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Einlagensicherungsfonds & Wirtschaftskraft von Ländern in Europa

Einlagensicherungsfonds & Wirtschaftskraft von Ländern in Europa

Registriertes Community-MitgliedNewbie26 am 05.11.2026

Ich habe mal eine Frage an Euch zur Sicherheit von angelegten Tages- /Festgeldern in anderen europäischen Ländern.

Der "Zinshund" teilt da Länder in grob 2 Kategorien bez. Einlagensicherungsfonds bzw Wirtschaftskraft. nach empfehlenswert bzw nicht empfehlenswert ein:

Quelle:
https://www.zinshund.de/einlagensicherung.php?width=1176

Im Einzelnen:
1) Abstufung wegen des langfristigen Ratings (unterhalb AA-) und der Wirtschaftskraft (BIP unter 100 Mrd. Dollar).
2) Abstufung wegen des langfristigen Ratings (unterhalb AA-).
3) Abstufung wegen der Wirtschaftskraft (BIP unter 100 Mrd. Dollar)

Ich selbst bevorzuge neben Deutschland vor allem skandinavischen Länder, Holland, Frankreich (noch), auch weil Zinsen dort 100% quellensteuerfrei sind.

Etwas überrascht nehme ich jedoch zur Kennnis, daß Zinshund damit Anlagegelder von Banken in Luxemburg oder Spanien wegen der dortigen Einlagensicherung als "nicht empfehlenswert" im Unterschied zu Banken aus z.B. Tschechien kategorisiert. Mir fällt dazu spontan ein, daß ja auch z.B. DWS seinen Sitz in Luxemburg hat. Ich freue mich für Tschechien, aber ob eine Geldanlage in Polen oder Spanien weniger sicher ist, da wäre ich spontan überfordert dies zu beurteilen.

Wie seht Ihr diese etwas grobe Zinshund Einteilung?

Registriertes Community-MitgliedRoland am 05.11.2026

@Newbie26: Dazu gab es hier schon zahlreiche Diskussionen. Ich persönlich halte mich an die Empfehlungen von Stiftung Warentest bzw. Finanztip, was Länder angeht. Stefan Ehrlich hält von Länderratings gar nichts. Einige hier schwören auf Bankenratings. Andere gehen aufs Deckungskapital der Einlagensicherung im Verhältnis zur Bankgröße. Andere berücksichtigen auch die aktuelle Politik (Frankreich vertraue ich zB nur noch bis April 2027 zur Präsidentschaftwahl.) Mein Rat: Es kommt auf den eigenen individuellen Sicherheitsbedarf an. Da sollte jeder die für sich richtige Entscheidung treffen bzw. den für ihn am meisten vertrauenswürdigen Gurus folgen. Da hier im Forum keiner die Konsequenzen (evtl. individuelle Verluste) tragen wird, sollte das auch eine eigene Entscheidung sein. Mit anderen Worten: Höre Dir Meinungen an, lese dich ein, aber entscheide davon unabhängig.

Mitglied der RedaktionStefan Erlich am 05.11.2026

@Newbie26: Gebe Roland zu 100 % recht. Da muss jeder seine eigene Ruhe in irgendeinem Regelkonstrukt finden oder einfach nach dem Bauchgefühl gehen, weil es beim dem Thema leider keine komplett harten Fakten gibt, auf die man sich dauerhaft verlassen kann. Auch Bankratings, Länderratings und Deckungsquoten sind immer nur Indikatoren, die zusammen ein Gesamtbild zeichnen, vielmehr nicht.

