Ratgeber zum Thema Tagesgeld
Was ist Tagesgeld?

Was ist Tagesgeld?

Als Tagesgeld bezeichnet man Guthabenkonten mit relativ hoher Verzinsung, hoher Sicherheit und flexibler Verfügbarkeit des Guthabens. Tagesgeldkonten eignen sich vor allem zur Anlage von Geld, das nicht auf dem Girokonto benötigt wird, aber trotzdem schnell verfügbar sein soll. Auf Tagesgeldkonten angelegte Gelder sind über eine ... Weiterlesen

Tagesgeldkonten im Vergleich

Tagesgeld vergleichen

Vergleichen Sie mit unserem unabhängigen Tagesgeld-Vergleich aktuell 96 Tagesgeldangebote aus ganz Europa. Geben Sie im folgenden Feld Ihren Anlagebetrag an und wir zeigen die Ihnen zur Verfügung stehenden Tagesgeldangebote. Doch Vorsicht: Nicht immer bringt das Tagesgeld mit den höchsten Zinsen auch den höchsten Zinsertrag! Sortieren Sie im Vergleich daher auch nach dem effektiven Zinsertrag und nicht nur nach dem Zinssatz.

96 Angebote vergleichen
Antworten zum Thema Tagesgeld

Die fünf wichtigsten Antworten

Hier finden Sie die fünf am häufigsten gestellten Fragen zum Thema Tagesgeld. Viele weitere Fragen finden Sie im ausführlichen Tagesgeld-Ratgeber. Werfen Sie zudem einen Blick in unsere 9-Punkte-Checkliste, da diese die wichtigsten Erkenntnisse kompakt zusammenfasst. Sie haben noch Fragen? Dann hinterlassen Sie uns einen kurzen Kommentar.

Bei welcher Bank gibt es die besten Zinsen?

Wer zahlt die höchsten Zinsen?

Die Bigbank zahlt mit 0,60 % aktuell die höchsten Zinsen auf Tagesgeld, allerdings sollte man sich bewusst sein, dass bei der Auswahl eines Tagesgeldkontos der Zinssatz nur ein Kriterium von vielen ist. Zudem bringt das Tagesgeldkonto mit dem höchsten Zinssatz nicht automatisch den höchsten Zinsertrag. Vergleichen Sie daher verschiedene Tagesgelder und nutzen Sie unsere Checkliste für die Auswahl des besten Tagesgeldkontos.

Welches Tagesgeld ist empfehlenswert?

Tagesgeld-Empfehlung

Derzeit empfehlen wir das Tagesgeld der Renault Bank direkt mit einer Verzinsung in Höhe von 0,55 % bzw. 0,25 % (siehe Testbericht), wobei Kontoguthaben über die gesetzliche französische Einlagensicherung bis 100.000 EUR abgesichert sind. Details zur Besteuerung von Zinserträgen bei der Renault Bank direkt finden Sie im ausführlichen Testbericht.

Entwicklung der Tagesgeldzinsen

Entwicklung der Tagesgeldzinsen

Wie haben sich die Tagesgeldzinsen in den letzten Jahren entwickelt und welche Rendite lässt sich nach Abzug der Inflation am Ende noch erwirtschaften? Wir haben die Daten aus unserer Tagesgeld-Datenbank kombiniert und daraus einen Zinsindex berechnet. Dieser Tagesgeldindex zeigt die durchschnittliche reale Rendite von Tagesgeld seit dem Jahr 2010.

Tagesgeldindex Januar 2020
Fragen & Antworten zum Thema Tagesgeld

Wissenswertes zu Tagesgeld

Stefan Erlich - Redaktionsleiter

Im Folgenden finden Sie unseren ausführlichen Tagesgeld-Ratgeber mit den wichtigsten Antworten zum Thema Tagesgeldkonten. Sie haben eine Frage, die hier noch nicht beantwortet wurde? Dann nutzen Sie entweder unsere Suchfunktion oder schreiben Sie uns, z. B. in Form eines Kommentars oder direkt via E-Mail an info@kritische-anleger.de

Ihr Stefan Erlich, Leiter der Redaktion

Was ist Tagesgeld?

Was ist Tagesgeld?

Als Tagesgeld bezeichnet man Guthabenkonten mit relativ hoher Verzinsung, hoher Sicherheit und flexibler Verfügbarkeit des Guthabens. Tagesgeldkonten eignen sich vor allem zur Anlage von Geld, das nicht auf dem Girokonto benötigt wird, aber trotzdem schnell verfügbar sein soll. Auf Tagesgeldkonten angelegte Gelder sind über eine Einlagensicherung abgesichert, mindestens bis zur gesetzlichen Grenze von 100.000 €, häufig aber auch darüber hinaus. Die Verzinsung auf einem Tagesgeldkonto liegt meist über der von Girokonten und ist in aller Regel variabel, kann sich also jederzeit ändern.

