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Umstellung von Festgeld auf ETF: Zusätzliche ETFs sinnvoll?

Umstellung von Festgeld auf ETF: Zusätzliche ETFs sinnvoll?

Registriertes Community-MitgliedWasserfloh am 19.05.2025

Liebe kritische Anleger!
Ich habe seit einigen Jahren meine Altersvorsorge (bin selbstständig) sowohl in Festgeld (zu 70 %) als auch in den FTSE all World von Vanguard (zu 30 %) angelegt.
Nun möchte ich unbedingt Festgeld in meinen laufenden ETF umschichten.

Hierzu meine Frage an Euch: 
Ist es sinnvoll, zusätzlich in einen anderen ETF als den All Word anzulegen oder bedeutet das nur unnötige Mühen und auch gesteigerte laufende Kosten?
Das heißt, investiere ich besser weiterhin ganz gemütlich in meinen schon bestehenden ETF von Vanguard?
Ich vermute letzteres, bin aber halt so gar keine Expertin ...

Hinweis: An das Geld muss ich erst in c.a. 12 Jahren ran.

Vielen Dank für Euren Tipp und herzliche Grüße!

Star der CommunitySpooky78 am 19.05.2025

@ Wasserfloh: Grundsätzlich scheint mir der Vanguard FTSE AW eine vernünftige Wahl für ein Basisinvestment im Aktien-ETF-Bereich zu sein, da er eine sehr breite Streuung ermöglicht und mit einer TER von 0,22 % zugleich relativ kostengünstig ist. Mit einem ETF auf den MSCI World hätte man in den letzten Jahren allerdings eine etwas höhere Rendite erzielen können (z.B. über 5 Jahre: 100 % vs. 92 %), was u. a. daran liegt, dass bei diesem Index der Konkurrenzdruck höher ist und die Kosten entsprechend niedriger (TER: < 0,20 %) ausfallen. Natürlich ist hier aber auch die Zahl der Positionen geringer (ca. 1.300), was ebenfalls zu den günstigeren Verwaltungsgebühren beiträgt, jedoch auch die Risikostreuung ein wenig verringert. Die ETFs auf den breiter aufgestellten MSCI ACWI (ca. 2.300 Positionen) liegen kostenmäßig aber ebenfalls meist unterhalb des Vanguard FTSE AW (z.B. SPDR [A1JJTC] - TER: 0,12 %). Ansonsten gibt es für den FTSE AW mittlerweile auch eine noch günstigere Variante von Invesco (A3D7QX; TER: 0,15 %), die allerdings über ein begrenzteres Sampling verfügt (nur ca. 2.400 statt 3.600 Positionen), was auch ursächlich für die Kostenersparnis sein dürfte.

Soweit zu den möglichen Alternativen. Was nun die konkrete(n) Frage(n) angeht, würde ich zunächst einmal darauf verweisen wollen, dass es allgemein immer sinnvoller ist, nicht bloß alles auf eine "Karte" zu setzen. Es ist zwar unwahrscheinlich, aber auch bei Vanguard kann es mal zu Schwierigkeiten kommen. Damit meine ich jetzt keinen Wertverlust im Falle einer möglichen Pleite, sondern eher Probleme technischer Natur, die sich in irgendeiner Form negativ auf die Rendite oder die Verfügbarkeit auswirken könnten. Wie schon erwähnt, fiel zudem die Performance anderer globaler Aktien-Indizes in der Vergangenheit teilweise besser aus. Warum also nicht zumindest einen Teil alternativ in diese Indizes investieren, um womöglich noch etwas mehr Rendite herauszuholen? Hinsichtlich der laufenden Kosten kann dies sogar günstiger sein (s.o.). Und so große Mühen bereitet der Kauf eines weiteren ETFs nun auch nicht, wenn man ohnehin bereits über ein entsprechendes Depot verfügt. Außerdem kann man dabei ggf. auch noch andere Strategien verfolgen, z.B. durch die Wahl eines Dividenden- oder Anleihen-ETFs.

Registriertes Community-MitgliedWasserfloh am 20.05.2025

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Registriertes Community-MitgliedWasserfloh am 15.10.2025

Liebe kritische Anleger,
ich möchte nochmals genauer nachfragen.
Mein derzeitiges "Portfolio" sind c.a. 25 % Einzelaktien, 25% der FTSE all World von Vanguard und 50 % Festgeld.
Nun ist deutlich Geld frei geworden, das ich dringend neu investieren muss.
Und das nicht in Festgeld :). Aber ich hänge ... was bedeutet, dass ich seit Monaten nicht aktiv werde und das - soviel ist mir auch bewusst- bedeutet auf jeden Fall Verlust ...
Ich würde sehr gerne einen Teil des freigewordenen Geldes weiterhin in den FTSE all World oder in den MSCI World stecken, so dass dieser prozentuale Anteil am Portfolio vielleicht auf 60 % steigt. Aber ich würde gerne noch etwas darüberhinaus diversifizieren.
Wie seht Ihr einen vielleicht 10 % Anteil von einem ETF, der in "emerging markets" investiert? (Und wenn positiv: welcher...?)

