Ich fand die in einem anderen Thread geäußerte Idee, mal ein paar Einblicke in unsere Depots zu geben gut und starte hiermit einfach mal :-)
Konservative Ecke:
1) ca. 23 % in Revolut Tagesgeld (aktuell 2,25 % in Spanien)
2) ca. 5 % in Revolut Geldmarktfonds (aktuell 2,11 % nach Kosten meine ich ? ... das ist der ISIN IE000AZVL3K0 von Fidelity ... nutze ihn eigentlich nur, da er nativ integriert ist in die App und man wie bei einem regulären Tagesgeldkonto Geld sofort hin- und herschieben kann.
Spekulative Ecke:
1) ca. 57 % Vanguard FTSE All World Acc (WKN: A2PKXG) ... einer der All World Klassiker ... bespare ich aber nicht mehr aktiv, da es günstigere Alternativen gibt (kostet aktuell noch 0,19 % pro Jahr)
2) ca 15 % Amundi Prime ACWI Acc (WKN: ETF151) ... bespare ich aktuell exklusiv, da mit 0,07 % einfach unglaublich günstig und ähnlich gestreut wie der Vanguard ...
Ansonsten habe ich de facto alle Anlagen inkl. der peinlichen und von mir leider auch zeitweise hochgehypten Crowdinvestments komplett eingestellt :-( Ich mag mein jetziges Setup, da einfach, diverisifiziert und günstig. Ansonsten betreibe ich ja noch KA als Business, wo ich aus Renditesicht noch den größeren Hebel habe.
So, und jetzt bin ich gespannt auf eure Depots bzw. eure Kommentare zu meinem ;-)
Ich bin erst seit Januar 2026 in der Aktienwelt. Momentan habe ich zwei verschiedene Neobroker. Ich teste noch aus.
Ich habe auch den Amundi Prime, aber auch den MSCI World, einen Emerging Markets und Einzelaktien. Letztere würde ich am liebsten jetzt schon wieder loswerden.
Der Amundi glaube ich, würde mir reichen. Ich kenne mich aber noch nicht gut aus.
@ Stefan Erlich: Bezüglich Deines TG-Anteils hätte ich ja erwartet, dass Du mit Deinem Wissen, Deiner Erfahrung und Deinen Zugängen bzw. Kontakten deutlich mehr „raus holst“. Aber offensichtlich geht Dir hier „Bequemlichkeit“ vor „Rendite“ - was ja durchaus ok ist, wenn man so wie Du schon genug um die Ohren hat. Aber sowohl beim klassischen Tagesgeld als auch bei den Geldmarkt-ETFs dürften mit etwas Suche noch der eine oder andere zusätzliche Basispunkt drin sein.
Bei den Aktien-ETFs wäre der genannte Amundi Prime aktuell auch meine erste Wahl. Zwar habe ich ihn selbst (noch) nicht im Depot, aber dafür erst kürzlich einer Verwandten für den Einstieg in die private Altersvorsorge empfohlen.
Was ich in Deinem Depot allerdings vermisse, sind Anleihen-ETFs und natürlich FG. Oder zählt für Dich letzteres extra, da es ja klassischerweise nicht in einem Depot gehalten wird?
@ Stefan Erlich: Wenn Du hier schon so mutig mit ... → Werden Sie jetzt kostenlos Mitglied der Kritische-Anleger-Community, um den vollständigen Beitrag zu sehen!
Ich schreib mal anonym bzw. wie ein unregistierter Nutzer - will mich nicht all zu sehr outen:
-Ein paar gut laufende Mieteinkünfte. Nichts großartiges, aber die Buden sind seit langem abbezahlt.
-Tagesgeld(hopping), die letzten Jahre bei allen Topangeboten mit dabei gewesen (Wüstenrot, TR, BVB, BoS, Umweltbank, BBVA...)