Ist Tagesgeld sicher?

Ist Tagesgeld sicher?

Grundsätzlich ja, denn Tagesgeld gehört in Kombination mit den gesetzlichen Einlagensicherungssystemen in Europa zu dem sichersten, was Anlegern derzeit zur Verfügung steht. Es eignet sich daher perfekt für die Anlage von Geldern, die absehbar benötigt werden und daher nicht verloren gehen dürfen.

Ist Tagesgeld absolut sicher? Nein, denn eine absolut sichere Anlage gibt es nicht, auch nicht, wenn ein Einlagensicherungfonds verspricht, im Falle einer Insolvenz der Bank das Guthaben zu erstatten. Warum dies so ist, haben wir in unserem Artikel "Der gefährliche Glaube an die Sicherheit der Einlagensicherung" ausführlich erläutert.

Doch keine Panik! Aus unserer Sicht gibt es derzeit keine sicherere Anlage als ein einlagengesichertes Tages- oder Festgeldkonto, trotz aller Kritikpunkte und Zweifel an den Einlagensicherungssystemen. Generell geht es bei Geldanlagen ohnehin nie um absolute Sicherheit, sondern stets um die relative im Vergleich zu anderen Anlageformen.

Was ist das beste Tagesgeldkonto?

Was ist das beste Tagesgeldkonto?

Das aus unserer Sicht beste Tagesgeldkonto ist derzeit das Tagesgeld der Renault Bank direkt mit einer zeitlich limitierten Verzinsung in Höhe von 0,55 % sowie einem variablen Standardzins in Höhe von 0,25 %. Beachten Sie in diesem Kontext die genauen Zinskonditionen und lesen Sie auch unsere ausführliche Begründung für diese Empfehlung.

Generell gilt: Da sich die Zinsen bei Tagesgeldkonten jederzeit ändern können, sowohl nach oben als auch nach unten hin (einmal abgesehen von zeitlich eingeschränkten Zinsgarantien bei einigen Konten), gibt es keine dauerhaft gültige Empfehlung für das beste Tagesgeldkonto. Einzelne Tagesgeldkonten bewähren sich über die Zeit, allerdings ist das oftmals nicht im Vorhinein zu erkennen. Andere "beste Konten" hingegen erscheinen schon nach wenigen Wochen aufgrund einer Zinssenkung nicht mehr so attraktiv.

Aufgrund dieser Problematik tendieren wir mittlerweile dazu, vor allem Tagesgeldkonten zu empfehlen, die über einen Anlagemarktplatz wie WeltSparen abgeschlossen werden können. Sollten die Zinsen sinken, können Sie relativ schnell und ohne großen Papierkram ein anderes Konto über den Marktplatz eröffnen.

Lohnt sich Tagesgeld überhaupt noch?

Lohnt sich Tagesgeld überhaupt noch?

Gerade bei kleinen Anlagebeträgen steht der mit einem Tagesgeldkonto erzielbare Zinsertrag meist in keinem gesunden Verhältnis zum Aufwand für die Kontoeröffnung und Verwaltung. Ein Beispiel: Ein Tagesgeldkonto mit 0,5 % erwirtschaftet bei einem Anlagebetrag von 2.000 € nur etwa 10 € Zinsertrag im Jahr und davon müssen ggf. noch etwas über 25 % Steuer abgeführt werden (je nach persönlicher Steuersituation). Dass sich Tagesgeld in so einem Fall lohnt, darf durchaus bezweifelt werden. Für ein Tagesgeldkonto spricht auch bei kleinen Anlagebeträgen, dass man als Anleger damit Gelder separat vom Girokonto ansparen kann. Die Separierung hat einen nicht zu unterschätzenden psychologischen Effekt, da das Geld auf dem Tagesgeldkonto nicht mehr jeden Tag sichtbar auf dem Girokonto herumliegt und ausgegeben werden kann. Insofern könnte man argumentieren, dass sich Tagesgeld auch bei kleinen Anlagebeträgen noch lohnt, weil es die Spardisziplin fördert.

Lohnenswert ist ein Tagesgeldkonto aus unserer Sicht definitiv noch bei mittleren bis größeren Anlagebeträgen. Beispiel: Wer 70.000 € auf ein Tagesgeldkonto mit einer Verzinsung von 0,5 % legt, erhält am Jahresende 350 € gutgeschrieben (ggf. abzgl. Steuern). Ein solcher Zinsertrag dürfte für die meisten Anleger als attraktiv gelten. Auf der anderen Seite stellt sich bei höheren Anlagebeträgen die Frage, ob ein Festgeldkonto nicht tendenziell die bessere Alternative wäre, vorausgesetzt, man benötigt das Geld für einige Zeit nicht.

