Diese Bank rechnet einen Phantasiezinssatz aus. Und kritische-anleger übernimmt den offenbar ohne jede Prüfung.
Wenn bei einer Anlagesumme von 10.000 Euro nach 10 Jahren 14.000 Euro ausgezahlt werden (wie das hier der Fall ist), dann ist das ein Effektivzins von lediglich 3,42 % p.a. und nicht etwa 4 %.
Bei Kreditzinsen ist die Angabe des Effektivzinses gesetzlich vorgeschrieben, es wird höchste Zeit, dass dies auch bei Guthabenzinsen in gleicher Weise geregelt wird.
@Voelkerchen
Also 14.000 Euro bei einer Anlage von 10.000 Euro würde ich nach zehn Jahren sofort und liebend gern nehmen! ;) Es sind aberleider ,nur‘ 4000 Euro an Zinsen, die man erhält…aber klar: Der Effektivzinssatz ist tatsächlich sehr viel niedriger als die angegebenen 4 Prozent. Ich finde es aber okay von KA, das zu übernehmen, da ja darauf hingewiesen wird, dass es keinen Zinseszinseffekt gibt bei dieser Anlage.
Du zahlst 10 k ein und bekommt 14 k zurück. Was ist daran misszuverstehen?
Und diesen Unsinn zu übernehmen, führt schlicht dazu, dass die Bank hier auf Platz 1 landet, obwohl sie regulär nicht mal in die Top 10 gehört. Für ein seriöses Portal ist das ein Armutszeugnis!
Ginge es hier um Kreditzinsen, wären derartige Angaben illegal und würden abgemahnt - nur weil eine analoge gesetzl. Regelung für Guthabenzinsen nicht existiert, muss man einen solchen Schmuh ja nicht tolerieren.
Sorry, war wirklich ein Missverständnis. Ich ... → Werden Sie jetzt kostenlos Mitglied der Kritische-Anleger-Community, um den vollständigen Beitrag zu sehen!
Das ist bei allen Banken / Angeboten so. Ich glaube, Stefan Erlich hatte mal gesagt, dass es technisch komplizierter umzusetzen sei, die unterschiedlichen Zinsmodalitäten abzubilden, bzw. dass - wenn man es nach tatsächlich gezahlten Zinsen sortiert - wiederum viele Nachfragen kommen, warum die Bank mit dem (nominell) höchsten Zinssatz nicht ganz oben steht.
Denn so ganz trivial ist das wirklich nicht. Es gibt an Varianten z.B. jährlich zum Jahrestag der Anlage, immer zum 31.12., beide Varianten dann noch entweder mit Auszahlung oder Zinseszinseffekt, und dann gibt es noch eine spezielle Variante, die es (glaube ich) nur bei der pbb direkt gibt, nämlich Zinseszinseffekt, trotzdem Gutschrift und Versteuerung erst am Ende (was nochmal günstiger ist, weil dann der unversteuerte Betrag weiter verzinst wird).
Am Ende muss man sich das eben ansehen und nachrechnen. Es steht bei jedem Angebot ja dabei, was die Konditionen und möglichen "Haken" sind. Und da empfinde ich die Plattform hier ehrlich gesagt als deutlich transparenter als viele andere Vergleichsseiten, weil man direkt auf den ersten Blick sieht, was die Eckdaten sind (Verzinsung, Mindest-/Höchstanlage, zusätzlich erforderliche Kontoeröffnungen usw...).
@S.G.
Man mag das so sehen dürfen, dass eben jeder selber rechnen muss statt sich auf die hier gemachten Angaben verlassen zu dürfen. Aber das Argument, es sein "nicht trivial" kann ich nicht gelten lassen. Die Angabe des Effektivzinses ist weder eine mathematische Raketenwissenschaft noch hat dieser etwas mit Kriterien wie "Mindest-/Höchstanlage" oder gar zusätzlich erforderlichen Kontoeröffnungen oder ähnlichen - sicher dennoch nützlichen - Informationen zu tun.
Letztlich muss man auch keine Rangliste von Banken veröffentlichen, die kann sich - um Deine Argumentation aufzugreifen - ja auch jeder selbst erstellen. Aber _wenn_ man sowas präsentiert, dann doch wohl Fakten- und nicht Phantasie-basiert. Immerhin geht es hier nicht um Abweichungen in der zweiten Nachkommastelle sondern um massive Unterschiede zwischen dem angezeigten und dem tatsächlichen Zinssatz.
