Ich habe zz. noch mehrere klassische Festgelder bei Klarna. Heute habe ich per E-Mail zu diesen Festgeldern folgende Mitteilung erhalten:
Sehr geehrter Kunde,
hiermit möchten wir Sie darüber in Kenntnis setzen, dass wir uns entschieden haben, die Verlängerungen unserer Festgeldanlagen nicht mehr anzubieten.
Dies bedeutet für Sie, dass Ihre Anlagen zum Laufzeitende nicht verlängert werden. Ihr Anlagebetrag und die aufgelaufen Zinsen werden Ihnen daher am Laufzeitende automatisch auf Ihr bei uns hinterlegtes Referenzkonto überwiesen.
...
Danach kamen noch Hinweise, dass man sich ja für das Festgeld+ entscheiden könne, was mich jedoch nicht interessiert.
Obwohl ich diese einseitige Vertragsänderung rechtlich für bedenklich halte, werde ich das nicht weiter prüfen und somit nach Auslaufen meiner Festgelder im Laufe des Jahres meine Zusammenarbeit mit Klarna beenden. Es sieht zz. stark danach aus, dass sie die klassischen Festgelder wohl auf Dauer nicht mehr anbieten wollen. Eine Anpassung der Homepage wurde aber noch nicht vorgenommen.
VG Hans-Jürgen
@Hans-Jürgen
Wieso hältst Du das für rechtlich bedenklich? Die Bank kann den Vertrag doch entweder genauso wie Du nach der vereinbarten Laufzeit kündigen oder auch einfach keine Verlängerung mehr anbieten?
Zumal die Verlängerung ja sicherlich zu dem DANN aktuellen Zinssatz erfolgen würde, d.h. es wäre faktisch ein ganz neuer Vertrag.
@Hans-Jürgen,wie bereits @Atzerix geschrieben ... → Werden Sie jetzt kostenlos Mitglied der Kritische-Anleger-Community, um den vollständigen Beitrag zu sehen!
Ich halte das Vorgehen von Klarna für rechtlich bedenklich, da
a) im von mir unterzeichneten Eröffnungsantrag für das Klarna Festgeld folgende Passage enthalten ist:
Wiederanlage: Liegt keine weitere Beauftragung vor, wird bei Ablauf der Festzinslaufzeit der Anlagebetrag automatisch um die ursprünglich vereinbarte Laufzeit zu dem dann gültigen Zinssatz prolongiert.
und
b) es in der Anlagebestätigung ebenfalls lautet:
Sofern Sie uns nicht bis mindestens 3 Werktage vor Fälligkeitstermin dieser Anlage eine andere Weisung geben, werden wir in Ihrem Interesse die Einlage zu dem dann geltenden Zinssatz um die gleiche Anlagedauer verlängern.
Das sind nach meiner Auffassung klare Vertragliche Aussagen, die man mit der heutigen Mitteilung einfach einseitig außer Kraft setzt. Dass ich bei den aktuellen Zinssätzen die Festgelder vielleicht ohnehin gekündigt hätte, spielt zz. keine Rolle. Vielleicht gibt es in den Vertragsbedingungen von Klarna irgendwo noch eine Hintertür, die ihr Verhalten rechtfertigt. Deshalb habe ich die Aussage getroffen, dass ich das nicht weiter prüfen werde.
VG Hans-Jürgen
@Hans-Jürgen
Diese "Hintertür" wird es geben. Warum sollte nur Dir das Recht einer Kündigung zugestandenwerden...?
@Atzerix
Nein diese Hintertür gibt es m. E. nicht und ich halte die Vorgehensweise von Klarna somit für rechtswidrig.
Ich habe mir dann heute doch die Mühe gemacht, die rechtlichen Grundlagen der Festgeldverträge auf eine vermeintliche "Hintertür" bzw. Kündigungsmöglichkeit zu untersuchen.
Als Grundlage für das Klarna Festgeld gelten die "Allgemeinen Geschäftsbedingungen für den Klarna Einlagenservice", wo man als Kunde im Eröffnungsantrag ausdrücklich bestätigen muss, dass man sie verstanden hat.
