Guten Morgen
ich hätte eine kurze Frage zu einem Sparkassenbrief der Sparkasse Magdeburg. Dieser Sparkassenbrief liefert bei einer Anlagendauer von zehn Jahren eine ordentliche Rendite von 4 %. Ich bin mir über den verbundenen Risiken im Klaren und diese an dieser Stelle gar nicht thematisieren. Mir geht es im Besonderen um folgende Fragen: muss man bereits Kunde der Magdeburger Sparkasse sein? Wenn ich also noch kein Kunde bin, müsste ich dort ein teures Girokonto (das ich nicht brauche) eröffnen oder gibt es andere Wege, in den diesen Sparkassenbrief zu investieren? Hat jemand eine Idee für einen „Workaround“?
Vielen Dank vorab!
Gruß Andre
@Andre
Wenn man sich solange binden will, dann macht der Sparkassenbrief (endfällig) bei der Sparkasse Magdeburg ja durchaus Sinn. Bei dem geforderten Mindestanlagebetrag von 25.000 € würden dann auch die zusätzlichen Kosten für das Girokonto (6,90 € monatlich), da der Sparkassenbrief nur für Kunden angeboten wird, nicht weh tun. Die Frage der SCHUFA-Meldung des Girokontos lasse ich dabei außen vor.
Da für den 10jährigen Sparkassenbrief aber kein Online-Abschluss angeboten wird, sondern der Kundenberater kontaktiert werden muss, wäre wohl schon eine Wohnortnähe zu Magdeburg sinnvoll.
Einen anderen Weg zum Erwerb des Sparkassenbriefes sehe ich nicht.
VG Hans-Jürgen
Ich traue städtischen Betrieben nicht. So bestelle ich Gas und Strom in aller Regel nicht beim kommunalen Versorger. Ich vermute irgendwo massive Nachteile bei dem hohen Zinssatz. Warum haben sie nicht geschrieben, was für Kosten das Girokonto verursacht? Meine letzten negativen Erinnerungen, falls sie stimmen: Ich sollte für die Auflösung eines Sparbuchs vom Schulsparen etwas bezahlen. Mir ist Geld bei der Rückgabe der Schulsparbüchse abgeknöpft worden. Das ist allerdings schon viele Jahrzehnte her.
Dankeschön für die Antwort!Mir ging folgende ... → Werden Sie jetzt kostenlos Mitglied der Kritische-Anleger-Community, um den vollständigen Beitrag zu sehen!
@Andre: Ich bezweifle, dass man ein Girokonto bei der Sparkasse braucht, um dort einen Sparkassenbrief abzuschließen. Da es sich prinzipiell um eine Art Festgeld handelt, dürfte ein Online-Banking-Zugang bei der KSK sowie ein externes Referenzgirokonto ausreichen. Aber das kannst Du ja konkret erfragen, zumal Du im Fall von Magdeburg mit der zehnjährigen Laufzeit ohnehin verpflichtend einen Beratungstermin benötigst, wie H.-J. schrieb. Eventuell ist auch eine Beratung am Telefon oder per Video möglich, wenn man weiter weg wohnt. Aber auch das lässt sich vorab telefonisch erfragen. ;-)
Der Zinssatz von 4 % ist aktuell natürlich hoch. Ein Nachteil, z. B. steuerlich, könnte sein, dass der zehnjährige Sparkassenbrief als endfällige Anlage ausgegeben wird.
Jörg: Was genau ist der steuerliche Nachteil der Endfälligkeit? Dass man nur 1000 Euro Freistellungsauftrag hat und der daher deutlich überschritten wird? Oder was meinst du? Wenn man aber sowieso schon jedes Jahr durch andere Zinserträge über die 1000 euro kommt, wäre das doch egal.
@Andre
Bei der Anlage von Festgeldern oder Sparbriefen wird häufig ein Tagesgeldkonto oder wie hier ein Girokonto bei der betreffenden Bank als Verrechnungskonto verlangt. In den Kündigungsbedingungen für die Tagesgeldkonten steht dann meistens, dass diese erst gekündigt werden können, wenn sie auch nicht mehr als Verrechnungskonto für Festgelder etc. benötigt werden. Wie es sich bei einem Girokonto und insbesondere bei der Sparkasse Magdeburg verhält, kann ich nicht beurteilen, da ich auf die Schnelle keine Aussage diesbezüglich gefunden habe.
