Diese negative Bewertung zur Deutsche Apotheker- und Ärztebank wurde uns am 17.04.2017 vom Nutzer Pulmosa übermittelt.
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Deutsche Apotheker- und Ärztebank Erfahrungsbericht #3von Pulmosa

Negative Bewertung der Deutsche Apotheker- und Ärztebank

Kontoeröffnung

Das Konto bei der apoBank eröffnete ich 2005 in München, damals noch als eine Ärztin im Praktikum (Gehalt etwa 800 € im Monat). Soweit gab es auch keine Probleme.

Onlinebanking

Da ich jede Bewegung auf meinem Konto in Deutschland schriftlich hinterlegen möchte, benutze ich derzeit kein Onlinebanking der apoBank. Als ich das Onlinebanking der apoBank noch nutzte, fiel das System in keiner Weise negativ oder positiv auf. Ich lebe derzeit in der Schweiz und bin Onlinebanking-Systeme gewohnt, deren Überweisungen mit einem Lesergerät und der eigentlichen Bankkarte getätigt werden können. Die PIN- und TAN-Listen entfallen damit, was ich nicht unpraktisch finde.

Kundenservice

Dann 2006, unmittelbar nach dem Ende des Praktikums und zu Beginn der Arbeitsphase als Assistenzärztin (Nettogehalt circa 2.100 € im Monat), wandte ich mich an die apoBank zum Abschluss einer Fondspolice. Mein Ziel war der Vermögensaufbau für die künftig eventuell geplante Praxistätigkeit und eine private Altersvorsorge, deren Notwendigkeit die apoBank als Berufsgenossenschaftsbank breit und weit kommunizierte. Ich wählte die Fondspolice „Apo Mezzo INKA“, die bis heute für mich ein großes Minusgeschäft ist und zu welchem ich monatlich zuzahle. Zum Zeitpunkt des Abschlusses hatte ich aber keine Zweifel am Angebot, da ich mich im Vorfeld darüber nicht informierte bzw. Angebote nicht verglichen hatte.

Aktuell erfuhr ich aufgrund meiner Recherchen, dass diese Fondspolice eine gewöhnliche Police darstellt. Ihr Rückkaufswert liegt aufgrund der hohen Gebühren / Provision, die an die apoBank floss, um circa 10.000 € unter dem insgesamt eingezahltem Betrag (trotz der positiven Börsenentwicklung). Für diese Art von Produkt und Beratung brauche ich sicher keine Berufsgenossenschaftsbank mehr.

Schon damals wurde mir der Kauf einer 3-Zimmerwohnung in Berlin vorgeschlagen, den ich ablehnte. Als ich später (Ende 2007) kurz vor dem beruflichen Wechsel in die Schweiz Informationen über ein mögliches Schweizer Konto bei der apoBank sowie weitere Sparmöglichkeiten erfragte, erwarb ich eine marode Immobilie (Fleischerei) in Berlin für 215.000 €. Dies geschah unter massiver Druckausübung eines apoBank-Beraters mit falschen Zusicherungen.

Ich hatte von Anfang an kein gutes Gefühl und war von der Idee einer Fleischerei nicht begeistert. Es lief dann so, dass er immer mehr Versprechungen und Zusagen machte, die sich im Nachhinein als unwahr erwiesen haben.

Beispiele:

  • Ich müsse keine Gewinnsteuer beim Verkauf einer Gewerbeimmobilie zahlen, wenn ich in der Schweiz wohne.
  • Ich könne diese Immobilie ohne Probleme in 5 Jahren via apoBank verkaufen.
  • Diese Immobilie würde künftig meine eventuelle Selbständigkeit finanzieren.
  • Die Rendite sei ausgezeichnet.
  • Der Mitarbeiter der apoBank kümmere sich um alles. Ich müsse mir nicht einmal diese Immobilie ansehen.

Die apoBank selbst vermittelte und finanzierte den Kredit zu 100 %. Sie holte sich zuvor eine Vermögensübersicht von mir und sah dort, dass sich mein gesamtes Vermögen (Eigenkapital) damals auf circa 3.000 € belief. Dies hat die Bank allerdings nicht gestört. Ich war ja eine junge, fleißige, finanz-naive Ärztin, sozusagen eine Musterkundin der apoBank.

Zur Finanzierung der Immobilie kam es letztendlich, nachdem der besagte Berater in einem sehr langen Gespräch auf mich einredete, bis ich dem Druck nicht mehr standhielt und mit ihm zum Notar ging. Alle notariellen Termine hatte die apoBank immer recht schnell vereinbart. Anschließend folgten Notarkosten, administrative Aufgaben und Steuern, auf die ich überhaupt nicht vorbereitet war. Aktuell arbeitet der Herr nicht mehr bei der apoBank in München. Ich gehe davon aus, dass es ähnliche Probleme häufiger gab. Persönlich weiß ich von 3 Fällen (samt meiner Person). Die apoBank ist der Meinung, es handele sich um einen Einzelfall.

