Grüne Geldanlagen per Crowdinvesting? Ein Interview mit GeldzuGrün

Letzte Aktualisierung: 21.10.2016 | Konstantin Strasser (GeldzuGrün)

Grüne Geldanlagen über die Crowdfunding-Plattform GeldzuGrün - Ein Interview mit Konstantin Strasser, CEO der Strasser Capital GmbH

Die Nachfrage deutscher Anleger nach grünen Geldanlagen wächst stetig. Gerade im Crowdfunding-Bereich tummeln sich mittlerweile einige Anbieter und mit GeldzuGrün ist diese Woche eine weitere Crowdfunding-Plattform bei uns gestartet. Welches Ziel verfolgen die Gründer damit? Wer steckt hinter den Projekten und können sich Anleger auf die Sicherheit dieser Anlagen verlassen? Antworten auf diese und weitere Fragen finden Sie im Interview mit Konstantin Strasser, CEO der Strasser Capital GmbH, die GeldzuGrün ins Leben gerufen hat.

Redaktion: Sie sind mit GeldzuGrün in den Markt für Crowdfunding-Anlagen eingestiegen. Stellen Sie sich unseren Lesern doch kurz einmal vor. Was ist Ihre Motivation und Ihr Ziel? Haben Sie eine gewisse Zielgruppe im Kopf, die Sie mit dem Angebot ansprechen wollen?

Konstantin Strasser: Mit unserer Plattform GeldzuGrün möchten wir Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit geben, sich an der Energiewende in Deutschland zu beteiligen und in erneuerbare Energien zu investieren. Gemeinsam mit unseren Anlegerinnen und Anlegern möchten wir die Zukunft grüner gestalten und dabei neben dem ökologischen Mehrwert auch einen ökonomischen Mehrwert in Form von attraktiven Zinsen schaffen.

Mit den auf unserer Plattform angebotenen Investitionsprojekten investieren Anlegerinnen und Anleger direkt in konkrete Sachwerte, nämlich in MEP Miet-Solaranlagen in Deutschland. Mit GeldzuGrün möchten wir so auch Bürgerinnen und Bürgern ohne eigene Energieerzeugungsanlage die Möglichkeit geben, einen Beitrag zu leisten und durch ihre Investition in die MEP Wertschöpfungskette an der Energiewende teilzuhaben. Unser Ziel ist es, gemeinsam mit unseren Anlegerinnen und Anlegern die MEP Vision „Solarstrom für jedermann“ umzusetzen. Gemäß dieser Vision haben wir uns auch bewusst dazu entschieden, Investitionsmöglichkeiten bereits mit Kleinstbeträgen ab 100 Euro anzubieten, um einer möglichst breiten Zielgruppe die Teilhabe am Generationenprojekt Energiewende zu geben.

Redaktion: Welche Vorteile sehen Sie für sich in der Finanzierung Ihrer Projekte über Crowdfunding? Schließlich sind Bankkredite derzeit so günstig wie noch nie. Mit den aktuellen Renditen bewegen Sie sich höchstwahrscheinlich über den Kosten von klassischen Bankfinanzierungen.

Konstantin Strasser: Die Strasser Capital GmbH, die Initiatorin der GeldzuGrün-Plattform, hat sich zum Ziel gesetzt, einem breiten Investorenkreis die Möglichkeit zu geben, in Erneuerbare-Energien-Projekte zu investieren und sich damit an den nachhaltigen Geschäftsmodellen unserer Unternehmensgruppe zu beteiligen. Dabei haben wir nicht nur Möglichkeiten für private Kleinanleger geschaffen, die über unsere Crowdinvesting-Plattform schon mit kleinen Beträgen investieren können. Wir haben darüber hinaus schon mehrere Solar-Fonds für professionelle Anleger umsetzen können und bieten mit einem von unabhängiger Stelle zertifizierten Green Bond zudem ein passendes Finanzprodukt für institutionelle Investoren. Natürlich sind die Renditen beim Crowdinvesting höher als die Zinsen aus Bankkrediten. Da wir aber auch privaten Kleinanlegern und nicht nur institutionellen und professionellen Anlegern eine Beteiligung ermöglichen möchten, nehmen wir dies in Kauf.

Redaktion: Erklären Sie uns doch kurz den Zusammenhang zwischen GeldzuGrün und der MEP Werke GmbH. Aktuell finden sich auf Ihrer Plattform drei Solarprojekte dieser Firma. Können wir auch Projekte anderer Entwickler erwarten, vielleicht auch im Wind- oder Biomasse-Bereich?

