen die ETFs. Das ist im Prinzip wie Äpfel kaufen auf dem Markt. Will man viele kaufen, braucht man viel Geld im Portemonnaie (=Verrechnungskonto). Für wenige eben dann weniger :-) Nach dem Kauf der ETFs bucht die Depotbank Ihnen diese in Ihr Depot ein und der Kaufbetrag wird vom Verrechnungskonto abgebucht. Eigentlich total easy :)

Machen Sie sich nicht so viele Gedanken über die Orderkosten. Die spielen vor allem bei größeren Beträgen eine untergeordnete Rolle für Ihre Rendite. "Gefährlich" sind eher die prozentualen Kosten der ETFs selbst. Dort kann man eher noch optimieren. Ich persönlich nehme heutzutage lieber eine kostenpflichtiges Depot und zahle auch angemessene Gebühren für den Kauf und Verkauf von Wertpapieren. Das spart hinten raus oft viel Ärger bzgl. Service und Co. und über einen Zeitraum von 20 Jahren weren Sie zwangsläufig irgendwann Kontakt mit dem Service haben müssen, z. B. im Rahmen eines Depotübertrages zu einer anderen Bank, wenn Sie das mal wünschen. Wer billig kauft, kauft zweimal bzw. zahlt hinten raus drauf. Das gilt auch bei Depotbanken. So zumindest meine Meinung.

Die onvista Bank ist nicht gerade für ihre Kundenzufriedenheit bekannt (siehe https://www.kritische-anleger.de/onvista-bank/erfahrungen/). Was spricht denn gegen die ING oder Comdirect? Wie gesagt: Optimieren Sie nicht so sehr bei den Depot- und Orderkosten herum. Das rächt sich irgendwann ...

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Antwort von Anfängerin am 03.09.2020

Die ING Bank scheint für Kunden, die neben einem Einmalkauf gelegentlich Anteile nachkaufen möchten, eine "vernünftige" Alternative zu sein.

Diesen Teil Ihrer Antwort habe ich leider nicht ganz verstanden:"...für Ihre Rendite. "gefährlich" sind eher die prozentualen Kosten der ETFs selbst. Dort kann man eher noch optimieren..."

Klar, Service und Co. sollte bei der Wahl des Anbieters eine Rolle spielen. Ich würde für mich bzgl. Handlungsvorgehensweise vermuten: Einmalkauf + Nachkauf (bei "günstiger" oder finanzieller Möglichkeit). Ein Sparplan erscheint mir nicht mehr so attraktiv. Grund: wenn die finanzielle Möglichkeit besteht, Anteile nachkaufen (vorher ggf. vom Referenzkonto Geld aufs Abrechnungskonto nachüberweisen) und gut iss.
Puh, alles ganz "einfach" und doch im Detail auch bzgl. praktischem Vorgehen doch nicht ganz ohne... :-)

Nicht zu kompliziert: na ja, so bin ich und ich möchte schon verstehen, was wann passiert. Leider muss ich deshalb Vieles nachfragen.

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Antwort von Stefan Erlich am 04.09.2020

Warum ist die ING nur eine "vernünftige" Alternative und keine vernünftige Alternative ohne Anführungszeichen?

Gefährlich sind die prozentualen Kosten, weil sie kein Limit nach oben kennen. Die Orderkosten hingegen sind zumeist gecapped, sprich, es gibt einen Maximalbetrag. Die Comdirect verlangt für Orders beispielsweise eine prozentuale Gebühr, aber diese ist limitiert auf maximal 59,90 €. Gerade bei größeren Anlagebeträgen fällt diese Gebühr dann gar nicht mehr so stark ins Gewicht. Die ETF-Gebühren hingegen sind unlimitiert, sprich bei 0,3 % Gebühren zahlen Sie bei 200.000 € Anlagebetrag 600 € im Jahr an die Fondsgesellschaft. Da lohnt es sich also eher, die ETF-Gebühren durch eine günstigere ETF-Wahl zu optimieren als an den Depotgebühren zu schrauben. Macht das jetzt Sinn?

