Erfahrungsbericht zur Bank11 von wolfbln
Diese neutrale Bewertung zur Bank11 wurde uns am 22.11.2016 vom Nutzer wolfbln übermittelt.
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„Das versprochene Sonderkündigungsrecht wurde mir verwehrt!“

Neutrale Bewertung der Bank11

Ich möchte meine Erfahrung mit dem Sparbriefkonto TotalFlex-180 der Bank11, bei der ich schon länger Kunde bin, teilen.

Werbung kommt immer mal wieder. So kam auch im Juli 2016 ein Flyer zum o. g. Produkt, das eine Variante des Sparbuchs ist: Die Bank gibt einen tagesaktuellen variablen Zinssatz, der Kunde muss sich binden und kann bei Kündigung erst nach 6 Monaten über das Geld verfügen. Die Bank ist variabel, der Kunde gebunden. Das finde ich in Zeiten fallender Zinsen unfair. Weil die Bank aber zusichert, mich 6 Wochen vorher über Zinsänderungen zu informieren und für diese Zeitspanne ein Sonderkündigungsrecht einräumt (siehe AGB des Sparbriefes), kann ich damit leben.

Besagter Flyer versprach „0,95 % p. a. variabel (Stand: xx. Juli 2016)“. Auf der Webseite stand derselbe Zinssatz. Also schickte ich den Antrag per Post und überwies die Summe aufs Tagesgeldkonto. Bei diesem postalischen Antrag (im Gegensatz zum Online-Antrag) bestand die Gefahr, dass sich der Zinssatz zwischenzeitlich ändern würde. Die einzige Gewissheit, dass der auf dem Flyer versprochene Zinssatz auch für mich gültig sei, war die indirekte Zinsangabe „Stand vom xx. Juli 2016“ im Antrag. Die Prozentzahl stand dort nicht.

Anfang September bekam ich die Anlagebestätigung für „zzt. 0,95 % p. a.“ sowie eine Kundenmitteilung über den Zinssatz von 0,95 % auch im 3. Quartal 2016 und die bestehende 6-monatige Kündigungsfrist.

Im November stellte ich fest, dass die Bank den Zinssatz ohne Ankündigung (per Post oder Postbox) auf 0,8 % gesenkt hatte. Das versprochene Sonderkündigungsrecht wurde mir damit auch verwehrt.

Meine Kritik hatte ich mittlerweile online bei Modern Banking veröffentlicht, worauf sich die Bank höflich (aber zerknirscht wegen der Kritik) bei mir meldete. Im Telefonat erklärte mir der Mitarbeiter, dass die Zinsen wirklich am 16.09. gesenkt wurden, zunächst jedoch nur für Neukunden. Bestandskunden genossen weitere 6 Wochen die höheren Zinsen, wurden aber von der Senkung am 16.09. per Post informiert. Da ich zu diesem Zeitpunkt bereits Kunde war, muss ich die Post verpasst haben oder sie als Werbung abgestempelt haben. Letzteres ist durchaus denkbar.

Die Bank war im Telefongespräch letztendlich kulant und ließ mir die Wahl, die höheren Zinsen bis einschließlich November am nächsten Geschäftstag ausgezahlt zu bekommen oder ab sofort den reduzierten Zinssatz zu akzeptieren. Ich entschied mich für die Auszahlung, was dem Mitarbeiter erkennbar missfiel.

Fazit: Zwischenzeitlich fand ich es schon übel, wie die Bank derartig gegen den Vertrag verstieß, mir die Verschlechterung nicht ankündigte und die Möglichkeit der Kündigung nahm.

Die Bank11 verhielt sich aber alles in allem korrekt und kulant. Die Benachrichtigung über Zinssenkungen durch einen Postbrief beinhaltet halt gewisse Probleme, insbesondere wenn damit verschiedene Rechte wie Kündigung usw. betroffen sind.

Ich werde in Zukunft diese Verträge etwas kritischer sehen. Variable Zinssätze sind immer problematisch in ihrem Nachweis von Änderungen. Daraus schließe ich, eher auf fixe (wenn auch z. Zt. sehr niedrige) Zinsen zu setzen.

Eine Anregung: Beim Tagesgeldprodukt stellt die Bank die Zinsinformationen nur online in die Postbox zu und verschickt eine Benachrichtigungs-E-Mail. Vielleicht hätte die Bank für die Zinsänderung beim Sparbrief auch eine Nachricht in meine Postbox stellen sollen. Dann wäre sie ihrer Nachweispflicht nachgekommen und hätte die Zustellung mit einem Datum beweisen können. Eine mit Zeitstempel in der Postbox erhaltenen Mitteilung hätte ich auch im Nachhinein wohl als „informiert worden“ anerkennen müssen.

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