Noch kurz zu dem, was Zinshund da betreibt: Aus meiner Sicht ist das eine Art "willkürliche Verwissenschaftlichung" eines Themas, das das überhaupt nicht her gibt. Das sind schlichtweg willkürliche Grenzen, die sich der Mensch hinter dem Portal ausgedacht hat. Das kann man machen, aber es birgt immer die Gefahr der Suggerierung einer Genauigkeit (vor allem für weniger versierte Anleger), die die Datenlage überhaupt nicht hergibt. Letztere ist ja ohnehin nicht nur dünn, sondern auch immer historisch verankert, was dann wiederum wenig über die Zukunft aussagt. Das ist auch mein Problem mit dem Ansatz von Stiftung Warentest und Finanztip Da werden willkürlich Ratingrenzen für Länderratings gesetzt, die keine richtige Grundlage haben? Warum denn z. B. ab A1 nicht mehr sicher und nicht erst ab A2? Warum ist ein Land ab Aa3 plötzlich sicher, obwohl kurz darunter (A1) noch als unsicher galt? Das sind schlichtweg willkürlich gesetzte Grenzen, die keine Datengrundlage haben und Genauigkeit suggerieren, die es gar nicht gibt. Darüber hinaus reden wir hier ja auch über Länderratings und das ist ja bekanntlich nur der Feuerlöscher, mit dem wir dann versuchen, das Feuer zu löschen (siehe https://www.kritische-anleger.de/der-gefaehrliche-glaube-an-die-sicherheit-der-einlagensicherung/). Wählen wir jetzt also primär Anlagen auf Basis der vermeintlichen (!) Sicherheit des Feuerlöschers aus? Das in sich ist ja eigentlich schon schwer zu rechtfertigen.

Again, ich bin nicht gegen die Betrachtung von Ratings & Co. Ich bin nur gegen fixe Grenzen a la "sicher ab x, unsicher ab y" und immer für eine Betrachtung des Gesamtbildes, nicht exklusiv einzelner Indikatoren.

Soweit meine persönliche Meinung, die wie immer keinen Anspruch auf Allgemeingültigkeit hat :-)

Star der CommunitySpooky78 am 05.11.2026

@ Newbie26: Bestes Beispiel für die Bewertung der ... → Werden Sie jetzt kostenlos Mitglied der Kritische-Anleger-Community, um den vollständigen Beitrag zu sehen!

Registriertes Community-MitgliedMarkus am 05.11.2026

Eine übergewichtete Betrachtung und Bewertung von Bankenratings ist ebenfalls zu vermeiden. Um ein höheres Investment Grade Rating zu erhalten, erstrebenswert ist mindestens BBB je nach Agentur, „erkaufen sich“… ähem beauftragen Institute Ratingagenturen. Ob hier noch eine Unparteilichkeit gegeben ist, soll jeder selber für sich entscheiden. Die Mitarbeiter dieser Agenturen weisen zum Teil Historien im Bankenwesen auf. Im geregelten und überwachten Börsenwesen sind auch irgendwie alle miteinander verworren. Ich hoffe die Aufsichtsbehörden aller Länder versuchen in eigenen Reihen ehemalige Verflechtungen zu vermeiden. Bloß ohne eigene praktische erworbene Erkenntnisse, kann man den bösen Buben nicht auf die Finger hauen.

Die Greensill Bank AG wies bis Ende 2020 noch ein Investment Grade Rating auf. Im März 2021 wurde der Entschädigungsfall nach Einlagensicherungsgesetz festgestellt. Die Privatanleger wurden im Gegensatz zu den institutionellen Anlegern entschädigt.

Die arme Akbank hat sich mit einem Banken-Rating selbst ins eigene Fleisch geschnitten. Wenn ich mir ausgesuchte Kennzahlen anschaue, steht sie seit Jahren solide standfest. Ob sie nun weniger Sicherheiten bei Geschäften hinterlegen muss und sich günstiger Gelder leihen kann, als vor dem Rating, kann ich nicht beurteilen. Werbewirksam für den klassischen Privatanleger ist ein schwaches mittleres Rating kaum. Dann doch lieber ein Institut ohne Rating? Verpflichtend, da auch mit Gebühren einhergehend, ist ein Rating nicht. Wohlmöglich erschließen sich dann diesen Instituten manche Geschäfte und Märkte nicht. Geschäftsberichte lesen und das politische globalisierte Geschehen täglich auswerten ist für den Privatenkleinanleger auch keine Freude. Also doch lieber den Ratings trauen? Bis zum nächsten Bankenrun…

Dieser Post wurde am 05.11.2026 um 17:22 Uhr geändert.