Muss eine Entscheidung treffen und hätte dazu gerne mal Eure Meinung gehört.
Habe 2020 ein Depot bei einer Privatbank geerbt; alles Einzeltitel von Aktien, Anleihen, Immo, etw. Gold, Schwerpunkt Deutschland.
Bisher bin ich mit der Entwicklung zufrieden, auch wenn Kosten höher sind als bei selbstverwaltetem ETF. Aber, dieses Erbe ist auch mit Emotionen verknüpft...
Mein Berater erbittet nun meine Zustimmung, das Depot von Aktien- auf ETF-Basis umzustellen, weil:
meine Anlage vom Volumen her relativ gesehen eher gering ist und somit dieHändelbarkeit des ganzen - bei gewählter Anlagestrategie in entsprechender Streuung - immer schwieriger wird. Denn Einzeltitel werden pro Stück immer teurer und man kann eben keine Bruchteile kaufen..
Es bliebe alles gleich, keine zusätzlichen Kosten.
Klingt durchaus logisch, aber bin trotzdem unsicher, ob ich dem zustimmen soll oder es Haken gibt, die ich nicht sehen/beurteilen kann.
Wie seht Ihr das?
@ PenunseBerlin: Verstehe ich das richtig? Die Bank will Sie dazu drängen, dass Sie Ihre Einzeltitel verkaufen und dafür ETFs erwerben? Das erschiene mir aus Sicht der Bank zwar verständlich, weil sie auf diese Weise mit einem kleinen Depot, auf dem vermutlich sonst nicht viel passiert, zumindest einmal ein wenig Umsatz machen könnte (Verkaufs- und Kaufgebühren), aber aus steuerlichen Erwägungen dürfte das vermutlich nicht in Ihrem Sinne sein. Da scheint mir auch mit Blick auf Ihren Wunsch, die bisherige Depotzusammensetzung aus "nostalgischen" Gründen beizubehalten, eine Depotübertragung zu einem anderen (günstigeren) Anbieter sinnvoller. Das wäre steuerlich nicht schädlich und Sie könnten dann immer noch entscheiden, ob und ggf. in welchem Umfang Sie Teile Ihres Portfolios in ETFs tauschen wollen. Probleme könnte es dabei nur bei der Übertragung von Bruchstücken geben, aber die werden dann halt bei der Gelegenheit verkauft. Steuerlich dürfte das i.d.R. nicht allzu viel ausmachen, weil das ja meist nur kleine Beträge sind. Bei der Wahl des neuen Anbieters müssten Sie allerdings darauf achten, dass auch sämtliche Wertpapiere dorthin übertragen werden können. Manche Neobroker sind da etwas "wählerisch" und nehmen z.B. keine Anleihen an. Ein paar wenige lassen sogar gar keinen eingehenden Depotübertrag zu. Da sollte man sich deshalb im Vorfeld genau informieren, damit man am Ende keine böse Überraschung erlebt.
@PenunseBerlin: Läuft irgendein Sparplan auf Einzelaktien oder eine Vermögensverwalung, welche(r) Probleme bei der Umsetzung macht? Ansonsten gibt es neben den Neobrokern auch noch Direktbanken, wie ING oder ComDirekt, die eigentlich alles annehmen und nicht unbedingt zur Handynutzung verpflichten. Ebenso bieten viele bei einem kompletten Depotbetrag in einer Übergangszeit gute Konditionen, um in Ruhe den Bestand umzustrukturieren. Mittel- bis langfristig ist ein ETF einfacher als ein historisch gewachsenes Sammelsurium von Einzelaktien und hat auch ein deutlich geringeres Klumpenrisiko. Auch emotionale Verbundenheit sollte nicht die eigene Vermögensverwaltung beeinflussen. Oft ist eine schneller Schlußstrich auch im Sinne des Erblasser, um des Wert zu bewahren. Es stellt sich ebenso die Frage, ob die Wahl der Einzelaktien bewußt war und nicht auf Profitstreben der Bank beruhte.
