Ich wollte das kostenlose Girokonto eröffnen. Ich wurde jedoch ohne konkrete Nennung von Gründen einfach abgelehnt. Es gab die Aussage, dass nicht EIN Grund sondern viele Gründe dazu geführt hätten. Dabei habe ich alle Kriterien erfüllt (regelmäßiges Einkommen über 1000€, 20 Jahre beim selben Arbeitgeber und keine SchuFa Einträge). Trotzdem wollen sie mein Geld nicht. Dann suche ich mir eben eine andere Bank. So etwas geht gar nicht.
@Rainer: Es gilt Vertragsfreiheit. Jede private Bank darf und kann eine Geschäftsbeziehung ablehnen. Sie muss es nicht einmal begründen.
Ja, das kann ziemlich weh tun, wenn man abgelehnt wird, von einer Bank wie allgemein von anderen Menschen.
Das geht mir auch manchmal so und gilt ja nicht nur für eine gescheiterte Kontoeröffnung, sondern auch beispielsweise für gescheiterte oder zurückgehaltene Überweisungen, oder diesen und jenen Nachfragen, ob man überhaupt zu bestimmten Dingen berechtigt sei bzw. der regelmäßige Nachweis, dass man auch eine weiße Weste habe.
Das kann man aus verschiedenen Perspektiven betrachten. Allen gemein ist, dass es nur wenig über einen selbst (also in diesem Fall dich) aussagt, sondern vor allem etwas über dein Gegenüber. Ablehnung einer Kontoeröffnung, Kontokündigungen, routinemäßiger Geldwäscheverdacht (wird auch "Prävention" genannt und viele finden es "richtig und gut" (Merkel), dass sie selbst grundsätzlich unter Verdacht stehen) oder schlichte Verweigerung von zugesagten Leistungen haben in der Regel nichts mit demjenigen zu tun, der das ausbaden soll, sondern mit demjenigen, der es initiiert.
Das ist dann immer noch traurig, hat aber eben wenig mit dir und mir zu tun, sondern mit der Welt, in der wir leben und deren Menschenbild.
Apropos Menschen: In Banken fällen heute nicht Menschen solche Entscheidungen, sondern Algorithmen, die Menschen mal programmiert haben. Wer selbst intensiv programmiert hat und Werke anderer Programmierer kennengelernt hat, weiß, dass nirgendwo so viele Fehler offensichtlich werden, in Kauf genommen werden und unkorrigiert bleiben wie in dieser Branche.
Damit das weniger auffällt und trotzdem überzeugt, nennt man komplexe Algorithmen heute "KI", die dann vielleicht auch für die Ablehnung deiner Eröffnung zuständig ist. Das schöne daran für die Mitarbeiter: Es gibt zwar Gründe für die Ablehnung, aber es ist möglich, dass sie wirklich niemand kennt, weil man in einen komplexen Algorithmus oft nicht mehr reingucken kann, sondern seinen Ergebnissen blind vertrauen muss.
Wenn du in diesem oder anderen Foren aufmerksam liest, wirst du unzählige Fälle wie deinen finden. Die heute üblichen, spontanen Kontokündigungen, bei denen keine Gründe genannt werden, empfinde ich persönlich noch als deutliche größeres Kaliber als eine gescheiterte Kontoeröffnung. Du bist also in jedem Fall in guter Gesellschaft, auch wenn es sich eben nicht gut anfühlt.
@Rainer (Gast),die Banken sind nicht ... → Werden Sie jetzt kostenlos Mitglied der Kritische-Anleger-Community, um den vollständigen Beitrag zu sehen!
Ggf steht du als „Bonus-Abstauber“ trotz guter Bonität auf der roten Liste? Bei Stromwechselkunden sollte man immer datenlöschung bei den alten Anbietern verlangen. Ggf gibt es so etwas auch bei Kreditinstituten? Diese sind ja trotz der Bonuszahlungen i.d.R. an einer längeren Kundenbeziehung interessiert… oder gibt es in deiner Schufa bereits einen Negativeintrag oder waren deine Selbstangaben bzgl. vorhandenes Vermögen/Einkünften zu gering? Hast du du auf den Sofortdispo verzichtet oder bist du seitens Arbeitgeber noch in der Probezeit oder einfach nur zu oft umgezogen und wohnst in einem ungünstigen PLZ-Gebiet? Das war auch der Grund warum nicht jeder einen Otto-Katalog erhalten hat, wenn die PLZ „schlecht“ war… also es kann auch Gründe an der Nachbarschaft geben, die zu einer Ablehnung führen können…
@Uli: Den Grund wird die Bank wohl nicht rausrücken, da sie sich damit eventuell rechtlich angreifbar macht. Besser die Entscheidung trifft kein Mensch und kein Mensch kennt den Grund.
>Die Ablehnung kann bei der Schufa landen.
Davon gehe ich persönlich nicht aus, habe davor auch keine Angst und berücksichtige es folglich auch nicht bei Beantragungen.
Ich finde es wertvoll zu lernen, mit Ablehnungen klarzukommen - und sie nicht noch weiter zu dramatisieren, als sie sich zunächst anfühlen mögen.
Die Schufa verwendet zum Scoring ebenfalls Algorithmen, deren genaue Funktion sie geheim hält - in dieser Hinsicht ein Vorläufer von KI. Ob man sein Verhalten an das (in diesem Fall vermeintliche) Urteil der Schufa anpasst oder nicht, hat wesentlich mit der eigenen Angst vor den Folgen des Urteils zu tun. Und mit dieser Angst kann man sich beschäftigen, statt ihr nachzugeben.
Gefährdungsanalyse durch ... → Werden Sie jetzt kostenlos Mitglied der Kritische-Anleger-Community, um den vollständigen Beitrag zu sehen!