Am 19.12.2025 erhielt ich eine Steuerrückzahlung auf mein Raisin-Konto, mit der ich nicht gerechnet hatte und die mir erst ein paar Tage später auffiel. In der Annahme, dass dieser Vorgang mit einem erst kürzlich erteilten Freistellungsauftrag in Verbindung stehen würde, stellte ich keine weiteren Nachforschungen an und buchte den mittleren 2-stelligen Betrag auf mein Girokonto ab.
Vor wenigen Tagen erhielt ich dann überraschend folgendes Schreiben in mein Raisin-Postfach:
"Sehr geehrte Kundin, sehr geehrter Kunde,
wir möchten Sie heute über eine notwendige Korrektur einer steuerlichen Verbuchung in Ihrem ETF Robo informieren.
Was ist passiert?
Im Dezember 2025 wurde aufgrund eines technischen Fehlers die Transaktionskostenpauschale des Produktes ETF Robo im Verlustverrechnungstopf verbucht. Durch diese fehlerhafte Verbuchung wurde der Verlustverrechnungstopf erhöht, was den zu versteuernden Kapitalertrag reduziert hat. Bei einigen unserer Kunden führte dies dazu, dass in 2025 gezahlte Kapitalertragsteuer erstattet und innerhalb der letzten Wochen dem Raisin-Konto gutgeschrieben wurde.
Die Transaktionskostenpauschale darf steuerlich jedoch ausschließlich im Rahmen unseres Produkts Vermögensverwaltung geltend gemacht werden. Im ETF Robo ist solch eine Verrechnung leider nicht möglich.
Wie wird der Fehler korrigiert?
Die fehlerhafte Einstellung der Transaktionskostenpauschale in den Verlustverrechnungstopf wird nun storniert. Sofern Sie innerhalb der letzten Wochen eine Gutschrift auf Ihrem Raisin-Konto erhalten haben (Buchungstext „Steuerrückzahlung – OPT...“), wird dieser Betrag in den nächsten Tagen wieder eingezogen (Buchungstext beginnend mit „VVT...“). Sollte Ihr Raisin-Konto dadurch einen negativen Saldo aufweisen, bitten wir Sie, diesen zeitnah auszugleichen. Laufende Aufträge werden nicht beeinträchtigt.
Wir bedauern die entstandenen Unannehmlichkeiten und danken Ihnen für Ihr Verständnis. Die Korrektur ist notwendig, um eine ordnungsgemäße steuerliche Behandlung sicherzustellen. Den Fehler haben wir analysiert und entsprechende Maßnahmen getroffen, um eine Wiederholung zu vermeiden.
Selbstverständlich wird der gesamte Vorgang korrekt in Ihrer Jahressteuerbescheinigung 2025 abgebildet.
Mit freundlichen Grüßen
Ihr Raisin-Team"
Daraufhin habe ich noch am selben Tag den erwähnten Fehlbetrag in exakter Höhe per Echtzeitüberweisungen von meinem Girokonto auf mein Raisin-Konto zurückgebucht. Am nächsten Morgen erhielt ich dann jedoch per E-Mail die Nachricht, dass mein Raisin-Konto nach der über Nacht erfolgten Abbuchung der unberechtigten Steuererstattung mit 4 Cents überzogen sei und ich die Differenz ausgleichen solle. Das habe ich dann zwar umgehend getan, was mir gleich darauf auch in einer weiteren Mail bestätigt wurde, doch kann ich immer noch nicht nachvollziehen, warum die rückabgewickelte Steuererstattung letztlich höher ausfiel als die ursprüngliche Zahlung. An der Berechnungsgrundlage dürfte sich doch eigentlich nichts geändert haben. Ich habe diese Frage daher auch schriftlich dem Raisin-Kundenservice gestellt, bislang aber noch keine Antwort erhalten.
Haben anden Forennutzer eventuell dieselbe Erfahrung gemacht und erhielten dafür vielleicht sogar schon eine Erklärung von Raisin?