-Gold (nicht mehr aktiv, liegt nur 'rum),
-Firmenanleihen, werden aber nicht gehandelt sondern bis zum Ende gehalten für regelmäßiges Einkommen per Zinstreppe d.h. jeden Monat ist mindestens ein Coupon fällig
-Spaßeshalber, gelegentlich, unregelmäßig kleinere vierstellige Beträge in einenganz bestimmten Aktienfond nach dem buy-the-dips-Prinzip. Also wenn der Index mal 2-3-Tage hintereinander (gerne stark) fällt, wird gekauft und abgewartet bis er wieder steigt. Dann verkauft und wieder abgewartet.
-Mit Einzelaktien beschäftige ich mich inzwischen nicht mehr. Sind zwar in der Vergangenheit recht gut gelaufen, es ist mir nun aber zu stressig und habe keine Lust mehr dazu. Außerdem sollte man m.E. mit zunehmendem Alter und sofern man zufrieden ist mit dem was man sich so aufgebaut hat weniger riskant investieren.
Hallo @Stefan Erlich, du hast ein wirklich sehr aufgeräumtes Depot, rund 70% in der Spekulativen Ecke zeigt das du noch ein Weilchen Zeit hast und/oder aber eben auch eine höhere Risikoneigung. Für den Vermögensaufbau beste Voraussetzung, da kann sich manch einer eine Scheibe abschneiden.
Von dem Crowdinvestments hatte ich damals hier auch viel gelesen, hatte aber aus irgendeinem "7Sinn" immer die Finger davon gelassen. Wer weiß wofür es gut war.
In einer ruhigen Minute stelle ich mein Depot gerne auch mal vor. Ich finde es immer wieder spannend, wie es jeder ein wenig anders zu machen weiß, am Ende kann aber weniger auch mehr sein. Von daher Hut ab!
Hallo zusammen,
vielen Dank für die ausführlichen Depotvorstellungen. Habe mir die Anlageninformationen direkt mit Interesse bis ins Detail (WKN) angesehen. Auch die Hintergrundinformationen sind für mich als ETF-Beginner sehr hilfreich.
Beste Grüße HFJ
Ganz banal70% Anteil60% Siemens Diversified ... → Werden Sie jetzt kostenlos Mitglied der Kritische-Anleger-Community, um den vollständigen Beitrag zu sehen!
@ Postguru: Mich würde interessieren, warum Sie sich ausgerechnet für die beiden Siemens-Fonds entschieden haben. Das scheint mir doch eine recht ungewöhnliche Wahl zu sein. Haben Sie vielleicht eine besondere Beziehung zum Siemens-Konzern? Und sehe ich das richtig, dass bei diesen Fonds neben der TER noch weitere (Management-/Depotbank-)Gebühren anfallen? Der Siemens Global Equities scheint zudem seine Benchmark, den MSCI World, kaum zu schlagen. Warum haben Sie sich daher nicht gleich für das kostengünstigere "Original", sprich einen MSCI World-ETF entschieden? Ansonsten fällt mir auf, dass der "Sicherheitsbaustein" (TG, Geldmarkt, Anleihenanteil im Mischfonds) leicht übergewichtet ist. War das von Anfang an beabsichtigt oder hat sich das so ergeben? Danke im Voraus für die Erläuterungen.
@ Fynn: Aufgrund der großen Überschneidungen zwischen dem Amundi Prime Global und den ETFs auf den MSCI World sollte hier in der Tat eines der Produkte i.d.R. ausreichen, wobei der Amundi die kostengünstigere Wahl sein dürfte. Da allerdings beide Indizes bzw. ETFs nicht die Schwellenländer abdecken, macht die Ergänzung durch einen Emerging-Markets-ETF durchaus Sinn. Alternativ (oder komplementär) könnte aber auch ein globaler Small-Cap-ETF in Frage kommen, da die übrigen Produkte m.W. nur den Large- und Mid-Cap-Sektor beinhalten.