Und noch eine Frage: Ihr habt mir das letzte Mal Anleihenfonds ans Herz gelegt. Bisher hatte ich diese so verstanden, dass sie v. a. dann sinnvoll sind, wenn man schnell mal an sein Geld ran muss. Aber wenig Rendite bringen.
Ich brauche das Geld erst in frühsten 12 Jahren. Empfehlt Ihr mir dennoch eine Beimischung mit Anleihenfonds?
C.a. 25 % meines Vermögens werde ich eh weiter in Festgeld stecken. DA ist also eine gewisse Sicherheit.

Ihr merkt, ich bin keine Fachfrau, muss mich aber mit dem Thema beschäftigen, da es meine Altersvorsorge bedeutet (bin selbstständig-keine Rente).
Und irgendwie ist es ja auch spannend... :)

Vielen Dank im Voraus für Eure Tipps und herzliche Grüße!!

Star der CommunitySpooky78 am 15.10.2025

@ Wasserfloh: Angesichts der fortgeschrittenen Stunde hier nur ein paar kurze Anmerkungen bzw. Denkanstöße:

a) Emerging Markets: Der FTSE All-World-ETF von Vanguard investiert ja bereits zu rund 10 % in diesem Bereich (siehe: https://www.de.vanguard/private-anleger/anlageprodukte/etf/aktien/9679/ftse-all-world-ucits-etf-usd-accumulating). Ob es sinnvoll ist, diese Gewichtung durch einen entsprechenden ETF noch auszubauen, ist schwer zu beurteilen. Man sollte aber bedenken, dass diese ETFs in den vergangen Jahren deutlich schlechter abgeschnitten haben als der Gesamtmarkt. So konnten MSCI-World-ETFs in den letzten 5 Jahren teilweise deutlich über 90 % zulegen, während die EM-Konkurrenz bestenfalls rund 40 % erreichte - ohne dabei für merklich weniger Volatilität und Risiko im Portfolio zu sorgen. Ob sich das in den nächsten 12 Jahren - also dem erwähnten Anlagehorizont - ändert, weiß natürlich niemand, aber es erscheint mir unwahrscheinlich, dass im Falle einer globalen Wirtschaftskrise ausgerechnet die größtenteils von Exporten in die großen Industrienationen abhängigen Schwellenländer plötzlich "Oberwasser" bekommen. Falls man sich aber dennoch für ein ETF-Investment in diesem Bereich entscheiden möchte, könnte man z.B. hier eine geeignete Auswahl finden: 
https://www.justetf.com/de/how-to/invest-in-emerging-markets.html

- Eine alternative Idee: "Small Caps". Diese sind im FTSE All-World vergleichsweise unterrepräsentiert und haben sich in den letzten Jahren durchschnittlich besser entwickelt als EM-Aktien. So konnte z.B. der MSCI World Small Cap-ETF von iShares in den letzten 7 Jahren um fast 85 % zulegen, derweil der MSCI EM-ETF desselben Anbieters lediglich ein Plus von 45 % erzielte (https://www.justetf.com/de/etf-comparison.html?isin=IE00BF4RFH31&isin=IE00B4L5YC18). Auch hier gilt aber natürlich: Entwicklungen in der Vergangenheit ermöglichen keine gesicherten Prognosen für die Zukunft. Einen Überblick über das entsprechende Angebot kann man sich aber u. a. an folgender Stelle verschaffen:
https://www.justetf.com/de/how-to/invest-in-size-factor-etfs.html

b) Anleihen-ETFs: Ja, das sind i.d.R. nicht die "Rendite-Bringer" im Depot. Dies ist aber auch gar nicht deren Aufgabe. Stattdessen sollen sie - ebenso wie Festgeld - in erster Linie für Stabilität und Sicherheit sorgen. Dabei können sie jedoch gegenüber besagtem Festgeld meist mit einer etwas höheren Rendite sowie einer größeren Flexibilität und breiteren Risikostreuung punkten.
Durch die bereits von mir an anderer Stelle (https://www.kritische-anleger.de/forum/depots-und-boerse/laufzeit-etfs-als-festgeld-alternative-chancen-und-risiken-analysiert/#Beitrag_20340) erwähnten Laufzeit- oder Fälligkeitsanleihen-ETFs (siehe: https://www.justetf.com/de/how-to/invest-in-maturity-bonds.html), kann man zudem auch hier eine gewisse Kalkulierbarkeit in Bezug auf die Laufzeitrendite erreichen.

Anleihen-ETFs sind aber letztlich vor allem als Ergänzung des Festgeld-Portfolios zu sehen und können dieses Rendite-mäßig ein wenig "aufhübschen", ohne dabei ein allzu großes Risiko einzugehen. Gleiches gilt im Übrigen auch für Geldmarkt-ETFs als Alternative zum Tagesgeld.

