Diese negative Bewertung zu auxmoney wurde uns am 13.09.2016 vom Nutzer Harry übermittelt.
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auxmoney Erfahrungsbericht #18von Harry

Negative Bewertung von auxmoney

Anfang 2012 habe ich einen Account bei auxmoney eröffnet, um dort Geld über Privatkredite zu verleihen. Ich berichte aus der Sicht eines Kreditgebers, da ich als Kreditnehmer dort noch keine Erfahrung gemacht habe.

Zum Zeitpunkt der Eröffnung brauchte man damals als Anleger noch kein eigenes Konto. Wenn eine angefragte Kreditsumme, an der man sich beteiligt hat, erreicht und an den Kreditnehmer ausgezahlt wurde, musste man seinen Anteil an auxmoney überweisen. Inzwischen benötigt man zwingend ein Anlegerkonto, auf dem das Geld vorgehalten wird, das man in Kredite investieren möchte.

Die Kontoeröffnung ging problemlos und zügig, auch wenn dieser Vorgang immer mit etwas Aufwand verbunden ist, z. B. für die Legitimierung per Postident. Einen Vorteil verspüre ich als Inhaber eines Anlegerkontos nicht.

Der Onlinebanking-Bereich der Partnerbank „biw“ ist über die auxmoney-Webseite erreichbar. Er sieht für meine Begriffe altmodisch aus, funktioniert aber tadellos. Einen modernen Anstrich würde ich mir fürs Onlinebanking aber wünschen.

In der Vergangenheit wurde ich auf der auxmoney-Startseite eine ganze Zeit mit zweistelligen Rendite-Versprechen für Anleger begrüßt. Die Zahl wurde immer kleiner und wird inzwischen gar nicht mehr angezeigt. Das Versprechen war also nicht nachhaltig.

Mein Eindruck ist, dass auxmoney es mir zunehmend schwerer macht, die Bonität zumindest teilweise selbst zu beurteilen. Früher wurden verschiedene Bonitätsmerkmale, z. B. der SCHUFA-Score, zu jedem Kreditnehmer veröffentlicht. Heute wird jeder Kredit nur noch von auxmoney in eine Bonitätsklasse einsortiert: AA, A, B, C, D, E und X. Welche Kriterien dafür berücksichtigt werden, verrät auxmoney nicht.

Die Angaben zu Einnahmen und Ausgaben der Kreditnehmer kann man glauben oder nicht. Ich bin inzwischen davon überzeugt, dass sie zu 80 % nicht stimmen. Beschreibungen der Kreditanfragen sind nur noch sehr selten zu finden. Meistens ist nur eine Überschrift wie „Endlich Urlaub!“ zu sehen. Die Rechtschreibung und Grammatik lässt dort auch in Teilen zu Wünschen übrig.

Insgesamt finde ich es sehr schwierig, die Kredite zu beurteilen. Ich vermute, dass auxmoney die Kreditgeber zur Nutzung des Portfolio Builders anregen möchte: Dort gibt man grobe Kriterien vor, worauf das Geld automatisch in Kredite investiert wird, die diesen Kriterien entsprechen. Auch in den regelmäßigen und für meinen Geschmack nervigen Erinnerungs-E-Mails bewirbt der Online-Marktplatz dieses Tool. Ich nehme an, dass sie damit auch Geld in Kredite verteilen kann, die ein Großteil der Anleger bei einer manuellen Anlage meiden würde. Ich habe ihn ausprobiert und festgestellt, dass er auch in Kredite investiert, in die ich nach manueller Prüfung nie im Leben einen Cent gesteckt hätte.

Da die händische Prüfung und Auswahl der Kredite einiges an Zeit kostet, investiere ich inzwischen nicht mehr bei auxmoney. Ich warte nur noch auf die Auszahlungen meiner laufenden Kredite, die ich einmal im Monat als Tilgungs- und Zinsanteil erhalte.

Ich möchte darauf hinweisen, dass Kreditausfälle laut meiner Erfahrung üblich sind und man Renditen über 10 % nicht erwarten kann. Ein weiterer Nachteil ist, dass viele Kredite, in die ich investierte, gar nicht zu Stande kamen und das Kapital dann unverzinst herumlag. Die Mindestanlage pro Kredit beträgt 25 €. auxmoney erhält eine Anlegergebühr in Höhe von 1 % pro Kredit.

Den Kundenservice kontaktierte ich per E-Mail zu diesen Themen mit folgenden Antwortzeiten:

  • Freundschaftswerbung (35 Minuten)
  • Eine Beschwerde zum Wegfall der Bonitätsinformationen für Kreditprojekte (1 Stunde und 20 Minuten)
  • Eine Anfrage zu meiner Meinung nach übertriebenen Renditedarstellungen (2 Stunden und 20 Minuten)
  • Bitte um das Aufheben der Investmentsperre (1,5 Tage)

Meine Fragen wurden in jedem Fall zufriedenstellend beantwortet.

Negativ finde ich die Konditionen, die mir im Vergleich zu ausländischen Plattformen überhaupt nicht gefallen. Trotzdem kann man bei auxmoney wahrscheinlich eine Rendite erwirtschaften, die mit einem Tagesgeldkonto im Moment nicht möglich ist.

Nachtrag vom 11.01.2017:

Ein negativer Punkt, der mir noch auffiel: Einige Kredite werden schnell zurückgezahlt und das hört sich erstmal gut an. Aber wenn in der Zeit keine oder nur minimale Zinserträge aus dem Kredit auf der Einnahmenseite stehen, kann man sogar Minus mit dem Kredit machen. Das kann deshalb passieren, wenn die Anlegergebühr höher ist, als das was man in der kurzen Zeit an Zinsen verdient.

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