Konstantin Strasser: Die MEP Werke sind ein Pionierunternehmen der Erneuerbare-Energien-Branche und Partner der GeldzuGrün-Plattform. Im Moment werden auf der Plattform ausschließlich Investitionsprodukte im Zusammenhang mit dem MEP Solaranlagen-Mietmodell angeboten – wahlweise können die Anlegerinnen und Anleger hierbei deutschlandweit oder ganz konkret für einzelne Regionen investieren. Wir können uns aber sehr gut vorstellen, dass GeldzuGrün in Zukunft auch andere nachhaltige Projekte und Unternehmen aufnehmen wird. Ein wenig aus dem Nähkästchen geplaudert können wir sagen, dass wir dazu sogar bereits in konkreten Gesprächen mit einem erfolgreichen Anbieter aus dem Crowdfunding bzw. Crowdinvesting- Bereich aus dem Ausland sind. Näheres dazu dürfen wir zum aktuellen Zeitpunkt jedoch noch nicht preisgeben.

Redaktion: Sie sind Gründungsmitglied des Bundesverbands Crowdfunding e. V. Was möchten Sie mit dieser Mitgliedschaft erreichen und was können Sie mit Ihrer Erfahrung und Ihrem Know-How ggf. beitragen?

Konstantin Strasser: Der Bundesverband Crowdfunding e.V. ist eine zentrale Interessenvertretung und ein Netzwerk von gewerblichen Crowdfunding-Anbietern in Deutschland. Gerade bei einem noch relativ neuen Finanzmodell halten wir es für sehr wichtig, Interessen von Beginn an professionell zu bündeln – sei es im Bereich Politik oder in der Zusammenarbeit mit anderen Wirtschaftsverbänden. Ziel ist unter anderem die gemeinsame Erarbeitung von Qualitätsstandards für diese noch junge Branche. Als Pionier-Unternehmen möchten wir auch hier mit gutem Beispiel vorangehen und frühzeitig auf Professionalität, Transparenz und hohen Investorenschutz setzen.

Redaktion: Wir versuchen stets, die Erwartungen der Anleger an die Sicherheit von Crowdfunding-Projekten etwas zu dämpfen. Zu groß erscheint uns die Versuchung, Crowdfunding-Anlagen mit Festgeld zu vergleichen. Wie sehen Sie die Sicherheit Ihrer Projekte? Wird es früher oder später zu Ausfällen kommen?

Konstantin StrasserGeldzuGrün ist die erste Corporate Crowdinvesting-Plattform, die vollständig nach dem Kleinanlegerschutzgesetz reguliert ist, wodurch Anlegerinnen und Anlegern auf erhöhten Anlegerschutz und ein Mehr an Transparenz setzen können. Dennoch sind Anlagen in Crowdinvesting natürlich nicht direkt mit Festgeld zu vergleichen. Beim Crowdinvesting investiert der Anleger direkt in Unternehmensprojekte oder Unternehmen ganz allgemein, während er bei einer Bankanlage mit Festgeld sein Geld der Bank leiht, die dieses dann wiederum z. B. an Unternehmen leiht. Am Ende landet das Geld beim Investieren also immer dort, wo Gewinne erwirtschaftet werden können, da die Bank selbst ja nichts produziert, was Gewinne für die Anleger erwirtschaften könnte. Die Sicherheit einer Geldanlage ist daher immer so lange gegeben, wie die Unternehmen ein gut funktionierendes Geschäftsmodell betreiben und damit Gewinne erzielen. Wir glauben fest an das MEP-Geschäftsmodell PV-Miete und werden durch die stetig steigende Anzahl an Kunden darin bestätigt, dass wir uns auf dem richtigen Weg befinden. Natürlich können Ausfälle aber nie zu 100 Prozent ausgeschlossen werden, worüber sich ein Anleger stets im Klaren sein sollte.

Redaktion: Wagen Sie für uns einen Blick in die Zukunft! Wird Crowdfunding in den kommenden Jahren mehr und mehr in das Standardrepertoire des konservativen Anlegers vorrücken oder wird es eher ein Nischendasein fristen? Im Moment ist der Markt auf Basis der letzten Zahlen von Crowdfunding.de ja noch sehr sehr klein.

Konstantin Strasser: Auch wenn wir nicht hellsehen können, sind wir der Überzeugung, dass es sicherlich einen Bedarf an Investmentmöglichkeiten für Anlegerinnen und Anleger jenseits der Bankenlandschaft geben wird. Dass viele Anleger in Deutschland noch vergleichsweise konservativ anlegen und immer noch sehr an dem Trio „Bank, Bausparkasse, (Lebens-)Versicherung“ hängen, macht es Crowdfunding bzw. Crowdinvesting natürlich nicht ganz leicht, einen signifikanten Marktanteil erreichen zu können. Da tun sich andere Länder mit grundsätzlich investitionsfreudigeren Anlegern sicherlich leichter. Dennoch glauben wir, dass in Zeiten dauerhaft niedriger Zinsen Crowdfunding und Crowdinvesting auch in Deutschland einen festen Stellenwert in der Landschaft des Investierens einnehmen werden. Gerade wenn es darum geht, die Finanzierung innovativer Unternehmen in Deutschland und Europa zu verbessern, ist Crowdfunding ein bedeutendes Finanzierungsinstrument, welches für mehr Wirtschaftswachstum sorgen kann.

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