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Interview mit Dr. Tamaz Georgadze, Gründer & CEO von WeltSparen
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Interview mit Dr. Tamaz Georgadze, Gründer & CEO von WeltSparen

Letzte Aktualisierung: 22.08.2016 | Autor: Dr. Tamaz Georgadze
Ein Interview mit Dr. Tamaz Georgadze, Gründer und CEO des Anlagemarktplatzes WeltSparen

Herr Dr. Tamaz Georgadze ist Gründer und CEO des Anlagevermittlers WeltSparen. Er hat das Portal 2013 zusammen mit Dr. Frank Freund und Michael Stephan gegründet und zum größten Anlagemarktplatz Deutschlands aufgebaut. Über 50.000 Sparer vertrauen auf die von WeltSparen vermarkteten Anlagebanken im europäischen Ausland und ihre zuständigen Einlagensicherungen. Ist dieses Vertrauen wirklich berechtigt und wie legt Herr Georgadze eigentlich sein Geld an? Antworten auf diese und weitere Fragen finden Sie im folgenden Interview.

Redaktion: Sie haben WeltSparen 2013 zusammen mit Dr. Frank Freund und Michael Stephan gegründet. Wann und wie ist die Idee dazu entstanden und was hat Sie dazu bewegt, sich überhaupt selbständig zu machen?

Georgadze: Die Idee zu WeltSparen ist schon wesentlich älter. Bereits vor vielen Jahren sind die Unterschiede in Zinsen auf klassische und einfache Bankeinlagen aufgefallen. Damals, als deutsche Banken allerdings noch über 3 % auf Fest- und Tagesgeld bezahlt hatten und die europäische Harmonisierung noch längst nicht so weit fortgeschritten gewesen ist, wäre die Umsetzung der Idee wahrscheinlich ein wenig zu früh gewesen.

Als allerdings die Niedrigzinsen ein immer größeres Thema wurden, haben wir uns im Sommer 2012 dazu entschieden, den Schritt in die Selbständigkeit zu wagen und WeltSparen als erste Zinsplattform überhaupt ins Leben zu rufen.

Nachdem ich rund 10 Jahre bei McKinsey tätig war und am Ende dieser Zeit als Partner für den Einlagenbereich zuständig, hatte ich unzählige Banken in genau diesem Kontext – Privatkundeneinlagen – beraten und realisiert, dass das Produkt nahezu immer identisch ist, nur Kunden von höheren Zinsen bisher nicht profitierten. Das wollte ich ändern – und meine Mitgründer und ich haben WeltSparen gegründet. Im Rückblick sind wir natürlich sehr froh: nach nur 2,5 Jahren haben rund 50.000 Kunden deutlich mehr als 1 Mrd. € über unsere Plattform bei Partnerbanken angelegt und attraktivere Zinsen erhalten, als bei Ihrer Hausbank oder auf dem Girokonto. Insgesamt haben wir unseren Kunden bislang zu circa 50 Millionen € Mehreinnahmen aus ihren Sparprodukten verholfen.

Redaktion: Mit WeltSparen bieten Sie Anlegern die Möglichkeit, ihr Geld bei unterschiedlichsten Banken im EU-Ausland vergleichsweise einfach anzulegen. In Ihrem Angebot sind aber durchaus auch Banken dabei, die auf den ersten Blick nicht gerade nach Stabilität und Sicherheit aussehen. Warum sollte ich als Anleger mich (abgesehen von den hohen Zinsen) für eine Fibank in Bulgarien oder eine Younited Credit in Frankreich entscheiden?

Georgadze: Die kurze Antwort auf Ihre Frage: seit Bestehen der europaweit harmonisierten Einlagensicherungssysteme gibt es keinen einzigen Fall, in dem Sparer nicht in voller Höhe im Rahmen der Einlagensicherung entschädigt worden wären.

Unsere Bankpartner sind in der Regel mittelgroße Kreditinstitute, für die sich ein eigener Markteintritt in Deutschland und andere EU-Länder, anders als für Großbanken wie Crédit Agricole oder MoneYou, nicht lohnt. Hier profitieren sie von unserem Plattform-Ansatz, der die Produkte für Kunden grenzüberschreitend viel einfacher zugänglich macht. Damit haben unsere Banken in der Regel keine Ratings externer Agenturen. Übrigens weisen auch fast alle deutschen Banken mit Ausnahme der Großbanken kein Rating auf.