Naja, ein Sparplan hat schon seine Berechtigung, weil automatisiert und sorgenfrei. Die Idee der Anlage ist ja (wie Sie vorher auch schon mal erwähnten) ein "Aufsetzen & Vergessen" und das geht mit einem Sparplan recht gut. Aber klar, Sie können natürlich auch gern manuelle Überweisungen vornehmen und jederzeit neu investieren, wenn es gerade passt. Da spricht grundsätzlich nichts dagegen, außer der Aufwand.

Auch hier nochmal: Sie machen sich zu viele Gedanken ;-) Keep it simple und nicht alles auf die letzte Nachkommastelle optimieren. Sie wollen eine sorgenfreie dauerhafte Anlage kreieren, keine Paypack-Punkte sammeln und Gebühren optimieren. Da reicht es auch, mal grob über den Daumen zu peilen und auch ein paar Kosten in Kauf zu nehmen.

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Antwort von Anfängerin am 04.09.2020

Hallo Herr Erlich,

die ING-Bank ist sicher eine gute Alternative (auch ohne "-Zeichen) :-)
Für jeden Geschmack/Bedarf gibt es sicher einen Anbieter.

Ich werde also loslegen und auf "gute Geschäfte" hoffen.

Nochmals vielen Dank an Sie!

LG

Barbara

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Kommentar von b.liebscher@web.de am 14.07.2020

hallo herr ehrlich, kann ich b i t t e eine isin oder wkn erhalten, um einen richtigen index etf von dax,nikkei, s+p 500 und dow jones zu kaufen. ...aber bitte keinen vom fonds- manager gemanagtenetf!!

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Antwort von Stefan Erlich am 14.07.2020

Hallo Herr Liebscher,
am besten schauen Sie sich einmal auf https://www.justetf.com/de/find-etf.html um. Das Portal bietet einen sehr guten Überblick, inkl. aller ISINs und WKNs.
Mit besten Grüßen, Stefan Erlich

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Kommentar von Gerd am 17.02.2020

Ich investiere seit 3 Jahren in ETF, insgesamt habe ich zwischenzeitlich 5 verschiedene ETF, die sich -bis auf einen HighDividend, überdurchschnittlich entwickelt haben. Ich plane künftig auch noch in andere Märkte, z.B. Food, per ETF zu investieren. Mich reizen natürlich auch die geringen Anschaffungs- und laufenden Kosten. Ob ETF aber tatsächlich langfristig halten, was sie versprechen, wird sich erst in Krisenzeiten zeigen.

Ich bin gespannt, was hier künftig im Ratgeber ETF darüber zu lesen sein wird.

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Antwort von David Stahmann am 24.02.2020

Vielen Dank für Ihren Kommentar! Wie würden Sie denn bei der Auswahl z. B. des besagten ETFs auf Lebensmittelfirmen vorgehen? Bei vielen muss man ja genauer hinschauen, was die Gewichtung der einzelnen Positionen betrifft. Wenn etwa Nestlé + Unilever zusammen schon allein 30 oder 40 Prozent ausmachen würde, widerspräche das ja der Ursprungsidee von ETFs. Dann wäre ein direkter Kauf dieser beiden (global aufgestellten) eigentlich sinnvoller, oder?

Beste Grüße aus der Redaktion
David Stahmann

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Kommentar von titan1981 am 14.02.2020

Hallo,

ich investiere seit 2014 aktiv in ETF's. Mir war wichtig, dass ich Fonds bekomme die kostengünstig zu besparen waren und die Depotgebühr niedrig ist und ab einer bestimmten Höhe komplett entfällt.

Ich bezahle jetzt nur noch 0,2% Transaktionsgeld. Bei kleinen Sparraten auf jedenfall verkraftbar. Wenn die 0,2% Transaktionsentgeld in größeren Summen >10€ pro Ausführung kommen würde ich das ändern und ein zusätzliches Depot eröffnen.

Meine Fonds sind ein ausschüttender MSCI World, ein ausschüttender Stoxx 600 Europe und ein ausschüttender eb.rexx Government Germany. Der Vorteil ist hierbei, dass der Freibetrag von 801/1602€ im Jahr aufgebraucht wird, der ja sonst verfällt. Zudem investiert mein Depot die Ausschüttungen automatisch wieder in den ETF. Ich kann nur jedem Raten diesen Freibetrag jedes Jahr voll auszuschöpfen!

