auxmoney Erfahrungsbericht #17 von Anonymer

Meine Erfahrung als Anleger bei auxmoney.

Anlageprozess

Die Kontoeröffnung müsste im September 2013 gewesen sein. Auch wenn es sein kann, dass all die nachfolgend aufgeführten Dinge irgendwo im Kleingedruckten standen, wurden mir viele Risiken des Investments erst (richtig) bewusst, als sie konkret auftraten. Da war es aber quasi schon zu spät, weil ich bereits viel Geld investiert hatte.

Abwicklung, Online-Verwaltung und Service

Das war z. B. der Fall, als Kreditnehmer den Betrag nicht zurückzahlen konnten oder wollten, weshalb Kredite zum Inkassofall wurden oder gar ausfielen. Dass das Inkasso selbst nach längerer Zeit den geforderten Betrag nicht eintreiben konnte, war ein weiterer solcher Fall. Außerdem erlebte ich, dass die Einnahmen zuerst mit den Gebühren von auxmoney verrechnet wurden, bevor ich als Anleger Geld sah.

Früher war bei einem Projekt jeder Geldeingang und Geldausgang genau aufgeschlüsselt. Anhand jeder Buchung konnte ich damit exakt ablesen, wie viel Geld eingenommen wurde, welche Gebühren von auxmoney anfielen und wie es zum letztendlichen monatlichen Auszahlungsbetrag für ein Projekt kam. Das war transparent und übersichtlich. Inzwischen hat auxmoney das geändert, sodass mir diese Klarheit fehlt.

Die Renditen aus der Werbung / Homepage (aktuell 5,5 % nach Abzug der Gebühren) habe ich nie erreicht und ich bin mittlerweile auch ehrlich gesagt froh, wenn ich mein angelegtes Geld überhaupt wiedersehe. Von großen Renditen träume ich nicht mehr. Laut auxmoney habe ich einen Rendite-Index von circa -0,7 %, mache also ein klares Verlustgeschäft.

Das lag daran, dass über 100 meiner Investitionen entweder zu Inkassofällen wurden (die Schuldner hatten die Raten nicht bezahlt) oder gar ausfielen (d. h. das Geld war für mich komplett verloren, z. B. weil beim Kreditnehmer ein Insolvenz-Verfahren gestartet wurde).

Außerdem täuschen meines Erachtens die von auxmoney verwendeten Scores eine falsche Sicherheit vor: Ich habe einige Inkassofälle bzw. Ausfälle trotz guter Bewertungen (Aufstockungskredit oder Folgekredit, auxmoney Score B oder besser, Creditreform Ampel grün, AIS und Schufa größer als 400 oder gar 500). Man muss auch wissen, dass der Betrag der Kfz-Wertermittlung aus dem KSV (Kredit-Sicherheiten-Verhältnis) deutlich weniger Wert bei der Verwertung ist als beim Bieten, z. B. von einem Auto, dass anfänglich 5.000 € wert ist, würden nur 3.500 € beim Verkauf an die Anleger gezahlt werden.

Zudem empfehle ich die monatlichen Abrechnungen / Auszahlungen von auxmoney genau zu prüfen. Ich hatte mehrmals den Fall, dass auxmoney Gebühren verlangte, obwohl die Investitionen für mich gebührenfrei sein sollten (z. B. beim Aufstockungskredit). Das Geld wurde nach meiner Beschwerde immer zurückgezahlt, aber trotzdem aufpassen.

Noch ein typisches Beispiel für die Vorgehensweise von auxmoney: Ich bekam eine E-Mail, dass bei einem Kreditprojekt, das nun ein Inkassofall ist, 9.800 € eingenommen wurden durch den Kfz-Verkauf (das kann ja als „Garantie“ vom Kreditnehmer gewählt werden und wird dann vom Inkasso verkauft). Einige Tage später kam quasi die gleiche E-Mail, nur dass die Einnahmen nur noch circa 9.070 € betrugen. Auf Nachfrage per E-Mail wurde mir geantwortet, dass es sich beim Differenzbetrag um Bearbeitungskosten handele, die vom Verkaufserlös abgezogen wurden. „Bearbeitungskosten“ von über 700 €? Das finde ich echt dreist.

