auxmoney Erfahrungsbericht #7 von Mahtchello

Im November 2016 bin ich mit einem Testballon von 10 Krediten bei auxmoney eingestiegen. Der Prozess der Kontoeröffnung wurde bereits in den vorangegangenen Berichten gut beschrieben, ich habe hier nichts hinzuzufügen.

Hinsichtlich der Online-Verwaltung hebt sich aus meiner Sicht bei auxmoney nichts, weder negativ noch positiv, besonders ab. Umständlich finde ich höchstens, dass auxmoney im Gegensatz zu Mitbewerbern (wie bspw. Mintos), eine Bank mit ins Spiel bringt, bei der man ein Konto eröffnen muss, um die Rückzahlungen zu erhalten. Daher muss man mit einer TAN-Liste arbeiten und kann seine Rückflüsse nicht direkt über die Plattform von auxmoney verwalten.

Doch nun meine Kritik, denn ich bin sehr unzufrieden mit auxmoney.

1. Scores

Die Scores sind für mich leider in keiner Weise mehr nachvollziehbar. Zu Beginn wurde noch die Schufa herangezogen, mittlerweile hat auxmoney ein eigenes Rating integriert, das meiner Meinung nach dadurch glänzt, absolut intransparent zu sein. Angaben von Ein- und Ausgaben werden scheinbar nicht überprüft, teilweise erscheinen sie mir sogar ohne Kontrolle unplausibel. Gleiches gilt aus meiner Sicht für die Kreditsicherheiten. Daraus ergeben sich natürlich total abgefahrene Scores und A-Ratings, die ihren Namen wirklich nicht verdienen.

Gegen die Einführung eines eigenen Bewertungsverfahrens durch auxmoney spricht vorerst nichts, allerdings sollten die Kreditanfragen durch auxmoney geprüft werden und für mich als Kreditgeber nachvollziehbar sein. Ansonsten hat der Score, so wie er jetzt ist, keine Aussagekraft.

2. Mahnwesen

Was mich jedoch wirklich zur Weißglut getrieben hat, ist der Umgang mit Zahlungsverzügen und dem Mahnwesen. Ich habe beobachtet, dass Mahnstufen zurückgesetzt wurden, obwohl keine Zahlung eingegangen war. Grund für das Zurücksetzen war das bloße Versprechen des Schuldners, die Zahlung bald zu begleichen. Ich wiederhole: Der Kreditnehmer ist in Verzug und teilt auxmoney mit, dass er bestimmt bald zahlen wird, woraufhin die Mahnstufe zurückgesetzt wird, ohne jeglichen Zahlungseingang! Jeder kann sich denken, was das für ein Teufelskreis ist...

Mir kamen dabei die Fragen auf, ob der Kreditnehmer u. U. Mahngebühren und Verzugszinsen zahlt und wenn ja, wer diese im Nachhinein bekommt? Ich nämlich nicht. 

Aus diesem inkonsequenten Mahnwesen ergibt sich, dass es bspw. Kredite gibt, die seit Juni 2017 nicht bedient worden sind, aber erst im Dezember in der dritten Mahnstufe ankamen. Das finde ich ein Unding.

3. Inkasso und Informationsfluss

Obwohl einer meiner Kredite seit Dezember 2017 gekündigt ist und an ein Inkasso-Unternehmen abgetreten wurde, erhalte ich auch ein gutes Vierteljahr und zwei Nachfragen später keine weiteren Informationen. Grundsätzlich ist der Informationsfluss meiner Erfahrung nach sehr dünn.

Meine Kontaktaufnahmen mit auxmoney erfolgten meist per E-Mail an einen festen Ansprechpartner. Dabei handelte es sich ausschließlich um Rückfragen zu bereits laufenden Krediten, da die Informationen im Anlegercockpit in der Regel für mich wenig aussagekräftig sind und lange Zeit keine neuen Informationen kamen. Auf Fragen, Anmerkungen und Kritik wurde nur eingeschränkt bis gar nicht eingegangen. Die vermeintliche Lösung war immer wieder ein „Wir halten Rücksprache“. Leider erfolglos.

Bis zuletzt war der Service schnell erreichbar (24h), allerdings verschlechterte sich das von Anfrage zu Anfrage bis zum kompletten Ausbleiben einer Rückmeldung. Auch wenn der Kontakt freundlich war, empfand ich ihn als wenig hilfreich, weil er auf o. g. Kritik nicht einging und auch sonst keine Lösung zur Verbesserung der Situation hatte.

Einer meiner Kredite steht bspw. seit über 4 Monaten auf „Vorgerichtliches Mahnverfahren“. Seitdem passiert nichts. Vor etwa 2 Monaten habe ich Rückfragen dazu gestellt und bisher keine neuen Informationen erhalten.

4. Automatische Kreditvergabe mit dem „Portfoliobuilder“

Wie erwähnt kann man als Kreditgeber in der Online-Verwaltung ausschließlich einen meines Erachtens absolut nicht aussagekräftigen auxmoney-Score (A-X) sehen und eine vom Kreditnehmer erstellte Ein- und Ausgaben-Liste. Diese wird aber nicht auf Plausibilität geprüft und kann teilweise auch sehr lückenhaft und unvollständig sein. Daher rate ich hier dringend von der automatischen Kreditvergabe mit dem Portfoliobuilder ab, auch wenn auxmoney gerne dazu animiert. Aber mit etwas logischem Vorgehen, kann man über die manuelle Vergabe zumindest die Kredite mit unplausiblen Ein- und Ausgaben umgehen.

5. Frühzeitige Tilgung

Bei meinen 10 vergebenen Krediten gibt es ironischer Weise nur zwei Arten: Diejenigen, die nicht zahlen und diejenigen, die frühzeitig getilgt haben. Beides ist für Kreditgeber wie mich eher schlecht, wenngleich mir der berühmte Spatz in der Hand lieber ist, als die Taube auf dem Dach. Die frühzeitige Tilgung schmälert den Zinsgewinn nämlich erheblich, die Gebühren an auxmoney, die mit der ersten Rate eingezogen werden, bleiben jedoch gleich. Weniger Gewinn, gleichbleibende Gebühren - eine einfache Rechnung für den Ausgang der Rendite.

6. Fazit

In der Summe bin ich absolut unzufrieden mit auxmoney und werde keine weiteren Kredite dort vergeben. Ich bin im Nachgang froh, hier nur einen Testballon gestartet zu haben.

Dass Kredite ausfallen, gehört zum Risiko dazu und stört mich nicht. Aber es sind die genannten Dinge, die vermeidbar wären und meiner Meinung nach zeigen, dass auxmoney mehr Interesse an schnellen Gewinnen durch die Kreditvergabe hat, als zufriedene Kreditgeber zu haben.