Obwohl ich von der Produktidee nur bedingt überzeugt bin, weil man das m.E. auch kostengünstig selbst managen kann, habe ich mir aus aktuellen Anlass (https://www.kritische-anleger.de/forum/tagesgeld/bewertung-der-bank-unit-plus-angefragt/#Beitrag_15486) mal die Mühe gemacht, die "Tagesgeld-Alternativen" (a.k.a. Geldmarkt-ETFs) der verschiedenen Robo-Advisor aufzulisten (siehe auch: https://www.biallo.de/robo-advisor/news/ginmon-startet-zinsanlagen/). Hier das Ergebnis in alphabetischer Reihenfolge und ohne Anspruch auf Vollständigkeit (alle %-Sätze p.a.):
- EVERGREEN ZinsPocket (https://www.evergreen.de/zinsen)
Verwaltungskosten: 0,39 %
ETF-Kosten: 0,21 %
Besonderheiten: ab 1 €; tägliche Zinsgutschrift
- Froots Liquidity+ (https://www.froots.io/liquidity/)
Verwaltungskosten: 0,5 % (> 100.000 €) / 1,00 % (< 100.000 €)
ETF-Kosten: 0,10 %
Besonderheiten: österreichischer Anbieter
- Ginmon TopZins (https://www.ginmon.de/ginmon-topzins/)
Verwaltungskosten: 0,30 %
ETF-Kosten: 0,10 %
Besonderheiten: täglich Zinsgutschrift; DWS-Geldmarktfonds; auch für Firmenkunden; auch als US-Geldmarkt Variante erhältlich (Ginmon Motive Geldmarkt-US; 0,75 % Servicegebühr + 0,15 % ETF-Kosten; https://www.ginmon.de/landing/top-zins-geldanlage/)
- Growney growCash (https://growney.de/zins-investment-growcash)
Verwaltungskosten: 0,38 % (> 50.000 €*) / 0,68 % (< 50.000 €*)
ETF-Kosten: 0,09 %
Besonderheiten: * inklusive sonstiger growney-Anlagen
- Liqid Cash Management (https://www.liqid.de/loesungen/cash-management)
Verwaltungskosten: 0,45 % (?)
ETF-Kosten: 0,11 %
Besonderheiten: 100.000 € Mindestanlage für Neukunden; Portfolio mit 5 Geldmarkt-, Unternehmen- & Staatsanleihen-ETFs
- OSKAR zinsinvest (https://www.oskar.de/zinsinvest/)
Verwaltungskosten: 0,7 % (> 50.000 €) / 0,8 % (10.000 - 50.000 €) / 1 % (> 10.000 €)
ETF-Kosten: 0,13 %
Besonderheiten: Portfolio mit 4 Geldmarkt- & Unternehmensanleihen-ETFs
- Quirion Cash-Invest (https://www.quirion.de/cash-invest)
Verwaltungskosten: 0,48 % (Servicepaket quirion Digital)
ETF-Kosten: 0,10 %
Besonderheiten: bietet mit dem Zinskonto (https://www.quirion.de/guthabenzinsen) auch reguläres Tagesgeld mit z.Z. 3,00 %
- Scalable.capital ZinsInvest (https://de.scalable.capital/vermoegensverwaltung-zinsinvest)
Verwaltungskosten: 0,75 %
ETF-Kosten: 0,13 %
Besonderheiten: nur erhältlich in Scalable Wealth; Portfolio mit 4 Geldmarkt- & Unternehmensanleihen-ETFs; bietet für PRIME+-Kunden z.Z. auch befristet 4,00 % auf das Verrechnungskonto ("echtes" Tagesgeld)
- UnitPlus CashPlus (https://unitplus.eu/cashplus/)
Verwaltungskosten: 0,50 %
ETF-Kosten: 0,10 %
Besonderheiten: in Kombination mit einer Mastercard DebitCard mit Cashback (0,1 %); investiert in einen DWS Geldmarkt-ETF; gibt es auch als FestPlus-Variante (0,50 % Verwaltungskosten + 0,12 % ETF-Kosten; https://unitplus.eu/festplus/)