@Spooky78
Mit der Aufteilung komme ich auf ca. ~45% Aktienanteil. Ich bin bereits im Ruhestand und diese Quote passt für mich. Der Diversified Growth enthält dann ja auch noch ein paar Fondsanteile und Unternehmensanleihen.
Das ist Risiko genug.
Mit Siemens habe ich nichts zu tun, diese Fonds halte ich schon seit kurz nach deren Auflage im Jahr 2018. Ich persönlich kenne keine Fondsgesellschaft, die eine so detaillierte Berichterstattung hat und monatlich über ein Factsheet hinaus den Inhalt der Fonds bis auf den letzen Euro auflistet.
Wie bei allen Fonds (auch bei ETFs) ist die TER ja nicht alles. Es kommen die im Prospekt genannten Kosten hinzu. Seit letztem Jahr wurde beim Global Equities die TER auf 0,09% gesenkt. Der Global Equities soll auch gar nicht besser laufen als ein MSCI World, den er bis zum März 2024 als Benchmark hatte. Seit dem 01.04.24 ist es der MSCI World Screened.
Der Diversified Growth ist für mich so eine Art Vermögensverwaltung des kleinen Mannes. Das Konzept soll ähnlich Dem sein, wie Siemens seine Betriebsrenten verwaltet. Dafür nehme ich Kosten von 0,50% in Kauf.
Für mich überwiegt der Vorteil, alle meine Fonds ohne weitere Ordergebühren zu handeln. Unabdingbar ist die Lagerung in einem Gemeinschaftsdepot, welches die meisten NEO Broker nicht anbieten.
Beim SBroker sind alle Fonds auch per Spar- oder Entnahmeplan verfügbar.
Mehr brauchts für mich nicht.
@ Spooky78
Vielen Dank für die Rückmeldung und den Tipp. Das schaue ich mir gleich mal an.
Und du hast in einem post vom „nackigmachen“ gesprochen und uns Einblicke in dein Depot gegeben. Für mich sind solche Einblicke total hilfreich und man weiß ja trotzdem nicht welche Geldbeträge dahinterstecken.
Ich habe die anderen Beiträge hier gelesen und habe als Anfänger die ein oder andere Frage.
Ich gehörte bislang zu den Tages- und Festgeldanlegern. Aktien waren wir fremd und eher mit „Finger weg - Totalverlust möglich“ belegt. Mit viel Überwindung bin ich dieses Jahr in den Aktienmarkt eingestiegen und habe jetzt schon gemerkt, was mir durch die negative Einstellung real an Rendite entgangen ist (ETF) und was mir an Verlusten erspart blieb (Einzelaktien).
Wie viel Prozent eures Kapitalvermögens liegen in Aktien?
Wie viele verschiedene Assetklassen habt ihr und welche? Und weshalb?
Was würdet ihr mit dem Wissen, das ihr heute habe, nicht mehr so machen bei der Geldanlage Depot?
Falls ich mich mit den Fragen zu weit aus dem Fenster lehne, verzeiht mir.
@Fynn, das ist eine ganz wichtige und ... → Werden Sie jetzt kostenlos Mitglied der Kritische-Anleger-Community, um den vollständigen Beitrag zu sehen!