Ob sich Tagesgeld wirklich lohnt oder nicht, ist am Ende des Tages wieder einmal eine Frage der persönlichen Präferenzen und Umstände. Geld unverzinst auf dem Girokonto liegen zu lassen, ist nicht per se eine schlechte Sache, zumindest, wenn man sich bewusst dafür entscheidet.

Tipp: In unserem Tagesgeld-Vergleich können Sie sich über die Einstellungen im Filter statt des Zinssatzes auch den effektiven Zinsertrag der Tagesgeldkonten anzeigen lassen. Das gibt Ihnen ein gutes Gefühl dafür, ob sich ein Tagesgeldkonto für Sie lohnt oder nicht.

Worauf sollte man bei Tagesgeld achten?

Worauf sollte man bei Tagesgeld achten?

Es gibt eine Punkte, auf die man beim Vergleich von Tagesgeldkonten achten sollte. Für die meisten Anleger steht verständlicherweise die Tagesgeldrendite im Vordergrund, allerdings sollte diese bei der Auswahl des passenden Tagesgeldes eigentlich nicht als einziges Kriterium im Vordergrund stehen. Wichtig sind auch Punkte wie die Sicherheit der Bank, die Art der Kontoführung und die Handhabung der Besteuerung. Im Folgenden finden Sie eine Checkliste mit Hinweisen und Kriterien für die Auswahl eines guten Tagesgeldkontos.