Die Fonds sind nur ein Teil meiner Geldanlagen, hinzu kommen Tages- und Festgelder, Aktien, Edelmetalle, Crowed-Investing, Genossenschaftsanteile. Von meinen aktiven Fonds habe ich mich getrennt, diese sind nur noch in den Lebensversicherungen enthalten, welche ich nicht gegen ETF's tauschen kann.

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Antwort von David Stahmann am 24.02.2020

Das klingt nach einem sehr gut diversifiziertem Portfolio über verschiedene Anlageklassen hinweg. Dazu können wir eigentlich nur noch gratulieren. Dürfen wir aus Neugier fragen, was für Genossenschaften das sind (Wohnung, Bank, Boden, Wald)?

Beste Grüße aus der Redaktion
David Stahmann

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Antwort von titan1981 am 26.02.2020

Hallo,
danke der Nachfrage zu welchen Genossenschaften Beteiligungen bestehen. Es ist zum einen eine Bank zum anderen ein Discounter.
Eine Beteiligung an einem "Erneuererbaren Energie Projekt" in Form einer Genossenschaftsbeteiligung ist leider nicht zu Stande gekommen. Da mein Wohnort nicht gepasst hat.

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Antwort von David Stahmann am 08.03.2020

Sehr interessant, vor allem die Genossenschaft eines Discounters. Damit ist ein Supermarkt o. ä. gemeint, richtig? Was war Ihre Motivation dazu, wenn wir fragen dürfen? Gibt es da "Rückflüsse" in Form von (Sach-)Dividenden?

Dass ein EE-Projekt mit dazugehöriger Genossenschaft nicht zustande gekommen ist, finden wir schade. Es wäre unabhängig vom grünen Gedanken auch eine nette zusätzliche Diversifkation mit regionaler Nähe gewesen.

Viele Grüße aus der Redaktion
David Stahmann

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Antwort von titan1981 am 09.03.2020

Hallo,

ja es ist eine Genossenschaft eines Supermarktes. Die Motivation war es von regionalen Vergünstigungen (Gutscheine für regionale Veranstaltungen/Ausstellungen/etc.), zusätzlich zu dem prozentualen Rabatt beim Einkauf im Markt und der jährlichen Dividende zu profitieren.
Diese Dividende liegt noch über meiner persönlichen Inflationsgrenze (2,0%). Ab dieser Grenze kommen alle Investitionen zumindest einmal auf den Prüfstand und werden nach der Neubewertung meinerseits ggf. umgeschichtet.

Das "EE-Genossenschafts-Projekt" war von meiner Seite aus nicht zu realisieren, da die Vertragsbedingungen klar vorgaben, dass der (Haupt-)Wohnsitz in diesem Kreis liegen muss. Ein "Umzug" des Hauptwohnsitzes kam/kommt aber nicht in Frage. Da ich privat selber ein "EE-Projekt" auf den Dächern habe, kann ich dies verschmerzen.

Leider gibt es nicht sehr viele Genossenschaften die Anteile auch für Außenstehende anbieten, ohne die normalen Vorgaben, wie die maximale Menge an Anteilen die man Erwerben darf.
Bei Genossenschaften mit Nachschusspflicht kann es ggf. im Falle einer Insolvenz der Genossenschaft auch zusätzlich teuer werden. Da halte ich mich dann auch zurück beim Zeichnen von Anteilen von Genossenschaften mit einer Nachschusspflicht zurück.

Grüße

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Antwort von 5551008 am 28.06.2020

Hallo, ich vermute es handelt sich hierbei um einen EDEKA-Markt, mit Hauptsitz in Hamburg? Leider ist dieser Markt recht hochpreisig und kann auch mit Prozenten vermutlich bei den Discountern (Aldi, LIDL) nicht mithalten? Allerdings soll dort die Qualität von Fleisch, Fisch, Käse hochwertiger sein?