Wenn wir unseren Blick auf die Finanzkrise und die Zeit 2007 – 2008 zurückwenden, fällt auf, dass es oftmals große Bankhäuser Westeuropas waren, die staatliche Hilfen benötigt hatten und so durch eine Verstaatlichung gerettet werden mussten. Diese Banken hielten noch kurz vor dem Kollaps allerbeste Ratings der großen Agenturen. Eine Indikation ihrer Sicherheit war dies allerdings nicht.

Zugleich sind Banken auf unserer Plattform im Durchschnitt sogar deutlich profitabler und kapitalstärker im Vergleich zu einer durchschnittlichen deutschen Bank. Die Kernkapitalquote beträgt circa 21 % gegenüber 16 % bei deutschen Banken im Durchschnitt. Die Eigenkapitalrentabilität lag im Schnitt bei knapp über 6 % verglichen mit 5,6 % im Durchschnitt der deutschen Banken.

Zugegebenermaßen wirken andere Länder oder andere Kulturen nicht immer so vertraut, wie die Hausbank um die Ecke. Dabei darf man aber nicht verkennen, dass bis heute kein Sparer bei Beachtung der Einlagensicherungsgrenze (harmonisiert 100.000 € innerhalb der EU) auch nur einen Euro verloren hätte, dass es eine zunehmende Harmonisierung im europäischen Finanzbereich gibt und dass Sparer auf standardisierte Regeln vertrauen dürfen – auch und vor allem in Themen des Verbraucherschutz und der Einlagensicherung. Auch unsere Kunden können bei einzelnen Banken bislang nur bis zu der jeweils relevanten Einlagensicherungsgrenze ihre Ersparnisse anlegen, sodass sie in jedem Fall von dem in Europa harmonisierten Schutz der Sparer profitieren.

Redaktion: Ihr Geschäftsmodell beruht zu einem großen Teil auf der Annahme, dass die Einlagensicherungsfonds in den jeweiligen EU-Ländern im Falle des Falles halten, was sie versprechen. Sehen Sie angesichts der desolaten Finanzierungslage vieler dieser Sicherungsfonds nicht auch Zweifel an dieser Annahme angebracht bzw. was lässt Sie weiter an deren Schlagkraft glauben?

Georgadze: Wir sehen vor allem den politischen Willen, Sparer unbedingt zu schützen, und nicht den geringsten Zweifel daran aufkommen zu lassen, dass Spareinlagen bis zum Gegenwert von 100.000 € je Bank und Sparer sicher sind. Das gilt nicht nur in Deutschland, sondern europaweit.

Sie finden auf unserer Plattform bewusst keine Angebote etwa aus Griechenland oder Zypern, doch auch in diesen Extremfällen und obwohl die Staaten aus eigener Kraft heraus nicht handlungsfähig gewesen sind, ist die europäische Gemeinschaft entschlossen eingesprungen.

Die desolate Finanzlage der Sicherungsfonds ist in ganz vielen Ländern Realität, darunter auch Deutschland, wie Ihre kürzlich veröffentlichte Untersuchung hierzu zeigt. Sie ist schlicht der Tatsache geschuldet, dass es bislang keine Vorgaben zur Vorfinanzierung und dem Ziel-Füllstand dieser Fonds gab. Vor allem westeuropäische Länder haben dann die Einlagensicherungsfonds durch Sonderbeiträge der Mitglieder „nachfinanziert“. Dies ändert sich dramatisch EU-weit mit der Umsetzung der neuesten Einlagensicherungsrichtilinie 2014/49/EU. Alle EU-Mitgliedsländer müssen nun eine verpflichtende Ziel-Ausstattung von 0,8 % der abgedeckten Einlagen bis zum Jahre 2024 erreichen. Die Bestrebungen auf europäischer Ebene zielen auf den besseren Schutz der Sparer mit dem eventuellen Ziel, auch der EU-weit vereinheitlichen Einlagensicherung, von der alle Bürger der EU profitieren.

Redaktion: Wir betonen immer wieder, wie wichtig die Streuung beim Thema Geldanlage ist, da sich viele Risiken schlichtweg nicht im Vornherein erkennen lassen. In diesem Kontext würden wir uns eine Art Anlageroboter wünschen, der z. B. einen Betrag von 50.000 € automatisch auf 5 verschiedene Banken mit jeweils 10.000 € verteilt. Was bremst diese Idee in der Praxis aus?

