Diese negative Bewertung zu Bondora wurde uns am 23.01.2020 vom Nutzer Gerhard übermittelt.
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Bondora Erfahrungsbericht #1von Gerhard

Negative Bewertung von Bondora

Ich bin seit Mitte 2016 bei Bondora, da ich das Konzept des "P2P-Lending" sehr interessant fand. Auf die Anmeldedetails gehe ich jetzt nicht ein, die fand ich unkompliziert. Ich glaube, ich musste erst bei der ersten Abhebung meine ID nachweisen (Kopie des Personalausweises bzw. Passes).

Zunächst lief die Sache ganz gut, mit Mikrokrediten sollten Renditen zwischen 10 und 15 % erwirtschaftet werden. Anfang 2017 habe ich meine Einlage nochmal deutlich aufgestockt.

Von Anfang an hatte ich den Eindruck, dass die Bondora-Leute ziemlich experimentierfreudig sind: Die Webseite und deren Möglichkeiten änderten sich nahezu wöchentlich.

Es gab dann einen Punkt, wo ich nicht mehr mitmachen wollte: Bei der "Auto-Invest"-Funktion konnte man keine Mindestgrenze mehr angeben, das spülte mir reihenweise unerwünschte 1 €-Investments in mein Portfolio. Ein paar Wochen lang habe ich mir dann meine Beteiligungen mühsam manuell zusammengesucht, bis ich mich im März 2018 dazu entschlossen habe, nicht mehr zu reinvestieren, sondern mein verfügbares Guthaben (Erträge plus frei werdende Gelder) monatlich abzuschöpfen.

Dabei musste ich feststellen, dass mein "Kontostand" bei Bondora niedriger ist als meine Einlage abzüglich meiner Entnahmen. Ich mache also Minus!

Der Hauptgrund dafür ist, dass der Posten "Überfällig" nahezu täglich steigt. Bondora hat offensichtlich das Forderungsmanagement nicht im Griff. Steuerlich wirkt sich das für mich so aus: Ich muss Erträge, die ich nur "auf dem Papier" erziele (Bondora Tax-Report) versteuern, während ich Verluste nicht geltend machen kann. Diese sind ja noch nicht entstanden. Ich bin sehr gespannt, ob ich am Ende (wahrscheinlich erst in etlichen Jahren) eine entsprechende Verlustbescheinigung erhalten werde.

Zum Bondora-Service: Ich habe ihn vielfach in Anspruch genommen. Anfänglich war er gar nicht so schlecht, aber dann habe ich, meist mit großer zeitlicher Verzögerung, vielfach unzureichende bzw. inkompetente Antworten erhalten. Inzwischen habe ich es aufgegeben.

Seit einiger Zeit bietet Bondora unter "Go & Grow" eine Anlage-Möglichkeit mit 6,75 % Zinsen, ohne, dass sich der Anleger um Details kümmern muss. Die 6,75 % sind aber keineswegs garantiert und falls die dahinter stehenden Kredite mehr abwerfen sollten, profitiert davon nur Bondora. Es gibt die Möglichkeit, ein bestehendes Bondora-Konto in ein "Go & Grow"-Konto umzuwandeln. Der Betrag wird auch gleich online errechnet bevor man das Angebot annimmt. Einen Rückweg gibt es dann allerdings nicht mehr. Damit kommt man dann sofort raus aus dem Wirrwarr an Investitionen. Ich überlege immer mal wieder, ob ich diesen Weg gehe. Bisher habe ich es noch nicht getan.

Hier noch meine aktuellen Konto-Daten: 

  • Nettorendite: 4,8 % ("auf dem Papier")
  • Laufende Kredite: 66 %
  • Überfällige Kredite: 33 % (davon 60 % im Status "Unwahrscheinlich", 1 % im Status "Abgeschrieben"); wie weiter oben schon gesagt, diese Zahl steigt nahezu täglich

Mein Fazit: Finger weg von Bondora!