Die Edeka-Gruppe (Eigenschreibweise: EDEKA; ursprünglich Abkürzung für Einkaufsgenossenschaft der Kolonialwarenhändler im Halleschen Torbezirk zu Berlin) ist ein genossenschaftlich organisierter kooperativer Unternehmensverbund im deutschen Einzelhandel. Die Edeka-Zentrale hält jeweils Kapitalanteile in Höhe von 50 Prozent an sieben Regionalgesellschaften, die jeweils anderen 50 Prozent werden von einer oder mehreren regionalen Genossenschaften gehalten. Die Edeka-Zentrale kontrolliert zudem mehrheitlich den Discountfilialisten Netto und betreibt mit Edeka Fruchtkontor eine eigene Beschaffungsorganisation vorrangig für Obst- und Gemüseimporte, eine Wein- und Sektkellerei sowie verschiedene Servicegesellschaften wie die Edekabank, die Edeka Verlagsgesellschaft oder die Edeka Versicherungsdienst Vermittlungsgesellschaft.

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Antwort von titan1981 am 13.07.2020

Nein es ist nicht EDEKA.

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Antwort von 5551008 am 18.07.2020

Hallo, Sie machen es aber wirklich sehr spannend... welche Supermarkt ist es denn und kann ich auch beitreten?

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Antwort von titan1981 am 25.08.2020

Es ist die COOP eG, die mit REWE fusioniert ist.
Es gibt noch Formulare, damit man dort beitreten kann, ob man noch von Außerhalb zugelassen wird entzieht sich meiner Kenntnis.

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Kommentar von Ernest am 08.02.2020

Hallo Herr Erlich,

Ihr "Finanzjoker" hat in seinem letzten Beitrag über synthetische ETF's berichtet und gezeigt, wie gravierend sich der Inhalt eines solchen Fonds von der eigentlichen Zusammensetzung des verfolgten Indexes unterscheiden kann. Ich verstehe grundsätzlich, dass alles "seine Existenzberechtigung" haben kann, bin aber dennoch etwas verunsichert, was ich von solchen Konstrukten letzten Endes halten soll. Könnte Sie vielleicht in Anlehnung des besagten Artikels einmal noch etwas detaillierter auf dieses sicherlich "Spezialthema" eingehen?

Ich verbleibe mit freundlichen Grüßen
Ihr Ernest Everhard

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Kommentar von Depotrentier am 05.02.2020

Hallo Erlich,
eine Frage an oder für Ihren ETF-Ratgeber: Was passiert mit den ETFs bei einem Weltwirtschaftszusammenbruch, wie Prof. Otte und Dirk Müller sie ankündigen ?
Bei Aktien habe ich einen fassbaren Firmenanteil erworben, bei ETFs werden Indexe dargestellt, also kein realer fassbarer Wert !!!!
Mit freundlichen Grüßen
H.J.Strauß

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Antwort von Stefan Erlich am 05.02.2020

Guter Punkt bzw. gute Frage, die sich viele stellen dürften! Nehme ich mit in die Themenliste auf!
Ganz grundsätzlich: Physisch replizierende ETFs haben die Aktien physisch im Depot und solange die Verwahrung als Sondervermögen eingehalten wird, haben Sie die Aktien quasi 1:1 im Depot wie bei einer Einzelaktie. Der Teufel liegt aber, wie so häufig, im Detail und man kann sicherlich Szenarien kreieren, die für ETFs in dieser Hinsicht nicht so positiv sind. Ob diese dann aber realistisch sind: niemand weiß es! Aber das Thema bietet viel Stoff zum Schreiben :)

Lieben Dank & Viele Grüße

Stefan Erlich

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Kommentar von 5551008 am 05.02.2020

Kurz vor Einführung der Abgeltungsteuer habe ichüber meine Hausbank Sparda Bank Südwest einmalig 7 verschiedene ETFs gekauft, die sich seitdem sehr gut entwickelt haben. Damals gabs noch ein kostenloses WP-Depot und jede Ordner kostete "nur" 9,90 EUR pauschal, unabhängig vom Volumen. Diese Konditionen gibt's dort heute nicht mehr.
Seit kurzem bespare ich 500 EUR monatlich in den von Stiftung Finanztest empfohlenen CORE MSCI WORLD von ishares über Trade Republic , komplett kostenfrei, nur fondsinterne Produktkosten von 0,2%.
Im Grunde kann man mit ETFs gar nichts falsch machen, solange man auf die Kosten achtet - alles besser als ein schlechtes Tages- oder Festgeld bei einer Hausbank vor Ort- LEIDER ;-(