@Spooky74
Interessant zu sehen das Raisin ein ähnliches Portfolio aufbaut wir meine Rürup Rente bei myLife
NameISINAnteil
iShares Core DAX UCITS ETF (DE) EUR AccuDE000593393112,00 %
iShares Core MSCI World UCITS ETF USD (Acc)IE00B4L5Y98311,00 %
iShares Core MSCI Japan IMI UCITS ETF USDIE00B4L5YX214,00 %
iShares Core EURO STOXX 50 UCITS ETF EUR (Acc)IE00B53L3W796,00 %
iShares Core S&P 500 UCITS ETF USD (Acc)IE00B5BMR08714,00 %
Vanguard FTSE All-World High Div Yield ETFIE00B8GKDB107,00 %
Vanguard FTSE Dev Asia Pacific ex Japan ETFIE00B9F5YL184,00 %
Xtrackers MSCI Europe ESG UCITS ETF 1CIE00BFMNHK089,00 %
iShares Core MSCI EM IMI UCITS ETF USD (Acc)IE00BKM4GZ669,00 %
Xtrackers MSCI World ESG UCITS ETF 1CIE00BZ02LR4412,00 %
Xtrackers MSCI UK ESG UCITS ETF 1DLU02920977475,00 %
AMUNDI STOXX EUROPE 600 UCITS ETF ACCLU09085007537,00 %
Gesamt100.00 %
Außerdem fahre ich noch auf Auszahlpläne ab
hierdurch istjeden Monat Liquidität vorhanden und kann verbraucht oder neu investiert werden.
Ich hab mittlerweile mehr als 50 Auszahlpläne von der IKB, Gefa, Leipziger, BSP Mainz, MMV mit Laufzieten von 3 Jahren bis 30 Jahren und Zinssätzen von 1,5 % ( in der Niedrigzinsphare bis 4,5 % aus 2024.
Zu diesen konservativen Teil kommt dann noch Festgelder - so das die nächten 30 Jahre immer jedes Jahr was frei wird undEU - Staatsanleihen.
Die Staatsanleihen:( Frankreich, Polen, Italien, Belgien) laufen alle bis ich fast 100 Jahre bin werfen aber 4,6 % Rendite ab. Idee ist es hier eine Depotübertragung/Vererbung an die Kinder zu machen aber das Niesbrauch- sprich die Zinsen selbst einzukassieren.
ich sehe hier nicht mehr Risiko als in FG Anlagen- wenn die EU pleite geht- sind auch die Banken tot:
Als letzten Baustein gibt es dann noch ein ETF / Aktien Portfolio mit über 100 Werten - hier ist buy and hold die Devise - es gibt aber echte Leichen ( - 75 %) undPositive outlyer( + 600 % : Mastercard)
Generell kann man sagen was man ja auch weiss - Einzelaktien haben echt das viel größere Risiko - während alle unserer 40 ETF positiv sind ( mitAusnahme von Holz ETF)sindca 25 % der Einzelaktien im Negativen
@ Uffing24: Mir sind die 7 Fonds/ETFs von Raisn ja fast schon zu viel, aber was die myLife da treibt, grenzt für mich an Wahnsinn. Da fällt doch sicherlich ein Haufen an Transaktionskosten an, wenn die all diese ETFs bedienen müssen, allein schon beim vermutlich alljährlichen Rebalancing. Hier wäre „weniger“ mit Sicherheit „mehr.“
Die Geschichte mit den Auszahlplänen ist psychologisch bestimmt eine erfreuliche und motivierende Sache, mir wäre das aber mit den vielen Kleinbeträgen auf Dauer zu viel Aufwand, insbesondere mit Blick auf eine mögliche Wiederanlage.
Die Idee mit dem langfristigen Anleihendepot und dem Niesbrauchrecht finde ich hingegen recht charmant und könnte für so manchen hier sicherlich nachahmenswert sein, für mich persönlich wäre es aber allein schon mangels geeigneter Erben eher nichts. ;-)
Das eigentliche „Eigenkapital“-Depot scheint mir indes ebenfalls „verschlankungswürdig“. Wenn man mittels ETFs bereits breit streut, kann man bei den Einzeltiteln - sofern man überhaupt daran festhalten will - m.E. ruhig etwas selektiver sein. Und manchmal ist es aus steuerlicher Sicht vielleicht auch ganz gut, eine Anlage endgültig abzuschreiben und den Verlust mitzunehmen, auch wenn es naturgemäß schwer fällt (Stichwort „kognitive Dissonanz“ u.s.w.).
@ Rüdiger
Danke dir!