Unter A. II. Produktspezifische Informationen und Informationen zum Zustandekommen des Vertrages im Fernabsatz steht unter dem Stichwort Wiederanlage folgender Inhalt:
Sollte durch den Kontoinhaber bis zum Fälligkeitstermin kein Auftrag zur weiteren Verwendung des Anlagebetrages vorliegen, wird das Festgeldkonto um die ursprünglich vereinbarte Laufzeit zu den dann gültigen Zinsen prolongiert. Die neuen Konditionen wird Klarna dem Kontoinhaber durch Zusendung einer neuen Anlagebestätigung mitteilen.
Eine Regelung, dass die Bank ihrerseits von der Prolongation absehen kann oder den Festgeldvertrag zum Laufzeitende ohne irgendein Verschulden des Kunden kündigen kann, besteht nicht. Um eine Prolongation rechtlich einwandfrei nicht mehr durchführen zu müssen, müsste Klarna nach meiner Rechtseinschätzung die zuvor zitierte Regelung aus den Geschäftsbedingungen herausnehmen bzw. entsprechend modifizieren. Hierüber müssten die Kundinnen und Kunden dann aber informiert werden und es würde vermutlich auch nur für künftige Neuverträge gelten.
Aber wie schon gesagt, werde ich mich nicht auf einen Rechtsstreit mit Klarna einlassen und das Auslaufen der Festgelder hinnehmen. Ich gehe davon aus, dass Klarna seine Zusammenarbeit mit dem SWK-Servicecenter einstellen will, um Kosten zu sparen und alles in eigener Hand zu haben. Für mich ist das Thema damit erledigt.
VG Hans-Jürgen
Das erinnert mich fatal an das Verhalten meiner ... → Werden Sie jetzt kostenlos Mitglied der Kritische-Anleger-Community, um den vollständigen Beitrag zu sehen!
@Atzerix, evtl. haben bereits mehrere Kunden der Bank mitgeteilt, dass sie rechtlich gegen diese Praxis vorgehen werden.
Da, wird der Zins auf 0,0 % herabgesetzt, schon hat sich das ganze, bei allen Kunden erledigt.
Wer lässt ein Festgeld bei 0,0 % liegen, wenn er in der Nachbarschaft noch Zinsen bekommt?
@Atzerix
Mit Deiner Anregung, die Fred wohl schon für bare Münze gehalten hat, den Zinssatz auf 0,00% zu senken, wäre die von mir angemahnte Rechtswidrigkeit zwar vom Tisch, aber kundenfreundlich wäre das wohl auch nicht.
Bei so viel Phantasie zum Wohle der Bank könntest Du eigentlich Banker werden. ;-)
Mich verwundert es allerdings, dass auf der Homepage der Zins für die Verlängerung der klassischen Festgelder immer noch ausgewiesen bleibt. Ebenso frage ich mich, ob alle Kundinnen und Kunden gestern die E-Mails erhalten haben, da ich noch keine weitere entsprechende Information hier lesen konnte. Vielleicht hat man auch in einem begrenzten Kundenkreis erst einmal einen Versuchsballon gestartet, welche Reaktionen der Kundschaft folgen werden. ???
Wie David schon zum Thema Bank11 geschrieben hat, sollten wir jetzt wohl auch das Thema Klarna beenden.
Ich wünsche allen ein schönes Wochenende.
VG Hans-Jürgen
@ Hans-Jürgen:
Bei mir ist diese E-Mail ebenfalls eingegangen. Da ich meine Festgeldverträge bereits im August 2023 zum Laufzeitende gekündigt hatte, war diesr E- Mail für mich weniger ärgerlich.
Ich glaube die werden das klassische Festgeld ... → Werden Sie jetzt kostenlos Mitglied der Kritische-Anleger-Community, um den vollständigen Beitrag zu sehen!
@WF
Danke für Deine Rückmeldung. Ich hatte einige Verträge auch schon gekündigt. Dennoch wäre ich grundsätzlich bei attraktiveren Zinssätzen wieder an Neuanlagen von klassischen Festgeldern bei Klarna interessiert gewesen. Aber ich glaube auch, dass sie dieses Festgeldangebot wohl einschlafen lassen wollen und nur noch auf das Festgeld+ setzen wollen.
VG Hans-Jürgen
Noch eine kurze Ergänzung zum Klarna Festgeld:
Ich habe gerade noch einmal festgestellt, dass Klarna das klassische Festgeld auch über Weltsparen anbietet. Da ist der Zinssatz dann aber noch einmal etwas geringer.
Vielleicht will man sich deshalb von der Direktanlage des klassischen Festgeldes verabschieden und nur noch das Festgeld+ selbst anbieten.
VG Hans-Jürgen