- WHITEBOX ZinsPortfolio (https://www.whitebox.eu/geld-anlegen/whitebox-zinsportfolio)
Verwaltungskosten: 0,35 %
ETF-Kosten: 0,10 %
Besonderheiten: ab 25 €; investiert in Geldmarktfonds, Unternehmens- & Staatsanleihen
Für vermögende Anleger, die ihr Geld lieber in Liechtenstein parken möchten, gibt es zudem noch ein ähnliches Angebot der LLB, wobei hier in "echtes" Tages- und Festgeld und nicht in einen Geldmarkt-ETF investiert wird:
- Estably Tages- und Festgeld (https://estably.com/tages-und-festgeld-in-liechtenstein/)
Verwaltungskosten: 0,75 %
Bankspesen: 0,24 %
Besonderheiten: ab 50.000 €; vergünstigte Kostenstaffel ab 250.000 € (z.B. 0,31 % + 0,18 % ab 5 Mio. €)
Und wer lieber ein reines Fondsdepot möchte, kann ... → Werden Sie jetzt kostenlos Mitglied der Kritische-Anleger-Community, um den vollständigen Beitrag zu sehen!
Schöne Übersicht! Frage mich gerade, ob man daraus nicht eventuell sogar einen eigenen Vergleich bauen sollte ... Stimmen dazu!?
@ Stefan Erlich: Meinen Segen habt Ihr. Ich befürchte aber, dass die breite Masse kein allzu großes Interesse daran haben wird. Die "Profis" legen sich lieber gleich einen entsprechenden Geldmarkt-ETF ins Depot und die "TG/FG-Ultras" lassen sich ohnehin nicht von anderen Anlageformen überzeugen. Dabei bieten auch die Robos mit ihren GM-Produkten durchaus Vorteile, z.B. geringe Handelskosten, kein ständiges Konto-Hopping, z.T. breite Risikostreuung durch mehrere ETFs oder eine niedrige Mindestanlage.
Der Vollständigkeit halber möchte ich noch erwähnen, dass es neben dem bereits genannten Angebot von Froots (https://www.kritische-anleger.de/forum/depots-und-boerse/vergleich-von-geldmarkt-etfs-verschiedener-robo-advisor-und-deren-kosten/#Beitrag_15500) noch ein weiteres Geldmarkt-Produkt eines österreichischen Robo-Advisors gibt, welches u. a. auch Kunden aus Deutschland offensteht:
- Savity Zinshamster (https://www.savity.at/zinshamster-portfolio/)
Verwaltungskosten: 0,59 %
Fonds-Kosten: 0,12 %
Besonderheiten: österreichischer Anbieter (Amundi-Tochter); 5.000 € Mindestanlage; investiert in Amundi-Geldmarktfonds (keine ETFs)
»und die »TG/FG-Ultras« lassen sich ohnehin ... → Werden Sie jetzt kostenlos Mitglied der Kritische-Anleger-Community, um den vollständigen Beitrag zu sehen!
@ Soistes: Bei Geldmarkt- oder Laufzeit-ETFs (siehe: https://www.kritische-anleger.de/forum/depots-und-boerse/laufzeit-etfs-als-festgeld-alternative-chancen-und-risiken-analysiert/#Beitrag_20340) sehe ich keine "Altersbeschränkung" - im Gegenteil: aufgrund der kurzfristigen Verfügbarkeit sind diese Produkte u.U. sogar besser für Senioren geeignet als langfristiges Festgeld.
