Frage in die Runde, ob jemand ähnliche Erfahrungen gemacht hat:
habe vor längerem ein kleines Depot bei einer Privatbank geerbt und nun darum gebeten, mir monatlich 300,- zu überweisen (Dauerauftrag), da momentane Einkünfte knapp.
Vom Berater hieß es dann, das ginge nicht, da man den geringen Betrag ja anteilig von jedem Papier ausrechnen müsse und das sei zu aufwändig. Halbjährlich 1800,- sei das kleinste, das er ermöglichen könne.
Ich bin irritiert - zumal meine Tante vor 7, 8 Jahren 300,-/Monat bekommen HAT - und ich mir nicht vorstellen kann,dass das jemand "ausrechnet". Das macht doch das Finanz-System/-programm von alleine, oder nicht?
Haben die einen finanziellen Vorteil davon, wenn sie mir eine größere Summe überweisen? Oder irgend nen anderrn Grund?
Hat jemand etwas vergleichbares schon erlebt?
Bitte nicht raunzen, wenn ich nicht zeitnah reagiete/antworte; Handy immer stumm und ich nicht ständig dran... Danke
@ PenunseBerlin: Um den Vorgang genauer einordnen zu können, bräuchte man noch ein weitere Informationen:
- Um welche Art von Depotwerten geht es hier konkret (Einzelaktien, Fonds, ETFs, Anleihen)?
- Bietet die Bank grundsätzlich Auszahlungs- bzw. Entsparpläne an? Und falls ja, zu welchen Konditionen?
Generell haben Banken natürlich kein allzu großes Interesse daran, dass Kunden Gelder abziehen, auch wenn dies nur in kleinen Raten erfolgt. Auszahlungspläne bedeuten für die Institute zusätzlichen Aufwand, den sie sich meist entsprechend vergüten lassen. Mehr zu diesem Thema - insbesondere in Bezug auf ETF-Auszahlungspläne - findet man in diesem Forum auch hier:
https://www.kritische-anleger.de/forum/depots-und-boerse/kostenguenstige-etf-auszahlungs-entnahmeplaene/
@ Lebenslust: Dafür müsste das Depot aber erst ... → Werden Sie jetzt kostenlos Mitglied der Kritische-Anleger-Community, um den vollständigen Beitrag zu sehen!
Die regelmäßige (monatliche) Entnahme von niedrigen dreistelligen Beträgen setzt den entsprechenden Verkauf von ETF-Anteilen voraus, der Gebühren auslöst.
Im ersten Step würde ich mich also mit den Gebühren, den die depotführende Bank für den Verkauf von ETF-Anteilen erhebt, auseinandersetzen. Den Umstand, dass die Erblasserin vor x Jahren als vermutlich langjährige Kundin der Bank scheinbar eine Art Auszahlplan vereinbart hatte, würde ich außer Acht lassen und mich selbst kundig machen - ich kenne als Erbe diese Bank ja erst seit Kurzem.
Ich bin bei der ING und würde pro Verkauf mindestens 4,90 Euro + 0,25% des Verkaufswerts zahlen. Das wären bei 300 Euro dann schon mal jeden Monat 5,65 Euro bzw. 67,80 Euro p.a. bei einer Entnahme von 3.600 Euro. Entnehme ich nur 2x im Jahr je 1.800 Euro, würde ich für diese beiden Entnahmen Gebühren von je 9,40 Euro zahlen.
Unter dem Gebührenaspekt würde ich also dem Vorschlag der Bank folgen ODER mich mit einem Depotwechsel auseinandersetzen und dem Thema, welcher Depotanbieter aktuell zu welchen Konditionen Entnahmepläne anbietet.
Good luck!
Viele Grüsse
K.
Vielen! Dank! für Eure Hinweise. Mit Auszahlungen/Entnahmen war ich bisher nicht befasst - auch wenn ich das schon gelesen hab, dass es Transaktionsgebühren gibt...
Das Thema Gebühren ist, wie schon von K. gut dargestellt, nicht zu unterschätzen. Das kann dir einiges an Rendite vernichten. Je nach Größe des Depots, den darin enthaltenen Wertpapieren und deinen persönlichen Plänen damit wäre ggf. ein Depotwechsel zu einer sehr günstigen Bank (Comdirect Pure?) sinnvoll, auch wenn man dafür Zeit und Geduld einplanen muss ;-) ... Wenn du uns ein paar mehr Details schickst, könnten wir das versuchen, etwas besser für dich einzuordnen, wenn du magst?