  1. Rating der Bank
    Kreditratings (oder kurz "Ratings") geben an, wie wahrscheinlich es ist, dass eine Bank in Zukunft ihren Zahlungsverpflichtungen nachkommen kann. Da man als Anleger bei Tagesgeld der Bank quasi einen Kredit in Form von Kontoguthaben gibt, sind Kreditratings auich bei der Wahl eines Tagesgeldkontos relevant. Idealerweise sollte eine Bank ein mittleres bis sehr gutes Rating aufweisen. In unserem Tagesgeld-Vergleich können Sie sich über den Filter am oberen Ende die Sicherheitsindikatoren anzeigen lassen, inklusive der Bankratings. Leider besitzen meist nur die sehr großen Banken ein Kreditrating, sodass Ratings bei kleineren Banken oftmals nicht für di Anlageentscheidung genutzt werden können.
  2. Einlagensicherung
    Sollte eine Bank pleitegehen, so springt bei Tagesgeldkonten die jeweils zuständige Einlagensicherung ein und erstattet Anlegern Kontoguthaben bis zu einem Betrag von mindestens 100.000 €. Die Einlagensicherung ist bei Tagesgeld quasi eine Art Sicherheitsnetz und sollte daher auch ein wichtiges Anlegerkriterium sein. Was macht eine gute Einlagensicherung aus? Zum einen, dass sie ausreichend finanzielle Mittel zur Verfügung hat, um im Falle des Falles alle Anleger zu entschädigen. Dies lässt sich anhand der sogenannten Deckungsquote ablesen. Sie gibt an, welchen Anteil der bei einer Bank liegenden Gelder durch die finanziellen Mittel der Einlagensicherung aktuell abgedeckt sind. Je höher die Quote, um so besser.
    Wichtig ist darüber hinaus auch ein zahlungskräftiger Staat, der hinter der Einlagensicherung steht. Zwar sollen die lokalen Einlagensicherungssystem in den europäischen Ländern eigentlich nicht auf den jeweiligen Staat angewiesen sein, de facto sind sie es am Ende des Tages aber doch, sollten die verfügbaren Gelder der Enlagensicherung einmal nicht ausreichen. Ein guter Indikator für die Finanzstärke eines Staates ist das Länderrating. Informationen zur Deckungsquote und dem Länderrating einer Einlagensicherung finden Sie in unserem Tagesgeld-Vergleich nach Aktivierung der Sicherheitsindiaktoren.
  3. Verfügbarkeit des Guthabens
    Tagesgeldkonten zeichnen sich vor allem durch die schnelle Verfügbarkeit des Kontoguthabens aus. So können Sie jederzeit Geld wieder abziehen und auf Ihr Girokonto zurücküberweisen. In den letzten Jahren haben sich jedoch mehr und mehr Anlagekonten etabliert, die dem klassischen Tagesgeld zwar ähnlich sind, aber Einschränkungen hinsichtlich der Verfügbarkeit des Guthabens aufweisen. Zu nennen sind hier vor allem das Flexgeld24 des Anlagemarktplatzes Zinspilot und sogenannte Kündigungsgelder. Achten Sie beim Vergleichen von Tagesgeldkonten darauf, dass entweder keine Einschränkungen bestehen oder Sie sich bewusst für ein Konto mit leicht eingeschränkter Verfügbarkeit entscheiden, um ggf. eine etwas höhere Rendite zu erhalten. Wichtig ist primär, dass Sie sich vor einer Anlage über die Guthabenverfügbarkeit informieren, um keine bösen Überraschungen zu erleben.
  4. Steuerliche Handhabung
    Anleger sind es von deutschen Banken gewohnt, dass die Kapitalertragsteuer in Höhe von 25 % (zzgl. Soli und ggf. Kirchensteuer) automatisch abgeführt wird. Für den Großteil der Anleger entfällt dadurch die Angabe der Zinserträge in ihrer Steuererklärung. Immer mehr Banken aus dem europäischen Ausland bieten nun aber auch ihre Tagesgeldkonten in Deutschland an. Da diese Banken ihren Sitz im Ausland haben, führen sie auch keine Steuern an den deutschen Staat ab. Dies kann das Thema Besteuerung von Tagesgeld-Zinserträgen etwas aufwändiger machen. Im einfachsten Fall wird im Heimatland der Bank keine Quellensteuer fällig und Sie müssen die dort erwirtschafteten Zinserträge nur im Rahmen Ihrer Steuererklärung in Deutschland angeben und versteuern. Komplexer wird es, wenn im Ausland Quellensteuer erhoben wird. Dann kommt es darauf an, ob diese Steuer in Deutschland anrechenbar ist oder nicht, bis zu welchem Prozensatz und ob ggf. eine Reduktion für Deutsche möglich ist. Angesichts der Niedrigzinsen lohnt dieser Aufwand oftmals nicht. Prüfen Sie daher im Vergleich genau, wie die steuerliche Handhabung im Fall Ihres Wunschtagsgeldes funktioniert und eröffnen Sie das Tagesgeldkonto nur, wenn Sie wirklich verstehen, wie das Ganze ablaufen wird.
  5. Zufriedenheit bestehender Kunden
    Ein wichtiges Auswahlkriterium für ein Tagesgeldkonto ist aus unserer Sicht die Zufriedenheit bestehender Kunden. Häufig lässt sich aus den Erfahrungsberichten schon herauslesen, ob es z. B. Probleme mit dem Onlinebanking oder dem Service gibt. Auch hier gilt: Angesichts der Niedrigzinsen sollte man sich nicht für leicht höhere Zinsen zusätzlichen Ärger mit dem Service einer Bank aufhalsen. In unserem Tagesgeld-Vergleich finden Sie die Erfahrungsberichte jeweils über die blauen Sterne. Lesen Sie sich diese Bewertungen gut durch, denn Sie geben oftmals einen guten Eindruck vom täglichen Umgang mit der Bank.
  6. Neukundenangebote & Zinsgarantien
    Immer wieder versuchen Banken durch sogenannte Neukundenangebote neue Anleger mit Sonderkonditionen in Form von Aktionszinsen und zeitlich befristeten Zinsgarantien akquirieren. Diese Angenote wirken oft auf den ersten Blick attraktiv, stellen sich aber schnell als Lockangebote heraus. Meist sind die Sonderzinsen nicht nur zeitlich befristet, sondern auch auf einen bestimmten Anlagebetrag begrenzt. Leider sind zudem auch oft die regulären Zinsen dieser Tagesgeldangebote sehr niedrig, sodass der Zinsertrag nach dem Auslaufen des Neukundenangebotes schnell sinkt. In unserem Tagesgeld-Vergleich erkennen Sie solche Angebote an den zwei Zinssätzen in der linken Spalte. Wir empfehlen darüber hinaus, die Tagesgeldkonten auch anhand ihres effektiven Zinsertrages zu vergleichen und nicht nur auf Basis der nominalen Zinsen. Dadurch verschwindet der Lockeffekt dieser Neukundenangebote.
  7. Mindestanlagen
    Bei einigen Tagesgeldangeboten gibt es mittlerweile hohe Mindestanlagen, die eingezahlt werden müssen, damit man überhaupt die angegebenen Zinsen erhält. Viele Anleger wollen aber gar nicht so große Summen anlegen, sodass derartige Angebote gar nicht erst in Frage kommen. Geben Sie in unserem Tagesgeldvergleich daher am oberen Ende Ihren Anlagebetrag und die ungefähre Verweildauer auf dem Konto an. Der Vergleich zeigt Ihnen dann nur diejenigen Tagesgeldkonten an, die Ihre Kriterien erfüllen.
  8. Direktanlage vs. Anlagemarktplatz
    Bis vor einigen Jahren musste man für jedes neue Tagesgeldkonto bei einer Bank das komplette Kontoeröffnungsverfahren durchlaufen, um sich als Anleger zu identifizieren und die Zugangsdaten für das Onlinebanking zu erhalten. Mittlerweile gibt es jedoch auch sogenannte Anlagemarktplätze, auf denen man mit nur einem Konto bei verschiedenen Banken in ganz Europa Geld anlegen kann. Mit der Bank selbst haben Sie dann in aller Regel keinen Kontakt mehr, sondern nur noch mit dem zentralen Kundenservice des Anlagemarktplatzes. Die Vor- und Nachteile dieser zwei Anlageformen haben wir in einer separaten Antwort näher beleuchtet. In unserem Tagesgeld-Vergleich haben wir Angebote von Anlagemarktplätze gesondern mit "Kontoeröffnung via AnlagemarktplatzXY" für Sie markiert.
  9. Kinderkonten, Unterkonten und Zinseszinseffekt
    Eltern, die Tagesgeld für ihre Kinder anlegen wollen, sollten darauf achten, dass das entsprechende Tagesgeldkonto tatsächlich auch von Minderjährigen geführt werden kann. Entsprechende Hinweise finden Sie bei uns immer in den Details der Tagesgeldkonten im Vergleich. Darüber hinaus kann es Sinn machen, sich ein Tagesgeldkonto auszusuchen, bei dem Unterkonten zur thematischen Trennung von Geldern (z. B. Anschaffung eines Laptops vs. langfristiges Sparen) möglich sind. Leider sind derartige Tagesgeld-Unterkonten mittlerweile nur noch bei wenigen Banken möglich. Zum Schluss noch ein paar Worte zum Zinseszinseffekt. Immer wieder fragen uns Anleger, ob man nicht lieber ein Tagesgeldkonto mit unterjähriger statt nur jährlicher Zinszahlung wählen sollte, um vom Zinseszinseffekt zu profitieren. Aufgrund der niedrigen Zinsen ist der durch unterjährige Zinsgutschrift auftretende Zinseszinseffekt aber so klein, dass man ihn de facto vernachlässigen kann.
    Was ist der Unterschied zwischen einem Tagesgeldkonto und einem Girokonto?