Noch zum Verständnis:
Was meinst du mit risikoarm/ risikoreicher? Die Auswahl der Aktien/Etfs oder wie viel man in Aktien steckt, wie viel in Anleihen, Tagesgeld etc.?
@Fynn, letzteres, z.B. 60 % Welt ETF und 40% ... → Werden Sie jetzt kostenlos Mitglied der Kritische-Anleger-Community, um den vollständigen Beitrag zu sehen!
Für mich (über 60) ist es inzwischen eher risikoarm/konservativ: 25% World ETFs, 5% Gold ETC, 69% TG/FG, 1% Einzelwerte aus historischen Gründen (zu faul diese zu verkaufen). Beim TG/FG Part denke ich über DBX0AN nach, da das Hopping selbst bei FG nervig ist. TG Hopping mache ich nicht mehr. Die aktuelle Ausgabe von Finanzen (Stiftung Warentest) schreibt interessantes zu Geldmarktfonds. Sie empfehlen neben DBX0AN auch Fonds mit 0-1 Jahr Restlaufzeit oder sogar 0 - 6 Monate Restlaufzeit.
@ Fynn: Tatsächlich habe ich mir über meine prozentuale "Asset Allocation" bislang noch gar keine allzu großen Gedanken gemacht und daher die Frage(n) zum Anlass genommen, das Ganze mal etwas konkreter zu ermitteln. Dabei habe ich letztlich festgestellt, dass der reine Aktien-ETF-Anteil an meinem Kapitalvermögen lediglich bei ca. 25 % liegt, was in Anbetracht meines Gesamtvermögens (Kapitalanlagen + Versicherungen + Immobilie etc.) und weiterer individueller Faktoren (Alter, Familienstand, Berufsstatus, usw.) nach gängiger Expertenmeinung vermutlich deutlich zu wenig sein dürfte. Wie so häufig, ist das in meinem Fall aber nicht das Ergebnis einer ausgeklügelten Strategie, sondern schlichtweg "historisch gewachsen". In den 90er Jahre habe ich meine ersten (und leider nicht sonderlich guten) Aktien-Erfahrungen mit einem DAX-Fonds von Union Investment gemacht. Als "gebranntes Kind" habe ich im Anschluss lange Zeit einen großen Bogen um diese Asset-Klasse gemacht und bin erst in der 2. Hälfte der 0er-Jahre wieder mit Aktienfonds eines anderen Anbieters, mit dem ich zu jener Zeit auch beruflich eng verbunden war, wieder in den Aktienmarkt eingestiegen. Mein Anlageschwerpunkt lag jedoch zu jener Zeit und auch in den Jahren danach weiterhin eher auf festverzinslichen Anlagen wie Einzelanleihen (z.Z. keine im Portfolio) bzw. Renten-ETFs (ca. 14 % inkl. des bereits erwähnten Geldmarkt-ETFs), Tages- (13 %) und Festgeldern (42 %), die heute noch immer den Schwerpunkt meiner Investitionen ausmachen. Der Rest entfällt auf verschiedene Kapitalversicherungsprodukte (Lebensversicherung / Riester-Rente; 4 %), Genossenschaftsanteile (1 %) und Barmittel.
Nicht in diese Berechnung eingeflossen ist hingegen noch eine zusätzliche KG-Beteiligung an einer mittlerweile abgeschriebenen Windkraftanlage in Süddeutschland, deren Restwert nur schwer zu ermitteln ist und bei der die staatlich garantierte Einspeisevergütung Ende dieses Jahres ausläuft. Mit dieser Investition bin ich ungeachtet dessen aber nach wie vor sehr zufrieden. So lag etwa die letztjährige Ausschüttungsrendite bei beachtlichen 15 % bezogen auf die ursprüngliche Einlage.
Von weiteren Asset-Klassen habe ich hingegen bislang bewusst Abstand gehalten oder sie aus anderen Gründen nicht mehr im Portfolio.