Mir ist aber bei dem Sparbrief noch etwas anderes aufgefallen. Wenn man den Zinsrechner der Bank benutzt, dann werden bei einer 10jährigen Anlage von 25.000 € nur 10.000 € als Zinsen ausgewiesen. Das bedeutet also, dass keine Zinseszinsen gewährt werden. Würde man dieses auf die Laufzeit herunterrechnen, dann beträgt die Verzinsung tatsächlich nur rd. 3,42%. Und wenn man dann auch noch die Kontoführungsgebühren für das Girokonto für 10 Jahre abziehen würde, dann blieb nur eine Verzinsung von rd. 3,17%.
Dieser Zinssatz ist zwar auch noch o. k.. Dass die Bank aber mit 4,00% wirbt, finde ich dann aber schon bedenklich. Vielleicht möchte man deshalb ein persönliches Gespräch mit den Kunden führen, um sie darauf hinzuweisen, dass es ggf. bessere Anlagemöglichkeiten geben könnte (natürlich reine Spekulation).
An Deiner Stelle würde ich mir somit überlegen, ob man diese Anlage weiter verfolgen sollte. Zur Klärung Deiner Frage bliebe dann wirklich nur die klare Abstimmung mit der Bank.
VG Hans-Jürgen
@Dennis: Ja, genau. Wenn man in den nächsten 10 ... → Werden Sie jetzt kostenlos Mitglied der Kritische-Anleger-Community, um den vollständigen Beitrag zu sehen!
Das, was Hans-Jürgen zur Zinszahlung sagt, ist natürlich ein massiver Nachteil. Endfälligkeit der Zinsen ist gut, aber nicht wenn keine kalkulatorischen Zinseszinsen gezahlt werden. Großes Malus für diesen Sparbrief! Viel besser ist es bei der KKi, PBB und BKM.
Zum Thema Zinszahlung Sparkassenbrief: Auf der Webseite der KSK-Magdeburg heißt es eindeutig: "Die Zinsen gelten pro Jahr und für das jeweilige Gesamtguthaben." Das heißt für mich: Entweder berücksichtigt der "Zinsrechner" den jährlichen Zinseszins nicht, oder die Zinsen werden tatsächlich jährlich ausbezahlt, was ich inzwischen für wahrscheinlicher halte.
Das Stichwort "endfällig" bezieht sich beim Sparkassenbrief dann nicht auf die Zinszahlung(en), sondern nur auf den Anlagebetrag, der (erst) zum Laufzeitende (nach 10 Jahren) zurückgezahlt wird. Diesen Punkt sollte die Kreissparkasse bei der Allgemeinbeschreibung dringend konkretisieren. - Auch hierzu muss man, bei Interesse am Produkt, beim Bankberater nachfragen.
Jörg: das wäre sehr ungewöhnlich! Endfälligkeit bezieht sich sonst immer auf Zinszahlung
Es verärgert mich, wenn Banken über ihre Anlageprodukte nicht umfassend und klar auf ihrer Homepage, Produktinformationsblättern etc. informieren.
Aus diesem Grunde habe ich mich heute Nachmittag mit folgenden Fragen in Bezug auf den Sparkassenbrief - SKB - (10 Jahre, endfällig), die teilweise auch den Fragen von Andre entsprechen, per Kontaktformular an die Sparkasse Magdeburg mit der Bitte um Beantwortung gewandt:
"a) Erfolgt die Zinszahlung jährlich oder erst bei Endfälligkeit, aber dann ohne Zinseszins?
b) Da man Kunde sein muss, müsste vor Abschluss des SKB ein Girokonto abgeschlossen werden. Muss das Girokonto 10 Jahre aufrechterhalten werden oder kann es ggf. auch vor Fälligkeit des SKB gekündigt werden?
c) Handelt es sich um eine Anlage mit Nachrangabrede, d. h. keine gesetzliche Einlagensicherung?"
