auxmoney Erfahrungsbericht #1 von The_Luxist

Nach Erfahrungen mit über 10 Fintech-Plattformen (u. a. Crowdinvesting und P2P) bin ich zu dem Schluss gekommen, dass auxmoney für mich negativ heraussticht. Dies ist in erster Linie auf 3 Punkte zurückzuführen, auf die ich im Folgenden näher eingehen werde:

  1. Irreführende Renditeberechnung
  2. Benutzerfreundliche, technisch veraltete Handhabung
  3. Fragwürdiges Marketing

Kurz zu den Rahmenbedingungen: Ich habe ab 2015 insgesamt 5.000 € bei auxmoney investiert, die ich zunächst automatisch reinvestieren ließ. Nach ersten Zweifeln habe ich das Reinvestieren Ende 2017 abgestellt. Seitdem habe ich rund 4.300 € zurückholen können, 1.800 € sind noch in Projekten gebunden. Mir wird eine erzielte Rendite von 3,5 % angezeigt, was deutlich unter dem von den Betreibern in den Medien verbreiteten Wert von 5bis 7 % liegt. Dies will ich an dieser Stelle jedoch gar nicht kritisieren, sondern den Fokus auf die eingangs erwähnten Punkte lenken.

Zu 1. Irreführende Renditeberechnung:

Zeitweise wurde mir eine berechnete Rendite größer als 7 % angezeigt. Dies erschien mir zu hoch angesichts der Tatsache, dass sich bereits eine beträchtliche Anzahl von Krediten im Inkasso-Status befand. Tatsächlich wurde bei der Renditeberechnung zum damaligen Zeitpunkt nur berücksichtigt, ob ein Kredit endgültig ausgefallen oder verkauft war, nicht aber, ob er sich im Inkasso-Prozess befand. Diese Kredite wurden sogar noch mit 100 % angesetzt. So kam ein unrealistisch hoher Wert zu Stande, da zum damaligen Zeitpunkt kaum ein Kredit als endgültig ausgefallen angesehen wurde.

Inzwischen wird laut Webseite bei einem Kredit im Inkasso-Prozess davon ausgegangen, dass sich nur noch rund 30 % der Summe (variiert je nach konkreten Umständen) eintreiben lassen. So entsteht nun der Wert von 3,5 %.

Andere Plattformen, die ich benutze, haben von Anfang an Kredite, die mehr als 90 Tage im Verzug sind, als Totalausfall ausgezeichnet. Dies halte ich für einen deutlich konservativeren und dem Investor gegenüber faireren Ansatz.

Abschließend kann ich sagen, dass sich von insgesamt 440 Krediten 88 im Status "gekündigt/verwertet" befinden. Dies entspricht selbst unter der Annahme, dass man von diesen Krediten noch 30 % zurückerhält, einer Ausfallsrate von 14 %. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass ich das von auxmoney angebotene Tool zur automatischen Verteilung des Geldes auf verschiedene Projekte genutzt habe.

Zu 2. Benutzerunfreundliche, technisch veraltete Handhabung:

Alle anderen Plattformen, die ich nutze, überweisen mir fällige Beträge direkt auf mein Girokonto, nicht so auxmoney: Hier landet mein Geld zunächst auf einem eigens eingerichteten Konto bei der flatex Bank (davor hieß sie fintech Bank, davor biw Bank). Anders als Namen wie "fintech" vermuten lassen, erlebt man hier eine Zeitreise in die Ära der iTANs, falls man nicht gerade von Browser-Inkompatibilitäten an der Rückholung seines Geldes gehindert wird.

Ich bin gerade dabei, mein Girokonto zu wechseln und muss dementsprechend mein Referenzkonto bei zahlreichen Plattformen ändern. Bereits im Vorfeld hatte ich erwartet, dass auxmoney resp. flatex Bank resp. fintech Bank resp. biw Bank hier den größten Aufwand verursachen würden.

Ich wurde nicht enttäuscht: Während es überall sehr fix (mittels mTAN oder photoTAN) oder zumindest ziemlich fix (via E-Mail) ablief, wurde mir hier auf meine E-Mail geantwortet, dass ich meinen Antrag doch bitte per Post einreichen solle. Hier sind mittlerweile sogar die Behörden weiter. Für sich alleine genommen, sind dies alles kleine Unannehmlichkeiten, in der Gesamtschau ergibt sich ein äußerst unerfreuliches Bild, das für mich ans Schikanöse grenzt.

Auf den Aufwand, der zur korrekten steuerlichen Verrechnung betrieben werden muss, möchte ich im Detail nicht eingehen. Dies ist ein generelles Problem und auxmoney sticht hier zumindest nicht negativ hervor.

Zu 3. Fragwürdiges Marketing:

Hierunter verstehe ich beispielsweise, dass eine Google-Suche auf Seiten führt, die vorgeben, objektive Bewertungen anzuzeigen, allerdings den Anschein erwecken, Werbung für auxmoney zu machen. Tatsächlich verrät in einem konkret untersuchten Fall das Impressum, dass auxmoney selber hinter der Seite steckt.

Dieser letzte Punkt rundet für mich das negative Gesamtbild ab und hat mich dazu bewogen, diese Darstellung nicht unwidersprochen stehen zu lassen und dazu beizutragen, ein realistischeres Bild zu vermitteln. Am Ende habe ich mich über keine Plattform fortlaufend so geärgert wie über auxmoney.