Festgeld-FAQ

Häufig gestellte Fragen zu Festgeld

Hier finden Sie einige der uns am häufigsten gestellten Fragen zu Festgeldkonten. Ihre Frage wurde hier noch nicht beantwortet? Dann schicken Sie uns einfach kurz eine E-Mail an info@kritische-anleger.de oder posten Sie Ihre Frage einfach in unserem Festgeld-Forum, sodass andere Anleger darauf antworten können.

Was ist Festgeld eigentlich?

Was ist Festgeld eigentlich?

Als Festgeld bezeichnet man vergleichsweise gut verzinste Konten, bei denen für eine fest vereinbarte Laufzeit ein fest vereinbarter Zins auf das eingezahlte Guthaben gezahlt wird. Charakteristisch für Festgeldkonten ist auch, dass während der Laufzeit nicht über das dort geparkte Geld verfügt werden kann. Damit liegen die Hauptunterschiede zu Tagesgeld in der eingeschränkten Verfügbarkeit und in der festen Verzinsung (bei Tagesgeld in aller Regel variabel). Wie bei Tagesgeldkonten auch, gilt bei Festgeldern in der EU mindestens die gesetzliche Einlagensicherung bis zu einer Grenze von 100.000 € pro Kontoinhaber und Bank, sodass Gelder bis zu dieser Grenze eine vergleichsweise hohe Sicherheit genießen.

Ist Festgeld sicher?

Ist Festgeld sicher?

Festgeld gehört zum Sichersten, was wir Anleger derzeit im Anlageuniversum zur Verfügung haben, da das Guthaben jeweils über eine Einlagensicherung geschützt ist, hinter der zumindest das politische Versprechen des jeweiligen Landes steht, Anleger im Falle einer Pleite der Bank zu entschädigen. Als absolut sicher würden wir sowohl Tagesgeld als auch Festgeld aber nicht bezeichnen, denn auch ein Einlagensicherungsfonds kann letztlich keine Wunder vollbringen (siehe Der gefährliche Glaube an die Sicherheit der Einlagensicherung) und hängt ultimativ immer am Tropf der jeweiligen Regierung.

Lassen Sie sich von dieser Aussage aber nicht verunsichern, denn letztlich geht es in der Anlagewelt nie um absolute Sicherheit, sondern immer um relative und relativ zu allen anderen Anlageformen ist Festgeld immer noch die wohl sicherste. Dennoch empfehlen wir auch hier, nicht alles auf eine Bank und ein Festgeldkonto zu legen, sondern im Rahmen der persönlichen Möglichkeiten sein Geld auf verschiedene Banken und Länder zu verteilen (Diversifikation). Das schützt ultimativ auch nicht vor Verlusten, aber beschränkt diese auf ein potentiell erträgliches Niveau.

Worauf sollte man bei der Auswahl eines Festgeldkontos achten?

Worauf sollte man bei der Auswahl eines Festgeldkontos achten?

Generell gilt: Legen Sie nicht alle Eier in einen Korb, sondern verteilen Sie Ihr Geld auf möglichst viele verschiedene Banken und Festgelder. Hierfür eignen sich Anlagemarktplätze wie WeltSparen und Zinspilot sehr gut, weshalb wir diese grundsätzlich positiv sehen. Darüber hinaus können Sie sich an folgenden Punkten orientieren:

  1. Rating der Bank Kreditratings (oder kurz "Ratings")
    Achten Sie darauf, dass die Bank selbst ein akzeptables Kreditrating aufweist, denn bei einem Festgeldkonto geben Sie der Bank letztlich nichts anderes als einen Kredit und die Bank sollte eine möglichst gute Bonität besitzen, um auch in turbulenten Zeiten Ihre Einlage aus eigener Kraft zurückzahlen zu können. Über unseren Filter "Visuelle Indikatoren" im Festgeld-Vergleich können Sie die uns aktuell bekannten Ratings mit im Vergleich anzeigen lassen. Leider ist es jedoch so, dass vor allem kleinere Banken keine Ratings erstellen lassen, da diese oft sehr kostspielig sind. Das erschwert die Einschätzung der Bonität deutlich.
  2. Einlagensicherung
    Grundsätzlich sind alle Banken in Europa zur Mitgliedschaft beim jeweiligen nationalen Einlagensicherungsfonds verpflichtet, sodass Guthaben bis 100.000 € relativ zuverlässig geschützt sind. Aber auch bei Einlagensicherungen gibt es Unterschiede, denn nicht jede Einlagensicherung hat gleich viel Geld für Entschädigungen zur Verfügung. Achten Sie daher bei der Einlagensicherung auf die sogenannte Deckungsquote (siehe Filter "Visuelle Indikatoren" im Festgeld-Vergleich. Diese gibt das Verhältnis von bestehenden Kundeneinlagen der Bank zu den finanziellen Mitteln der Einlagensicherung an. Je höher dieser Prozentsatz, um so wahrscheinlicher ist es, dass die Einlagensicherung ohne staatliche Hilfen alle Anleger entschädigen könnte. Besonders bei sehr geringen Deckungsquoten muss einem bewusst sein, dass man im Pleitefall immer auf die Unterstützung des jeweiligen Staates angewiesen ist. Dass dieser einspringt, ist jedoch eher eine politische Frage, da eine solche Stützung nicht direkt in den Einlagensicherungsgesetzen verankert ist. In der Vergangenheit war es bis auf wenige Ausnahmen immer so, dass der jeweilige Staat sofort eingesprungen ist. Ob das aber auch in Zukunft immer so sein wird, lässt sich nicht zuverlässig prognostizieren.
  3. Steuerliche Handhabung
    Achten Sie unbedingt auch auf die Details hinsichtlich der Besteuerung von Kapitalerträgen. Da mittlerweile auch viele ausländische Banken in Deutschland ihre Festgelder anbieten (z. B. über Anlagemarktplätze wie WeltSparen), ist es nicht mehr automatisch so, dass die deutsche Abgeltungsteuer direkt an den deutschen Staat abgeführt wird. Teilweise müssen daher die Zinserträge gesondert in der persönlichen Steuererklärung angegeben werden. In manchen Fällen wird sogar ausländische Quellensteuer fällig, die erst mit Bürokratieaufwand reduziert werden muss, um zu 100 % in Deutschland angerechnet werden zu können. Gerade bei kleinen Anlagebeträgen kann es aus unserer Sicht Sinn machen, sich für ein Konto mit vergleichsweise einfacher Besteuerungsmethodik zu entscheiden, da der Aufwand ansonsten in keinem guten Verhältnis zum absoluten Zinsertrag steht. In unserem Festgeld-Vergleich finden Sie links unten einen Filter "Aufwand für Besteuerung", mit dem Sie entsprechende Angebote gezielt finden können.
  4. Automatische Wiederanlage
    Leider sind in den letzten Jahren immer mehr Banken dazu übergegangen, ihre Festgelder zum Laufzeitende nicht etwa automatisch auszuzahlen, sondern erneut für die gleiche Laufzeit und zum dann jeweils aktuell gültigen Zinssatz anzulegen ("automatische Wiederanlage"). Dieses Vorgehen ist für die Banken natürlich vorteilhaft, für uns Anleger jedoch in der Regel eher von Nachteil. Sofern Sie sich für ein Festgeldkonto mit automatischer Wiederanlage entscheiden, raten wir dazu, entweder die Kündigung direkt mit der Anlage auszusprechen (sofern möglich) oder sich einen Termin in den persönlichen Kalender für ca. 2-3 Wochen vor Laufzeitende einzustellen, um das Festgeld noch rechtzeitig kündigen zu können.