Georgadze: In vielen Gesprächen und im persönlichem Austausch mit unseren Kunden ist vor allem unsere Eingangsannahme bestätigt worden: Sparer wissen sehr genau, was sie mit Ihrem Geld machen wollen, und was nicht und entscheiden sich auch bewusst für oder gegen bestimmte Angebote. Kunden sind viel mündiger, als man vielleicht gemeinhin annimmt, und wollen oftmals ihre Entscheidung zu Recht auch gar nicht abgenommen bekommen.

Eine Streuung der Vermögenswerte ist natürlich sinnvoll, um für den Fall der Fälle entsprechend vorgesorgt zu haben und das Risiko zu diversifizieren. Übrigens sehen wir dieses Verhalten auch bei unseren Kunden, viele Kunden mit größeren Anlagebeträgen wählen mehrere Festgelder aus.

Ein Anlageroboter ist sicherlich für einige Kunden spannend, zugleich möchten wir dem Kunden die Entscheidung nicht vorgeben, sondern ihn als vertrauensvoller Partner bei seiner selbstbestimmten Entscheidung begleiten. Auch die Vorgaben bei der Kontoeröffnung sind bei einzelnen EU-Ländern und Banken (noch) so stark unterschiedlich, dass eine Harmonisierung unter praktischen Gesichtspunkten sehr schwierig umsetzbar wäre.

Wir schaffen es im Übrigen, immer mehr Anbieter auf unserer Plattform von den Vorteilen der rein digitalen Kontoeröffnung zu überzeugen. Mit dem Anlage-Cockpit hat der Kunde alle seine Anlagen bequem im Überblick und sieht kommende Fristigkeiten und aktuelle Anlage-Alternativen. Für diese Einfachheit und Übersichtlichkeit bekommen wir auch bei Ihnen auf der Plattform vielfach sehr positive Rückmeldungen.

Redaktion: Das Thema Quellensteuern ist ja bei vielen Anlagemarktplätzen ein leidiges Thema. Im Moment müssen häufig noch Ansässigkeitsbescheinigungen ausgefüllt, vom Finanzamt bestätigt und eingesandt werden. Zusätzlich kommt der Aufwand für die Angabe der Steuern und Zinserträge in der Steuererklärung dazu. Was tun Sie, um diesen Aufwand zu reduzieren und gibt es Anzeichen für eine Vereinfachung der Steuersituation für Anleger?

Georgadze: Das ist sicherlich neben der Attraktivität der angebotenen Festgelder eine unserer größten Differenzierungsmerkmale am Markt. Einerseits berichten wir transparent über die steuerliche Behandlung jedes einzelnen Angebotes, andererseits stellen wir alle erforderlichen Unterlagen vorausgefüllt zur Verfügung, so dass der Kunde mit minimalem Aufwand auch die steuerlichen Angelegenheiten erledigen kann. Und zum Ende des Kalenderjahres erhält jeder Kunde eine detaillierte Übersicht aller Anlagen, Zinserträge und evtl. einbehaltener Steuern – das muss nur noch ausgedruckt und der Steuererklärung beigelegt werden.

Schöner wäre es natürlich, wenn das ganze völlig automatisiert passieren würde, und Kunden gar keine manuellen Schritte mehr durchführen müssten. Natürlich unterstützen wir entsprechende Vorhaben auch und vor allem auf Europäischer Ebene und sehen positive Tendenzen eines automatisierten Informationsaustauschs der Behörden. Unser Wunsch wäre, dass wir irgendwann auch dieses Thema vollständig harmonisiert bekämen. Bis dahin kann sich jeder Kunde bei WeltSparen darauf verlassen, dass er vor, während und nach der Geldanlage alle Informationen transparent und so unkompliziert wie im konkreten Fall möglich erhält.

Redaktion: Mit Savedo und Zinspilot gibt es zwei prominente Konkurrenten im Markt, wobei sich Zinspilot mit einem etwas anderen Anlageprinzip auf Treuhandbasis aufgrund der Einfachheit des Anlageprozesses durchaus Freunde unter Anlegern gemacht hat. Wo sehen Sie die Vor- und Nachteile Ihres Modells gegenüber dem von Zinspilot?

Georgadze: Vorerst einmal: Unsere Konkurrenten sind Banken, die ihren Kunden in Deutschland kaum Zinsen anbieten. Dort liegt das meiste über Jahrzehnte ersparte Vermögen der Deutschen und liefert im Moment kaum Zinsen ab. Bei vielen Direktbanken, bei unseren Nachahmern und mit unseren Angeboten haben Kunden eine deutlich bessere Alternative an der Hand.

