Erfahrungsbericht zu auxmoney von Sestertius
Diese positive Bewertung zu auxmoney wurde uns am 10.09.2019 vom Nutzer Sestertius übermittelt.
Alle Erfahrungsberichte Alle BewertungenZum Anbieter Zur Kontoeröffnung

„Mein Rendite beträgt über 8 % - Wie ich das mache, erkläre ich hier...“

Positive Bewertung von auxmoney

Ich bin seit ca. 1,5 Jahren bei auxmoney investiert und kann bisher keine negative Bilanz ziehen. Ich war auf der Suche nach langfristigen Investmentmöglichkeiten, die mein vor allem auf Aktien und Anleihen basierendes Portfolio ergänzen. P2P schien mir eine gute und spannende Alternative mit Wachstumsmöglichkeiten in der Zukunft zu sein.

auxmoney war meine Wahl, weil ich in ausländische Anbieter eher weniger Vertrauen habe. Zudem werden z. B. bei Mintos nach meinem Empfinden unrealistisch hohe Renditeversprechen gegeben. Auch bezweifel ich deren Liquidität in der Zukunft (z. B. aufgrund der Rückkaufversprechen, wenn Kreditnehmer längere Zeit nicht zahlen).

Die Anmeldung auf auxmoney lief insgesamt problemlos ab. Was ich jedoch als nervig empfinde, ist die Tatsache, dass zunächst ein Anlegerkonto bei einer Fremdbank (flatex AG) eröffnet werden muss. Das Konto an sich ist zwar kostenlos, jedoch wird auf das jeweils vorhandene Guthaben ein Negativzins von -0,4 % p. a. berechnet, sodass man dort tunlichst keine größeren Summen lagern sollte. Darauf wird jedoch nur im Kleingedruckten bzw. irgendwo in den Untermenüs des Online-Bankings hingewiesen.

Wie die Plattform aussieht und funktioniert möchte ich hier nicht nochmal durchkauen. Wichtiger ist es mir darzustellen, wie ich nach knapp 19 Monaten zu einem positiven Gesamtfazit gekommen bin.

Dazu zunächst meine Investmentregeln:

  1. Keine Umschuldungen oder Dispoausgleiche
    (egal wie verlockend der Zins ist)

  2. Keine Kredite der Scoringklassen D oder niedriger
    Wer bereit ist 15 % und mehr Zinsen zu zahlen, hat in meinen Augen in der derzeitigen Niedrigzinsphase die Kontrolle über sein Leben verloren und ist nicht kreditwürdig.

  3. Keine Kredite mit fehlenden oder unrealistischen Angaben
    (z. B. Lebenshaltungskosten 100 €, Miete 200 € in Berlin, nur "sonstige Kreditraten" angegeben). Dazu zählen für mich auch Angaben, wo nur runde Zahlen angegeben sind. Wer sich die Mühe macht sein Nettoeinkommen und seine Ausgaben auf einzelne Euro anzugeben, zeigt meiner Ansicht nach, dass er sich Gedanken gemacht hat und die Kreditaufnahme ernst nimmt.

  4. Kindergeld ist kein (persönliches) Einkommen
    Wer selber Kinder hat, weiß wie teuer sie sein können. Wenn die Einkommenssituation so gelagert ist, dass eine geplante Kreditrate z. B. nur aufgrund des Kindergeldes realistisch bezahlt werden kann, sehe ich von einem Investment ab. Die Angabe dient mir lediglich zur Einschätzung des Familienstandes: Wer 2.000 € netto verdient, vier Kinder hat und bereits einen Kredit mit 300 € bis 400 € monatlich abbezahlt, muss nicht noch zusätzlich einen auxmoney-Kredit mit 200 €/Monat zusätzlich tilgen.

  5. Keine Kredite für Einkommen < 1000 € netto
    Wenn man mal realistisch berechnet, was Miete, Kleidung, Essen, Internet & Telefon, GEZ, notwendige Versicherungen (z. B. Hausrat und Krankenkasse) usw. hierzulande kosten, wird man schnell feststellen, dass ein Einkommen, das kleiner ist als 1.000 € netto gerade so zum Überleben reicht. Dazu gehe ich davon aus, dass jeder Mensch auch irgendwie "mobil" sein muss, sodass noch von zusätzlichen Kosten für ein ÖPNV-Ticket o. ä. ausgegangen werden muss. Wohnt der Kreditnehmer im ländlichen Raum, ist zudem auch von einem PKW auszugehen, der zusätzliche Kosten (Sprit, Versicherung, KFZ-Steuer, Instandhaltung) verursacht. In diesen Fällen setze ich die minimale Einkommenshöhe sogar eher bei 1.300 € netto an.

