Hallo Forum,
ich benötige dringend Rat.
Ich habe Anfang 2025 Geschäftsanteile im mittleren vierstelligen Bereich bei der Volksbank BRAWO gezeichnet, weil dort in den vergangenen 15 Jahren konstant 10% Dividende ausgezahlt wurde. Bei der Summe der Geschäftsanteile wird man damit natürlich nicht reich, aber 10% sind 10% dachte ich mir.
Heute habe ich voller Schreck aus der Presse erfahren, dass die Vertreterversammlung bereits zum zweiten Mal auf Herbst 2026 verschoben wurde. Der Grund soll ein erwarteter Verlust in dreistelliger Millionenhöhe sein. Eine Restrukturierung der Bank ist angestrebt. Die Wahrscheinlichkeit ist also hoch, dass aus der 10%-Dividende eher eine 0%-Dividende werden könnte.
Gleichzeitig ist heute auch der Stichtag für eine fristgerechte Kündigung der Geschäftsanteile zum Ende des Geschäftsjahres. Diese würden dann frühestens im Sommer 2027 ausgezahlt.
Was soll ich nun tun? Ruhe bewahren, eine 0%-Dividende für mindestens 1 Jahr in Kauf nehmen und hoffen, dass sie perspektivisch wieder auf ein Niveau oberhalb von Zinsprodukten steigt? Oder panisch meine Geschäftsanteile kündigen und sie in 1 Jahr anderweitig anlegen?
Bitte begründet eure Ratschläge.
Vielen Dank!
@Daniel: Zum ersten sind 10% Vergangenheit. Zum Zweiten kann man der Presse entnehmen, dass im Fall der VoBa Brawo schon der Unterstützungsfond eingeschaltet wird. Das bedeutet man findet andere Geno Banken für eine Fusion. Eventuell werden die Anteile dann gewandelt. Eine Rückgabe wird dann nicht mehr möglich sein.
Bei der SZ-Zeitung ist Folgendes zu lesen.
https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/volksbank-braunschweig-wolfsburg-vertreterversammlung-verluste-li.3507570
@Daniel (Gast),als Erstes bewahre die Ruhe, ... → Werden Sie jetzt kostenlos Mitglied der Kritische-Anleger-Community, um den vollständigen Beitrag zu sehen!
https://www.wiwo.de/unternehmen/banken/volksbank-brawo-hier-baut-die-affaeren-bank-8-millionen-villen-auf-mallorca/100224071.html
Etwas mehr Hintergrundinformationen zur aktuellen Schieflage
Nicht vergessen, bei einer Konkursmeldung wäre der Schreck nicht die fehlende 10% Dividende, sondern die 100% Verlust der eigenen Anteile + nochmals 100% Mithaftung...
@Breton: Genobanken unterliegen über die Unterstützungseinrichtung einer unbegrenzten Institutssicherung. Sprich sie gehen nicht Pleite. Niemals. Sie werden immer gerettet. Punkt. Anteile können aber bei Fusionen geschmälert werden.
Es kann sein, dass dies eine Geschäftsstrategie ... → Werden Sie jetzt kostenlos Mitglied der Kritische-Anleger-Community, um den vollständigen Beitrag zu sehen!
@LUNA-69...___ (Gast)
Ich bin weder Kunde noch Mitglied der Volksbank BRAWO. Dem Beitrag gilt es zu widersprechen. Mein Mitgefühl gilt Ihrer persönlichen zukünftigen finanziellen Sorge. Dazu kann ich leider keine Stellung nehmen.
Genossenschaftlich organisierte Banken (GenoBanken) ermuntern Kunden auf Genossenschaftsteile zu zeichnen. Dadurch steigert sich ihr Eigenkapital und ermöglicht größere regulatorische Bewegungsfreiheit (Auflage Kernkapitalquote). Die Absicht den Kunden und nun auch Mitglied in finanzielle Schwierigkeiten zu bewegen, um ihn mit dem Abschluss von Finanzprodukten zu übervorteilen, ist undenkbar. Dieses widerspricht dem Kern einer Genossenschaft. Sie ist dem Wohl des Kunden, gemäß Satzung auch oft der Region des Sitzes verpflichtet.
Auch Banken weisen schwache Geschäftsführung, Missmanagement, haltlose Risikobewertungen und Veruntreuung auf. Ob der Vorstand mit Hasardeuren besetzt sei, lässt sich oft erst nach dem Unglück nachträglich feststellen. Eine finanzielle Gefahr eines Totalverlustes ist immer denkbar. Daher rege ich an, sich vor dem Zeichnen mit der Satzung einer GenoBank vertraut zu machen. Der oft gennante Grundsatz „Was ich nicht verstehe, schließe ich nicht ab.“ kann vor einem beabsichtigten Abschluss hilfreich sein. Falls ich zum Abschluss genötigt werde, lehne ich einen Abschluss ab. Drückerkolonnengehabe gilt es im Keim zu ersticken.