@S.G.:
"und dann gibt es noch eine spezielle Variante, die es (glaube ich) nur bei der pbb direkt gibt, nämlich Zinseszinseffekt, trotzdem Gutschrift und Versteuerung erst am Ende (was nochmal günstiger ist, weil dann der unversteuerte Betrag weiter verzinst wird)."
--> Absolut richtig, diese spezielle Variante der Verzinsung gibt es auch noch. Die "Bank B" - eine Sparkasse mit Sitz in Belgien - bietet ihre mehrjährigen Festgelder via Raisin auch mit genau dieser Verzinsung an.
Aktuell mit 3,75% p.a. nominal für 7 / 8 / 10 Jahre sogar sehr weit oben im KA-Ranking. Wirkt auf den ersten Blick für den Anleger äußerst gewöhnungsbedürftig, kann aber auch seinen "Charme" haben ;-)
Man müsste halt die vor- und nachteiligen Aspekte dieser Zinsberechnung für sich persönlich abwägen.
Grüße
Matteo
@Volkerchen:Die Präsentation der ... → Werden Sie jetzt kostenlos Mitglied der Kritische-Anleger-Community, um den vollständigen Beitrag zu sehen!
Das Thema kommt immer mal wieder hoch. Mein derzeitiger Standpunkt dazu: In einer perfekten Welt würden wir in der Tat alle Angebote auf Basis des effektiven Zinssatzes vergleichen. Das kriegt man technisch schon irgendwie abgebildet. Das große Problem dabei ist aber, dass dem Durchschnittsuser nur schwer zu vermitteln ist, warum bei KA ein anderer Zinssatz steht als bei Bank XY auf der Webseite. Ich kann dazu das Beispiel Advanzia Bank vorbringen. Die listet auf ihrer Webseite den Effektivzins und "mogelt" sich damit immer ein kleines Stück weiter nach oben in der Vergleichstabelle. Grob gepeilt kriege ich jede Woche dazu mindestens mal eine E-Mail mit dem Hinweis "Ey, aktualisiert mal die Zinsen vom Advanzia Tagesgeld". Dann erkläre ich kurz, dass Nominalzins und Effektivzins eben zwei unterschiedliche Dinge sind und der bei KA dargestellte Nominalzins zwar korrekt ist, aber von dem auf der Webseite der Bank abweicht.
Lange Rede, kurzer Sinn: Ich verstehe den Frust über das 4 % Angebot der Bank. Gleichzeitig ist aber auch die Alternative einer Listung mit dem Effektivzins nicht ohne Probleme :-( Vielleicht ist daher ein guter Kompromiss (bis auf Weiteres), genau solche Angebote hier im Forum zu diskutieren und den ggf. massiven Unterschied zwischen nominalem und effektiven Zins herauszustellen?
Bei KA wird m.M. nach völlig ausreichend und übersichtlich bei jedem Angebot der entsprechenden Bank aufgelistet, wie sich beim FG der Zinssatz, Zinszahlung, ob Zinseszins, Steuern …..verhält. Als besondere Information dienen auch orange Warnzeichen, diese Vermerke sollten schon gelesen werden, alles wird offen kommuniziert!
Und das ist alles KOSTENLOS!!!!!!!!
Das Ranking ist o.k. aber nicht ausschlaggebend für meine Investition.
Jeder Anleger nutzt die vorhandenen Infos (unter anderem auch die Zahlen Daten Fakten der entsprechenden Bank im www) mehr oder weniger, aber ein bisschen Zeitaufwand sollte man für seine Anlage schon selber investieren.
Wenn bei KA z.B vermerkt wird "kein Zinseszins" kann jeder ganz einfach und schnell berechnen, wie sich das auf die Zinserträge auswirkt,
z.B. auf:
https://www.zinsen-berechnen.de/zinsrechner.php
Ich bin jetzt natürlich etwas angefixt ;-) Ich schau mir das mal genauer an, wie einfach ich mit den vorhandenen Daten die effektiven Zinssätze berechnen könnte. Das Problem dürften vor allem die Produkte sein, bei denen wir keine Daten vorliegen haben :-( Ggf. könnten wir die effektive Rate aber als Zusatzattribut mit in die Details nehmen ... ich grübel da mal drüber :-)
Ich möchte noch bzgl. dieses "beschönigenden" Angebots der Achmea Bank mit 4,00% bei zehnjähriger Laufzeit über Raisin auf etwas hinweisen. In den Produktdetails bei Raisin wird der Effektivzinssatz in Höhe von 3,42% bei diesem Angebot klar ausgewiesen. Sofern man ein Angebot bei Raisin abschließt, sollte man sich doch die Produktdetails anschauen. Ggf. wird aber im Antragsprozess hierauf auch noch einmal klar hingewiesen, was ich aber nicht beurteilen kann, da ich nicht Kunde von Raisin bin.
