Sehr geehrte Forenmitglieder,
David Rogers Webb hat im Jahr 2023 mit dem Buchtitel The Great Taking beschrieben, wie Wertpapiere vom Emittenten bis zum Bankkunden in einer Verkettung von Ansprüchen verschiedener Institutionen durchgereicht werden. Wertpapiere werden nun innerhalb dieser Kette gebündelt und als Sicherheiten eingesetzt. Der Autor hat Szenarien skizziert, in denen es bei "Ausfall einzelner Kettenglieder" zu einer Verwertung von Sicherheiten kommen kann und beschreibt, wie dabei gesetzlich bevorrechtigte Gläubiger auf die Vermögenswerte zugreifen könnten.
Für alle interessierten: Das Buch ist kostenfrei zugänglich, zudem sind hat der Blogger Horst Lünig eine Videoserie gedreht, in der er die Hintergründe erklärt.
Für meine persönliche Altersvorsorge halte ich ETF-Anlagen aufgrund der guten Verzinsung und des Zinseszinseffektes für höchst attraktiv. Die langen Laufzeiten und die hohen eingesetzten Summen in der Altersvorsorge setzen jedoch ein gewisses Maß an Sicherheit vor einem Totalausfall voraus, auch wenn es diese natürlich nicht geben kann.
Nun zu meiner Fragestellung: Hat sich jemand ernsthaft mit dieser Thematik beschäftigt und hat Ideen, wie man sich davor schützen kann?
@ daddy1850: Vermutlich am besten mit einem Alu-Hut. ;-) Nein, Spaß!
Mit einer etwas ernsthafteren Betrachtungsweise muss man zumindest feststellen, dass die Thesen von Herrn Webb nicht kategorisch falsch und völlig aus der Luft gegriffen, in der Realität jedoch höchst theoretisch und extremst unwahrscheinlich sind. Wir reden hier von "Doomsday"-Szenarien, auf die man sich praktisch nicht vorbereiten kann - auch wenn manch durchgeknallter Prepper das vielleicht anders sehen mag. Aber Amis lieben nun mal Verschwörungserzählungen und haben häufig ein gewisses Grundmisstrauen gegenüber jeglicher staatlicher Gewalt. Daher verteidigten sie ja z.B. vielfach auch so vehement ihr Recht auf privaten Waffenbesitz, um sich nicht nur gegen Kriminelle, sondern auch gegen einen vermeintlich übergriffen "Staat" schützen zu können.
Fakt ist jedoch: ETFs sind Sondervermögen und selbst wenn der ETF-Anbieter oder die verwahrende Depotbank in die Insolvenz schlittert, bleibt man als Kunde Eigentümer der ETF-Anteile bzw. der durch sie repräsentierten Wertpapiere und hat Anspruch auf deren Herausgabe (vgl. z.B. https://extraetf.com/de/wissen/was-ist-ein-sondervermoegen). Da ist die Gesetzeslage in Deutschland und Europa ziemlich eindeutig und keine demokratische Regierung, der etwas am Erhalt ihrer Macht liegt, dürfte in absehbarer Zeit etwas daran ändern.
Wenn man aber dem Finanzinstrument "Wertpapier" bzw. "ETF" dennoch grundsätzlich misstraut, muss man sich halt etwas anderes suchen, z.B. physische Edelmetalle, Immobilien oder sonstige Sachwerte. Doch auch die sind im "Chaos"-Fall nicht wirklich "sicher", denn dann gilt das "Gesetz des Stärkeren" und da zieht man als Individuum i.d.R. den Kürzeren.
Fazit: Vorsicht ist grundsätzlich nicht verkehrt und man sollte gerade bei der Altersvorsorge nicht alles "auf eine Karte setzen", aber ETFs sind auf jeden Fall ein sinnvoller und auch vertrauenswürdiger Baustein für alle nach menschlichem Ermessen wahrscheinlichen Zukunftsszenarien. Und schließlich kann man auch hier sein Risiko noch weiter streuen, indem man nicht nur auf einen einzelnen ETF bei einer Bank setzt, sondern sein Vermögen auf mehrere Produkte bei unterschiedlichen Depotbanken (ggf. auch in verschiedenen Ländern) verteilt.
Nein, ich sichere nicht ab. Wer weiß in was er investiert musssich nicht schützen, bei ETFs gibt es formal kein Ausfallrisiko --> Stichwort: Sondervermögen. Alles andere ist Geschrurbel und Verschwörungstheorie und solche Menschen machen Gewinn mit der Angst der Menschen, Punkt.
Und wenn ich Horst Lünig höre stellen sich mir die Nackenhaare hoch. In den späten 90ern habe ich ihn gerne geschaut wegen seiner Whiskey Videos, sehr informativ und unterhaltsam. Heute ist von ihm nicht mehr all zu viel zu denken, ich beschreibe es mal ganz höflich, bei seinen ganzen Whiskey Verkostungen ist er einmal mehr zuviel ins Whiskeyfass gefallen, und naja, für das Gehirn ist das nicht wirklich förderlich.
Fazit: ich habe mich ein überJahrzehnt mit dieser "Thematik" beschäftigt, nicht aus Eigenschutz, ich hatte und habe in vielen Foren Aufklärung betrieben mit der Angst der Menschen in Deutschland, und das mit viel Erfolg. Ein Max Otte oder Dirk Müller machen mir auch keine Angst. Warum? Sie verdienen nichts an mir mit ihren dubiosen Seminaren und Pseudo-Prophezeiungen. Schrecklich solche Menschen die mit der Angst der Menschen Kapital machen wollen!!