Erfahrungsbericht zur ING von Beobachter
Diese negative Bewertung zur ING wurde uns am 25.09.2019 vom Nutzer Beobachter übermittelt.
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„Mit der Einführung der PSD2-Vorgaben und der kundenunfreundlichen Umsetzung der Vorgaben hat sich meine Meinung zur ING geändert...“

Negative Bewertung der ING

Ich bin schon knappe 20 Jahre Kunde der ING und besitze dort mehrere Konten: das Direkt-Konto mit Debit-Karte nutze ich für regelmäßiges Ansparen meiner umfangreichen jährlichen Verpflichtungen, das Extra-Konto zum Zwischenparken überschüssiger Guthaben. Das lohnt sich Zins-technisch aber heute nicht mehr (die kurzzeitige Bevorzugung von Neukunden und bald darauf folgender Zinssenkung ist meiner Meinung nach ein Hauptmerkmal der äußerst erfolgreichen ING-Kundengewinnung). Die Visa-Kreditkarte nutze ich für Online-Käufe sowie PayPal. Weiterhin habe ich ein Festgeldkonto bei der ING.

Das Online-Banking nutzte ich über eine Finanzsoftware für Überträge und Überweisungen. Hierzu standen mir erst iTANs zur Verfügung, zuletzt jedoch nur mTANs. Alternativ könnte ich auch die Banking-App oder den kostenpflichtigen proprietären photoTAN-Genenerator nutzen. Ich vermisse hier das chipTAN-Verfahren.

Eigentlich war ich bisher immer ganz zufrieden, auch wenn ich die Möglichkeit zur Nutzung von ApplePay immer vermisste. Mit der Einführung der PSD2-Vorgaben im September 2019 und der kundenunfreundlichen Umsetzung der Vorgaben haben sich die Verhältnisse jedoch grundlegend verändert. Die Ankündigung der Änderungen erhielt ich postalisch und auch auf der Webseite waren die Infos verfügbar.

Als Online-Bank will die ING Ihre Kunden scheinbar zur Nutzung einer tendenziell unsicheren und unübersichtlichen Smartphone- oder Tablet-App drängen und macht andere Zugangswege kompliziert und unkomfortabel bzw. bietet solche erst gleich gar nicht mehr an. So wurde bspw. die 2-Faktor-Authentifizierung umständlich umgesetzt. Während bei vielen anderen Banken für die Anmeldung neben der Eingabe der Benutzerkennung und PIN, eine TAN-Eingabe alle 90 Tage ausreicht, verlangt die ING die Generierung einer TAN auf einem zweiten Gerät bei jedem Einloggen – auch wenn man nur mal den Kontostand checken will! Dazu kommt jedes Mal noch die zusätzliche Eingabe einer ING-Spezialität, des sogenannten DiBa-Keys.

Damit drängt die Bank meiner Ansicht nach ihre Kunden zu ihrer viel einfacheren, aber systembedingt technisch unsicheren Smartphone-Banking-App, wo auf einem Gerät mit einem einfachen Fingerabdruck und PIN Bankgeschäfte getätigt werden können. Das finde ich sehr negativ und unübersichtlich. Würden Sie z. B. Ihre Steuerklärung auf einem Smartphone-Display machen wollen?

Nutzer einer Finanzsoftware werden aktuell ausgesperrt, da die vollumfänglich unterstützte HBCI-FINTS-Schnittstelle eingeschränkt wurde. Man kann nur noch Umsätze abholen, aber keine Überweisungen, Daueraufträge etc. tätigen. Seit vielen Monaten beschweren sich die Kunden darüber in Kommentaren auf der ING-Website.

Auch die Kreditkarte lässt zu wünschen übrig, da sie eigentlich nur noch eine Debit-Karte ist. Meine Erfahrungen waren zwar überwiegend positiv, aber an manchen Geldautomaten wurde die Karte trotz Visa-Zeichen abgelehnt. Der Einsatz einer Debit-Karte könnte außerdem bei Vorbelastungen wie z. B. bei Hotelbuchungen und Autovermietungen schwierig werden.

Ebenfalls geht es wohl mit dem Kundenservice aktuell bergab. In früheren Jahren war er rundum perfekt, neulich (zugegeben zur Hochzeit der PSD2-Umstellung) wurde ich jedoch zweimal nach 30 Minuten in der Warteschleife vom Computer rausgeschmissen.

Ich kann die ING daher nicht mehr empfehlen und habe mich selbst für eine Kündigung entschieden. Diese habe ich vor über einer Woche mittels eines ziemlich gut versteckten Formblattes von der ING-Website eingereicht, jedoch bisher kein formales Feedback erhalten. Meine elektronischen Zugangsdaten laufen mittlerweile jedoch ins Leere. Die Guthaben hatte ich vorab schon abgezogen.

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