Zur erstgenannten Gruppe zählen z.B. Kryptowährungen und Edelmetalle, die für mich eher "Spekulationsobjekte" als "Geldanlagen" darstellen. Auch habe ich hier nicht zuletzt erhebliche ethische Bedenken. Zudem sehe ich darin keinen finanziellen "Rettungsanker" für den Katastrophenfall, denn dann sind aus der historischen Erfahrung eher ganz andere, (über-)lebenswichtigere Dinge gefragt.
Hebelprodukte, Zertifikate und sonstige Derivate kamen, und kommen mir auch in Zukunft, nicht ins Portfolio. Wenn ich mit meinem Geld spielen will, gehe ich lieber ins Casino. Das gilt für mich bis zu einem gewissen Grad auch für Einzelaktien, die ich ebenfalls aus Risikogründen gemieden habe (Kleine Anekdote am Rande: Der TV-bekannte Kabarettist Frank-Markus Barwasser, alias Erwin Pelzig, hat mir vor ca. 20 Jahren mal im Rahmen einer Vorstellung zum Thema "Aktionärsrechte" die Aktienurkunde eines deutschen Pennystocks geschenkt, die ich jedoch im Anschluss nie habe registrieren lassen. Mittlerweile ist besagtes Unternehmen längst insolvent. ;-)).
Auch von "Betongold" in Form von nicht selbst genutzten Immobilien habe ich bisher die Finger gelassen. Abgesehen vom finanziellen Klumpenrisiko einer solchen Investition habe ich hier vor allem Bedenken hinsichtlich des Verwaltungsaufwands und möglicherer Konflikte mit säumigen oder unachtsamen Mietern bzw. unzuverlässigen Hausverwaltungen. Eher könnte ich mir da alternativ schon eine Investition in REITs (https://de.wikipedia.org/wiki/Real-Estate-Investment-Trust) vorstellen, wobei hier die Marktlage in letzter Zeit leider nicht allzu günstig war und das Angebot in Deutschland - anders als etwa im angelsächsischen Raum - eher überschaubar ist.
Zur 2. Gruppe, also zu Anlageklassen, die ich heute nicht mehr besitze, zählen u. a. Bausparverträge (ausgelaufen und bei Abschluss von der Rendite her noch ganz ok, aber - da ich im Anschluss das Darlehen nicht in Anspruch genommen habe - auch irgendwie überflüssig), Nachrangdarlehen (von einem kommunalen Energieunternehmen), die leider ausgelaufen sind, oder klassische, aktiv verwaltete Aktien- und Rentenfonds, die mir irgendwann einfach zu teuer waren und im Vergleich zu konkurrierenden ETFs dauerhaft keinen Renditevorteil boten. In letztgenannte Kategorie fällt auch einer der größten Fehler meiner bisherigen Anleger-Karriere: Ende der 0er, Anfang der 10er Jahre habe ich mal in einen NAMO (Nah-Mittel-Ost)-Aktienfonds investiert, der im Anschluss gewaltig baden gegangen ist, weshalb ich ihn nach einiger Zeit mit großem Verlust verkauft habe. Zum Glück war ich da aber von Beginn an nur in einer "homöopathischen Dosis" engagiert, so dass dieses "Lehrgeld" für mich einigermaßen verschmerzbar war.
Ferner bin ich aktuell noch dabei, mich von einem Großteil meiner Genossenschaftsbeteiligung zu verabschieden. Hier gab es in der Vergangenheit zwar teilweise durchaus attraktive Ausschüttungsrenditen, doch fielen die realen Geldbeträgen aufgrund der beschränkten Einlagensummen am Ende doch eher bescheiden aus, so dass sich hier für mich der Aufwand nicht gelohnt hat. Ich halte diese Anlageform inzwischen auch eher für eine Möglichkeit des gesellschaftspolitischen Engagements, insbesondere im Fall von Bürgerenergie- oder lokalen Einkaufsgenossenschaften.