Das Inkasso-Unternehmen machte aus meiner Sicht grundsätzlich seinen Job: Manche Schulden bzw. Geld-Rückstände wurden komplett eingetrieben. Aber oft sind die Informationen bei den Krediten knapp und nicht auf dem neuesten Stand (also die letzte Nachricht länger her). Im Inkassofall dauerte die Rückzahlung des Kredites meist deutlich länger als ursprünglich in dem Projekt stand, da die Raten kleiner ausfielen als ursprünglich vereinbart. Ich empfehle also, sich bei der Rückzahlung der Inkasso-Kredite auf lange Rückzahlungszeiten einzustellen, sofern das Geld überhaupt zurückkommt.

Der Kundenservice (bisher hatte ich Kontakt fast ausschließlich per E-Mail) ist freundlich und hilfsbereit, z. B. als es um die Rückzahlung der erwähnten falsch abgebuchten Gebühren ging.

Einige E-Mails blieben aber unbeantwortet, speziell zu folgenden Anliegen: Aufgrund meines niedrigen Rendite-Index sollte ich mich laut Plattform bei der Anlegerbetreuung melden, was ich per E-Mail tat. Das war vor mindestens 1 Jahr. Eine Antwort kam nie. Auch die E-Mails, in denen ich meine Unzufriedenheit kundtat, wurden nie beantwortet. auxmoney scheint die Zufriedenheit seiner Anleger nicht wichtig zu sein.

Was steuerliche Unterlagen angeht, gibt es nur am Jahresanfang eine Bescheinigung über die Zinsen, die im letzten Jahr ausbezahlt wurden. Ich kenne mich steuerlich nicht so aus, aber ich finde insbesondere schlecht, dass diese nicht mit den anfallenden Gebühren verrechnet werden. Auch fehlt mir eine Übersicht, die das ausgefallene (verlorene) Geld irgendwie aufführt, um den Verlust steuerlich geltend machen zu können.

Fazit / Zusammenfassung

Es ist sicher zu einfach, alle Schuld auxmoney zu geben. Ich habe beim Bieten auch Fehler gemacht. Ich würde Anlegern Folgendes raten, um keine Verlustgeschäfte zu machen:

  1. Nur den Minimalbetrag von 25 € pro Kreditprojekt bieten, keine (!) automatischen Gebote.
  2. Die Bonität und weiteren Angaben der Kreditnehmer bei jedem Projekt selbst genauestens überprüfen (Kopie vom Personalausweis, Kontoauszüge, etc. per E-Mail zuschicken lassen), sie bspw. auch per Telefon kontaktieren und sich da nicht auf auxmoney verlassen.

Es gab natürlich Investitionen, die komplett zurückbezahlt wurden und die versprochene Rendite erreichten, nur eben nicht die in der Werbung versprochene Gesamtrendite. Von den ausgefallenen Krediten gab es auch jene, die das Inkasso eintreiben konnte. Die werden aber dann in der Übersicht vom Status „Inkasso“ auf „Abbezahlt“ geändert, sodass mir im Nachhinein nicht ganz klar ist, wie viele Inkassofälle erfolgreich waren.

Ich hatte über 650 Investitionen. Davon sind 140 noch aktiv (werden abbezahlt) und um die 330 wurden (bisher) ordnungsgemäß mit der versprochenen Rendite zurückbezahlt. Aber über 180 Investitionen wurden gekündigt (also Inkasso oder Ausfall). Ich habe laut auxmoney-Übersicht über 2.000 € in ausgefallenen Krediten und bzgl. des Geldes in den restlichen Inkassofällen ist auch fraglich, ob ich es jemals wiedersehe. Da weiß ich aber die genaue Summe nicht. Genaueres weiß ich wohl erst, wenn alle anderen Kredite abbezahlt bzw. Inkassofälle wurden.

Das Thema regt mich ziemlich auf und nimmt mich schon sehr mit, weil ich da einiges Geld in den Sand gesetzt habe. Ich werde bei auxmoney keinen Cent mehr investieren. Ich empfinde das Verhalten des Unternehmens als reine Abzocke.