Da ich nur eine gewisse Anzahl von Zeichen zur Verfügung hatte, musste ich mich kurz fassen. Auf die letzte Frage war ich gekommen, da im Sternchentext zum SKB mit 10jähriger Laufzeit auf die "Hinweise zu den Risiken" verwiesen wird, worin die Nachrangabrede thematisiert wird. Wenn es sich - wovon ich jetzt ausgehe - um ein solches Anlageprodukt handelt, dann erklärt sich auch der sehr gute Zinssatz von 4,00%.
Auf meine Fragen habe ich dann heute auch zeitnah schon folgende Rückmeldung (auszugsweise) erhalten:
"Nur in Verbindung mit einem Girokonto kann ein Sparkassenbrief bei der Sparkasse MagdeBurg abgeschlossen werden. Sollten Sie an Beidem Interesse haben, so vereinbaren Sie bitte einen Termin mit den Kundenberatern vor Ort. Hier erhalten Sie umfassende Informationen rund um den Sparkassenbrief. Vielen Dank.
Wir beraten Sie gerne unter der Telefonnummer 0391 - 250 60."
Was man von einer solchen Antwort halten kann, mag jeder für sich beurteilen. Es erweckt für mich aber den Eindruck, dass man Neukun(inn)en auf jeden Fall zunächst einmal in die Filiale "locken" möchte, um ihnen was auch immer zu verkaufen.
Für mich hat sich das Thema jetzt abschließend erledigt und ich hoffe, ich konnte Andre ein wenig helfen.
VG Hans-Jürgen
Lieber Hans-Jürgen, natürlich handelt es sich um ... → Werden Sie jetzt kostenlos Mitglied der Kritische-Anleger-Community, um den vollständigen Beitrag zu sehen!
Hallo,
ja, vielen Dank.
Du hast mir auf jeden Fall sehr geholfen. Ich hatte auch zwischenzeitlich eine Mail an die Sparkasse Magdeburg gesendet und eine noch kürzere Antwort erhalten: bitte rufen Sie uns an!
Von daher: für mich hat sich die Sache auch erledigt! Der Zins wäre schön gewesen…
Lieben Gruss Andreas
Eigentlich mal wieder ein klassischer Fall von: zu schön, um wahr zu sein :-) Was ich ehrlich gesagt irritierend finde ist, dass die Sparkasse Magdeburg auf der Produktseite des Sparkassenbriefes mit "Hohe Einlagensicherheit: Verlassen Sie sich auf den starken Haftungsverbund der Sparkassen-Finanzgruppe" wirbt. Das ist nicht grundsätzlich falsch, suggeriert aber (finde ich), dass hier eine ähnliche Absicherung wie bei normalem Festgeld greift. Für den Laien ist das doch kaum vernünftig einzuordnen. Erst beim Klick auf die Risikohinweise wird klar, dass es hier eine Nachrangabrede gibt. Auf der Produktseite selbst ist keine Rede davon. Aus meiner Sicht nicht okay ... oder bin ich da hypersensibel?
Lieber Stefan, das ist ein klassischer Fall von Halbwahrheit… Die werden ja immer beliebter … liebe Grüße von Kathrin
True ... vielleicht sollte ich doch endlich mal ... → Werden Sie jetzt kostenlos Mitglied der Kritische-Anleger-Community, um den vollständigen Beitrag zu sehen!
Hallo Stefan!
Ich glaube, jeder mit normalem Menschenverstand findet die Verfahrensweise nicht o. k.. Die Nachrangabrede in einem Sternchentext und dort dann wieder in einem zusätzlich zu öffnenden Hinweis zu "verstecken", empfinde ich als inakzeptable Verschleierungstaktik. Dass man dann auch noch nicht bereit war, meine Fragen kurz zu beantworten, um Klarheit zu schaffen, unterstreicht die Intention der Bank dann m. E. noch. Aber die Sparkassen haben es ja auch schwer. ;-) Aber mit solch einem Verhalten schafft man nicht wirklich Vertrauen.