    Was ist der Unterschied zwischen einem Tagesgeldkonto und einem Girokonto?

    Girokonten dienen dem täglichen Zahlungsverkehr und erlauben das freie Transferieren von Geldern auf beliebige Konten. Oft sind auch Zahlungskarten wie EC-Karten oder Kreditkarten mit einem Girokonto verknüpft, sodass darüber in Geschäften bezahlt werden kann. Eine Verzinsung gibt es auf dem Girokonto mittlerweile nur noch selten, und wenn doch, dann ist sie meist sehr niedrig.

    Ein Tagesgeldkonto hingegen ist nur für die reine Guthabenverwaltung gedacht. Ein- und Auszahlungen können in aller Regel nur über ein vorher verknüpftes Girokonto erfolgen. Zahlungskarten gibt es bei Tagesgeldkonten keine, sodass ein Tagesgeldkonto für die alltäglichen Bankgeschäfte nicht geeignet ist. Vielmehr dient es vor allem zum Parken von überschüssiger Liquidität, wobei die Zinsen auf dem Tagesgeldkonto zumeist deutlich über denen von Girokonten liegen.

    Was ist der Unterschied zwischen Tagesgeld und Festgeld?

    Was ist der Unterschied zwischen Tagesgeld und Festgeld?

    Während bei Festgeld eine feste Anlagesumme zu einem festen Zinssatz für einen bei der Kontoeröffnung fest vereinbarten Zeitraum ohne Zugriffsmöglichkeit angelegt wird, bietet Tagesgeld die Möglichkeit, täglich auf das Guthaben zuzugreifen. Der Zinssatz bei Tagesgeld ist im Gegensatz zu Festgeld variabel und wird von den Banken in Anlehnung an die aktuelle Entwicklung des Leitzinses und der Marktkurse stetig neu festgelegt. In aller Regel sind die Zinsen bei Festgeld höher als bei Tagesgeld, sodass eine Anlage in Festgeld durchaus Sinn macht, wenn man das Geld mit hoher Wahrscheinlichkeit für einen bestimmten Zeitraum nicht benötigt.

    Was sagt die Deckungsquote einer Einlagensicherung aus?

    Was sagt die Deckungsquote einer Einlagensicherung aus?