  6. Je höher die Risikoklasse, desto geringer der Gesamtbetrag
    2.000 € sind im Zweifel schnell gepfändet oder über die vereinbarte Lohnabtretung eingetrieben. Bei 15.000 € sieht das schon anders aus. In der Anlageklasse AA und A investiere ich bis maximal ca. 15.000 €, die Klasse C erhält maximal 5.000 €, B liegt irgendwo dazwischen.

  7. Nicht auf Sicherheiten vertrauen
    Wer das Kleingedruckte in den Verträgen gelesen hat, weiß, dass weder die Partnerbank, noch die CreditConnect GmbH (das ist auxmoney) sich dazu verpflichtet, die tatsächliche Existenz von Sicherheiten, z. B. in Form von Wohneigentum oder eines KFZ zu prüfen. Außerdem ist es fraglich, ob für einen Kredit in Höhe von 2.000 € ein Haus oder KFZ (z. B. wenn beruflich notwendig) im Zweifel überhaupt gepfändet werden kann (Stichwort "Verhältnismäßigkeit").

  8. Streue so breit es geht
    Die Mindestanlage bei auxmoney beträgt 25 € und diese sollte meiner Meinung nach auch nie überstiegen werden, um eine möglichst breite Diversifikation zu erreichen. Ausnahmen bestätigen die Regel: Wer bereits 2 bis 3 Projekte vollständig und ohne Rücklastschriften finanziert hat und ein ansonsten schlüssiges Gesamtkonzept abliefert, erhält von mir in Einzelfällen auch mal 50 €, jedoch nie mehr.

  9. Sei nicht zu gierig
    Ich habe mir im Vorfeld viele Erfahrungsberichte angesehen und dabei immer wieder festgestellt, dass der angestrebte Renditeindex bei Leuten, die negative Erfahrungen schildern, fast immer im zweistelligen Bereich liegt. D. h. es wurde offenbar einzig und allein nach dem Gesichtspunkt der Gewinnmaximierung investiert und keine entsprechende Risikoabschätzung betrieben, da eine solche Zahl nur durch zahlreiche Investments in die Klassen C oder niedriger zu erreichen ist. Das Geheule, wenn man Geld verliert, verwundert mich dann immer etwas, da die einfache Erkenntnis, dass im Kapitalismus kein "einfach verdientes Geld" existieren kann, eigentlich jedem klar sein sollte und auch auxmoney immer wieder auf das Verlustrisiko hinweist. Die durchschnittlich zu erwartende Rendite liegt bei auxmoney laut eigener Angabe bei ca. 4 bis 5 %. Ich selbst strebe immer eine Rendite von 6 bis 8 % an, sodass im Falle eines Ausfalls die Korrektur zum Mittelwert greift.

  10. Vertrau nicht (zu sehr) auf den auxmoney-Score
    Ich habe schon viele Folgekredite gesehen, wo ein Kreditnehmer zunächst mit Klasse D eingeordnet wurde und nach 12 pünktlichen Raten auf einmal in Klasse A aufgerückt ist. Leider ist vollkommen intransparent wie auxmoney die Klassen festlegt. Bekannt ist nur, dass angeblich über 300 Faktoren einfließen, wobei neben der obligatorischen Schufa-Abfrage auch Dinge, wie das "Verhalten auf der Website und bei der Anmeldung" (z. B. Bearbeitungsdauer) mit einfließen. Inwieweit Letzteres besonders relevant sein soll, erschließt sich mir nicht ganz, deswegen bin ich grundsätzlich ziemlich kritisch was die Angabe betrifft und verlasse mich lieber auf die oben genannten Punkte. Da ich aber davon ausgehe, dass der Schufa-Score auch hier der stärkste Faktor in der Formel sein wird, sollte man den Score auch nicht völlig außer Acht lassen.

  11. Kein Auto- und/oder Re-Invest
    Die größten Schrottkredite, wo z. B. sämtliche Angaben zu Ausgaben usw. fehlen und einem Mini-Einkommen hohe monatliche Kreditraten gegenüber stehen, sind fast immer schon zu 2/3 per Autoinvestor finanziert. Zu dieser Gruppe der Investoren möchte ich persönlich nicht gehören und investiere daher ausschließlich manuell.