Ich war insgesamt sehr misstrauisch von Anfang an. Es ist aber nicht einfach, sich in der damaligen Konstellation (fehlende Kenntnisse auf dem Finanzsektor und vielleicht noch ungenügende Lebenserfahrung) diesen manipulativen Maßnahmen zu entziehen.

Seitdem gab es bis 2016 keinen besonderen Kontakt zur Bank. Den Berater hatte ich zwischenzeitlich (2010/2011) nochmal kontaktiert und mich bei der apoBank-Zentrale in Düsseldorf beschwert. Den Erhalt meines Schreibens hatte er aber verneint.

Auch Ende 2016 gestaltete sich eine vernünftige Kommunikation mit der Bank als äußerst schwierig, um nicht zu sagen schier unmöglich. Da ich mich auf meine Selbstständigkeit vorbereiten wollte und über zeitliche Kapazitäten verfügte, nahm ich mir das Thema erneut vor. Diesmal ging es konkret um eine Entlastung aus allen Verträgen und den Ausgleich der finanziellen Verluste. Ich hatte hierfür die Kanzlei Mattil & Kollegen in München eingeschaltet, bin dann letztendlich gegen die apoBank nicht gerichtlich vorgegangen, da die Aussichten auf einen Erfolg ungewiss waren.

Die Kommunikation war dann aus folgenden Gründen zäh:

  1. Schriftliche Stellungnahme zum Anwaltsschreiben erst nach einer offiziellen Mahnung aus der Kanzlei.
  2. In den ersten 4-5 Monaten kein einziger Anruf seitens der apoBank, die aber in 2 Briefen schrieb, dass sie versuchte, mich anzurufen, mich aber nicht erreichen konnte.
  3. Ein Beschwerde-Anruf der apoBank-Zentrale, dass die gespeicherte Rufnummer nicht stimmen würde. Meine Rufnummer war im Telefonbuch veröffentlicht.
  4. Kontakt mit 3 unterschiedlichen Mitarbeitern der apoBank, die mich jeweils aufeinander folgend auf den anderen verwiesen. Dieser andere war dann nicht informiert und bat um Einarbeitungszeit und sagte einen Rückruf zu, der nie erfolgte.
  5. Anschließend nur noch schriftliche Kommunikation mit der apoBank-Zentrale und 2 Mitarbeitern, die keine Entscheidungsträger waren.
  6. Dann ein verabredetes Telefonat mit einem Abteilungsleiter in München. Es sei alles juristisch korrekt, der Rest sei mein unspezifisches (ungutes) Bauchgefühl.
  7. Zuletzt nun doch die Zustimmung, den Kredit-Vertrag für die Immobilie vorzeitig (um ganze 9 Monate) ohne eine Vorfälligkeits-Entscheidung zu kündigen.

Ende Februar 2017 wurde dann ein notarielles Kaufangebot bezüglich der Fleischerei in Berlin abgegeben. Alle Formalitäten bis auf die Entlastung aus der Grundschuld der apoBank sind bereits seit 3-4 Wochen komplett. Das Notariat hatte bereits 2 Mal die apoBank diesbezüglich telefonisch kontaktiert. Vor Ostern ging eine schriftliche Mahnung an die apoBank-Zentrale.

Mein zwischenzeitliches Angebot an die apoBank war, mir den Verlust an der Police durch die apoBank ausgleichen zu lassen. Ich würde im Gegenzug selbst versuchen, das Problem mit der Immobilie zu lösen. Die apoBank wurde auch darüber Informiert, dass ich grundsätzlich wegen meiner Praxisgründung durch die Immobilie vollkommen finanziell blockiert sei. Die apoBank hatte das Angebot nicht angenommen.

Fazit

Mich empört inzwischen mehr der aktuelle Kommunikationsstil der apoBank als die eindeutige Falschberatung des ehemaligen apoBank-Mitarbeiters. Ich finde es nicht korrekt, dass sie sich eine Berufsgenossenschaftsbank nennt.

Daher rate ich allen Studenten und jungen Ärzten zur Vorsicht. Meines Erachtens sind Onlinebanking, Kontoführung oder ein unpassendes PDF-Format der Rechnung wirklich sekundäre Probleme, wenn falsch beraten wird und daraus teilweise Folgen entstehen, die bis an die Existenzgrenzen gehen können.