Dass Banken die Zinsen bei mehrjährigen Festgeldern am Ende der Laufzeit ohne Zinseszinseffekt auszahlen, kommt bei Direktanlagen nach meiner Kenntnis nur selten vor. Dann wird im Festgeldvergleich bei KA aber auch klar darauf hingewiesen. Für mich persönlich ist die Anzeige der Nominalzinsen im Festgeldvergleich absolut ausreichend, wobei ich mir natürlich über die Zinsmodalitäten vor einem Abschluss die entsprechenden Gedanken mache.
VG Hans-Jürgen
Festgeldanlagen sind mitunter durchaus komplexe ... → Werden Sie jetzt kostenlos Mitglied der Kritische-Anleger-Community, um den vollständigen Beitrag zu sehen!
Einer Liste einen effektiven Jahreszins hinzuzufügen ist eigentlich kein so großer Aufwand. Zumal die Werte dazu bereits erfasst sind. Mich ärger es auch wenn die Liste keine Sortierung hat die Sinn ergibt
@Paul um 10:05 Uhr
"Einer Liste einen effektiven Jahreszins hinzuzufügen ist eigentlich kein so großer Aufwand. Zumal die Werte dazu bereits erfasst sind. Mich ärger es auch wenn die Liste keine Sortierung hat die Sinn ergibt"
Ich finde es charmant, wenn Menschen die kostenlos zur Verfügung gestellten Infos arbeitstechnisch bewerten.
Und das zumeist negativ.
Wohl denn ... ... ...!
@ Paul: Die Sache mit dem Effektivzins ist viel komplexer, als Sie vielleicht vermuten. Dazu zwei Beispiele:
1. Drei Banken bieten 3 % Nominalzins für 10 Jahre. Bank A schüttet die Zinsen jährlich auf das Festgeldkonto aus, wo sie bis zur Endfälligkeit verbleiben und weiter verzinst werden (Zinseszins). Bank B schüttet die Zinsen jährlich auf der Verrechnungskonto zur individuellen Verfügung aus. Bank C zahlt die Zinsen ohne Zinseszins erst bei Endfälligkeit aus. In den ersten beiden Fällen (A & B) beträgt der Effektivzins 3 %, obwohl die durchschnittliche lineare Jahresrendite aufgrund des Zinseszins-Effekts bei Bank A mit 3,44 % deutlich höher ausfällt. Bei Bank C beträgt der Effektivzins hingegen nur 2,66 %, die durchschnittliche lineare Jahresrendite ist jedoch identisch mit der von Bank B (3 %).
2. Einige portugiesische Banken bei Raisin zahlen ihre Zinsen analog zu Bank C aus dem 1. Beispiel erst bei Endfälligkeit ohne Zinseszins aus. Dennoch fällt bei ihnen bei Festgeldern mit bis zu 2 Jahren Laufzeit der Effektivzins höher aus als der Nominalzins, weil dort die sog. „französische“ Zinsberechnungsmethode (a.k.a. Eurozinsmethode; ACT/360) zur Anwendung kommt, wobei sich die Annahme von 360 statt 365/366 Berechnungstagen stärker auswirkt als der fehlende Zinseszins-Effekt. Erst ab 3 Jahren Laufzeit sinkt auch bei diesen Banken der Effektivzins erwartungsgemäß unter den Nominalzins.
Fazit: Die ganzen Nuancen in der Zinszahlungssystematik über hunderte Banken aus Dutzenden Ländern hinweg einheitlich in einer einzigen vergleichbaren Zahl darzustellen, erweist sich als gar nicht so einfach bzw. reicht die alleinige Nennung des Effektivzinses nicht aus, um eindeutig feststellen zu können, welches Angebot am Ende tatsächlich das „Beste“ ist. Daher scheint mir das derzeitige System, also die Listung und Sortierung nach Nominalzins, ergänzt um die weiteren Informationen zu den jeweiligen Zinszahlungs-Usancen, aktuell noch immer die sinnvollste Lösung zu sein. Falls Sie jedoch noch andere Ideen haben, wie man das Problem mit angemessenem Aufwand besser lösen kann, freut sich Stefan sicherlich über konstruktive Vorschläge.