    Die Deckungsquote einer Einlagensicherung gibt an, welcher Prozentsatz der bei einer Bank liegenden und durch die Einlagensicherung theoretisch abgesicherten Guthaben durch tatsächlich vorhandenene Gelder der Einlagensicherung abgedeckt ist. Je mehr Vermögen die Einlagensicherung hat, um so mehr Anleger kann sie im Falle der Insolvenz der Bank aus eigener Kraft entschädigen. Das ist insofern relevant, weil die Einlagensicherungssysteme in Europa de facto eigennständige und nicht-staatliche Einrichtungen sind, die sich über Beiträge von den angeschlossenen Banken finanzieren. Diese Beiträge reichen aber zumeist nicht aus, um selbst mittelgroße Bankpleiten abzufangen. Viele Anleger gehen davon aus, dass der jeweilige Staat für eine Entschädigung der Anleger sorgen würde, doch dem ist nur in indirekter Form und in Ausnahmefällen so, wenn das Geld der Einlagensicherung nicht ausreicht. Dann kann der Staat dem Einlagensicherungsfonds zusätzliche Mittel zur Verfügung stellen (z. B. in Form von Notkrediten), aber er hat dazu rein rechtlich gesehen keine Pflicht.

    Entsprechend sinnvoll erscheint es, die Deckungsquote einer Einlagensicherung vor einer Kontoeröffnung zu überprüfen. Decken die Mittel eines Einlagensicherungsfonds schon heute die kompletten Einlagen einer Bank ab, so braucht man sich auch für den Pleitefall keine großen Gedanken machen. Ist die Deckungsquote hingegen sehr niedrig, so muss man im Ernstfall darauf hoffen, dass entweder die angschlossenen Banken durch Zusatzbeiträge die Einlagensicherung stützen oder der Staat einspringt. Letzteres kann passieren, muss aber nicht, denn solche Stützungsmaßnahmen sind meist eher politisch motiviert (siehe Stützung der deutschen Einlagensicherung durch Angela Merkel und ihre Regierung während der Finanzkrise und Pleite der Lehman Brothers im Jahr 2008).

    Die jeweils auf den gesamten Bankensektor eines Landes bezogenen Deckungsquoten der Einlagensicherungen in Europa sind traditionell sehr niedrig, oftmals im Bereich von 1 % und sogar deutlich weniger. Anders ausgedrückt bedeutet das, dass die finanziellen Mittel der meisten Einlagensicherungen nur für eine Entschädigung von unter 1 % der insgesamt über alle Banken hinweg abgesicherten Bankguthaben ausreichen würden. Das klingt zunächst dramatisch niedrig und ist es in gewisser Weise auch. Tatsächlich sagt diese Zahl aber nur bedingt etwas über die Sicherheit eines Tagesgeldkontos bei einer bestimmten Bank aus, denn die Zahl von 1 % (und weniger) wäre nur dann relevant, wenn wirklich alle Banken eines Landes gleichzeitig pleitegehen würden. Ein solches Szenario ist jedoch äußerst unwahrscheinlich. Meist kommt es eher zu einzelnen Bankenpleiten. In diesem Kontext macht es aus unserer Sicht auch mehr Sinn, die auf einzelne Banken bezogene Deckungsquote zu betrachten. Entsprechende Zahlen stellen wir in unserem Tagesgeld-Vergleich nach Aktivierung der Sicherheitsindikatoren dar.

    Warum sollte man auch bei Tagesgeld diversifizieren?

    Warum sollte man auch bei Tagesgeld diversifizieren?

    Wie so vieles im Leben ist auch Tagesgeld nicht absolut sicher. Die Einlagensicherungssysteme in Europa sind chronisch unterfinanziert und so manche gesund geglaubte Bank ist schon völlig überraschend pleitegegangen. Bankeninsolvenzen lassen sich weder zuverlässig vorhersagen noch verhindern, egal wie viel man recherchiert und analysiert. Entsprechend sollte aus unserer Sicht auch bei Tagesgeldkonten gelten: Diversifikation ist der beste Schutz vor Verlusten, denn geht eine Bank pleite und Sie haben Ihren Anlagebetrag auf insgesamt drei Konten verteilt, so verfügen Sie noch immer über 2/3 Ihres Anlagebetrages.

    In besonders turbulenten Zeiten können auch einmal mehrere Wochen vergehen, bis überhaupt klar ist, ob die zuständige Einlagensicherung zahlen kann oder nicht, auch wenn die EU offiziell eine Entschädigung innerhalb von ca. 1 Woche vorschreibt. Im Sinne eines ruhigen Schlafes ist es für solche Szenarien sinnvoll, den Anlagebetrag auf zwei oder sogar drei Tagesgeldkonten zu verteilen, vor allem bei großen Geldbeträgen.

    Erfreulicherweise machen Anlagemarktplätze wie WeltSparen, Zinspilot und Savedo die Diversifikation auch bei Tagesgeld mittlerweile sehr einfach. Entsprechend empfehlen wir in aller Regel auch die Anlage über einen Anlagemarktplatz. In unserem Tagesgeld-Vergleich können Sie sich über den Filter "Anlagemarktplätze" alle Konten anzeigen lassen, die über Anlagemarktplätze abschließbar sind.

