Bereits Anfang Januar habe ich in Vorbereitung auf die jährliche Vorabpauschalen-Versteuerung meiner thesaurierenden ETFs bei der Consorsbank einen Geldbetrag in Höhe von 0,5 % meines Gesamtdepotwertes auf meinem dortigen Verrechnungskonto bereitgestellt. Angesichts der Tatsache, dass einige meiner ETFs auch ausschüttender Natur sind oder aufgrund ihrer Zusammensetzung (Renten-/Geldmarkt-ETFs) im vergangenen Jahr nur in vergleichsweise bescheidenem Umfang an Wert gewonnen haben, hätten vermutlich auch 0,3 % gereicht.
Im Laufe des Januars und Februars wurde dann auch für ein einige der ETFs die Vorabpauschale abgebucht. Vergangene Woche stellte ich jedoch fest, dass für mindestens 2 ETFs noch die Besteuerung ausstand, weshalb ich mich schriftlich an die Bank wandte und um eine Erklärung bat. Doch statt einer fundierten Stellungnahme erhielt ich zunächst lediglich eine Ansammlung von KI-generierten Textbausteinen zum Thema "Vorabpauschale", die mich in keiner Weise weiterbrachten. Entsprechend antwortete ich mit einer formalen Beschwerde und der Bitte um konkrete Antworten auf meine ebenso konkreten Fragen.
Heute wurde mir dann per E-Mail mitgeteilt, dass zumindest für einen der noch ausstehenden ETFs bereits am 7. März ein Abbuchungsversuch mangels Liquidität auf dem Verrechnungskonto gescheitert sei und man nun in 20 Tagen einen zweiten Versuch unternehmen werde. Bis dahin möge ich doch bitte für ausreichende Kontodeckung sorgen. Tatsächlich war zum besagten Abbuchungszeitpunkt aber noch ausreichend Geld auf dem Verrechnungskonto vorhanden. Zudem stand auch noch ein nicht ausgeschöpfter Dispo von 1.000 € zur Verfügung, der bei Bedarf hätte in Anspruch genommen werden können.
Ich wandte mich daraufhin telefonisch an den - immerhin sehr freundlichen und bemühten - Kundenservice der Bank, der mir jedoch zunächst auch keine Auskunft zu einer möglichen Ursache dieser "Fehlbuchung" erteilen konnte. Auch erhielt ich vorerst keine Antwort darauf, weshalb im Falle eines weiteren ETFs bislang noch nicht einmal eine Steuerberechnung - geschweige denn ein Abbuchungsversuch - unternommen wurde, obwohl es bei besagtem Fonds im Vorjahr diesbezüglich keinerlei Probleme gegeben hatte.
Ich soll nun in den kommenden Tagen von der zuständigen Fachabteilung eine schriftliche Antwort erhalten. Derweil liegt der Restbetrag meiner "Steuerrücklage" weiterhin unverzinst auf dem Verrechnungskonto herum, während ich auf dem TG-"Schwesterkonto" bis 15. April dafür sogar noch einen Sonderzins von 2,20 % p.a. hätte bekommen können...
Update: Heute hat mir die Consorsbank schriftlich mitgeteilt, dass der Grund für die nicht erfolgte Abbuchung der Vorabpauschale eine Sperrung des auf dem Verrechnungskonto hinterlegten Betrages für eine am selben Tag geplante Sparplan-Ausführung für einen anderen ETF gewesen sei. Das ist jedoch m.E. Unfug, denn zum einen wurde am frühen Morgen bereits das für den Sparplan erforderliche Geld per Lastschrift von meinem externen Girokonto transferiert, zum anderen wäre selbst im Falle einer vorzeitigen Abbuchung der Sparrate aufgrund des bestehenden Dispos das Konto noch immer ausreichend liquide gewesen. Meiner Ansicht nach hat die Bank schlichtweg ihre Technik nicht im Griff. Aber statt sich dafür zu entschuldigen, erteilt man mir lieber die Belehrung, ich möge doch mit Blick auf den nächsten Abbuchungsversuch für eine ausreichende Kontodeckung sorgen. Da frage ich mich, wie viel Geld ich eigentlich noch monatelang unverzinst bereitstellen soll, bis sich die Bank mal bemüßigt, ihre Steuerbuchungen vorzunehmen. Warum ist man bei der Consorsbank nicht in der Lage, zu Jahresbeginn die Vorabpauschalen-bedingte Steuerlast für ein bestehendes Depot zu ermitteln und einem dann schriftlich einen Termin zu nennen, bis zu dem man den Gesamtbetrag bereitstellen soll - also einem quasi eine Rechnung mit Zahlungsziel zu schicken? Das schafft doch selbst jeder popelige Handwerksbetrieb. Und die haben in der Regel keinen Zugriff auf das Rechenzentrum einer internationalen Großbank.
@Spooky78: Bei mir wird immer vom ... → Werden Sie jetzt kostenlos Mitglied der Kritische-Anleger-Community, um den vollständigen Beitrag zu sehen!
@ Roland: Nein, ich habe kein zusätzliches Girokonto. Das Verrechnungskonto hat bei mir standardmäßig einen Überziehungsrahmen von 1.000 € (ich hatte zunächst versehentlich 1.500 € geschrieben). Man kann jedoch telefonisch eine Überziehungssperre einrichten, falls dieser nicht genutzt werden soll (https://www.consorsbank.de/web/Wissen/FAQ/wertpapierhandel/Ueberziehungssperre-Verrechnungskonto). Von dieser Möglichkeit habe ich bisher aber nicht Gebrauch gemacht.
Update 2: Heute hat die Consorsbank im 2. Anlauf nun endlich die letzte noch ausstehende Vorabpauschalen-Abbuchung für meine thesaurierenden ETFs von meinem Verrechnungskonto vorgenommen, wobei der abgezogene Betrag am Ende überraschenderweise deutlich niedriger ausfiel als in einem (fehlerhaften) Schreiben vor einem Monat angekündigt. Zuvor hatte ich am Ostermontag extra noch einmal einen größeren Geldbetrag per Echtzeitüberweisungen auf das Verrechnungskonto überwiesen, um sicherzustellen, dass es nicht wieder zu irgendwelchen "Unterdeckungsproblemen" im Zusammenhang mit der für gestern angekündigten und letztlich auch erfolgten Sparplan-Ausführung für einen anderen ETF kommt. Zudem hatte mir die Bank vor einigen Wochen nach einer weiteren Beschwerde meinerseits mitgeteilt, dass die Abbuchung doch mittlerweile erfolgt sei, dabei aber übersehen, dass es sich in besagtem Fall um die Vorabpauschale eines anderen ETFs handelte, die zum Zeitpunkt meiner Beschwerde ebenfalls noch offen war. Auch teilte man mir in diesem Zusammenhang mit, dass für mein Verrechnungskonto gar kein Kreditrahmen bestünde, obwohl dieser in der Vergangenheit auch schon einmal zur Begleichung der Transaktionskosten für einen Wertpapiererwerb seitens der Bank in Anspruch genommen wurde und er mir darüberhinaus schon immer bei jeder Beantragung einer Auszahlung angezeigt wird! Bei der Consorsbank weiß offensichtlich die eine Hand nicht, was die andere tut. Die dortigen Vorstellungen von "Kundenservice" sind jedenfalls mehr als "eigenwillig". Ich werde mir daher wohl mittelfristig eine andere Depotbank suchen, zumal die Gebührenstruktur der Consors längst nicht mehr konkurrenzfähig ist.