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Antwort von Stefan Erlich am 05.02.2020

Erst einmal lieben Dank für die Rückmeldung!
7 verschiedene ETFs hört sich zunächst viel an! Was war denn der Hintergrund dieser Verteilung auf unterschiedliche ETFs?
Ansonsten: Alles richtig gemacht! Was ETFs generell angeht, bin ich nüchtern wie immer: Der Weisheit letzter Schluss sind sie sicherlich nicht und ob sich die historischen Renditen auch in Zukunft dauerhaft zeigen werden, kann niemand garantieren. Was Kosten, Diversifikation und Einfachheit angeht, sind ETFs bis heute aber einfach ungeschlagen.

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Kommentar von Stefan Erlich am 04.02.2020

Ich mache an dieser Stelle als Redaktionsleiter und kleiner kritischer Anleger mal den Anfang :-)

Ich persönlich investiere seit etwa einem Jahr in ETFs, anfangs vor allem im Rahmen der Aktienportfolios meiner beiden Kinder. Diese haben jeweils den Vanguard FTSE All Wold im Depot (ISIN IE00B3RBWM25, siehe https://www.de.vanguard/web/cf/professionell/de/produktart/detailansicht/etf/9505/EQUITY/overview). Damals gab es nur die ausschüttende Variante, sodass quartalsweise die Dividendenzahlungen ausgezahlt werden. Rein psychologisch finde ich persönlich das Ganze sehr nett, aber aus Renditesicht sind die regelmäßigen Auszahlungen langfristig eher kontraproduktiv. Die Wertentwicklung der zwei Portfolios mit dem Vanguard All World ist bisher sehr positiv, allerdings bewegen wir uns derzeit ja auch in sehr guten Zeiten was Aktieninvestments angeht.

Was sind Ihre Erfahrungen, Fragen, Sorgen und Hinweise zum Thema ETFs? Ich würde gern mehr erfahren, um darauf basierend unseren ETF-Ratgeber entwickeln zu können.

Ich freue mich auf Ihr Feedback!

Mit besten Grüßen

Stefan Erlich

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Antwort von David Stahmann am 08.02.2020

Ich ergänze noch für unsere Leser / Fragesteller als weiteres Redaktionsmitglied und noch kleinerer kritischer Anleger=)

Ich persönlich investiere schon etwas länger in ETFs (knapp fünf Jahre) und habe die drei "langweiligen" Standard-Indizes World, Emerging Markets und Stoxx 600 Europe in meinem Portfolio. Alle werden seit Start mit einem monatlichen Sparplan gefüttert, wobei die Sparraten min. zum Inflationsausgleich regelmäßig erhöht werden.

Alle drei ETFs sind Ausschütter, wobei die Consorsbank als meine Depotbank die Ausschüttungen nach Abzug der Abgeltungsteuer und per üblicher Gebühr automatisch wieder voll reinvestiert (auch Bruchstücke). Wie bereits von Hrn. Erlich angemerkt, ist das aus reiner Renditesicht zwar eher suboptimal. Aber auch hier und auch für mich spielt der psychologische Effekt der sichtbaren Ausschüttungen eine nette Rolle.

Weiterhin sehe ich aber für mich den Vorteil, dass das Steuerthema damit direkt und sofort geklärt ist und ich Stand heute keine Probleme haben sollte, wenn ich bspw. den ETF oder Teile davon in 25 Jahren verkaufe. Wer weiß, was sich bis dahin vielleicht noch ändert (Höherer Steuersatz? Besteuerung wieder mit persönlichem Einkommensteuersatz und ohne Halbeinkünfteverfahren?). Das kann aber auch in die andere Richtung gehen zum Vorteil aller, die die endgültige Steuerschuld per Thesaurierer vor sich herschieben. Das weiß niemand.

Mit ebenfalls besten Grüßen aus der Redaktion
David Stahmann

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