Hallo Herr Erlich,
ich habe mich in den letzten Tagen intensiv mit dem Thema ETF's beschäftigt. Darf ich Ihnen meine Erkenntnisse/ggf. geplantes Vorgehen aufzeigen? Sollten Sie schlimme Gedanken-/oder Sachfehler entdecken, machen Sie mich bitte darauf aufmerksam. Herzlichen Dank
Zusammenstellungsoptionen und Gewichtung (jeweils einen in entsprechender Menge):
MSCI World 40%
MSCI Emerging Markets 20% (Aktengesellschaft der Schwellenländern)
Anleihenindex (Anleihenanteil): IBoxx Euro Sovereigns 30% (XTrackers)
Nahrungsmittelaktien 10% (Basiskonsumgüter)
Tagesgeld/Festgeld (als Ergänzung, statt Immobilienfond, Rohstoffe, Gold)
Allgemein:
- mindestens zu verwaltendes Vermögen der Aktie/Anleihe: über 500 Millionen Euro
- Transaktionsvolumen/Kauf: min. 1.500 Euro (Kosten < 1%)
- auf etablierte Indizes großer Anbieter konzentrieren, die einen möglichst große Teile des Marktes abdecken
- optimierte Replikation (auch: physische Replikation mittels Sampling)
Hallo Anfängerin,
das geht grundsätzlich schon mal in die richtige Richtung :-) Ein paar Anmerkungen:
1. Insgesamt sieht mir das ein wenig nach "overengineering" aus. Oder anders gesagt: Ich würde es mir für den risikobehafteten Anteil des Depots einfacher machen mit einem einzigen ETF auf den MSCI All Country World Index oder den FTSE All World-Index. Dann sparen Sie sich den Emerging Markets ETF. Für den Nahrungsmittel-ETF sehe ich persönlich ohnehin kein Bedarf, da die großen Indizes ja Nahrungsmittelhersteller schon abdecken. Versuchen Sie, das Depot so simpel wie möglich aufzubauen!
2. Den sicheren Anleihenanteil kann man meiner Meinung nach auch mit Tagesgeld/Festgeld abbilden. Da hat man weniger Schwankungen und schläft ruhiger. Ist aber nur meine persönliche Meinung und wird von anderen Finanzleuten nicht unbedingt genauso gesehen ;-)
3. Grübeln Sie allgemein nicht zuviel über die Struktur des Depots. Ein ETF auf den MSCI All Country Wordl oder den FTSE All World plus Tagesgeld/Festgeld, ggf. Ihre eigene Immobilie und vielleicht ein paar Goldmünzen und gut ist. Danach heißt es: Ruhe bewahren und durchhalten. Ihr größter Feind ist nicht etwa die richtige Auswahl des ETFs oder die richtige Zusammensetzung, sondern Ihre eigene Psyche, sprich, dass Sie 10+ Jahre durchhalten und nicht verkaufen. Da scheitert ein Großteil der Anleger dran, weil sie im Crash verkaufen. Und: Machen Sie sich auch immer bewusst, dass Indexfonds und ETFs, wie sie heute als "Stand der Technik" gesehen werden, nicht unbedingt auch in 10 oder 20 Jahren noch das Non-Plus-Ultra sein müssen. Auch die Anlagewelt entwickelt sich weiter und so kann es sein, dass es in 10 Jahren schon deutlich bessere Produkte gibt. Das ist nicht schlimm und ganz normal. Dann muss man einfach umschichten. Das nur, um die Erwartungen richtig zu positionieren ;-)
Hallo Herr Erlich,
vielen Dank für die schnelle Antwort!
Ich werde Ihre Vorschläge/Anmerkungen beachten.
Auf verschiedenen Internetseiten habe ich gelesen, dass das Portfolio bis zu 7 ETF's haben sollte. Ich kann es nicht beurteilen, aber dies erscheint mir für einen Laien zu aufwendig zu händeln und unübersichtlich zu sein und kommt damit für mich nicht in Frage.
Welchen Anlagebetrag würde Sie als Mindestinvestitionssumme unter der Berücksichtigung, dass die erhoffte Rendite eine kleine aber feine Finanzspritze im Alter 75+ darstellen soll? Wie oft sollte ich die/den ETF evaluieren (1x jährlich/häufiger)?
Im Internet ist zu lesen, dass die INB Bank bzgl. Wertpapiere/Kosten eine Änderung plant (ab 01.11.2020). Könnte es sinnvoll sein bzgl. Eröffnung eines Depots noch zu warten?
Psyche: ich würde den Erwerb von ETF's psychologisch wie Festgeld "werten". Gekauft-"vergessen". Wir sehen uns in 20 Jahren wieder!
LG
Bis zu 7 ETFs? Das halte ich für absoluten ... → Werden Sie jetzt kostenlos Mitglied der Kritische-Anleger-Community, um den vollständigen Beitrag zu sehen!