    Was sind Anlagemarktplätze und sind diese empfehlenswert?

    Was sind Anlagemarktplätze und sind diese empfehlenswert?

    Auf sogenannten Anlagemarktplätzen können Sie mit nur einem Verrechnungskonto bei vielen verschiedenen Banken in ganz Europa Tagesgeld und Festgeld anlegen. Der Vorteil dabei ist, dass Sie nicht ständig das komplette Kontoeröffnungsverfahren für jede Bank durchlaufen müssen und Zugriff auf Tages- und Festgeldkonten von Banken haben, die gar keine eigene Niederlassung in Deutschland betreiben. So lässt sich ein Portfolio an Tages- und Festgeldkonten aufbauen und einfach über den zentralen Login-Bereich des Anlagemarktplatzes verwalten. Für die Kontoführung und den Service zeichnet sich ebenfalls der jeweilige Anlagemarktplatz verantwortlich, sodass Sie mit den Banken vor Ort keinen direkten Kontakt haben.

    Wir befürworten das Konzept von Anlagemarktplätzen, da es den Alltag von Anlegern enorm vereinfacht. Insgesamt dürfte sich durch die in Deutschland aktiven Anlagemarktplätze WeltSparen, Zinspilot und Savedo auch ein leicht höheres Zinsniveau etabliert haben. Aufgrund der aktuellen Niedrigzinsphase darf man aber auch von WeltSparen & Co. keine Wunder erwarten.

    Gibt es auch Nachteile bei Anlagemarktplätzen? Einige Anleger würden es vielleicht bevorzugen, wenn sie direkt mit der jeweiligen Anlagebank in Kontakt treten könnten. Für manche ist eventuell auch die unterschiedliche Besteuerung je nach Konto, Bank und Land ein Störfaktor. Insgesamt gibt es aus unserer Sicht aber keine gravierenden Nachteile, eher im Gegenteil: Wir empfehlen Anlegern mittlerweile fast nur noch die Anlage über Anlagemarktplätze.

    Kommentare & Diskussionen

    Sie haben noch eine Frage zum Thema Tagesgeld oder einen Hinweis für unseren Ratgeber? Dann hinterlassen Sie uns hier gerne einen kurzen Kommentar. Das entsprechende Formular finden Sie am Ende der Seite.

    Positive BewertungKommentar von Sachsenpeter am 01.05.2020

    Für mich als Halb-Laie sind Ihre Kommentare und Einschätzungen immer sehr wertvoll und vor allem verständlich ausgedrückt. Ich bin Techniker und habe so meine Probleme mit dem Bankdeutsch. Dank Ihrer Ausführungen fühle ich mich weit sicherer.
    Ich danke Ihnen und weiter so

    Antwort auf Kommentar  Antworten

    Negative BewertungKommentar von Rainer am 24.01.2020

    Liebes Team von Kritische-Anleger.de,

    leider hat sich die Benutzbarkeit Ihres neuen Webauftrittes für Tagesgelder extrem verschlechtert. Vor kurzem noch konnte man einfach Ihre Seite am PC aufrufen und bekam einen schnellen tabellarischen Überblick. Jetzt muss man ständig irgendwelche Knöpfe drücken, um einen kompletten Überblick zu erhalten und der ist dann sehr unübersichtlich, weil er auf kleine Smartphone-Displays angepasst ist und keine separates PC Design zur Verfügung steht.

    Auch wenn Sie mit der Vollständigkeit Ihrer Ausstellung alle anderen Vergleichsseiten ausstechen, werde ich Ihre Tagesgeldseiten jetzt nur noch selten besuchen, da sie im Vergleich zu anderen nun unübersichtlich und benutzerunfreundlich sind.
    Deshalb hier noch mal ein Danke für den Service, den ich so lange bei Ihnen genießen konnte.

    PS: Ich hoffe, Sie haben nicht vor Ihre Festgeld-Seiten auch noch auf dieses Design angepasst.

    Antwort auf Kommentar  Antworten

    Antwort von Redaktion am 24.01.2020

    Hallo Rainer,

    erst einmal herzlichen Dank für Ihr offenes Feedback. Ich kann Ihre Kritik hinsichtlich des kompletten Überblicks einerseits nachvollziehen, andererseits ist das bisherige Feedback eigentlich überwiegend positiv und auch die Nutzungsstatistiken zeigen in eine ähnliche Richtung. Zudem muss man in der heutigen Zeit leider akzeptieren, dass mobile Geräte zum Standard geworden sind. Konkret nutzen mittlerweile etwa 45 % unserer Besucher Kritische-Anleger.de mit einem mobilen Gerät (Smartphone/Tablet). Zum Vergleich: Vor etwa 5 Jahren waren es nur etwa 15 %. Insofern kommen wir als Webseitenbetreiber nicht umehr, unsere Seite für derartige Geräte zu optimieren und das bedeutet (leider) auch Abstriche hinsichtlich der "schnellen Übersicht".