Hm, das mit dem Umstellungsangebot ist ein guter ... → Werden Sie jetzt kostenlos Mitglied der Kritische-Anleger-Community, um den vollständigen Beitrag zu sehen!
@ PenunseBerlin: Welche "konkrete Frage" beschäftigt Sie denn? Bislang haben Sie nur recht allgemein gefragt, wie die Community die Situation sieht. Und der "Haken" an der Geschichte ist m.E. der steuerliche Aspekt, weil Sie für die Umstellung auf ETFs den bisherigen Aktienbestand verkaufen und die bisherigen Kursgewinne auf einen Schlag versteuern müssten.
Erste Frage: ja.
Wobei ich mich nicht gedrängt fühle. Ich kann auch alles so lassen, was das Handling für die Bank - nach deren Aussage - schwieriger/komplizierter macht.
Vielleicht ist eine Umwandlung in ETF sogar gut. Alles bliebe gleich, Kosten sollen dafür nicht entstehen, jedoch vermute ich mal,dass ETFs weniger Arbeit machen, trotzdem gut abwerfen, aber die Kosten für mich dadurch nicht sinken... Indirekte Kostensteigerung.
Ich hänge nicht an der Zusammensetzung des Depots, sondern am Depot an sich (noch. wenn auch blöd).
Es wird ja "gemanaged", also finden Verkäufe und Käufe statt. Somit ändert sich die Zusammensetzung eh immer ein bisschen.
Würde ich das Depot übertragen, dann hätte ICH jede Menge Einzeltitel zu managen. Davon habe ich keine Ahnung, das möchte ich nicht.
Das mit den anfallenden Kosten bei Verkauf/Kauf sowie der Steuer ist ein guter Hinweis!
@ PenunseBerlin, ich weiß nicht, ob das auf dein ... → Werden Sie jetzt kostenlos Mitglied der Kritische-Anleger-Community, um den vollständigen Beitrag zu sehen!
@Sven1 Für die Dividenden von Aktien aus Altbeständen (vor 2009) gilt diese Steuerfreiheit leider nicht.
@ Extralocke, dann habe ich das wohl falsch verstanden und nehme den Zusatz aus meinem Beitrag raus.
@PenunseBerlin: Es ist also ein gemanagtes Depot, sprich es gibt eine Vermögensverwaltung durch die Bank. Die Bank kassiert also neben den Käufen und Verkäufen eine prozentuale Gebühr für das Depot. Jetzt will die Bank alles in einen ETF stecken. Das würde für die Vermögensverwaltung gar keine Kosten mehr bedeuten, aber wahrscheinlich will die Bank die Gebühr für das VM weiter kassieren. Irgendwie ganz schon clever von der Bank zu Lasten zu Kunden Aufwand zu reduzieren. Wegen dem aktiven VM dürften die Aktien auch noch nicht solange dabei sein. Bedeutet keine Steuerfreiheit beim Verkauf.
Wie groß ist denn das Depot ungefähr? Ist ja anonym und du kannst ja auch sagen unter 100k, unter 50k usw. Damit man mal eine ungefähre Größenordnung hätte. Aber wenn du nicht willst, musst ja nicht.
Die Steuerfrage wurde ja geklärt, da wurde alles gesagt. Ich würde mir ein schriftliches Angebot machen lassen in was investiert werden soll, also in welche ETF oder ETFs, und das mit den laufenden Kosten p.a.Das Ergebnis kannst du dann gerne hier vorstellen. Kann mir allerdings schon vorstellen wo die Reise hin geht, mehrere ETFs oder gar aktiv gemanagte Fonds die allesamt nur Kosten verursachen, aber lass uns ruhig mal Teilhaben, wenn du magst.
Hast du ein solches Angebot können wir immer noch sehen ob es nicht besser wäre das Depot aufzulösen, Steuer hin oder her, und einen Cut zu machen. Ein Depot ist heute schnell eröffnet und ein ETF ist auch schnell erledint.
Wie sagt Prof. Hartmut Walz immer, sein kein LEO (Leicht erreichbares Opfer).