Schaut man dann im Detail, haben wir eine deutlich größere Auswahl an Angebotsbanken und Ländern bereits heute im Portfolio. Heute sind bereits 19 Banken aus 14 europäischen Ländern auf unserer Plattform präsent, die Anzahl der Anlageoptionen wird bis Ende des Jahres nochmal deutlich steigen.

Was einfach wirkt, muss nicht immer auch die beste langfristige Lösung für Kunden sein. Treuhandkonten sind zwar einfach, aber es hat gewisse Gründe, warum Privatkunden typischerweise bei einer Bank ein echtes Konto eröffnen sollten, statt über Treuhandlisten Ihre Gelder anzulegen. Auf die Risiken möchten wir gar nicht weiter eingehen. Bei uns schließen Kunden einzelne Verträge ab und sind auch einzeln anspruchsberechtigt gegenüber der jeweiligen Bank. Kunden sollen selbst entscheiden, mit welchem Modell sie sich wohler fühlen und ob sie wirklich auch verstehen, was mit Ihrem Geld passiert.

Schaut man auf die Breite des Angebotes und den Zuspruch von Kundenseite glauben wir, dass unser Angebot das derzeit im Markt attraktivste ist. Kein anderer Anbieter hat derart viele zufriedene Kunden und positiven Bewertungen, für die wir jeden Tag hart arbeiten, und das zählt für uns.

Wenn man als erster mit einem Modell startet und dann kopiert wird, zeigt das auch, dass der Markt für Spareinlagen reif war, im Sinne des Kunden verbessert zu werden. Und wenn man bedenkt, dass deutsche Sparer alleine rund 2 Billionen € an Spareinlagen auf Ihren Konten angesammelt haben, ist der Markt auch sicherlich groß genug.

Redaktion: Wir erhielten vor einiger Zeit eine Beschwerde eines WeltSparen-Kunden, der sich über die mangelnde Information zu seiner Fremdwährungsanlage bei der BN Bank (in norwegischen Kronen) beschwerte. Er hatte mit der Anlage trotz der hohen Zinsen Geld verloren. Wir sind bei solchen Anfragen immer zwiegespalten, denn einerseits möchte man dem Kunden natürlich helfen. Auf der anderen Seite sollte einem mit etwas finanzieller Grundbildung eigentlich klar sein, dass Fremdwährungskonten ein Wechselkursrisiko aufweisen. Wie schaffen Sie den Spagat zwischen der Erwartung/Voraussetzung finanzieller Bildung und gutem Kundenservice bzw. dem Schutz des Anlegers? Sollte hier der Gesetzgeber (noch) mehr eingreifen und Vorgaben machen?

Georgadze: Wir haben uns sehr bewusst dafür entschieden, umfassend aufzuklären und stellen in Zusammenarbeit mit unseren Partnerbanken für jedes Angebot ein standardisiertes Produktinformationsblatt auf freiwilliger Basis zur Verfügung. Ferner informieren wir Kunden mehrfach vor dem Abschluss sehr transparent über die Produktdetails.

Was den Fremdwährungsfall betrifft, muss jeder Kunde sogar noch weitergehende Erklärungen abgeben, dass er sich der Konsequenzen und auch der mit einer Festgeldanlage verbundenen Risiken bewusst ist. Der Vorteil bzw. Nachteil hängt natürlich vom Zeitpunkt des Ein- und Ausstiegs ab. Auf der Basis vom letzten Jahr war der Wechselkurs EUR-NOK stabil.

Auf die längere Sicht von den letzten 2-3 Jahren hat sich der Wechselkurs von NOK zu EUR nicht positiv entwickelt und Verluste sind immer schlecht, aber zum einen war dies kein großes Thema, da die überwältigende Mehrheit der Kunden sich nur im Bereich der Euro-Anlagen bewegt, zum anderen ist jeder Kunde mehrfach vor dem Abschluss informiert – ganz unabhängig davon, ob es eine rechtliche Verpflichtung hierfür gäbe, ist es unser Anspruch, dass ein Kunde weiß, was er abschließt, denn nur mit entsprechender Transparenz kann man sich auch langfristig als vertrauensvoller Partner und entsprechende Marke im Markt positionieren.

Redaktion: Sie bekommen von den Banken jeweils eine prozentuale Provision für die Vermittlung des Anlagekapitals ausgezahlt. Gefährden die Niedrigzinsen nicht auch in gewisser Weise Ihr Geschäftsmodell, wenn die Margen für die Banken immer kleiner werden? Was macht WeltSparen, wenn wir irgendwann bei Festgeldzinsen von 0,10 % für 10 Jahre angekommen sind?