Mit dem Wissen von heute würde ich ansonsten bei einem hypothetischen "Neustart" vermutlich früher mit globalen Aktien-ETFs anfangen und von Beginn an weniger "kleinteilig" investieren (Stefans Depot ist für mich hier geradezu vorbildhaft) sowie mir vermutlich einen etwas günstigeren Anbieter als die Consorsbank suchen. Auch würde ich wohl nicht mehr auf Kapitallebensversicherungsprodukte als Beimischung und Absicherung setzen, sondern meinen Fokus eher auf das künftige Altersvorsorge-Depot richten.
Ich hoffe, diese zugegebenermaßen etwas ausschweifenden Ausführungen helfen bei der Meinungsbildung zumindest ein wenig weiter. ;-)
@ Spooky78
"Auch von "Betongold" in Form von nicht selbst genutzten Immobilien habe ich bisher die Finger gelassen. Abgesehen vom finanziellen Klumpenrisiko einer solchen Investition habe ich hier vor allem Bedenken hinsichtlich des Verwaltungsaufwands und möglicherer Konflikte mit säumigen oder unachtsamen Mietern bzw. unzuverlässigen Hausverwaltungen."
Genau aus diesem Grund möchte ich kein "Betongold".
Ein weiterer Aspekt ist für mich, dass ich nicht regional gebunden sein möchte!
Mein Papa hatte vor einigen Jahrzehnten eine neue Eigentumswohnung ca. 370 km von unserem Zuhause entfernt als Geldanlage gekauft - seinerzeit alles noch ohne Internet und moderne Kommunikation. Zu dieser Zeit war ich noch sehr jung und habe mitbekommen, wie viel Aufwand schon alleine durch die Distanz es war!
Inzwischen hat er "Betongold" (mehrere Wohnungen) im nahen Umkreis, doch diese Belastung würde ich persönlich nicht schaffen.
Wie viel habe ich in all den Jahrzehnten miterlebt, was Eigentum, das nicht selbst genutzt wird bedeutet. Wie viel Zeit, Aufwand, Nerven, schlaflose Nächte, Energie, Ärger usw. es mit sich bringt :(
Für mich wären sie ein Klotz am Bein, eine Zentnerlast für Herz und Seele!
Gute Nacht
Tautropfen
Wow, coole Ausführungen @Spooky! Finde immer ... → Werden Sie jetzt kostenlos Mitglied der Kritische-Anleger-Community, um den vollständigen Beitrag zu sehen!
@ Stefan Erlich: Bloß zwei kurze Antworten bzw. Anmerkungen zu Deine Fragen:
1. Von Neobrokern halten mich bislang vor allem noch die vielen kritischen Berichte von Nutzern hier im Forum ab, insbesondere zu Trade Republic, die ja immerhin der Marktführer sind. Wenn es also bei denen schon so viele Beschwerden gibt, wie soll es dann erst bei der kleineren, weniger finanzkräftigen Konkurrenz aussehen (Natürlich ist mir bewusst, dass die "schweigende Mehrheit" der Kunden offenbar keinen Grund zum Klagen hat, aber bei TR scheint das Problem ja am Ende tatsächlich so bedeutsam gewesen zu sein, dass man vor Kurzem den gesamten Kundenservice neu aufgestellt hat.)? Zudem sehe ich bei manchen Anbietern noch nicht, wie sie künftig mit dem PFOF-Verbot umgehen wollen und wie sich das auf die zur Verfügung stehenden Handelsplätze und die Gebührenstruktur auswirken wird. Am Ende kann ja schließlich nicht jeder - so wie Scalable - seine "eigene" Börse aufmachen. Auch habe ich weiterhin Bedenken bezüglich der finanziellen Solidität mancher Anbieter. Zwar ist mein Depot als Sondervermögen im Falle einer Pleite natürlich mich "weg", aber womöglich könnte es eine ganze Weile dauern, bis ich wieder vollen Zugriff darauf habe. Und wenn dann ausgerechnet in dieser Phase der Markt kollabiert (ich habe gerade erst wieder einen verstörenden Bericht zur KI-Bubble gelesen, der bei mir schlimmste Befürchtungen aufkommen ließ: https://www.n-tv.de/wirtschaft/Chatbots-kosten-Amazon-Millionen-Mitarbeiter-lassen-Mails-sortieren-id30839603.html), könnte ich nur hilflos danebenstehen und zuschauen, wie mein Geld im Orkus verschwindet. Da ist mir eine "Vollbank" im Hintergrund momentan einfach noch lieber.