@Spooky78: Vererhter Spooky78, zunächst einmal mein aufrichtiges Mitgefühl!Des Weiteren: Du stehtst wahrlich nicht allein mit Deiner (wieder einmal) schockierenden Erfahrung mit Raisin! Ich habe exakt die gleiche Mail erhalten und auch ich soll nun mehr auf ein Raisinkonto einzahlen als Raisin mir "versehentlich" unkorrekterweise steuerrückerstattet hat. P.S: In meiner (bisher ebenso wie bei Dir) unbeantworteten Anfrage an den Kunden"service" habe ich mir Textbausteine ebenso wie die einleitenden (Textbaustein-)Worte "Vielen Dank in Ihr Vertrauen in Weltsparen/Raisin" verbeten. Selbstverständlich habe ich noch keine Antwort von Raisin erhalten und gleichzeitig um Nennung eines Termins für die Beantwortung meiner seit Jahren offenen Anfragen gebeten. Außerdem erfrage ich beim Kunden"service", was sich Raisin von diversen Mails und per Post zugestellten Briefen ("Terror") verspricht, mich vom EFT Robo Advisor in die Vermögensverwaltung zu drängen, welche Kosten mit dieser Werbung (Spam) verbunden sind und wer letztlich dafür aufkommt. @Spooky78: ich wünsche Dir viel Kraft für die kommenden Tage/Wochen und freute mich, wenn wir uns weiter zu diesem Thema austauschen. Sicher sind wir beide nicht allein verzweifelt mit diesem Geschäftsgebahren von Raisin?! Wir wissen beide, dass Stefan Erlich diese Zeilen gar nicht gerne liest, aber es hilft nichts, die bittere Wahrheit unter den Tisch zu kehren.
Nachtrag: Um es noch einmal klarzustellen: Es geht ... → Werden Sie jetzt kostenlos Mitglied der Kritische-Anleger-Community, um den vollständigen Beitrag zu sehen!
Update: Raisin hat heute wie folgt auf meine Anfrage zu den abweichenden Geldbeträgen bei der unberechtigten Steuererstattung reagiert:
"Unsere Steuersoftware rundet bei jeder Transaktion auf ganze Cent (und dabei mit gleicher Häufigkeit auf wie ab). So können sich geringfügige Rundungsdifferenzen ergeben. Konkret kann das im Zusammenhang mit der Korrektur der steuerlichen Verbuchung, über die wir Sie am 29.01. informierten, dazu führen, dass in der Umsatzübersicht Ihres Raisin-Kontos ein Erstattungsbetrag (Buchungstext „Steuerrückzahlung – OPT...“) erscheint, der von dem später abgebuchten Korrekturbetrag (Buchungstext beginnend mit „VVT...“) um wenige Cent abweicht."
Das erklärt für mich nun zwar noch nicht, wieso bei denselben Ausgangsbeträgen unterschiedlich gerundet wurde und man nicht einfach den ursprünglichen Betrag zurückgebucht hat, aber vielleicht verlange ich da auch zu viel.
Erfreulich ist hingegen, dass man sich bei Raisin offenbar der erzeugten Irritationen bewusst ist, weshalb man mir auch als kleine Entschädigung eine "einmalige Kulanzzahlung - ohne Anerkennung einer Rechtspflicht - in Höhe von 5 €" gewährt, die innerhalb der nächsten 14 Tage meinem Raisin-Konto gutgeschrieben werden soll. Das finde ich fair und sollte deshalb an dieser Stelle auch mal lobend erwähnt werden.
@Spooky: Auch mir wurde jetzt mehr belastet als im Dezember usprünglich rückerstattet. "Bemerkenswert", dass die Rundungen hin/zurück offenbar eine bestimmte Tendenz aufweisen... Die Antwort von Raisin auf meine Anfrage steht noch aus wie übrigens auch auf diverse andere wiederholt (!) gestellte Fragen. Ich warte in verschiedenen Fällen seit Jahren! Nach Eingang einer Mail werde ich berichten, auch wenn die bittere (Raisin-)Wahrheit hier nicht jedem schmeckt.
Rundungsdifferenzen entstehen regelmäßig, wenn die Anzahl der Buchungen bzw. die Einzelbeträge der verglichenen Gesamtsummen nicht identisch sind. Das ist für den Außenstehenden aber kaum zu beurteilen.
Die Differenzen allerdings auf die Kunden abzuwälzen, ist entweder inhaltlich falsch (weil die ursprüngliche Berechnungsart korrekt war) oder ein Zeichen für eine vormals falsche Berechnung.
Bei Ford Money wurde mir zuletzt bei Kontoauflösung von der Mindesteinlage 1€ kommentarlos nur 0,99€ zurückerstattet, weil zuvor wie aus dem Nichts noch 1ct Soli-Zuschlag abgezogen wurde.
Da ich auch die Zinszahlungen selten auf den Cent genau nachvollziehen kann, nehme ich solche Differenzen mittlerweile ebenfalls kommentarlos hin.