Abschließend noch ein nicht ganz unwichtiger Hinweis: Ich arbeite nicht für KA, justETF oder einen der o.g. ETF-Anbieter und bin auch kein ausgewiesener Fachmann, also kein gelernter Banker, Finanzberater o.Ä., sondern lediglich ein interessierter Laie und Autodidakt, der sich seit mehr als 15 Jahren - davon einige auch beruflich - mit der ETF-Thematik beschäftigt. Insofern sind die genannten Anmerkungen auch keinesfalls als Anlageempfehlung von mir oder gar von KA zu verstehen. Nur, dass hier keine Missverständnisse aufkommen. Ansonsten wünsche ich viel Erfolg bei den geplanten Investments!

Registriertes Community-MitgliedWasserfloh am 16.10.2025

Vielen lieben Dank für Ihre qualifizierte Antwort und sehr hilfreichen "Denkanstöße". Und das zu so später Stunde.... Wirklich vielen Dank!

Wenn ich alles richtig verstanden habe, bedeutet das in Summe, dass ein Portfolio aus hauptsächlich einem weltweiten ETF,
sowie vielleicht einem kleineren prozentualen Anteil in den MSCI World Small Cap-ETF
und zur Sicherheit einen Anleihen-ETF bzw. Festgeld, sinnvoll sein kann.

Natürlich immer unter der Prämisse, dass wir nicht in die Zukunft schauen können. Aber halt heute Entscheidungen treffen müssen ..

Registriertes Community-MitgliedCoryne am 16.10.2025

@WasserflohIch lese deinen Beitrag erst ... → Werden Sie jetzt kostenlos Mitglied der Kritische-Anleger-Community, um den vollständigen Beitrag zu sehen!

Registriertes Community-MitgliedWasserfloh am 16.10.2025

Vielen Dank, Coryne!
Ich schaue mir den Amundi S&P 500 an, der ist mir komplett neu.
Was denkt Ihr von Kritische Anleger zu diesem ETF?
Liebe Grüße!

Registriertes Community-MitgliedM.v.K. am 16.10.2025

Ein ETF, der auf dem Index S&P 500 basiert, konzentriert sich auf einen einzigen Markt, nämlich ausschließlich auf US-Unternehmen. Ich verstehe Corynes Argumentation eher so, dass ein MSCI World sowieso schon zu über 70% in die USA investiert ist, und man deshalb auch gleich vollständig auf diesen Markt setzen sollte, um die Rendite zu maximieren.

Wenn du aber eigentlich in mehr anstatt weniger Märkte diversifizieren willst, um das Risiko zu senken, dann sind solche S&P 500-basierten ETFs dafür eher nicht geeignet.

Registriertes Community-MitgliedCoryne am 16.10.2025

Wasserfloh,ganz einfach zu diesem ETF - mit all ... → Werden Sie jetzt kostenlos Mitglied der Kritische-Anleger-Community, um den vollständigen Beitrag zu sehen!

Registriertes Community-MitgliedCoryne am 16.10.2025

@M.v.K.

Welcher "wetweite" Index performte den besser als der S&P 500? Oder ggf. als auch Nasdaq? Also allgemein - jetzt nicht Indien, Brasilien oder China.

Alles hängt an den USA! Das war selbst am 9.11.2001 (Angriff auf die Tower) so und ist auch noch heute so.

Das schreibe ich dir als jemand, der seinen Ruhestand an der Börse verdiente.

Coryne

Dieser Post wurde am 16.10.2025 um 15:26 Uhr geändert.
Star der CommunitySpooky78 am 16.10.2025

@ Wasserfloh: Ich sehe das ähnlich wie M.v.K.. Zwar ist gegen einen S&P 500-ETF grundsätzlich nichts einzuwenden, wobei es diesbezüglich sogar noch günstigere Anbieter als Amundi gäbe (https://www.justetf.com/de/search.html?search=ETFS&index=S%2526P%2B500%25C2%25AE&sortOrder=asc&sortField=ter), aber wenn man ohnehin bereits einen ETF auf den FTSE All-World im Depot hat, der zu rund 63 % in den USA investiert ist, erscheint mir ein zusätzliches Investment in einen US-ETF, insbesondere vor dem Hintergrund der aktuellen (wirtschafts-)politischen Entwicklungen in den USA, wenig sinnvoll, da man dadurch das ohnehin schon hohe Klumpenrisiko nur noch weiter erhöhen würde.

Dieser Post wurde am 16.10.2025 um 23:22 Uhr geändert.
Mitglied der RedaktionStefan Erlich am 17.10.2025

@Coryne: Auch an dieser Stelle die Bitte an dich, beim Thema des Threads und Portals zu bleiben und dein vermeintlich erfolgreiches Handelssystem auf anderen Portalen zu präsentieren. Danke fürs Mitmachen!