Georgadze: Es wird – davon sind wir überzeugt – immer Banken geben, die gerade aus unterschiedlichen geschäftspolitischen Gründen an Einlagen von Privatkunden interessiert sind und auch bereit sind, dafür zu bezahlen. Auch wenn es unlängst Schlagzeilen gab, da eine erste Bank auch entsprechende Gelder von Privatkunden mit Strafzinsen ab einem gewissen Anlagebetrag belegt hat, glauben wir, dass es dauerhaft attraktive Zinse geben wird. Unsere Aufgabe ist, diese Anbieter zu finden und sie auf dem Weg in den Markt zu begleiten, um Angebot und Nachfrage unkompliziert zueinander zu führen. Die Banken werden weiterhin, vor allem vor dem Hintergrund der Umsetzung von Liquiditäts-Anforderungen aus Basel III, Einlagen von Privatkunden brauchen, unabhängig davon wie günstig das Zentralbank-Geld ist. Hier sind wir der beste Dienstleister im Markt, denn wir nehmen den in- und ausländischen Banken erheblichen Aufwand in diesem Feld ab.

Redaktion: Die Buchautoren Marc Friedrich und Matthias Weik tingeln derzeit von Interview zu Interview und promoten dabei u. a. ihr Buch mit dem reißerischen Namen „Der Crash ist die Lösung“. Sehen Sie auch im Crash die Lösung für unsere aktuellen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Probleme?

Georgadze: Nein, das tun wir nicht. Und von Untergangsphilosophie halten wir hier alle wenig. Vielleicht funktionieren reißerische Titel gut, unser Ansatz ist das nicht. Man sollte die Herausforderungen in der europäischen Integration sicherlich nicht kleinreden, aber wenn wir zurückschauen auf die letzten Jahrzehnte und den unglaublichen Fortschritt, den wir in der Integration unterschiedlicher Staaten erzielt haben, sollten wir vielleicht innehalten und erstmal stolz sein, dass ein ganzer Kontinent nunmehr dank des europäischen Gedankens seit mehreren Generationen in Partnerschaft und Freundschaft verbunden zusammenwächst und noch immer, das wird gerne vergessen bei der heutigen Diskussion, einer der größten Wirtschaftsräume der Welt ist.

Redaktion: Prognosen haben ja immer so ihre Probleme, aber wagen Sie für uns doch einmal eine solche hinsichtlich einer möglichen Zinswende in der Zukunft. Wann bekommen wir wieder höhere Zinsen?

Georgadze: Ich fürchte, daran ist in den nächsten Jahren innerhalb der Eurozone eher nicht zu denken.

Redaktion: Zum Schluss noch eine schnelle Frage-Antwort-Runde:
Vervollständigen Sie:
Geld ist: „ ... ein Mittel zum Zweck
Vervollständigen Sie:
Das wichtigste bei der Geldanlage sind: „ ... Transparenz und Verständlichkeit
Ihre aktuelle Aktienquote im Portfolio:
Weniger als 50 %
Dieses Buch sollte jeder Anleger gelesen haben:
Genial einfach investieren“ von Prof. Martin Weber
Wie würden Sie als Privatmann aktuell 200.000 € anlegen?
Ich würde immer eine bewegliche Reserve (mehrere Monatsgehälter) lassen, dazu eignet sich hervorragend das Flexgeld oder klassisches Tagesegeld auf WeltSparen. Einen großen Teil der Anlagen, sprich meine 3-5 Jahres-Anschaffungen würde ich in Form von 1-3 jährigem Festgeld auch bei WeltSparen anlegen, den Rest würde ich über ETFs breit streuen.
Ihre Lieblingsbank bei WeltSparen (mit kurzer Begründung):
Wir haben keine Präferenzen und sind als eine unabhängige Plattform natürlich neutral. Ich kann Ihnen versichern, dass ich viele unsere Bankprozesse persönlich getestet habe und auch bei vielen aktive Sparkonten über die Plattform WeltSparen habe. Ich bin selbst ein zufriedener Kunde.
Gastautor Dr. Tamaz Georgadze
Dies war ein Interview mit Dr. Tamaz Georgadze
Dr. Tamaz Georgadze ist ehemaliger McKinsey-Partner und hat 2013 den Anlagemarktplatz WeltSparen zusammen mit seinen zwei Mitgründern ins Leben gerufen. Er ist CEO des Unternehmens und damit Chef des größten Vermittlers für einlagengesicherte Geldanlagen in Deutschland (ca. 50.000 Kunden).

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