2. Zum Thema Geldmarkt-ETFs habe ich hier an anderer Stelle schon so einiges gepostet, insbesondere dort:
- https://www.kritische-anleger.de/forum/depots-und-boerse/fragen-zu-geldmarkt-etfs-als-alternative-zu-festgeldanlagen/
So, jetzt waren meine Ausführungen doch wieder nicht so kurz, wie ursprünglich angekündigt. Sorry! ;-)
@Spooky: Die Asset Allokation ist m.E. das Fundament der Geldanlage, der Grundstein. Man kann so wunderbar das Risiko steuern, habe ich z.B. nur Tagesgeld und einen Welt ETF kann ich von 100/0 % bis 0/100% und alles dazwischen verteilen, wie ich es gerne hätte. Das ist besonders in der Entsparphase im Alter sehr nice, quasi das berühmte Pantoffel Portfolio der Stiftung Warentest, aber natürlich auch in der Ansparphase wichtig, denn da geht ja bekanntlich mehr Rendite/Risiko.
Ich pes. möchte es im Ruhestand lieber entspannt haben, zwei, drei Positionen wären schon cool die ich dann nach und nach entsparen könnte.
Ansonsten habe ich ähnliche Erfahrungen mit Union Investment, und Krypto und Gold ist auch nicht so mein Ding. Ebenso Betongold war nie meins, obwohl ich die dafür bewundere die Vermieten/Kaufen mit all der Arbeit die eben dazu gehört. Ich war immer mehr der Altersvorsorge-Sparer, der nach getaner Arbeit die vermietete Türe abgeschlossen hat.
@Stefan Erlich: Ich stelle mein Depot gerne vor in einer ruhigen Minute, es brennt mir förmlich unter den Nägeln. Alles nach und nach, erst mal ist es schön auch mal zum geschrieben hier etwas zu antworten. Eine wirklich angenehme und warmherzige Community ist das hier. Und Dankeschön für diesen Thread hier.
@Uffing24: Mylive finde ich auch Overkill, ich hab immer das Gefühl wenn ich so was sehe, es muss immer wahnsinnig kompliziert aussehen, damit der Kunde zufrieden ist. Im Backtest einfach mal einen simplen Welt ETF drüberlegen und vergleichen. Aber wenn du zufrieden damit bist, ist eh alles schick :)
Nur ein Wort noch zu deinen ETF/Aktien Depot mit 100 Werten; ich mag es einfach und mit wenigen Werten und würde da gandenlos aussortieren, wenn nicht sogar alles in ein bis zwei "Standard ETFs" reinstecken.
Ich hatte mal einen Bekannten der über Hundert Aktien im Depot hatte, aber immer so Klecker Beträge. Ich sagte zu ihm steck lieber die 50k in 5 Langeweiler wie Nestle, Coca, Allianz usw. und du hast ähnliche Performance, oder eben auch ein Welt ETF.
Aber nur beispielhaft, jeder macht es anders und wenn mir jemand eine gute für
Begründung sein Handeln beschreibt, ist es für mich auch in Ordnung. Keine Kritik an dich, ich denke nur das viele Leut sich einfach auch immer mal wieder blenden lassen von all den hoch komplizierten Depot Zusammenstellungen diverser Anbieter mal so allgemein gesagt. :))