Soweit so gut... Wer nach den o. g. Punkten in Kredite investiert, wird zunächst Folgendes feststellen: Ca. 95 % der angebotenen Kredite erfüllen diese Kriterien nicht vollständig oder sind schlichtweg "Schrott". Das mag natürlich in der Natur der Sache liegen, da jeder der ansonsten kreditwürdig ist, wohl eher zu einer "richtigen" Bank gehen wird. Im Gegenzug stehen dem Risiko aber auch ganz gute Renditechancen für den Anleger gegenüber... Außerdem muss jedem klar sein, dass auxmoney (wenn man so investiert wie ich) relativ viel Zeit verschlingen kann, da man häufig einfach keine passenden Investments findet und dann am nächsten, übernächsten oder sogar über-über-übernächsten Tag nochmal in den Marktplatz schauen muss. Für größere Anlagesummen halte ich die Plattform daher für ungeeignet, außer man sucht bewusst eine tägliche Beschäftigungstherapie.

Meine Bilanz nach 19 Monaten:

  • Investierte Summe: 2.425 € verteilt auf insgesamt 94 Kreditprojekte
  • Renditeindex: 8,12 %
  • Bisherige Ausfälle/Inkasso: Keine
  • Mahnstufen: Aktuell keine, ABER: Aus meiner Anfangszeit, wo ich noch etwas "leichtsinniger" investiert habe, existieren zwei Kreditnehmer der Klassen A und AA, die ihre Kredite in regelmäßigen Abständen bis in Mahnstufe 3 (kurz vor Kündigung) laufen lassen, dann aber (bislang) doch noch immer irgendwie bezahlt haben. Ich verbuche das als Lehrgeld, das man auf einer solchen Plattform zu zahlen bereit sein muss, zumal auxmoney auch mein erstes P2P-Projekt ist und war. Bei den beiden Erstgenannten mache ich mir weniger Sorgen, da diese bislang immer pünktlich bezahlt haben

Apropos Mahnstufen: Das Forderungsmanagement halte ich bei auxmoney bzw. der Partnerbank teilweise für katastrophal! Ich hatte mal einen Kredit, der seit 2 Monaten nicht mehr bedient wurde und sich nach wie vor in keiner Mahnstufe befand (Mahnstufe 1 soll nach 14 Tagen greifen). Auf Nachfrage beim Kundenservice versicherte man mir damals, dass eine Anfrage bei der Partnerbank gestartet wurde und mir im Online-Bereich Bescheid gegeben werden sollte, sobald neue Informationen vorlägen. Nach einem weiteren Monat ohne Neuigkeiten seitens auxmoney bzw. der Partnerbank wurden die ausstehenden Raten dann tatsächlich bezahlt, allerdings ohne, dass je eine Rückmeldung erfolgte oder eine Mahnstufe gesetzt wurde.

Trotzdem: Ich gehe davon aus, dass ich mit meiner Anlagestrategie in den nächsten 3 bis 5 Jahren auf jeden Fall ein positives Gesamtergebnis erzielen werde. Bestätigt sehe ich mich u. a. dadurch, dass ich statistisch gesehen (lt. Angabe auxmoney) bereits 3 bis 4 "kritische" Kredite haben müsste, was jedoch (abgesehen von den beiden Beispielen aus meiner Anfangszeit) bislang noch nicht eingetreten ist. Ich habe in Excel mal ausgerechnet, dass ich mir auf Grundlage meiner bislang erhaltenen Zinsen und Tilgungen mittlerweile bis zu 7 Komplettausfälle "leisten" könnte, bevor ich in den negativen Renditebereich gelange. Da ich jedoch im Zweifelsfall davon ausgehe, dass per Inkasso und Lohnabtretung immer noch ein bisschen was zu holen sein wird und im Vorfeld einer Pfändung ja i. d. R. immer auch schon ein Teil getilgt wurde, bin ich zuversichtlich, dass am Ende ein Plus irgendwo zwischen 3 und 6 % p. a. stehen wird, was den Renditeversprechungen von auxmoney entspricht.

P2P betrachte ich wegen des hohen Risikos dennoch nur als Ergänzung zu "herkömmlichen" Anlageformen, wie z. B. Anleihen, Aktien, ETFs, Fonds usw. und nicht als Pferd, auf das man ausschließlich setzen sollte.

Weitere Erfahrungsberichte zu auxmoney