Da finde ich beispielsweise die BKM vorbildlich, die dem Produkt offen den Namen gibt, der zutrifft. Eine Anlage mit Nachrangabrede muss man ja nicht grundsätzlich verteufeln. Aber man sollte schon klar kommunizieren, dass ein anderes Risiko besteht als bei einem normalen Festgeld/Sparbrief.
Die angedachte Artikelreihe fände ich gut. Du solltest aber vielleicht die Frequenz überdenken, um Dir nicht zu viel Druck und Stress zu machen. Einmal im Monat einen solchen Spitzenreiter zu dokumentieren, wäre ja auch schon einmal ein guter Anfang.
VG Hans-Jürgen
@Stefan: Ich finde Dich nicht zu hypersensibel. Kernproblem beim 4 %-Sparkassenbrief-Angebot für 10J. der Sparkasse Magdeburg ist aus meiner Sicht, dass man die wohl von der KSK-Zentrale zur Verfügung gestellte Standard-Webseitenvorlage um ein Angebot erweitert hat, das dort nichts zu suchen hat. Denn die Nachrangabrede kollidiert eindeutig mit dem Versprechen "Der hohen Einlagensicherheit", das wohl standardmäßig in der Webseitenvorlage eingebaut ist und für die Standardangebote gilt.
Die KSK-Magdeburg hätte im Sinne des präventiven Verbraucherschutzes gut daran getan, ihr "besonderes Angebot" nicht in die Vorlage einzubauen, sondern separat und mit einem gut sichtbaren Riskohinweis der Nachrangabrede anzubieten - dann gibt es auch keine Enttäuschung bei potentiellen Anlegern.
Allerdings muss man der KSK zu Gute halten, dass das Produkt nur über einen Kundenberater abschließbar ist, der den Interessenten dazu umfangreich aufklären muss. Und ich gehe davon aus, dass dies in der Praxis auch erfolgt.
Ein Sparkassenmitarbeiter sagte mir einmal, dass Sparkasse nahezu gar nicht pleite gehen könnten, weil sie immer vom Sparkassenverband aufgefangen werden. Es müsste dann schon alle oder die meisten Sparkassen zahlungsunfähig werden, was sehr sehr unwahrscheinlich sei. Ich kann nicht beurteilen, ob das stimmt. Auf der anderen Seite steht ein 10J. Festgeld etwa bei einer der üblichen italienischen Banken mit unterem Ranking und italienischer Einlagensicherung. Da kann kaum jemand beurteilen, was sicherer ist.
4,75 % auf 10 Jahre bei deutscher Sparkasse mit Nachrangabrede (mindestens 50.000,-).
Man muss nicht persönlich dort hin, Geldanlage geht auch über Videotermin und anschließender Videolegitimation oder mit seinem elektronischen Personalausweis.
Man braucht kein Girokonto dort eröffnen, Geld wird per Lastschrift vom eigenen Konto eingezogen, Zinsen am Jahresende auch dort hin überwiesen.
https://www.saalesparkasse.de/de/home/privatkunden/sparen-und-anlegen/sparkassenkapitalbrief.html
Sehe ich es richtig, dass die Saalesparkasse ein ... → Werden Sie jetzt kostenlos Mitglied der Kritische-Anleger-Community, um den vollständigen Beitrag zu sehen!
Ja es gibt bei den Sparkassen eine Institutshaftung, bis sie dann einmal nicht mehr greift, weil man sie abschafft aus eigenem Interesse oder aus EU Zwang. Es wurden auch schon Banken verkauft und haben dann die Einlagensicherungssysteme gewechselt. 10 Jahre sind eine sehr lange Zeit für freiwillige und jederzeit änderbare Absicherungen.
Roland: ja, das ist nachvollziehbar. Aber ein Festgeld mit Einlagensicherung ist ja ein anderer Fall, also wenn man z.B. ein 10J Festgeld bei der pbb direkt oder der Bigbank abschließt, ist das eine andere Qualität der Sicherung, weil die ja nicht freiwillig ist, sondern vorgeschrieben.
Katrin: Es ging hier usprünglich um einen Sparkassenbrief über 10 Jahre mit 4% Zins und Nachrangabrede. Also ohne Einlagensicherung. So habe ich es wenigstens verstanden.