    Mich würde allerdings konkret interessieren, an welchen Stellen Sie das "irgendwelche Knöpfe drücken" besonders nervt? Unser System ist ja nicht in Stein gegossen, insofern können wir hier und da durchaus noch Anpassungen vornehmen. Könnten Sie mir daher evtl. ein paar ganz konkrete Situationen/Nutzungsabfolgen dazu nennen?

    Was den Festgeld-Vergleich angeht, so wird auch dieser noch dieses Jahr auf das neue Design umgestellt. So wie unser Festgeld-Vergleich aktuell noch gebaut ist, lässt sich dieser leider nur suboptimal auf mobilen Geräten nutzen :-( Ich höre mir aber auch dazu gern Ihr konstruktives Feedback an.

    Bzgl. anderer Vergleichsseiten: Ich persönlich kann Ihnen https://www.sparkonto.org und https://www.modern-banking.de empfehlen, da die jeweiligen Betreiber noch erfreuliche Ausnahmen sind, was ihre Integrität und Glaubwürdigkeit angeht. Bei vielen anderen Seiten, die Sie unter "Tagesgeld Vergleich" in Google finden, ist dies leider oft nicht der Fall :(

    Ich freue mich auf Ihr Feedback und wünsche einen guten Start in den Tag

    Mit besten Grüßen

    Stefan Erlich

    Antwort auf Kommentar  Antworten

    Kommentar von 5551008 am 21.01.2020

    Anregung/Vorschlag:

    ich würde es besser finden, wenn die Kündigungsgelder z.B. RaboSpar 30/90 , bzw. NIBCSpar30/60/90usw... unter den Festgeldern mit der entsprechenden Laufzeit gelistet werden, da diese keine Tagesgesgeldkonten sind, streng genommen sogar eine Art Zwitter aus tages- und Festgeld, aber m.E. eher den Festgeldern zuzuordnen sind. Dort tauchen diese Angebote allerdings gar nicht auf. Warum? Danke.

    Ich würde mich gerne auch als freier Mitarbeiter zur Verfügung stellen, wenn Sie Interesse/Bedarf haben.

    Antwort auf Kommentar  Antworten

    Antwort von Redaktion am 22.01.2020

    Lieben Dank für den Vorschlag.

    Das ist ein altes und leider nicht so einfach lösbares Problem. Tatsächlich war es bis vor 3 oder 4 (?) Jahren so, dass wir Kündigungsgelder im Festgeld-Vergleich und nicht im Tagesgeld-Vergleich gelistet haben. Allerdings haben sich damals dann die Nutzer des Festgeld-Vergleichs beschwert, dass dort auch Kündigungsgelder zu finden waren. Hauptargument war damals, dass sich bei diesen Konten ja jederzeit der Zinssatz ändern kann, das also gar kein "FESTgeld" sei. Weil sich die Beschwerden häuften, haben wir dann irgendwann entschieden, das Ganze in den Tagesgeld-Vergleich zu schieben. Dort passt es zwar auch nicht 100 %, aber so ist inhaltlich die Unterscheidung zumindest scharf: Tagesgeld-Vergleich = alles mit variablen Zinsen, Festgeld-Vergleich = alles mit fixen Zinsen und fixer Laufzeit. Mir ist bewusst, dass das so auch nicht ideal ist, allerdings gibt als Argumentationsbrücke ja zumindest den Kontoarten-Filter, mit dem sich Sondertypen rausfiltern lassen.

    Herzlichen Dank auch für Ihre Bereitschaft, sich bei KA einzubringen. Aktuell sind wir ressourcentechnisch eigentlich ganz gut ausgestattet, aber ich behalte Sie gern im Hinterkopf.

    Beste Grüße

    Stefan Erlich

    Antwort auf Kommentar  Antworten

    Kritische Anleger
    Leser von Kritische-Anleger.de bewerten den Tagesgeldratgeber mit insgesamt 3 von 5 Punkten. Diese durchschnittliche Bewertung basiert aktuell auf 2 Kommentaren.

    Hinweis: Wir legen Wert auf die Authentizität der Kommentare und veröffentlichen diese daher nur, wenn uns eine funktionierende E-Mail-Adresse des Autors vorliegt. Ihre E-Mail-Adresse ist für andere Nutzer nicht sichtbar und wird nicht für andere Zwecke verwendet.