Auch das Berliner FinTech NAO (https://www.investnao.com/), das bislang vor allem mit seinen Angeboten aus den Bereichen „Private Equity“, „Venture Capital“ sowie weiteren alternativen Anlage-Klassen von sich reden gemacht hat, ist nun in das Geldmarkt-ETF-Geschäft eingestiegen und bietet seinen Kunden auf seiner Plattform den kostengünstigen BNP Paribas Easy EUR Overnight UCITS ETF (TER: 0,05 % p.a.; https://www.wealthmanagement.bnpparibas.de/web/Wertpapier/Etf/Bnp_Paribas_Easy_Eur_Overnight_Ucits_Etf-LU3025345516) zum kostenfreien Kauf und Verkauf an (https://www.investnao.com/press-releases/nao-bringt-tagesgeld-alternative-auf-die-plattform). Der Swap-basierte ETF bildet dabei den EZB-Leitzins (€STR) zzgl. eines Aufschlags von derzeit 0,39 % p. a. ab. Die Einrichtung eines kostenlosen Sparplans ist ebenfalls möglich.
Alle weiteren evtl. anfallenden Kosten sind dem PLV von NAO zu entnehmen (https://cdn.prod.website-files.com/62ed046417fa639f8e85bfd8/672892e836b6f728c13557ae_241031_NAO_PLV-v1.5.pdf).
FAZIT: Demnach ist Quirion der günstigste ... → Werden Sie jetzt kostenlos Mitglied der Kritische-Anleger-Community, um den vollständigen Beitrag zu sehen!
@ 55510081: Ich habe jetzt nicht alle Zahlen meines Posts aus dem April 2024 auf ihre Aktualität überprüft (Ginmon war aber z.B. damals schon günstiger als Quirion und ist es auch weiterhin) und das Kosten-Modell von NAO noch nicht vollständig durchstiegen, aber DIY sollte m.E. immer noch die preiswerteste Lösung sein, sofern man einen entsprechenden (Neo-)Broker nutzt.
Glaube generell kann man die Aussage "Selber ETF-Portfolio bauen ist günstiger" fast immer so pauschal auch unterschreiben, denn so ein Robo-Advisor ist ja letztlich auch nur Mittelsmann und möchte mitverdienen, hantiert aber gleichzeitig mit den gleichen Produkten, aka, kocht auch nur mit Wasser ;-) Die Sache ist halt, dass das selber Bauen von so einem Portfolio sich besonders bei kleineren Beträgen vermutlich für die meisten dann doch nicht "lohnt", einfach, weil du Zeit für Recherche & Co investieren musst. Je höher aber der Anlagebetrag, um so mehr schreit das Ganze aber nach "Selber bauen!". Bei 100.000 € Anlagebetrag sind auch günstige 0,25 % eben 250 € im Jahr und wenn man die 20 Jahre mit investiert, kommen schon stolze Beträge bei raus.
Da man ja bekanntlich nicht alles auf Basis von Geld und Rendite bewerten sollte, plädiere ich trotz der beschriebenen Abwägung fürs selber machen. Warum? Weil man dabei viel lernt, Fehler macht, die Fehler beim nächsten mal (idealerweise) nicht mehr macht und am Ende seine Autonomie beim Thema Geldanlage behält. Ob das für jeden Anleger und jede Anlegerin realistisch ist, I don't know. Wünschenswert wäre es aber allemal :-)
Nachtrag zu NAO (siehe: https://www.kritische-anleger.de/forum/depots-und-boerse/vergleich-von-geldmarkt-etfs-verschiedener-robo-advisor-und-deren-kosten/#Beitrag_28565):
Auf meine Anfrage zu den Kosten bei einer Nutzung der App ausschließlich für die Anlage in den erwähnten BNP-Geldmarkt-ETF wurde mir heute vom NAO-Kundenservice mitgeteilt, dass in diesem Fall tatsächlich nur die Fondsgebühren von 0,05 % p.a. anfielen. App-Nutzung, Depotführung sowie Kauf und Verkauf der ETF-Anteile wären demnach kostenfrei. Somit würde dies - neben den bereits bekannten 0-€-Neobrokern wie Smartbroker+, Traders Place oder Finanzen.net Zero - aktuell die kostengünstigste Möglichkeit zur Investition in einen Geldmarkt-ETF darstellen.