Hallo Herr Erlich,
darf ich ein letzte "dumme" Frage stellen?
Kann ich Anteile von dem von Ihnen empfohlenen ETF (iShare) per Einmalzahlung kaufen und zusätzlich (parallel) ansparen?
Sollte dies nicht möglich sein, welcher ETF wäre alternativ dann möglich?
LG
Barbara
Fragen stellen dürfen Sie immer ;-) Sie können ETFs in beliebiger Anzahl und Häufigkeit kaufen. Das sind ja letztlich auch nur Variationen von Wertpapieren wie es Aktien auch sind. Ob Sie dann auf einen Schlag 1000 Stück kaufen und jeden Monat 10 zusätzlich dazu, interessiert eigentlich niemanden :-) Das hängt auch nicht mit dem ETF zusammen, den Sie kaufen, sondern mit Wertpapieren allgemein. Hilft das weiter?
Die Ansparvariante muss ich mir also so vorstellen, dass ich mir selber Geld überweise und dann wieder Anteile kaufe, wenn eine genügende Summe zusammen gekommen ist ???? Weiter sollte das Ansparen und der Neuerwerb kostenfrei sein, da sonst die Orderkosten + ggf. weitere Gebühren zu hoch würden ????
Könnte die OnVista Bank unter der Voraussetzung: einmalige Ordergebühr (unabhängig des Volumens) + Pauschale für den Handelsplatz und kostenfreier Ansparvariante eine Alternative bzgl. Depot für mich sein? Grund: ich möchte einen größeren Einmalbetrag einbringen (kaufen-halten) und zusätzlich besparen.
Nochmals vielen Dank für die Unterstützung!
Barbara
Sie haben bei der Depotbank ja quasi immer zwei ... → Werden Sie jetzt kostenlos Mitglied der Kritische-Anleger-Community, um den vollständigen Beitrag zu sehen!
Die ING Bank scheint für Kunden, die neben einem Einmalkauf gelegentlich Anteile nachkaufen möchten, eine "vernünftige" Alternative zu sein.
Diesen Teil Ihrer Antwort habe ich leider nicht ganz verstanden:"...für Ihre Rendite. "gefährlich" sind eher die prozentualen Kosten der ETFs selbst. Dort kann man eher noch optimieren..."
Klar, Service und Co. sollte bei der Wahl des Anbieters eine Rolle spielen. Ich würde für mich bzgl. Handlungsvorgehensweise vermuten: Einmalkauf + Nachkauf (bei "günstiger" oder finanzieller Möglichkeit). Ein Sparplan erscheint mir nicht mehr so attraktiv. Grund: wenn die finanzielle Möglichkeit besteht, Anteile nachkaufen (vorher ggf. vom Referenzkonto Geld aufs Abrechnungskonto nachüberweisen) und gut iss.
Puh, alles ganz "einfach" und doch im Detail auch bzgl. praktischem Vorgehen doch nicht ganz ohne... :-)
Nicht zu kompliziert: na ja, so bin ich und ich möchte schon verstehen, was wann passiert. Leider muss ich deshalb Vieles nachfragen.
Warum ist die ING nur eine "vernünftige" Alternative und keine vernünftige Alternative ohne Anführungszeichen?
Gefährlich sind die prozentualen Kosten, weil sie kein Limit nach oben kennen. Die Orderkosten hingegen sind zumeist gecapped, sprich, es gibt einen Maximalbetrag. Die Comdirect verlangt für Orders beispielsweise eine prozentuale Gebühr, aber diese ist limitiert auf maximal 59,90 €. Gerade bei größeren Anlagebeträgen fällt diese Gebühr dann gar nicht mehr so stark ins Gewicht. Die ETF-Gebühren hingegen sind unlimitiert, sprich bei 0,3 % Gebühren zahlen Sie bei 200.000 € Anlagebetrag 600 € im Jahr an die Fondsgesellschaft. Da lohnt es sich also eher, die ETF-Gebühren durch eine günstigere ETF-Wahl zu optimieren als an den Depotgebühren zu schrauben. Macht das jetzt Sinn?
Naja, ein Sparplan hat schon seine Berechtigung, weil automatisiert und sorgenfrei. Die Idee der Anlage ist ja (wie Sie vorher auch schon mal erwähnten) ein "Aufsetzen & Vergessen" und das geht mit einem Sparplan recht gut. Aber klar, Sie können natürlich auch gern manuelle Überweisungen vornehmen und jederzeit neu investieren, wenn es gerade passt. Da spricht grundsätzlich nichts dagegen, außer der Aufwand.
Auch hier nochmal: Sie machen sich zu viele Gedanken ;-) Keep it simple und nicht alles auf die letzte Nachkommastelle optimieren. Sie wollen eine sorgenfreie dauerhafte Anlage kreieren, keine Paypack-Punkte sammeln und Gebühren optimieren. Da reicht es auch, mal grob über den Daumen zu peilen und auch ein paar Kosten in Kauf zu nehmen.