Ich habe zuletzt in 07/2026 Genossenschaftanteile der Sparda-Bank West gezeichnet. In einem Beitrag habe ich dazu auch Risiken auf Grundlage der Satzung aufgezeigt. Die Satzungen der GenoBanken entsprechen sich grundsätzlich im Aufbau, teilweise stimmen sogar die Nummern und der Tenor der Paragraphen überein. Eventuell ist das aufgezeigte Handeln der Volksbank BRAWO mit ihrer Satzung konform?
Beitrag siehe unter https://www.kritische-anleger.de/forum/tagesgeld/sparda-bank-west-mit-tagesgeldzins-von-3-20-prozent-p-a-garantiert-bis-15-02-27/#Beitrag_39349
Falls mit Mitgliederversammlung die Vertreterversammlung gemeint ist, gebe ich zu Bedenken, daß Vertreter vorgeschlagen und gewählt werden. Dieses ist der Satzung zu entnehmen. Auf welchem Wege über die Wahl der Vertreter und die Vertreterversammlung benachrichtigt wird, ist ebenfalls der Satzung zu entnehmen.
Die Berliner Volksbank ist die mir einzige bekannte GenoBank, die Mitglieder in irgendeiner Form stimmberechtigt beteiligt. Es kann niederschwellig im Onlinebanking an Abstimmungen teilgenommen werden. Ob hier an der strategischen Ausrichtung oder dem operativen Geschäft helfend partizipiert werden kann, ist mir nicht bekannt. Wohlmöglich ist nur die Teilhabe an Entscheidungen der nächsten Genossenschaftskaffefahrt oder dem Sparvereinbingoabend erwünscht. Bitte gerne Erfahrungen der Mitglieder mitteilen.
Über die Höhe der Dividendenausschüttungen der einzelnen Geschäftsjahre der Volksbank BRAWO und ob Abschreibungen von Geschäftsguthaben zu Ungunsten des Mitgliedes erfolgten, kann ich keine Aussagen treffen.
Ich durfte dort leider NIE Geschäftstanteile zeichnen, da dies nur für Kunden vor Ort möglich ist die in der Region "Braunschweig-Wolfsburg" wohnen. Auch das kostenlose Girokonto wollte man deshalb nicht anbieten. Einerseits schade - aber ich bin mir sicher , dass auch diese Bank gerettet wird. Selbst es wenn es 2 mal Null Dividende gibt, ist man weiterhin über dem branchenüblichen Schnitt von derzeit 3,92% laut BVR. Die NullDividenden Politik der ehem. VR Bank Bad Salzungen-Schmalkalden ist bereits im 4. Jahr und dauert weiterhin an , da man sich gegen eine Fusion entschieden hat. Und dort gab es maximal 5%. Eine Beteiligung war bis 100.000 EUR möglich. Die Kündigungsfristen + Wartezeiten sind leider immer sehr lange, zusätzlich wurde hier eine Auszahlungssperre verhängt, die nunmehr endlich aufgehoben ist.
Aber natürlich sind Null % Dividende immer sehr ärgerlich, zumal man als Mitglied dies nicht wirklich beeinflussen kann.
Sehr gerne möchte ich zunächst 1 Anteil ... → Werden Sie jetzt kostenlos Mitglied der Kritische-Anleger-Community, um den vollständigen Beitrag zu sehen!
verfassen Sie ein Anschreiben an die Volksbank Brawo Wolfsburg und bitten um einen Anteil für ausscheidende Mitglieder. Ich kann erst frühestens Ende nächsten Jahres aussteigen, da ich erst gekündigt habe.
Ich habe soeben erneut versucht ein Girokonto zu eröffnen, wird leider wieder abgelehnt. Zusätzlich habe ich die Bank angeschrieben. Ich befürchte dass man wirklich nur Kunden aus der Region Braunschweig- Wolfsburg nimmt. Leider habe ich dort keine Adresse. Ggf haben Sie einen Kundenberater und können dort ihr/mein Anliegen persönlich vorbringen? Dankeschön.
Soeben mit BRAWO telefoniert: Girokonto & Mitgliedschaft bekomme ich nicht, Geldanlage (KombiGeld) ab 10.000 EUR wäre aber möglich. Geschäftsanteile können dort generell nicht übertragen werden. Ich müsste in das Geschäftsgebiet umziehen, dann wäre es möglich. Aber ggf wird ja mit Hannover fusioniert, dann hätte ich Möglichkeiten, aber bis dahin geht für mich erstmals nichts. Schade!